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Gewebter Aktivismus: Hannah Ryggen in Frankfurt

in der Ausstellung „Hannah Ryggen – Gewebte Manifeste“

Von heute an widmet sich die Schirn in Frankfurt dem Schaffen von Hannah Ryggen und hebt damit eine Künstlerin ins Bewusstsein, die auf einem kleinen Bauernhof an der Westküste Norwegens künstlerische Kommentare zum Zeitgeschehen geliefert hat. Anlass für die Präsentation von rund 25 großformatigen Tapisserien, mit denen die 1894 geborene Ryggen bildliche Angriffe auf Hitler, Franco und Mussolini lancierte und sich für die Opfer von Krieg und Gewalt einsetzte, ist der Ehrengastauftritt Norwegens auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. In ihren Wandteppichen behandelt Ryggen grundlegende Themen des Menschseins und des Lebens in der Gesellschaft: die Gräueltaten des Krieges, Machtmissbrauch, die Abhängigkeit von der Natur, die Stellung der Frau und die Verbindungen zu Familie und Mitmenschen. Viele ihrer Werke befassen sich mit den Ereignissen und politischen Auseinandersetzungen im Europa der 1930er und 1940er Jahre und spiegeln zugleich ihre sozialistischen Überzeugungen.

In ihrem Schaffen kombinierte die Pazifistin und Feministin Hannah Ryggen traditionell skandinavische Webtechniken, Volkskunst und Mythologie mit politischen Anliegen und Fragen des alltäglichen Lebens. Ihr Ziel war es, mit ihren Wandteppichen, die von Ort zu Ort bewegt werden können, der Öffentlichkeit ihre politischen Botschaften zu übermitteln. So griff sie 1933 mit „Fischen im Schuldenmeer“ die ausweglose Situation der Arbeiter, Kleinbauern und Fischer zur Zeit der Wirtschaftskrise in Norwegen auf, von der auch die Familie Ryggen betroffen war. In dem ein Jahr jüngeren Teppich „Wir und unsere Tiere“ legte Ryggen ihre Weltsicht nieder und schilderte ihren Alltag in enger Verbundenheit zur Natur: Mit ihrem Ehemann, dem Maler Hans Ryggen, und ihrer Tochter Mona lebte sie auf einem kleinen autarken Bauernhof in Ørland bei Trondheim und stellte dort die Materialien für ihre Tapisserien selbst her.

Im Zentrum der Frankfurter Schau stehen Ryggens antifaschistische und pazifistische Werke. Obwohl sie in der ländlichen Abgeschiedenheit agierte, war Ryggen eine belesene und über die nationalen wie internationalen Ereignisse gut informierte Künstlerin. Mit „Äthiopien“ prangerte sie 1935 Italiens Invasion in dem afrikanischen Land an. Auch während der nationalsozialistischen Besatzung Norwegens webte sie ungeachtet der damit verbundenen Gefahr deutliche Stellungnahmen zum Zeitgeschehen. Ihr Teppich „6. Oktober 1942“ von 1943 erinnert an die „Versöhnungsopfer“ während der Besatzungszeit und zeigt unter anderem links in verhöhnender Darstellung Adolf Hitler, in der Mitte Winston Churchill und auf der rechten Seite eine imaginierte Flucht der Familie Ryggen.

Den Abschluss bildet Hannah Ryggens ikonisches Werk „Wir leben auf einem Stern“, eine Auftragsarbeit aus dem Jahr 1958 für den Eingangsbereich des Regierungshochhauses Høyblokka in Oslo. Ein halbes Jahr benötigte Ryggen, um die Wolle für das großformatige Werk zu färben, weitere 13 Monate webte sie daran. Auf dem Bildteppich entfaltete sie eine philosophische Betrachtung des menschlichen Daseins sowie der zentralen Stellung von Kunst und Liebe, aus denen persönliche und politische Kräfte erwachsen. Am 22. Juli 2011 wurde dieser Teppich bei dem Bombenanschlag des rechtsextremistischen Terroristen Anders Behring Breivik auf das Regierungsgebäude beschädigt. Wie eine Narbe erinnert heute der restaurierte Riss am unteren rechten Bildrand an diesen Angriff auf die Demokratie.

Die Ausstellung „Hannah Ryggen – Gewebte Manifeste“ läuft vom 26. September bis zum 12. Januar 2020. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt hat täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet in der Schirn 29 Euro, im Buchhandel 42 Euro.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 29 98 82 0
Telefax: +49 (0)69 – 29 98 82 240


26.09.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


26.06.2019, Hannah Ryggen

Bei:


Schirn Kunsthalle Frankfurt

Kunstsparte:


Tapisserie

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Variabilder:

Hannah Ryggen, Tod der Träume, 1936
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Hannah Ryggen, Wir leben auf einem Stern, 1958
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Hannah Ryggen am Webstuhl, um 1964
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Hannah Ryggen, 6. Oktober 1942, 1943
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