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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht alles, was die Alte Kunst bei Neumeister zu bieten hatte, begeisterte das Publikum. Doch die teuren Stücke nahm es mit und verhalf manchen zu ungeahnte Höhen

Der unbekannte Iwan



Pieter Breughel d.J. Werkstatt, Frühling – Das Bereiten der Blumenbeete, um 1600

Pieter Breughel d.J. Werkstatt, Frühling – Das Bereiten der Blumenbeete, um 1600

Eines der Zugpferde bei der letzten Versteigerung von Neumeister in München hieß Pieter Breughel d.J. Dabei trat der flämische Maler nicht einmal selbst an. Aus seiner Werkstatt stammte die Holztafel mit einem Sinnbild, bei dem mehrere Bauern eben die Beete für die Bepflanzung herrichten, schon erstes Gemüse stecken, Weinranken an einem Laubengang schneiden und vor dem Gehöft Schafe scheren. Im Hintergrund turteln in einem Schlossgarten mehrere höfische Liebespaare bei Musik. So hatte sich schon sein Vater Pieter Bruegel d.Ä. 1565 die Allegorie auf den Frühling vorgestellt und in einer Zeichnung niedergelegt, die dann ab 1570 als Kupferstich Verbreitung fand und heute in der Albertina in Wien liegt. Viel eigene Gedankenleistung musste Pieter Breughel d.J. bei seiner Komposition also nicht aufwenden, von der er selbst und dann auch seine Werkstattmitarbeiter mehrere Varianten erstellten. Dennoch war die auf 25.000 bis 30.000 Euro geschätzte Tafel bei Neumeister gefragt. Zahlreiche Bieter an den Telefonen und im Internet trieben den Preis in die Höhe, bis ein russischer Käufer die Konkurrenz bei 95.000 Euro abschütteln konnte.


Einige Losnummern früher konnte sich ein älterer Antwerpener Vorläufer der Breughels durchsetzen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gestaltete er einen drastisch-realistischen Schmerzensmann mit Leidenswerkzeugen vor einer Renaissance-Architektur, die sich in das Umfeld des Meisters der von Grooteschen Anbetung einordnen lässt. Im Bieterkampf siegte auch hier ein Russe bei unerwarteten 28.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Noch in der Spätgotik ist eine Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes in einer Hügellandschaft, aber noch mit Goldhimmel anzusiedeln, auf deren Rückseite ein Salvator Mundi mit Weltkugel segnet. Bei diesem Gemälde aus der Nachfolge Martin Schongauers verdoppelte sich der Wert auf 16.000 Euro. Trotz dieser guten Ergebnisse zeigte sich das Publikum am 25. September ein wenig wählerisch und nahm nur knapp die Hälfte der 224 Positionen mit. Bis auf eine Ausnahme, eine „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ aus der Werkstatt Hans Rottenhammers für 30.000 bis 40.000 Euro, konnte Neumeister die höher taxierten Gemälde aber alle absetzten, auch wenn manchmal dafür mehr Zeit nötig war. So musste der Favorit der Auktion, Leo von Klenzes effektvolle „Ansicht von Atrani bei Amalfi“ aus dem Jahr 1834, bis zum Nachverkauf warten, um dann doch noch bei 205.000 Euro erlöst zu werden (Taxe 250.000 bis 300.000 EUR).

Auf der Habenseite standen bei den Alten Meistern etwa noch eine liebevolle Maria mit dem schlafenden Jesusknaben hinter einer Brüstung samt Messer, Apfel und Blumenvase auf der Nachfolge Joos van Cleves für 7.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder eine Darstellung des zum Hungertod verurteilten Cimon, den seine Tochter Pero im Kerker an ihrer Brust stillt. Die Kopie nach einem Gemälde von Peter Paul Rubens aus der St. Petersburger Eremitage verfünffachte ihre Schätzung auf 15.000 Euro. Eine Werkstattarbeit war dann wieder Abraham Govaerts’ Allegorie auf den Herbst als fantasievolle Waldgegend, in der die Jagdgöttin Diana ihrer Kollegin Ceres einen erlegten Hasen präsentiert. Hier endeten die Gebote bei taxgerechten 11.000 Euro, ebenso für das eindrucksvolle Bildnis einer alten Priorin eines unbekannten Niederländers aus dem 17. Jahrhundert bei 5.800 Euro. Bei 22.000 Euro platzierte sich das dicht gedrängte, 1706 gemalte Altarblatt mit den Vierzehn Nothelfern von Hans Georg Asam, dem Vater der bekannteren Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, 2.000 Euro über der Erwartung. Bei einer anmutigen Maria mit Kind im Oval aus dem Umkreis Jacopo Amigonis waren es dann 7.500 Euro (Taxe 5.000 bis 5.500 EUR), bei Barbara Rosina Lisiewskas Bildnis Friedrichs des Großen aus den späten 1750er Jahren gar 8.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Eine sichere Nummer

Dass Carl Spitzweg immer noch Anziehungskraft besitzt, bewies Neumeister wieder einmal anhand von drei kleinen Gemälden. Humoristische Studienwerke waren sein Kavaliersreiter neben zwei älteren Herren in einem Hof für 15.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und der Angler, der einsam in einem wohl leeren Tümpel fischt, für 16.500 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Intensiver hatte Spitzweg an seinem „Koboldspuk“ gearbeitet und damit seine Bedenken gegenüber den rasanten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts mit Ironie und einem Schuss Selbstironie formuliert, was ein deutscher Sammler nun mit 65.000 Euro honorierte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). In die Fünfstelligkeit drang dann noch Paul Hermann Wagners vom Sonnenlicht durchflutete Idylle einer Mutter beim Sticken mit Tochter auf sommerlicher Wiese vor, bei der ein belgischer Kunsthändler erst mit 17.000 Euro die Oberhand behielt (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Sissi als Kaiserin von Österreich in einem ungarischen Kostüm aus dem Umkreis des Wiener Malers Franz Russ musste mit 15.000 Euro da hintanstehen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Hochadelig blieb es mit Ferdinand Kellers Brustbild des alten gutmütigen Großherzogs Friedrich I. von Baden in Generalsuniform aus dem Jahr 1899 bei 2.500 Euro ebenfalls am unteren Schätzrand. Die übrigen Gemälde des 19. Jahrhunderts bewegten sich mehr oder minder im Rahmen des preislich Vorgegebenen, etwa Reinhard Sebastian Zimmermanns Historismusinterieur im Neuen Schloss Schleißheim von 1856 mit einer Dame im Rokokokostüm für 5.500 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) oder Louis Bosworth Hurts zottelige Rinderherde in den nebligen schottischen Highlands von 1900 für 6.500 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Leicht zulegen konnten der humorvolle „Kakteenfreund“ des Spitzweg-Nachfolgers Willy Moralt auf 2.300 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) oder Charles Vetters Münchner Straßenszene mit großstädtischem Bürgertum von 1908 auf 3.700 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Spätimpressionistisch ging es mit Otto Dills Bauern samt Ochsenkarren für 3.300 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) und mit Otto Pippels Biergarten für 8.000 Euro gewinnbringend weiter (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Der Markt für alte Möbel stagniert

Das Kunsthandwerk tat sich etwas schwerer als die bildende Kunst. Hier gingen losbezogen nur 42,3 Prozent der Offerten weg. So blieb etwa eine französischen Rokoko-Konsole aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stehen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Auch Historistisches aus Frankreich kam nicht zum Zug, etwa ein Bureau Plat im Louis XVI-Stil aus Rosenholz und vergoldeten Bronzebeschlägen um 1900 und zwei florale Zierleuchter aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in vergoldeter Bronze und kräftig grüner Malachit-Imitation für die Säulenschäfte (Taxe je 20.000 bis 25.000 EUR). Als Höhepunkt des Kunsthandwerks entpuppte sich überraschend „Iwan der Schreckliche“. Um die etwa 1890 gegossene, im Katalog noch als „A. Moranov“ verzeichnete Kleinbronze kämpften vor allem Interessenten aus Russland und Israel. Doch hinter dem mürrisch in seinem Thron sitzenden Zaren verbarg sich der bekannte russische Bildhauer Mark Matwejewitsch Antokolski, der mit dieser Skulptur von 1870 in seiner Heimat berühmt wurde. Schlussendlich entschied ein Münchner Händler das Bietgefecht mit einem Zuschlag bei 26.000 Euro für sich (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Die Jugendstil-Abteilung wartete zudem noch mit der Bronzevase „femme-libéllule“ um 1900 von Paul-François Berthoud auf. Das weibliche Flügelgesicht, gerahmt von Blütenstengeln, flog bei 12.500 Euro zu einem Pariser Antiquitätenhändler (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Deutlich älter war die Wappenscheibe der beiden Kürschner Hans Heinrich Weitnauer und Hieronymus Müller aus Basel. Das Glasgemälde von Hans Jörg Wannenwetsch II. hielt sich an seine untere Schätzung von 4.000 Euro, während für einen Salzburger Becher aus Steinbockhorn um 1750 mit Darstellungen von der Jagd auf ebendieses Tier einträgliche 6.000 Euro zusammenkamen (Taxe 4.000 bis 4.200 EUR). Freuen konnte sich noch die Neuwieder Kommodenuhr um 1790 von Peter Kinzing, deren Mahagoni-Gehäuse wohl aus der Werkstatt David Roentgens stammt, über die Verdoppelung ihrer Schätzung auf 16.000 Euro. In der Schmuck-Auktion am Vortag, bei der knapp ein Drittel der Pretiosen in neue Hände überging, waren vor allem historische Stücke gefragt, etwa ein wohl französischer Kreuzanhänger um 1580 mit Imperatorenbild, Diamanten, Rubinen und Perlen für 8.000 Euro (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR) oder sein herzförmiges Pendant für 9.800 Euro, das eventuell René Lalique um 1900 mit goldener geflügelter Gestalt auf grünem Emailgrund geschmückt hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



09.10.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Pieter Breughel d.J. Werkstatt, Frühling – Das Bereiten der Blumenbeete, um 1600
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Becher aus Steinbockhorn, Salzburg, Mitte 18. Jahrhundert
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 Jörg Wannenwetsch II, Wappenscheibe der Kürschner Hans Heinrich Weitnauer und Hieronymus Müller, Basel um 1670
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Hans Jörg Wannenwetsch II, Wappenscheibe der Kürschner Hans Heinrich Weitnauer und Hieronymus Müller, Basel um 1670

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Reinhard Sebastian Zimmermann, Interieur im Neuen Schloss Schleißheim, 1856

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Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

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Becher aus Steinbockhorn, Salzburg, Mitte 18. Jahrhundert

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Paul-François Berthoud, Vase „femme-libéllule“, um 1900

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Mark Matwejewitsch Antokolski, Iwan der Schreckliche, um 1890

Mark Matwejewitsch Antokolski, Iwan der Schreckliche, um 1890

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