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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Highlights – Internationale Kunstmesse München demonstrieren zum zehnten Mal, welche Potenzen Deutschlands Top-Händler haben. Die Kunst & Antiquitäten München haben die Rolle der Alternative zu dieser hochkarätigen Messe übernommen. Beide Veranstaltungen sind bis Sonntag geöffnet

Ein Füllhorn grandioser Kunstwerke



Andrea Brustolon Werkstatt, Venezianischer Prunksessel, um 1730

Andrea Brustolon Werkstatt, Venezianischer Prunksessel, um 1730

Es hat sich auf dem Kunstmarkt vieles geändert – seit der Gründung der Highlights. Aber der Glanz und der hohe Anspruch dieser Kunstmesse, die gestern Abend mit Tausenden von Besuchern den Auftakt zur Jubiläumsausgabe beging, sind geblieben. Auch im zehnten Jahr ihres Bestehens kann sie sich als die hochkarätigste und schönste im deutschsprachigen Raum bezeichnen. Vor zehn Jahren gab es hier vielleicht mehr Gemälde Alter Meister. Aber wenn in diesem Jahr die international renommierte Genfer Galerie De Jonckheere mit Pieter Breughels d.J. detailreichem und handfestem Gemälde „Die Zahlung des Zehnten oder der Dorfrichter“ und mit einer verwunschenen „Winterlandschaft“ des Flamen Gysbrecht Leytens aus dem frühen 17. Jahrhundert auftritt, hat die Messe ein Schwergewicht des Altmeistermarktes nach München geholt. Der Großteil der Gemäldehändler hat jedoch die Moderne im Blick. Der Markt für französische Impressionisten ist bekanntlich stark ausgedünnt. Umso bemerkenswerter ist Alfred Sisleys Gemälde „Les Chasseurs“ von 1873, das die Galerie Salis beisteuert. Mit 2 Millionen Euro gehört es zu den teuersten Exponaten der Messe, zu sehen auf der Sonderverkaufsschau „Orangerie“, mit der die Highlights den Initiatoren und Mitstreitern der ersten Jahre, etwa dem Kunsthandel Böhler, der Kunstkammer Laue, dem Antiquariat Bibermühle oder der Silberspezialistin Helga Matzke, ihre Referenz erweisen.


Nomen est omen auf den Highlights. Mit biografischen Bezügen wartet Lovis Corinths impressionistisch flirrendes und mit emotionaler Wärme aufgeladenes Gemälde „Paraphrase“ von 1907 auf, das bei Kunkel Fine Art 1,2 Millionen Euro kosten soll. Es zeigt Charlotte, Lieblingsmodell, Geliebte und spätere Ehefrau des Künstlers, an einem sommerlichen Ferientag an der Ostsee. Wienerroither & Kohlbacher sind mit Pablo Picassos großer Papierarbeit „Tableau de Famille“ von 1964 vertreten; preislich bewegt sie sich im sechsstelligen Bereich. Die Galerie Schwarzer hat ein subtil ausgearbeitetes Heilandsgesicht Alexej von Jawlenskys aus dem Jahr 1921 für 1,2 Millionen Euro am Messestand, rückseitig von Jawlenskys Mäzenin Emmy Schreyer als „Schönheit“ bezeichnet. Der Hamburger Thole Rotermund knüpft an den Erfolg einer früheren Messeshow zum Thema „Künstlerpostkarten der Moderne“ an und offeriert für 58.000 Euro unter anderem eine Karte von Erich Heckel mit einem Springreiter zu Pferd, die als Gruß vom Jagdrennen im Berliner Sportpalast gedacht war.

Highlights – Internationale Kunstmesse München in der Residenz

Dass vier der Aussteller, die mit alter Kunst handeln, auch in Maastricht auf der TEFAF zugegen sind, wundert angesichts der qualitätvollen Stücke nicht. Peter Mühlbauer hat zwischen Roentgen-Möbeln und Renaissancekabinetten eine umwerfende Kollektion von Elfenbeinschnitzereien des Frühbarock platziert. Darunter die grazil bewegte Gruppe „Neptun raubt Amphitrite“ des Wieners Matthias Steinl, einen vom Schmerz ekstatisch gelösten heiligen Sebastian von François Duquesnoy oder einen Humpen von Johann Georg Kern, dessen Gegenstück mit anderer Montierung sich im Grünen Gewölbe Dresden befindet. Die Preise beginnen bei 125.000 Euro. Am Stand des Bamberger Kunsthandels Senger kommt kein Besucher ohne einen Blick auf das aparte Tiroler Triptychon „Maria mit Kind“ von 1475 vorbei. Die feine Arbeit aus dem Umkreis Friedrich und Michael Pachers, die für ihre ausdrucksvollen Altäre berühmt sind, kostet 480.000 Euro. Der Porzellanspezialist Röbbig punktet mit einer Groteskenkanne aus Meißen mit der geschätzten Goldchinesen-Bemalung. Und der Kunsthandel Langeloh Porcelain, der in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert und gerade eine Einladung auf die TEFAF 2020 bekommen hat, bezaubert Sammler mit einem Teller aus dem Krönungsservice Augusts des Starken.

Die Nachkriegskunst ist bei der Galerie Maulberger mit Werken von Fritz Winter bis Herbert Zangs gut aufgehoben. Unübersehbar ist auch Hans Maulbergers Affinität zur ZERO-Kunst. So verlangt Otto Pienes leuchtend-rote Feuergouache „Diagonal aufwärts“ von 1999/2000 138.000 Euro. Der Galerie Schlichtenmaier ist es gelungen, gleich drei Gemälde Willi Baumeisters aus der legendären „Eidos“-Serie zu akquirieren, die bereits während der Nazi-Zeit in den 1930/40er Jahren entstand. Die subtile Abstraktion „Sterbender Schwan“, in der sich Baumeister bereits mit den Mythen der Modernen befasst, steht für 300.000 Euro zum Verkauf. Erfrischend ist die Teilnahme der jungen Galeristin Felicitas Vogdt von der Münchner Galerie Stefan Vogdt. Sie gehört zu den drei ausgewählten „Young Dealers“, mit der die Highlights jungen, ambitionierten Händlern eine Plattform bieten möchten. Vogdt reflektiert mit einem Schreibtisch aus der Chandigarh-Serie von Pierre Jeanneret und einer Wand voller subtiler stiller Motive des japanischen Fotografen Yamamoto Masao einen neuen Stil, mit Kunst zu leben. Die erst 32jährige Messeleiterin Juana Schwan betont, dass sich die Highlights nicht als Luxusmesse verstehen, sondern als Kunstereignis. Die Jubiläumsausgabe gibt ihr ohne Zweifel Recht.

Kunst & Antiquitäten München im Haus der Kunst

An ihrem Motto „Schätze, Sammlerstücke und Kuriositäten“ hält unbeirrt die populäre und traditionsreiche Kunst & Antiquitäten München fest. Sie ist nach einem Intermezzo in der Kleinen Olympiahalle heuer ins Haus der Kunst gezogen. Die neue Location mit ihren zum Teil offeneren Ständen und einem Hauch von Kunsttempel bekommt der Messe gut. In Wahrheit aber bewirken vor allem die Kräfte des Marktes eine Veränderung. Denn das Profil dieser Messe zerreibt sich an dem Widerspruch zwischen einem anspruchsvollen Segment und einem Angebot der Beliebigkeit. Mit großem Gespür für die Qualität der Malerei des 19. Jahrhundert hat Michael Vogt sein Programm zusammengestellt. Der bayerische Händler zeigt eine kleine Suite mit Arbeiten von Carl Spitzweg. Dessen moderne, flüssige Feinmalerei mit frühimpressionistischen Zügen sieht Vogt wunderbar in dem Gemälde „Vor dem Städtchen“ wiedergegeben. Qualität wie diese erfordert ihren Preis: 129.000 Euro. „Brigantine 1900“ bleibt dem frühen Design treu und hat für 5.500 Euro einen um 1927/28 produzierten Beistelltisch K40 der Firma Thonet nach einem Entwurf Marcel Breuers sowie eine breite Palette von Jugendstil-Möbeln Richard Riemerschmids zwischen 3.000 und 10.000 Euro mit auf die Messe gebracht. Konkurrenz kommt aus Wien mit Susanne Bauer. Sie präsentiert für 8.500 Euro Michael Powolnys Keramik-Putto „Frühling“, 1905/06 bei der Firma Wiener Keramik hergestellt, sowie einen Satztisch von Josef Hoffmann zum Preis von 5.300 Euro.

Die Kunst & Antiquitäten sind mit dem Wegfall der einstigen Kunstmesse München im Postpalast in eine neue Rolle geschlüpft. Einige Teilnehmer der ehemalgien Verbandsmesse, die den gehobenen Kunsthandel versammelte, stellen nun hier aus. Denn München gilt vielen als Ort, wo der Kunstmarkt noch funktioniert, wie auch dem Asiatika-Händler Peter Hardt aus Radevormwald. Es gibt nicht mehr viele Messen, wo er seinen chinesischen Bronzebuddha „Amitayus“ aus dem 16. oder 17. Jahrhundert für 65.000 Euro anbieten könnte. Von Ausstellern wie diesen profitieren die Kunst & Antiquitäten. Auch die Galerie Rudolf aus Sylt, die nach mehr als zehn Jahren wieder an der laut Pressemitteilung „größten Regionalmesse Süddeutschlands ihrer Art“ teilnimmt, zielt mit ihrem Sortiment an klassischer Moderne auf eine potente Kundschaft. Emil Noldes aquarellierte Marschlandschaft von 1925, Max Liebermanns Pastell „Junge Kuhhirtin“ oder Alexej von Jawlenskys Gemälde „Christmette“ von 1935 aus dem Besitz des Sohnes Andreas Jawlensky liegen preislich über der Grenze von 100.000 Euro.

Die Kunst & Antiquitäten sind die Alternative zu den Highlights – Internationale Kunstmesse München geworden. Diese Erwartungen motivierten auch die junge Altmeisterspezialistin Maria Galen aus Münster zur Teilnahme, die die oft wenig beachteten Werke der Schüler Rembrandts oder Frans Pourbus’ verfolgt. Sie hofft auf den Synergieeffekt, dass Gemälde wie die „Winterlandschaft mit Anbetung der Hirten“ des Antwerpener Malers Cornelis de Baellieur d.Ä. zum Preis von 140.000 Euro oder die mit 35.000 Euro ausgewiesene Leinwand „Großmut des Scipio“ des Rubens-Schülers Erasmus Quellinus auch die Besucher der Highlights ansprechen könnte. Die Kunst & Antiquitäten München sind im Wandel. Tradition wird groß geschrieben und alpenländische Volkskunst hat hier nach wie vor ihren Platz. Viele Aussteller drehen andererseits kräftig an der Profilschraube. Brigitte Martini war einst eine Adresse für bedeutende barocke Aufsatzsekretäre und historisches Mobiliar. Diesmal fällt der Blick an ihrem Stand auf ein Sideboard des italienischen Designers Paolo Buffa aus den 1950er Jahren. Und auch bei dem dreißigjährigen Max Lerch, Teppichhändler in zweiter Generation, hat die moderne Textilkunst ihren Platz neben Klassikern bekommen, wie man an dem 4.500 Euro teuren, gewebten Jugendstil-Teppich aus Skandinavien mit Hummermotiv erkennen kann.

Die Highlights – Internationale Kunstmesse München finden bis zum 20. Oktober in der Münchner Residenz statt. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, am 17. Oktober zusätzlich bis 22 Uhr. Der Eintritt inklusive Messemagazin beträgt 25 Euro, für Senioren 20 Euro und für Studenten 10 Euro; für Kinder ist er kostenlos.

Highlights – Internationale Kunstmesse München
Residenz München, Eingang Hofgarten
Residenzstraße 1
D-80333 München
www.munichhighlights.com

Die 99. Kunst & Antiquitäten München haben ebenfalls bis zum 20. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr, am 17. Oktober zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt inklusive Messekatalog beträgt 14 Euro, ermäßigt 9 Euro.

Kunst & Antiquitäten München
Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
D-80538 München
www.kunst-antiquitaeten.de



16.10.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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