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Das Städel Museum in Frankfurt ist den Legenden um Vincent van Gogh auf der Spur und zeigt die Auswirkungen des Malers auf die deutsche Kunstlandschaft

Malerei im Rohzustand



Vincent van Gogh, Selbsporträt, 1887

Vincent van Gogh, Selbsporträt, 1887

„Um keinen anderen Künstler der letzten gut 130 Jahre ranken sich wohl mehr Mythen als um Vincent van Gogh. Der von ihm vermeintlich verkörperte Typus des verkannten Künstlergenies dient bis heute als Vorlage für zahlreiche Filme, Bücher und Ausstellungen“, so Philipp Demandt, der Direktor des Frankfurter Städel Museums. Was Demandt mit dieser Äußerung anspricht, ist der berechtigte Zweifel, mit dem zeitgenössische Kunsthistoriker den Klischees und Zerrbildern begegnen, die in Bezug auf Vincent van Gogh in Umlauf sind. Zur Tragik seiner Biografie gehört nach landläufiger Auffassung der Umstand, dass es dem vom Wahn befallenen van Gogh zu Lebzeiten so gut wie gar nicht vergönnt gewesen sein soll, seine Bilder öffentlich zu zeigen.


Doch stimmt das überhaupt? Im Städel Museum ist jetzt die umfangreiche Ausstellung „Making Van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ zu sehen. Alexander Eiling, Sammlungsleiter für die Kunst der Moderne am Städel, hat die Schau zusammen mit seinem Vorgänger Felix Krämer kuratiert. Den Mythos vom verrückten und zu Lebzeiten vollkommen verkannten Genie bezweifelt er: „Als Vincent van Gogh im Juli des Jahres 1890 seinem Leben ein Ende setzte, war er keineswegs der unbekannte und gescheiterte Künstler, den die Nachwelt aus ihm gemacht hat.“

Die Frankfurter Schau präsentiert nun auf mehr als 2.000 Quadratmetern über 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier. Rund 50 davon geben einen profunden Einblick in alle Schaffensphasen Vincent van Goghs. Weitere 70 Werke verdeutlichen den enormen posthumen Einfluss, den der Maler auf heute weltberühmte, damals in Deutschland tätige Künstlerinnen und Künstler wie Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker oder Gabriele Münter hatte. Neben diesen bekannten Vertretern des Expressionismus sind aber auch unbekanntere Positionen versammelt, deren Wiederentdeckung lohnt. Dazu gehören etwa der westfälische Expressionist Peter August Böckstiegel oder Heinrich Nauen, ein Vertreter des Rheinischen Expressionismus.

In der Bretagne legte Vincent van Gogh die ersten Grundlagen für seine konturbetonte und farbintensive Malerei. Später ließ er sich von der Ästhetik der japanischen Farbholzschnitte verzaubern und entdeckte das warme Licht und die wogenden Sonnenblumen- und Weizenfelder des französischen Südens. In nur einem Jahrzehnt hatte der junge Niederländer ein opulentes Gesamtwerk geschaffen: Über 800 Gemälde, 1.100 Zeichnungen und eine kleine Anzahl Druckgrafiken, so lautete am Ende seines kurzen Lebens die Bilanz seines künstlerischen Schaffens.

Nach Vincent van Goghs Tod war starkes Interesse an seinem Werk zunächst eindeutig in Frankreich und den Niederlanden vorhanden. „Bald aber waren es besonders Galeristen, Künstler, Sammler und Museumsdirektoren in Deutschland, viele von ihnen jüdischer Herkunft, die sich für van Goghs Malerei begeisterten und diese schließlich auch gegen nationalistische Tendenzen und politische Instrumentalisierung verteidigten“, beschreibt Philipp Demandt das Van Gogh-Feuer hierzulande.

Im Fokus der Frankfurter Ausstellung steht denn auch die Rezeptionsgeschichte des niederländischen Ausnahmemalers in Deutschland, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder von einem Wechselspiel aus leidenschaftlicher Bewunderung und erzürnter Ablehnung geprägt war. Der deutsche Expressionismus, so eine der Hauptthesen der Schau, ist ohne Vincent van Gogh gar nicht denkbar. Insbesondere wurde der Niederländer von den Malern der Künstlervereinigung „Die Brücke“ und den Künstlern des „Blauen Reiters“ verehrt. „Um ein derart komplexes Geflecht aus verschiedensten Biografien, der Rezeption van Goghs und dessen Wirkung auf die nachfolgende deutsche Künstlergeneration besuchergerecht zu präsentieren, wurde die Ausstellung in drei große Kapitel unterteilt, die sich nacheinander der Entstehung des Mythos um die Person Vincent van Goghs, der Ausstrahlung auf die deutsche Künstlerschaft sowie schließlich der Analyse seines besonderen Malstils widmen“, so Philipp Demandt.

Vincent van Gogh selbst hat sein bildnerisches Schaffen einmal als „Malerei im Rohzustand“ bezeichnet, die die Anstrengungen ihres Entstehungsprozesses durch „dicke Farbkleckse, unbedeckte Leinwandstellen, hier und da eine völlig unfertige Ecke, Übermalungen, Rohheiten“ sichtbar machen sollte. Um diese Effekte zu erreichen, griff er zu Methoden, die für die damalige Zeit unorthodox waren. So bemalte er etwa auf dem Boden liegende Leinwände. Außerdem arbeitete er gelegentlich einfach im Dunkeln, um auf diese Art und Weise die rationale Kontrolle über die Bildentstehung zumindest partiell auszuschalten. Van Gogh starb am 29. Juli 1890 an den Folgen einer Schussverletzung, die er sich 29 Stunden zuvor höchstwahrscheinlich selbst zugefügt hat. Doch auch das wird heute von Gerichtsmedizinern bezweifelt.

Die Ausstellung „Making Van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ läuft vom 23. Oktober bis zum 16. Februar 2020. Das Städel Museum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags bis 21 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt dienstags bis freitags 16 Euro, anderntags 18 Euro, ermäßigt 14 Euro bzw. 16 Euro. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Museum 39,90 Euro, im Buchhandel 49,90 Euro.

Kontakt:

Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie

Schaumainkai 63

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 60 50 98 0

Telefax:+49 (069) 61 01 63

E-Mail: info@staedelmuseum.de



22.10.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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23.10.2019, Making Van Gogh - Geschichte einer deutschen Liebe

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Moderne Kunst

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Vincent van Gogh, Der Sämann (nach Millet), 1890
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Otto Dix, Sonnenaufgang, 1913

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Judith Gérard und andere, Kopie nach van Goghs „Selbstbildnis für Gauguin“, 1897/98

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Vincent van Gogh, Die Pappeln in Saint-Rémy, 1889

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Vincent van Gogh, Weiden bei Sonnenuntergang, 1888

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Vincent van Gogh, Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer, 1888

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Vincent van Gogh, Bildnis des Dr. Gachet, 1890

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