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Zum 150. Geburtstag rückt eine Ausstellung in Wuppertal das Netzwerk und das bildkünstlerische Schaffen der in Elberfeld geborenen und als Dichterin bekannten Else Lasker-Schüler in den Mittelpunkt

An der Schnittstelle zu bildender Kunst, Lyrik und Theater



Else Lasker-Schüler, Jussuf, 1927

Else Lasker-Schüler, Jussuf, 1927

Viele Akteure wirkten in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in der ungemein lebendigen Szene der Avantgarde. In diesem Kontext ist Else Lasker-Schüler vor allem als Lyrikerin eingeführt. Ihre Rolle als Zeichnerin, ihre Schauspieldramen sowie ihre Umtriebigkeit in einem vielschichtigen Netzwerk der zeitgenössischen Kunstszene aus Verlegern, Galeristen und Malern scheint dagegen weniger präsent. Neben über 70 Illustrationen, Briefen oder Büchern der extravaganten Außenseiterin mit jüdischen Wurzeln entfaltet das Wuppertaler Von der Heydt-Museum mit insgesamt über 200 Exponaten von 43 Künstlern ein weit gespanntes Panorama künstlerischer Milieus der damaligen Zeit.


Gegliedert in acht Kapitel, beginnt die Ausstellung mit der Kindheit der am 11. Februar 1869 in Elberfeld, heute einem Stadtteil von Wuppertal, in eine Bankiersfamilie hineingeborenen Else Lasker-Schüler. Kultiviert erzogen und aufgewachsen im Umkreis des assimilierten Judentums, blieben ihr die sozialen Gegensätze in der Industriestadt nicht verborgen. 1894 ehelichte sie den Arzt Berthold Lasker und zog mit ihm nach Berlin. Hier nahm sie Unterricht beim Maler Simson Goldberg und errichtete ein eigenes Atelier. Rasch fand sie Anschluss an avantgardistisch-lebensreformerische Kreise. 1899 konnte sie ihre ersten Gedichte publizieren, zwei Jahre danach erschien ihr erstes Buch. Die Intensität und Freimütigkeit ihrer Dichtungen entsprechen der unmittelbaren Ausdruckskraft der Bilder Edvard Munchs.

In ihrem 1900 entstandenen Selbstbildnis „Die lyrische Missgeburt“ entwickelte Else Lasker-Schüler bereits einen eigenen Stil. Wie ein surreales Lebenspuzzle verband sie verschiedene Aspekte miteinander. Als ausgedünnte Gestalt mit viel zu großem Kopf steht sie nach links gerückt neben einem ähnlich dürren Baum, während sich rechts der Mond im Schilfwasser spiegelt. Der eigenwillige, groteske Stil ist charakteristisch für ihre frühen Arbeiten und verkörpert ihre gesellschaftliche Außenseiterrolle. Als sie den zehn Jahre jüngeren Musiker und Dichter Georg Lewin, alias Herwarth Walden, kennenlernte, ließ sie sich von Berthold Lasker scheiden und ehelichte Walden im November 1903. Walden gründete im Folgejahr den „Verein für Kunst“ und gab ab 1910 die Zeitschrift „Der Sturm“ heraus, von der die Ausstellung einige Originaltitel versammelt. Else Lasker-Schüler veröffentlichte darin Gedichte und Prosatexte.

Rasch entwickelte sich die 1912 von Walden gegründete Galerie „Sturm“ zu einem Zentrum der internationalen Avantgarde. Kunsthändler und Verleger wie Alfred Flechtheim oder Paul Cassirer, Künstler wie Edvard Munch, Oskar Kokoschka, August Macke, Paul Klee, Heinrich Campendonk, Karl Schmidt-Rottluff, George Grosz, Otto Dix, Jankel Adler oder auch Schriftsteller und Dichter wie Gottfried Benn, Theodor Däubler oder Paul Zech verkehrten hier und bildeten das Rückgrat von Lasker-Schülers umfassendem Netzwerk.

Nach der Scheidung von Herwarth Walden Ende 1912 fiel Else Lasker-Schüler in ein tiefes Loch. Immer deutlicher trat ihre Faszination für den Orient zu Tage, die sie mit Künstlern des „Blauen Reiters“ teilte. Zeichnerisch gestaltete Postkarten belegen den intensiven Austausch mit ihrem Künstlerfreund Franz Marc. Doch Lasker-Schüler litt große Not, so dass 1913 renommierte Expressionisten in München Gemälde für eine Kunstauktion zu ihren Gunsten zur Verfügung stellten. Als Hommage vereint die Schau eine Reihe von Meisterwerken von Vertretern der „Brücke“ und des „Blauen Reiters“, was die Reputation der Künstlerin unterstreicht.

Danach widmet sich die von der kommissarischen Direktorin Antje Birthälmer recht einfühlsam kuratierte Präsentation den orientalischen Phantasiewelten Lasker-Schülers, für die Theben der Inbegriff ist. Als innere Heimat und Fluchtpunkt gleichermaßen kann ihr 1923 in Alfred Flechtheims Querschnitt-Verlag erschienenes Buch „Theben“ verstanden werden, in dem sie handkolorierte Zeichnungen selbst verfassten Gedichten entgegensetzte. Zugleich wurde ihr dramatisches Stück „Die Wupper“ vorgestellt, ein Schauspiel, das Lasker-Schüler selbst als Stadtballade mit rauchenden Schornsteinen sah. Das sozialkritische Stück entführt in die Welt der Fabriken und dumpfen Lebensbereiche der Arbeitermilieus in ihrer Heimatstadt Wuppertal, der sie zeitlebens verbunden blieb.

Bühnenbildentwürfe und Fotos von Aufführungen leiten über in den letzten, ihren Künstlerfreundschaften gewidmeten Raum. Vor nationalsozialistischer Verfolgung floh sie 1933 in die Schweiz. 1934 und 1937 reiste sie nach Palästina. Die hier empfangenen Impulse setzte Lasker-Schüler in vielfarbigen und fantasievollen Zeichnungen um. Nach Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit und mangels einer dauerhaften Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz brach sie 1939 zu ihrer dritten und letzten Migration nach Palästina auf. Wegen des Kriegsausbruchs blieb ihr die Rückkehr in die Schweiz versagt. Nach einem Angina Pectoris-Anfall starb Else Lasker-Schüler am 22. Januar 1945 in Jerusalem und wurde auf dem Ölberg beigesetzt.

Die Ausstellung „Else Lasker-Schüler. ‚Prinz Jussuf von Theben‘ und die Avantgarde“ ist bis zum 16. Februar 2020 zu besichtigen. Das Von der Heydt-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 25 Euro.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de



28.10.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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06.10.2019, Else Lasker-Schüler - "Prinz Jussuf von Theben" und die Avantgarde

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Moderne Kunst

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Oskar Kokoschka, Menschenköpfe III: Herwarth Walden, 1910

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Franz Marc, Sitzender gelber Frauenakt, 1913

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Franz Marc, Tänzerin vom Hofe des Königs Jussuf, 1913

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Else Lasker-Schüler, um 1932

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Karl Schmidt-Rottluff, Lesende (Else Lasker-Schüler), 1912

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Ernst Stern, Bühnenbildentwurf für: Die Wupper (Else Lasker-Schüler), 3. Akt: Jahrmarkt mit Karussell und Buden, 1919

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Jankel Adler, Bildnis Else Lasker-Schüler, 1924

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Else Lasker-Schüler, Prinz Jussuf von Theben, um 1934

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Else Lasker-Schüler, Indianerinnen, um 1930

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Else Lasker-Schüler, Café in der Altstadt Jerusalems, um 1936

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Else Lasker-Schüler, Der Schlangentänzer in Tiba, um 1927

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Else Lasker-Schüler, Nicodemus, um 1922

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