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Das Museum Küppersmühle in Duisburg eröffnet aktuell Diskurse über das Wesen und die Möglichkeiten der Farbmalerei. Dies geschieht im Austausch zwischen Werken Gotthard Graubners und Katharina Grosses

Im Reich der Farbe



in der Ausstellung „Farbe absolut. Katharina Grosse x Gotthard Graubner“

in der Ausstellung „Farbe absolut. Katharina Grosse x Gotthard Graubner“

Rasch gerät der Besucher zwischen die Fronten. Auf der einen Seite geben sich stille, tiefe Farbmeere von meditativer Ruhe zu erkennen. Statt scharfer Konturen fließen weiche, geschmeidige Schattierungen. Auf der anderen Seite gerät er in tosende unruhige Farbgewitter. Explosive und flüssige Strukturen wechseln mit geradlinigen Ausschnitten in gesättigten Farben. Große Formate betonen grenzenlose Freiheiten. Eine beispiellose emotionale Wucht der Farbe fesselt derzeit den Besucher des Duisburger Museums Küppersmühle von Raum zu Raum in unterschiedlicher Intensität. Das malerische Zwiegespräch aus 55 Gemälden von Gotthard Graubner und seiner Schülerin Katharina Grosse intendiert mitnichten die oft gebrauchte Lehrer-Schüler-Beziehung, sondern möchte abseits dieses Verhältnisses Kraft, Einsatz und Wirkung von Farben zum Sprechen bringen.


Der 1930 im Vogtland geborene und 2013 in Düsseldorf verstorbene Gotthard Graubner entwickelte eine Bildform, um malerisch in den Raum hineinwirken zu können. Für seine Erfindung des Gemäldes als Körper kam 1962 der Begriff des „Kissenbildes“ ins Spiel, der seit 1970 der Bezeichnung „Farbraumkörper“ wich. Dafür spannte er in einem körperlich intensiven, nahsichtigen Prozess seine Leinwände über Wattepolster und trug auf den so entstandenen „Kissen“ Farben mit Besen und Pinseln auf. Das Ergebnis waren nahezu unermesslich versenkte Farbseen, die in den Raum zu atmen scheinen. Die Bildräumlichkeit entsteht erst, wenn das Bild an der Wand hängt und der Betrachter Abstand nimmt. Die weichen, leicht gewölbten Körper von rechtwinkligen Formaten schließen sich nicht abrupt vom Umraum ab. Tief gehängt provozieren sie einen Dialog mit den Passanten und zeigen in den „Trampolinen des Lichtes“ etwas, was Graubners Aussage zufolge „woanders ist“.

Katharina Grosse, Jahrgang 1961, arbeitet in wesentlich größeren Formaten und versucht, die Idee der Farbraumkörper in erweiterter Form auf die gesamte Umgebung zu übertragen. Sie gestaltet riesige fliegende Farbfelder von großer räumlicher Präsenz, indem sie mit einer ausgefeilten Spritzpistolentechnik die Farbe direkt auf den Bildträger sprayt. Dadurch entstehen außergewöhnliche Spannungen zwischen dem Kolorit und dem Raum. Die im Gegensatz zu Graubner mehr ausgedehnte menschliche Geste beim Malvorgang bewirkt ein sich kreuzendes Gemenge aus Verteilen, Wischen oder Auslöschen. Die Eigenbewegungen von fließenden Farben kommen hinzu und erzeugen Formate nach eigenen Normen. Zudem verwendet Grosse Schablonen und ruft damit scharfe, fremdartig erscheinende Konturen hervor. Feine Sprühnebel, verschieden dichte Farbregen und fließende Tropfspuren überlagern einander in einer Mehrzahl von Schichten. Daraus resultieren überwältigende Begegnungen mit den Kunstwerken in sattem Kolorit und offenen Formerlebnissen.

Grosses Werkschaffen entfaltet sich auf drei Gebieten. Neben der Arbeit an klassischen flachen Bildträgern im Atelier widmet sie sich auch Farbmalereien im Ausstellungsraum, die sich auf Wänden, Decken und Böden ausbreiten und auf Gegenstände übergreifen. Hinzu kommen malerische Eingriffe im landschaftlichen Außenraum. In allen drei Feldern spielen Zonen eine Rolle, in die die Farbe nicht gelangen kann, so etwa in Stofffalten oder abgedeckten Stellen. In diesen Sektoren, im Schatten des Sprühnebels, behauptet sich der Bildträger, der sich mit seiner eigenen Realität in das Bildgeschehen einmischt. Am eindrucksvollsten kann der Betrachter dies in der Ausstellung bei der fast 21 Meter langen und sieben Meter hohen, von der Decke hängenden Stoffbahn aus dem Jahr 2018 nachvollziehen.

Katharina Grosse begann ihren Berufsweg 1981 mit dem Studium der Kunstgeschichte in Bochum bei Max Imdahl, wechselte dann 1982 an die Kunstakademie Münster, wo sie bei Norbert Tadeusz und Reiner Ruthenbeck lernte, und setzte ihre Ausbildung 1986 an der Kunstakademie Düsseldorf in der Malereiklasse von Gotthard Graubner fort, im letzten Studienjahr 1990 als seine Meisterschülerin. Neben dem Trennenden der unterschiedlichen malerischen Konzepte der zwei Künstler ist der Ausgangspunkt identisch. Ihre „transportablen Unendlichkeiten“ sind offene Strukturen. Die Energieentfaltung der Farben und deren Verbindung zum Körperlichen offenbaren sich in beider Schaffen. Das Interesse am Textilen, das Immaterielle, die Bedeutung von Schwellenwerken deuten sich in allen Exponaten an. Je nach Stimmung kann sich der Betrachter auf die kontemplative Ruhe Graubners einlassen oder von Grosses aufgewühlten Gesten beflügeln lassen.

Die Ausstellung „Farbe absolut. Katharina Grosse x Gotthard Graubner“ ist bis zum 26. Januar 2020 zu besichtigen. Das Museum Küppersmühle hat mittwochs von 14 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro; für das gesamte Haus 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Für Kinder bis 16 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 30 Euro.

Kontakt:

Museum Küppersmühle

Philosophenweg 55

DE-47051 Duisburg

Telefax:+49 (0203) 30 19 48 21

Telefon:+49 (0203) 30 19 48 11

E-Mail: office@museum-kueppersmuehle.de



08.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


25.10.2019, Katharina Grosse x Gotthard Graubner

Bei:


Museum Küppersmühle

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Bericht:


Die Körperlichkeit der Farbe

Bericht:


Das anarchische Potential der Farbe

Bericht:


Blut baut das Herz

Variabilder:

Katharina
 Grosse, o.T., 2016
Katharina Grosse, o.T., 2016







Katharina Grosse, o.T., 2016

Katharina Grosse, o.T., 2016

Gotthard Graubner, 2009

Gotthard Graubner, 2009

Gotthard Graubner, Zyklus Assisi: Die Vögel, 1986

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Katharina Grosse, o.T., 1997

Katharina Grosse, o.T., 1997

Katharina Grosse, o.T., 2011

Katharina Grosse, o.T., 2011

Katharina Grosse, o.T., 2016

Katharina Grosse, o.T., 2016

Katharina Grosse, o.T., 2016

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Gotthard Graubner, o.T., 2005

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Gotthard Graubner, o.T., 1989

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Gotthard Graubner, o.T, 1986

Gotthard Graubner, o.T, 1986

Gotthard Graubner, o.T, 1984

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Katharina Grosse, o.T., 2018

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