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Wen die Keramik der Moderne interessiert, der muss noch schnell nach Wien. Nicht ganz 150 Exponate von Künstlern der Wiener Werkstätte aus der Zeit von 1900 bis 1930 präsentiert die Galerie bei der Albertina – Zetter in ihrer derzeitigen Verkaufsausstellung. Ein Top-Stück folgt dem anderen

Best Off der Wiener Keramik



Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Die Rolle der Wiener Werkstätte in der Aufbruchszeit des frühen 20. Jahrhunderts ist unumstößlich: Sie war der Motor eines neuen, modernen Stils mit unverwechselbarem k.u.k. Einschlag. In Museen und auf dem Kunstmarkt werden nicht nur Arbeiten von Protagonisten wie Josef Hoffmann oder Koloman Moser gefeiert und hoch gehandelt. Doch was kein Museum bislang geschafft hat, hat nun die Wiener Galerie bei der Albertina von Katharina Zetter-Karner realisiert. Noch bis Ende November zeigt sie in ihrer Überblicksschau „Ceramics. Vienna 1900-1930“ einen mehr als repräsentativen Querschnitt von fast 150 Arbeiten der wichtigsten Keramik-Künstler, mit denen die Wiener Werkstätte zusammengearbeitet hat.


Michael Powolnys und Bertold Löfflers mehr oder weniger dralle, aber im Sinne der Moderne formal stilisierte Putten mit den klassischen, sowohl farbig als auch schwarz-weiß bemalten Jugendstil-Füllhörnern und Blumenkränzen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eröffnen den Reigen, gefolgt von den skurrilen, schon den Hang zur Abstraktion der 1920er Jahre vorwegnehmenden Tierfiguren Eduard Klablenas. Wie aus einem Guss, ohne große Modellierungen schuf er etwa seine Paviane, die durch die Verwendung unterschiedlicher Glasuren und die malerische Akzentuierung der Gesichter einen neuen Ton in der Tierplastik anschlugen. Unvergleichlich elegant sind die schlanken Kelchvasen und leicht verspielten Dosen Dagobert Peches, der schon zu Lebezeiten von dem Kunstschriftsteller Ludwig Hevesi als größtes Ornamentgenie seit dem Barock bezeichnet wurde. Seine weißen, stilisierten Blüten auf schwarzem Grund, die zarten, schwarzen, linear vegetabilen Dessins auf weißem Grund oder die goldenen, grün oder rosafarben abgesetzten Würfeldekore haben der Wiener Werkstätte (WW) ab 1914 den Weg in eine opulente, weniger strenge Periode geebnet.

„Die Wiener Keramik ist in diesen drei Jahrzehnten durch einen stetigen Wandel der Formensprache gekennzeichnet“, beschreibt die Galeristin und Inhaberin Katharina Zetter-Karner im Gespräch mit Kunstmarkt.com den inhaltlichen Spannungsbogen der Ausstellung. War die Frühzeit vor allem durch die strenge, lineare Gestaltung des Jugendstils geprägt, zeigt sich in den 1920er Jahren eine expressive, abstrahierende Formensprache, die besonders in den figürlichen Keramiken zum Ausdruck kommt. Es waren Vally Wieselthier und ihre farblich kontrastreichen, mit changierenden Glasuren gestalteten Frauenfiguren und Charakterköpfe, Susi Singers zwischen Tradition und Moderne balancierende Tonskulpturen, Gudrun Baudischs Art Déco-Köpfe sowie Kitty Rix’ und Erna Koprivas heitere, subtil kolorierte Figuren, die den Wandel der WW-Keramik von der dekorativen zur freien künstlerischen Keramik markieren. „Das neue Frauenbild nach dem Ersten Weltkrieg führt in der Keramik zu expressionistischen, frechen und wilden Ansätzen“, unterstreicht Zetter-Karner.

Der attraktiv fotografierte und wissenschaftlich bearbeitete Katalog der Verkaufsausstellung erscheint wie ein Wunschbuch, das seltene Topstücke und Unikate dieser innovativen und kreativen Jahrzehnte in hoher Konzentration versammelt. WW-Keramik hat, wie etwa Vally Wieselthiers nur einmal ausgeführte, mit einer kühnen Glasur überzogenen „Kniende Figur mit Schal“ um 1925, ein Preisniveau bis in den sechsstelligen Bereich erreicht. Denn die Stücke sind selten und weltweit gefragt. Vieles ist bereits verkauft, wie etwa Eduard Klablenas hintergründige, mit unverkennbaren Jugendstilelementen überzogene, krähenartige Vogelallegorie „Philosoph“ von 1912/18 oder Susi Singers Skulptur einer Jägerin.

Etwa fünf Jahre hat es gedauert, diese Ausstellung zusammenzustellen. Das Ergebnis ist ein Best-Off der jeweiligen Künstler. Aus den USA holte die Galerie Singers lebensgroße, moderne Antikeninterpretation einer „Figur mit Krug“, die 1923 zu den exponiertesten Stücken des New Yorker WW-Showrooms zählte und jetzt 95.000 Euro kostet. Weniger bekannt als die rundlichen Putten sind Michael Powolnys in bewegter Ausdruckspose verharrende zwei „Tänzerinnen“, die mit ihrem goldstaffierten Kleid und den Blütengirlanden einem Gemälde Gustav Klimts entstiegen sein könnten und mit 36.000 Euro ausgepreist sind. Gudrun Baudischs „Doppelkopf“ von 1929 liegt im mittleren fünfstelligen Bereich, während Eduard Klablenas Maskenvasen und Schalen um die 10.000 Euro kreisen. Streng genommen ist Klablena kein Künstler der Wiener Werkstätte. Wie Powolny und Löffler hat er Modelle und Stücke im Auftrag für diese Wiener Institution produziert, die wie kaum ein anderes Unternehmen dem Ideal nach künstlerischer Durchdringung des gesamten Lebens folgte. Erst 1917 richtete die WW eigene Keramikwerkstätten ein. Aber Sammler sind keine Bürokraten, und der Geist der Wiener Werkstätte ist in jedem Stück zu spüren.

Die Ausstellung „Ceramics. Vienna 1900-1930“ ist bis zum 30. November zu sehen. Die Galerie bei der Albertina – Zetter hat montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Der Katalog mit Textbeiträgen von Marianne Hussl-Hörmann und ganzseitigen Fotos aller Exponate umfasst 230 Seiten und ist über die Galerie zu beziehen.

Kontakt:

Galerie bei der Albertina – Zetter

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 513 14 16



17.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Galerie bei der Albertina – Zetter

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Keramik

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Jugendstilobjekte

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Art Déco

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Moderne Kunst

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Art Déco

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Jugendstil

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Noblesse durch klare Ordnung

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Susi Singer, Tänzerin, nach 1925
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Susi Singer, Tänzerin, nach 1925

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Michael Powolny, Figur mit Rosen, um 1910

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Dagobert Peche, Vase, 1922

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Bertold Löffler, Cachepot mit Vogel- und Blütendekor, 1912/19

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Eduard Klablena, Pavian, 1912/18

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Vally Wieselthier, Kniende Figur mit Schal, um 1925

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Susi Singer, Figur mit Krug, 1921/22

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Michael Powolny, Seltener Putto „Afrika“, um 1912

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Eduard Klablena, Tierphantasie „Philosoph“, 1912/18

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Vally Wieselthier, Mädchenkopf mit blau umrahmten Augen, 1928

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Eduard Klablena, Modedame mit Blumenstrauß, um 1913/14

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