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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die 50. Ausgabe der Cologne Fine Art & Design hat eröffnet und will mit ihrem bunten Mix wieder auf Erfolgskurs

An der Schnittstelle vieler Disziplinen



Silberwaren von Goudji und Malerei des Informel am Stand von Samuelis Baumgarte

Silberwaren von Goudji und Malerei des Informel am Stand von Samuelis Baumgarte

„Alt und neu, Europa und die Welt, Kunst und Antiquitäten, eine Reise durch die Welt der Kunst“ – das soll nach Worten Daniel Hugs, des neuen Direktors der Cologne Fine Art & Design, die Messe nunmehr ausmachen. Dabei soll „das Design als wesentlicher Beitrag in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts herausgestellt und eine Geschichte des Möbeldesigns erzählt werden“. Der Trend zum Crossover der Disziplinen erfasst verstärkt auch das Sammeln, folglich bestimmt die Vermischung unterschiedlicher Stile deutlicher als zuvor den Tenor der heute in Köln eröffneten Kunstmesse. Hug war bestrebt, die Veranstaltung in diese Richtung weiterzuentwickeln, und konnte 95 Händler zum Mittun bewegen, 15 mehr als im letzten Jahr. Darunter sind allein sieben reine Designhändler, denn „die Antiquität von heute ist das Design“, so Thole Rotermund vom Beirat der vor 50 Jahren als „Westdeutsche Kunstmesse“ gestarteten Verkaufsschau. Von der Antike bis zur Gegenwart finden sich hier Kunstwerke, die als bunter Reigen ein breites Publikum ansprechen sollen.


Dies wird sogleich nach dem Eintreten deutlich. Direkt an der ersten Ecke blickt der erwartungsfrohe Besucher in zwei Gesichter. Der Brüsseler Aussteller Martin Doustar hat zwei unterschiedliche Artefakte zusammengestellt: Eine schematisierte M24-Typ Figur der Mezcala-Kultur im heutigen Mexiko aus den Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung. Die schnittige, archaische, nur knapp 27 Zentimeter hohe Hartstein-Skulptur offeriert er für 35.000 Euro, während der benachbarte, aber deutlich opulenter geformte Kopf aus Palmyra der Römerzeit um 100/200 nach Christus für 7.500 Euro zu haben ist. Daneben stellt Sebastian Jacobi aus Bad Ems eine Serie von Stühlen wie auf einem Laufsteg vor. Von lediglich weltweit nur noch sieben frühen Kaffeehausstühlen der Marke Thonet aus dem Jahr 1856 bietet er einen für 38.000 Euro an, eine durchaus akzeptable Summe, wenn man bedenkt, dass die restlichen Ausführungen dieses Urstuhls weltweit in renommierten Museen stehen. Zudem reihen sich mehrere Exemplare des um 1802 in Empire-Formen gestalteten Armlehnsessels von Jean Joseph Chapuis auf, die Jacobi nur als Ensemble abgibt.

Direkt gegenüber wartet ein anderes Glanzstück. Thomas Schmitz-Avila lockt mit einem erlesenen Kuppelsekretär in seine Koje mit hochwertigen Möbeln der Biedermeierzeit. Den halbrund gearbeiteten Mittelteil des 1828 gefertigten Sekretärs aus Mahagoni auf einem Weichholzkorpus flankieren ebonisierte Säulen. Eine schwarze Kuppel krönt das mit 48.000 Euro ausgewiesene Möbelstück. Nach mehreren Jahren Abwesenheit ist der Worpsweder Kunsthändler Nils Viebahn wieder mit dabei. Im Blickfang seiner erlesenen Einrichtungsgegenstände steht ein veränderbarer Zeichentisch aus einem Architekturbüro des 19. Jahrhunderts, den er mit 10.500 Euro beziffert. Darüber platzierte er Architekturzeichnungen aus 100 Jahren, die eine Ahnung vom gehobenen Baugeschehen vor 1840 lebendig werden lassen. Wer ein Barockschloss, ein Triumphtor oder eine Gartengrotte in Papierform mit nach Hause nehmen möchte, muss mit Summen zwischen 450 Euro bis 2.900 Euro kalkulieren.

Nebenan hat der neu auf der Messe vertretene niederländische Händler Kollenburg Antiquairs seine Interieurs ausgebreitet. Starstück ist dabei eine französische Louis XVI-Kommode von Pierre Harry Mewesen mit aufwändiger Würfelmarketerie aus erlesenen Hölzern, feuervergoldeten Bronzebeschlägen und marmorner Abdeckplatte, die 1787 schon im Schlafzimmer der Gräfin d’Artois in Fontainebleau stand und heute für 210.000 Euro einen neuen Aufenthaltsort sucht. Eine Reiseuhr von „Arnold & Dent“ aus London um 1840 macht mit ihrem strengen klassizistischen Architektur-Design bei Kollenburg für 35.000 Euro auf sich aufmerksam. Hundeliebhaber sei der Weg in die Koje Weller & von Zezschwitz angeraten. Hier stehen zwei Bologneser Hunde nach Modellen Johann Joachim Kändlers aus Meißner Porzellan des 18. Jahrhundert für 80.000 Euro bereit, die aus der Privatkollektion der Society-Größe Gloria Guinness stammen.

In den benachbarten Messestand des Wuppertaler Kunsthandels Braun lockt „Claca“, eine wunderbare Farblithografie von Joan Miró aus dem Jahr 1973. Wer den von einem blauen Bumerang durcheinandergeworfenen farbenfrohen Mix aus fantasievollen Formen erwerben möchte, muss für den Druck 7.800 Euro bereitstellen. Michael Nöth beweist dagegen etwas Heimatverbundenheit durch die Präsentation eines Studienaquarells auf Pauspapier von August Macke. Die Skizze von 1912 mit Übungen zu Damenillustrationen und Pferden verlangt stolze 60.000 Euro. Wer es eher mit dem Realismus und der Düsseldorfer Malerschule hält, ist im Kunsthaus Bühler richtig aufgehoben. Der Sommertag „Ischia mit Blick auf das Castello Aragonese“, ein 1880 von Oswald Achenbach gemaltes Ölbild für die Italien-Sehnsüchtigen, kostet hier 65.000 Euro.

Immer wieder begegnet man auf der Cologne Fine Art Werken von Künstlern der ZERO-Gruppe, allen voran von Günther Uecker. Die Galerie Ostendorff aus Münster hat einige seltene frühe Arbeiten mitgebracht. Mit dem Gegensatz von Autonomie und Gegenständlichkeit spielt der aus Nägeln 1970 geschlagene „Tropfen“, der für marktgerechte 390.000 Euro abgegeben wird. Nicht aus Nägeln, sondern aus abgeschnittenen Schlauchstücken hat Uecker 1956/59 die „Monochrome Reihung“ zusammengesetzt, die mit 290.000 Euro etwas günstiger notiert. Pablo Picasso bildet heuer einen Schwerpunkt bei der Düsseldorfer Galerie Schwarzer. Dessen 1968 gestalteten Keramikkrug „Chouette“ veräußert Klaus Schwarzer für 32.500 Euro, während das Titelblatt seines Werkverzeichnisses „Maison close. Médisances. Avec profil de Degas au nez froncé“ 26.000 Euro einbringen soll. Die Aquatinta und Kaltnadelradierung im siebten Zustand fertigte Picasso im Jahr 1971.

Skulptural wird es bei der Galerie Utermann. Hier besticht die „Raumplastik Rot-Weiß-Schwarz“ von Norbert Kricke mit ihren zeittypischen V-förmigen Lienen aus dünnem Stahldraht für 120.000 Euro. Einige Beachtung hat bereits die „Straßenszene mit einer Frau (Begegnung)“ bei der Stern Pissarro Gallery aus London gefunden. Die dunkel leuchtende Gouache von Christian Rohlfs aus dem Jahr 1922 ist hier für 60.000 Euro zu haben. Der De Stijl-Bewegung hat sich die niederländische Galerie Vivid verschrieben. Hier findet der Kunstfreund frühe Möbel von Gerrit Rietveld, darunter den „Rotblauen Stuhl“ von 1919 in einer Ausführung von 1960 für 38.000 Euro, für die gleiche Summe den berühmten „End Table“ von 1923 oder den 1935 kreierten „Zickzackstuhl“ für 45.000 Euro, von dem nur noch zwei Exemplare mit originalem Kissen existieren.

Hingucker bei der Kölner Galerie Boisserée ist diesmal die giftgrüne Farbaquatintaradierung „Haus der Bilder“ von Peter Doig. Das vierte Blatt aus der Folge „100 Years Ago“ von 2000/01 zeigt für 7.800 Euro ein Gemäldegeschäft in Wien, während Max Ernsts doppelansichtige Bronzefigur „Janus“ von 1973 190.000 Euro erwirtschaften soll. Mit mehreren Strichmännern und Skorpionen auf rotem Strudelgrund nimmt A.R. Penck „Die Verfolgung“ auf, so der Titel einer großformatigen Acrylmalerei aus den Jahren 1994/95, die die Galerie Setareh mit 1900.000 Euro ausgewiesen hat. Der berühmte Wiener Expressionist Egon Schiele vertritt die Alpenrepublik bei der Düsseldorfer Galerie Ludorff. Seine intime Zeichnung mit dem ruhigen Portrait seines Neffen Anton Peschka junior, den er auf dem Blatt in einem eher akademisch-traditionellen Stil einfing, fertigte Schiele 1918 in seinen letzten Schaffensmonaten. Sie ist für 420.000 Euro zu haben. Mehr an der Gegenwartskunst orientiert sich der Züricher Händler Laszlo von Vertes mit Gerhard Richters grauem „Vorhang“. Der 25 Mal aufgelegte Tintenstrahldruck von 2012, mit dem Richter an ein Motiv aus den 1960er Jahren anknüpft, kostet 200.000 Euro.

Wieder mit dabei ist Samuelis Baumgarte aus Bielefeld. Hinter einem buffetähnlichen Aufbau mit skurril anmutenden Silberarbeiten des georgisch-französischen Bildhauers Goudji für 40.000 Euro bis 70.000 Euro hat Baumgarte mehrere informelle Malereien inszeniert, darunter die ungestüme Farblandschaft „K. II/67“ von Fred Thieler, die er 1967 für seine Tochter schuf und seit den 1970er Jahren nun erstmals wieder für 179.000 Euro gezeigt wird. Nicht übersehen werden sollte eine Version von Alvar Aaltos berühmten Sessel „Modell 31“ der 1930er Jahre aus Sperrholz bei dem Düsseldorfer Händler André Kirbach für 8.500 Euro. Die Galerie Koch aus Hannover hat Francis Picabias ansprechendes Ölgemälde „Le port“ um 1924/25 an ihre Kojenwände gehängt und dafür einen höheren sechsstelligen Betrag vorgesehen. Deutlich günstiger ist ein kleiner früher Farbraumkörper Gotthard Graubners aus dem Jahr 1964 in zarten changierenden Grün- und Blautönen. Er soll 95.000 Euro einbringen.

Die Cologne Fine Art & Design läuft vom 21. bis zum 24. November auf dem Kölner Messegelände. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, am 24. November nur bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 18 Euro, ermäßigt 13 Euro.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

www.colognefineart.de



20.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Jean Joseph Chapuis, Chaise de Garde, ab circa 1802

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