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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Eine weitere Tranche der SØR Rusche Collection geht gemeinsam mit der Nachkriegs- und Gegenwartskunst bei Van Ham in Köln an den Start

Freundlich, bunt und kugelrund



Ernst Wilhelm Nay, Dynamik Bild, 1965

Ernst Wilhelm Nay, Dynamik Bild, 1965

Leuchtende Primärfarben in runden und organischen Formen fließen in einem freundlichen Miteinander über die Leinwand. So komponierte Ernst Wilhelm Nay 1965 an seinem Lebensende mit Verzicht auf die sonst auftretenden Vertikalen das Gemälde „Dynamik Bild“. Das üppige Miteinander lockerte er mit Grau- und Ockertönen ebenso auf, wie mit spindelartigen Formierungen und kleinen ovaloiden Gruppierungen, die an Fischschuppen erinnern und sich durch das Farbmeer vor weißem Grund arbeiten. Nay strebte das Wesentliche und Überzeitliche an, das sich auch in diesem Werk manifestiert. Trotz seines Titels lädt es mit seiner beruhigenden und freundlichen Bewegung sowie der heiteren Stimmung zum Verweilen ein. Mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro führt es die Auktion „Post War“ bei Van Ham in Köln an.


Kugelrund präsentiert sich am 27. November Günther Ueckers „Dunkle Spirale“ von 1983. Ähnlich einem Mahlstrom ziehen die leicht schräg eingeschlagenen Nägel den Blick ins Zentrum der quadratischen Holzplatte, deren Grund Uecker mit dunkelgrauen Flecken überzogen hat. In lichtes Weiß tauchte er dagegen 1986 die wild umgekippten und eigene Formsegmente ausbildenden Nägel des „Weissen Schreis“. Die vokale Kraft des Ausrufs wird im chaotischen Über- und Miteinander der schlanken Nägel greifbar, die ähnlich einem Echo ihre Schatten auf den weißen Grund auswerfen (Taxe je 200.000 bis 300.000 EUR). Diese Auswahl der am höchsten dotierten Arbeiten sowie eine weite Spanne weiterer Werke der Nachkriegszeit begleitet der vierte Teil SØR Rusche Collection. Thomas Rusche, Geschäftsführer des familieneigenen Textilunternehmens SØR Rusche, befolgte beim Kunstkauf fünf Kriterien, die er als „5 Sterne Kunst“ bezeichnet: Diskurswürdigkeit, handwerkliches Können, Schönheit, Kunstwollen und Innovation leiteten ihn bei seinen Erwerbungen.

Abstraktion in der Nachkriegszeit

Aus Josef Albers’ berühmter Serie „Hommage an das Quadrat“, an der er seit 1949 arbeitete, liegt bei Van Ham eine 1970 geschaffene Originalkassette mit zehn Farbserigrafien der Edition Keller I für 70.000 bis 90.000 Euro vor. Peter Brüning hingegen verwendete ab den 1950er Jahren die offene ausdrucksstarke Pinselführung des Informel. Seine gestische Malerei ist auch in der 1960 datierten Leinwand „Nr. 14“ in geschwungenen Hell- und Dunkelblautönen, umgeben von gedämpftem Weiß, zu beobachten (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein Beispiel für die Energie des Abstrakten Expressionismus und der Drippings ist Sam Francis’ Spätwerk von 1986 in leuchtendem Orange, Blau, Grün und Rot (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Energiegeladen möchte auch Kazuo Shiragas Acrylgemälde „Katsuro“ mit seinen Primärfarben und schwarzen Akzenten fast vom Blatt springen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Sogar ein echter Mark Rothko ist bei Van Ham mit von der Partie. Seine typische Balkenkonstruktion in Rot stammt aus dem Nachlass des Fotografen Eddy Novarro, dem Rothko die Mischtechnik auch widmete (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Mit einer ähnlichen, aber größeren Farbschichtung ist Ulrich Erben zugegen; seine Acrylleinwand „Farben der Erinnerung“ von 1994 verlangt 30.000 bis 50.000 Euro.

Von der ZERO-Bewegung stehen mehrere Feuerbilder von Otto Piene zum Erwerb, wie ein rot leuchtendes von 1967 mit zentralem, schwarzem und nach unten auslaufendem Brandfleck (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder seine „Black Sun“ auf altrosafarbenem Grund von 1971 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Das ZERO-Dreigestirn vervollständigt Heinz Mack, unter anderem mit einem silbrig glitzernden Aluminiumfächer von 1985 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder der rotierenden verchromten Messingscheibe „Kleine Sonne II“ hinter gerilltem Glas von 1959/60 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Von Gerhard Richter listet der Katalog ein „Abstract Painting“, eine Offsetlithografie der Edition Tate Modern von 2011 nach einem Gemälde von 1992 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), oder als gegenständliche Sujet das verschwommen fotorealistische „Waldhaus (P18) von 2018 nach einem Geälde von 2004 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und den Druck „Schweizer Alpen (A1)“ (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Einen Mehrfachauftritt legt zudem Imi Knoebel hin. Seine Spannweite reicht von den eher gestischen weißen und beigefarbenen breiten Pinselbahnen in einer collagierten Mischtechnik von 1983 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) über die in Schichten aufgetragenen bunten Kunststofffolien in der Mondrian-Adaption „Rot Gelb Weiß Blau 5E“ von 1997/2009 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) bis zum Relief des asymmetrischen roten „Kindersterns“ von 1994 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

In surreal angehauchte, abstrakte Landschaften entführt Bernard Schultze mit seiner „hommage à Ardinghello“ von 1982, die sich auf den gleichnamigen Briefroman von Wilhelm Heinse aus dem Jahr 1786 bezieht (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Freunde der Migofs von Schultze werden bei der 1962 gestalteten Farbplastik „Mandala-Migof“ fündig (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Joe Zuckers graue ornamentale Landschaftsinterpretation „Homer Lake“ von 1995 folgt den Ideen der Pattern- und Decoration-Bewegung in den USA (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Als fantastische abstrakte Naturschilderung kann man gleichfalls Pierre Alechinskys Acrylgemälde „L’œil du puits“ von 1999 verstehen, auf dem man Gestirne, Pflanzen, Tiere, Mauern oder Fabelwesen zu erkennen meint (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Traurige Erinnerungen und beißender Sarkasmus

Gottfried Helnweins hyperrealistische Malereien setzen sich meist mit Fragen der Gesellschaft auseinander und thematisieren Missstände, den Nationalsozialismus oder die Grausamkeit. In dem monochromen schwarz-bläulichen Werk „Epiphanie III (Darstellung im Tempel)“ von 1998 liegt ein blondes schlafendes Mädchen auf einem Tisch. Ihre Unschuld wird durch ihr weißes Kleid unterstrichen und steht im Kontrast zur Männergruppe in dunklen Anzügen, die sich um sie gruppiert haben. Die neun Herren tragen mindestens eine Narbe oder Wunde im Gesicht, da es sich hier um Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg handelt, die ihre Verletzungen Granatsplittern verdanken. Helnwein vereint ein Opferungsmotiv und den Anklang an Rembrandts Anatomiestunde zu einem beunruhigenden monumentalen Gruppenportrait (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). In melancholisches Blau tauchte Helnwein 1994 seine Portraits der deutschen Schriftsteller „Thomas Mann“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und „Heinrich Heine“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), die das Schicksal eines politischen Exils verbindet.

Politisch ist zudem Alexander Kosolapovs Serie „Prehistoric Communism“. Die 1975/76 geschaffenen drei Werke des gebürtigen Moskauers, der 1975 in die USA emigrierte, eint der rote Grund der Sowjetischen Fahne. Das erste Bild präsentiert den vermeintlich kommunistischen Neandertaler, das zweite dessen Werkzeuge in Form von Hammer und Sichel, und mit beißendem Sarkasmus macht sich Kosolapov über den Kommunismus mit einer steinzeitlichen sowjetischen Fahne samt Knochen und Steinplatte lustig (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Andy Warhol ist mit sieben Farbdrucken vertreten, darunter seinem gruseligen Selbstbildnis „The Shadow“ von 1981 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) und – passend zum Sitz des Auktionshauses – mit drei Farbvarianten der „Cologne Cathedral“ von 1985 (Taxen zwischen 12.000 und 30.000 EUR). Hinzu kommt seine Reverenz an Edvard Munch: Aus einer Serie von vier Pop Art-Interpretation von vier Werken des Norwegers stammt „Eva Mudocci“ von 1984, deren wallendes Haar eine stete Strömung um ihr schönes nachdenkliches Gesicht formt (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Schwingende Dreidimensionalität

1993 nutzte Tony Cragg Gips für seine kleine weiße Arbeit aus der Reihe der „Early Forms“ in der für ihn kennzeichnenden biomorphen abstrakten Sprache, die er hier in gefaltete, geschwungene und runde Figuren überführte (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Gleich viermal teurer ist Craggs Holzarbeit „Not yet titled“ von 2005. Die verzerrte, übereinander gestapelte Gesichter-Säule schwingt leicht nach allen Seiten aus und erhält damit eine Dynamik, die durch die regelmäßige Holzmaserung stabilisiert wird (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Farbfreudig und spielerisch zeigt sich Niki de Saint Phalle mit ihrer gelben und gepunkteten freundlichen Stuhl-Schlange von 1994 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Bewegliche schwebende „Flügel“ aus Draht, die in Mäandern enden definieren George Rickeys als Multiple aufgelegte Skulptur „Mäander“ von 1973 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Ebenfalls beweglich und ein Multiple sind Rebecca Horns poetische schimmernde Schmetterlingsflügel „Serafina’s Lover“ von 1994, montiert auf einem kleinen Motor (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

An minimalistischen Prinzipien orientierte sich Sol LeWitt 1985 bei seiner schwarzen blockartigen Holzskulptur „Black Form – Dedicated to the Missing Jews“, die 1987 in großer Ausführung bei den Skulptur Projekten in Münster Aufstellung fand und an die in Deutschland fehlenden jüdischen Gemeinden erinnern sollte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Einer rhythmisierten Staffelung unterzog Friedrich Gräsel 1980 seine „Funktionsskulptur T-Form“ und arrangierte dazu 16 silberne Edelstahlröhren in vier verschiedenen Höhen auf einem Quadrat (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). An einem strengen mathematischen Konzept richtete ebenso François Morellet seine Kugelskulptur „Spére-Trame“ von 1962 aus (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). In unregelmäßigen Faltungen und Brüchen hat dagegen der Ungar György Jovánovics 1971 sein titelloses weißes Gipsrelief ausgearbeitet (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Seinen Hang zum Ironischen machte Sigmar Polke 1994 in dem Multiple der „Schieferpinselrassel“ deutlich (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), ebenso ein Jahr früher auf der schwarz-gelben Rasterpunkt-Gouache mit dem wunderschönen Titel „dann brauch ich auch nicht fertig malen“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Die drei Toplose bei Zeitgenossen sind im fünfstelligen Bereich verankert. Den dritten Platz nimmt R. H. Quaytmans „Hexagon“ von 2003 ein. Der farbige Siebdruck präsentiert zwei Handfragmente in Nahaufnahme als unregelmäßiges Hexagon, die auf einer querrechteckigen Holzplatte befestigt sind. Er ist Teil des Langzeitprojekts „Chapters“ der Künstlerin, das diversen Regeln folgt. Eine davon ist der Einsatz geometrischer Muster, der hier namensgebend ist (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Etwas höher positioniert sich Neo Rauchs frühe, noch zaghafte Figuration „…lachend auf euch niederschauend“ von 1991. Der Titel ist ein Zitat aus Heinrich Heines ironisch-sarkastischer Schilderung „Die Harzreise“ und steht im Kontrast zu eher düsteren und beklemmenden Atmosphäre des Bildes mit einer reduzierten Palette aus Braun, Gelb und Schwarz, einem abstürzenden Kreuz und einem Stacheldrahtzaunsegment (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Der Stuttgarter André Butzer führt mit 50.000 bis 70.000 Euro den höchsten Schätzpreis und langt für „Bobby Bohnen und seine Hunde“ von 2001 kräftig in den Farbeimer. Das bunte Bild mit geschwungenen Pinselzügen, Kringeln in Blau, violetten Farbverläufen und einem karikaturhaften braun-rötlichen Gesicht mit langer Nase und großen Augen gehört zu Butzers Frühwerk (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Schwarze, gelbe und weiße Landschaften

Dank gezielt gesetzter weißer Ausschnitte gelingt es Ulla von Brandenburg den schwarzen „Wald (Forest) von 2005 in Tusche zu verewigen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Farbfreudiger gibt sich Peter Doig in der grün- und gelblastigen Farbaquatintaradierung „Surfer. From 100 Years Ago“ von 2000/01 (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Die schnelle Welt des alpinen Skifahrens fing Sven Kroner auf großen Format im Jahr 2002 ein. Einige der Sportler fahren im Schuss oder im Wedeln den Berg hinab, der unglückliche Mann in Blau jedoch erliegt einem Unfall (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Die Skyline von New York lässt der Fotograf Ralf Kaspers im Monumentalformat aufleuchten. Die zentrale Rolle übernehmen zwei Lichtkegel, die hoch in den nächtlichen Himmel strahlen und an die 2001 zerstörten Türme des World Trade Centers erinnern. Ein Jahr nach dem Anschlag entstand Kaspers’ Werk „Tribute in Light“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Ruhe verbreitet hingegen Luciano Ventrones 1995 gemalte „Natura Morta Rossa“. Das von ihm favorisierte Stillleben ist hier auf dem Kapitell einer antikisch wirkenden Säule positioniert und versammelt eine aufgebrochene Melone, Granatäpfel, Tomaten oder eine rote Paprika in hyperrealistischer Malweise. Hierbei gelingt es Ventrone, die diaphane Qualität der Blätter, durch die das Licht scheint, ebenso illusionistisch einzufangen wie die Glanzpunkte der nassen und weichen Früchte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Seine ebenso hyperrealistisch gemalte, verschrumpelte und geöffnete Zitrone ist das Motiv in „Il Cedro Spaccato“ (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Auf einer metaphorischen Ebene agiert Jorinde Voigt. So übertrug sie die Musik zu „Ludwig van Beethoven Sonate Nr. 16“ im Jahr 2012 in freie zeichnerische und malerische dynamische Notation (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Bild im Bild und menschliche Träume

Vertieft in die Bildkonstruktion Piet Mondrians präsentiert Tim Eitel 2002 eine in schwarz gekleidete Museumsbesucherin in seinem Gemälde „Rot und Blau“. Wie der älteren Malerkollege setzt sich auch Eitel mit der Aufteilung der Fläche im Bild auseinander, die hier eine räumliche Note durch die Betrachterin erhält. Sie selbst gliedert sich durch ihre dunkle Kleidung und den diagonal gehängten roten Rucksack in die Farbrhythmik des Werkes ein, so dass sich ein Spannungsverhältnis zwischen dem Bildraum und der Flächigkeit des Hintergrundes einstellt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gelbe Menschen fliegen und strömen durch Leiko Ikemuras „Torero, gelb“ von 1983. Die frühe Arbeit der Künstlerin dominiert die eine gesichtslose Männergestalt, die die Bildwesen dirigiert und mit dem seltsamen Stiermischwesen zu verschmelzen scheint (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Mit dieser Schätzung haben die Experten zudem David Schnells dynamischen, auseinander strebenden Landschaftsaufbau „Pause“ zischen Figuration und Abstraktion von 2007 versehen.

Ein beinahe wehmütig träumerisches Bildnis malte Natalie Frank 2010 mit „Mother“. Ihre vom Alter gezeichnete Mutter liegt auf dem Rücken in einem farbprächtigen Kaftan und blickt nach oben aus dem Bild heraus (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Frech und humorvoll agiert der französische Street Art-Künstler Goin, wenn er unter anderem 2013 Leonardo da Vincis Mona Lisa zur Tankwärterin in seinem Stencil „Mona Oila“ uminterpretiert (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Julian Opie weiß zwei Portraits dank eines Computerprogramms in eine reduzierte Formensprache mit dicken schwarzen Konturen und schwarzen Punkten für Augen und Nasenlöcher zu verwandeln. Das an Comics erinnernde Resultat präsentiert er beim nüchtern-kühlen „Jean-Jaques, industrialist“ von 2000 und dem freundlichen „Komang, beach vendor“ von 2002 (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR). An zweidimensionale PC-Landschaften erinnert Torben Giehlers Acrylgemälde „All Mod Cons“ von 2000, das er aus diaphanen Schichten in leuchtendem Gelb mit geometrischen Elementen in Orange, Blau oder Grün aufgebaut hat (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

SØR Rusche Collection

Das Angebot aus der Sammlung Rusche bewegt sich diesmal vorwiegend im drei- bis vierstelligen Euro-Bereich. Nur selten überschreitet es die Marke von 10.000 Euro, etwa bei Alicja Kwades „Animal Metaphysicum (Im Bogen zurück)“. Die gebürtige Polin griff dazu 2011 auf Schopenhauers Begrifflichkeit zurück und setzte 29 weiße und polychrome Porzellanfiguren von menschlich gekleideten Tieren und Menschen aus verschiedenen deutschen Manufakturen auf 17 unterschiedlich große weiße Holzstelen. Dadurch ergibt sich ein fließender Tanz- und Lebensreigen der zarten Statuetten, die Kwade dem Fundus ihres Vaters entnommen hat (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Diesen Schätzwert übernimmt gleichfalls ihre Skulptur „Kohle“ aus 76 in Bronze gegossenen und vergoldeten Briketts der Marke „Rekord“ von 2006.

Eine betont grafische Wiedergabe der Leipziger „Thomaskirche“ malte Wolfram Ebersbach 2010. Die weißen, grauen und schwarzen Farbfelder sind flächig angelegt, erzielen jedoch in ihrem perspektivischen Zusammenklang eine Tiefenwirkung (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR). Der japanischen Ästhetik mit viel Freiraum folgt Robert Klümpen in seinem 2010 mit Tusche und Acryl gemalten „Zweig“. Das filigrane Geäst dringt diagonal in den von Blau über Violett ins Schwarze verlaufenden Farbraum und leuchtet mit seinen jungen grünen und rosafarbenen Blüten umso intensiver hervor (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR). In monochromem Blau hält Via Lewandowsky seine Fotografie „Dröhnen (Wald)“ von 1998 mit abgerissenen Baumstümpfen (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Ein fragmentiertes altmeisterliches Portrait einer Dame in braun-schwarzem Gewand, die sowohl motivisch wie auch scheinbar aus der Farbe herausgeschnitten ist, hat Nicola Samorì mit „Leblanc“ von 2011 vorgelegt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Margund Smolka nutzt in ihren zwei weiblichen Portraits „Ausgangspunkt“ und „Spreebox“ von 2007 Fotografien von Gesichtern, die sie mit unterschiedlich großen Löchern perforierte und mit einem anders gearteten, nun durchschimmernden Hintergrund hinterlegte (Taxe je 400 bis 600 EUR). Herbert Volkmann weiß im Bildnis „Clemens“ von 2008 die energische Gestik des rauchenden Mannes als eine Art Simultanbild zu verewigen, da vier Arme die Handbewegungen nachzeichnen (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Die Auktion beginnt am 27. November um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum 25. November täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.van-ham.com.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



25.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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