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Polizei sucht weiter nach Dresdner Dieben

Die Diebe ließen Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer des Grünen Gewölbes mitgehen

Die auf 20 Beamte aufgestockte Sonderkommission „Epaulette“ der Dresdner Polizei fahndet weiterhin nach den Tätern des Diebstahls im Grünen Gewölbe, die noch immer auf der Flucht sind. Die Einbrecher entwendeten gestern Morgen hochwertige Schmuckstücke aus einer Vitrine, darunter eine Brillant- und zwei Diamantgarnituren, zu denen auch eine Epaulette, ein mit Diamanten besetztes Schulterstück der Dresdner Hofjuweliere Christian August Globig und August Gotthelf Globig aus den 1780er Jahren gehört. Der Umfang der Beute ist noch nicht vollständig geklärt; die Spurensicherung ist noch vor Ort. Die Aufnahmen der Überwachungskameras im Grünen Gewölbe zeigen zwei vermummte Einbrecher. Die Kriminalpolizei geht jedoch davon aus, dass weitere Täter beteiligt waren. Das 30 Sekunden lange Video ist auf dem YouTube-Kanal der Polizei Sachsen zu sehen.

Der museale Sicherheitsdienst leitete um 4:59 Uhr den ersten Notruf an die Dresdner Polizei am frühen Montagmorgen ein. Der erste Streifenwagen des Reviers Dresden Mitte wurde um 5:04 Uhr beauftragt „unverzüglich vor Ort einzutreffen“. Um 5:05 Uhr gab es erste Hinweise auf ein mögliches Fluchtfahrzeug seitens des Sicherheitsdienstes. Die Polizei reagierte hierauf um 5:09 Uhr mit 16 Fahndungsfahrzeugen für das Stadtgebiet Dresden. Um 5:22 Uhr wurde die Bundespolizei einbezogen. Gegen 7 Uhr traf die Tatortgruppe des Landeskriminalamts zur Spurensicherung im Museum ein. Ausgehend von ihren Untersuchungen zerstörten die Einbrecher zunächst ein Fenstergitter des Gebäudes in Richtung Sophienstraße. Danach entledigten sie sich des dahinterliegenden Sicherheitsglases und drangen in die Räume ein.

Gezielt zerschlugen sie dann mit einer Axt eine Vitrine im sogenannten „Juwelenzimmer“. Hieraus entnahmen die Räuber mehrere mit Edelsteinen besetzte Schmuckstücke und flohen durch das zerstörte Fenstergitter. In Gänze dauerte die Tat nur wenige Minuten. Hinweisen zufolge sind die Einbrecher mit einem Audi A6 vom Tatort geflüchtet. Ein baugleiches Fahrzeug wurde später in einer Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt. Der Audi wurde von Kriminalisten untersucht und sichergestellt. Des Weiteren geht die Polizei davon aus, dass der Brand eines Verteilerkastens in der Nähe der Augustusbrücke im Zusammenhang mit dem Einbruch steht. Durch das Feuer fiel in der Umgebung des Tatortes die Stromzufuhr aus.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, sagte: „Es handelt sich bei den Garnituren um den sächsischen Staatsschatz des 18. Jahrhunderts.“ Ihr kunst- und kulturhistorischer Wert sei unschätzbar. August der Starke habe sich ja immer mit Ludwig XIV. im Wettbewerb befunden. Mit solchen Garnituren habe er den Sonnenkönig hinter sich lassen wollen. Die besondere Bedeutung liege darin, dass die Garnituren als Ensembles erhalten blieben. Aufgrund ihrer internationalen Bekanntheit hoffen die Kunstsammlungen, dass das Diebesgut dadurch dem Markt entzogen ist. Allerdings führt dies zur Sorge, dass die Diebe die Garnituren zu Gunsten der Steine zerstören. Dann wäre der Kunstschatz endgültig verloren.

Den Kriminellen gelang es nicht, alle Teile der betroffenen Garnituren zu entwenden, da einige der Sicherheitsvorkehrungen ihren Zweck erfüllten. Ackermann geht zudem davon aus, dass der Diebstahl lange geplant war. Daher werden auch Personen befragt, die Kenntnisse über die Sicherheitssituation vor Ort hatten. Die Polizei bittet auch die Öffentlichkeit um Mithilfe und fragt: Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Straftat gemacht? Wer hat verdächtige Personen am Tatort gesehen? Wer kann Hinweise zum Verbleib der gestohlenen Gegenstände geben?

Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen. Aufgrund der Ermittlungen bleibt das Residenzschloss heute noch vollständig geschlossen.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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