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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Moderne Kunst bei Lempertz in Köln mit einem eigenen Katalog für Paul Baum

Dem Freund zum Geburtstag



Joan Miró, Femme et oiseaux dans la nuit, 1967

Joan Miró, Femme et oiseaux dans la nuit, 1967

„Pour mon ami Will Grohmann“ schrieb Joan Miró auf die Rückseite der kleinen Tuschezeichnung „Femme et oiseaux dans la nuit“ und widmete das Blatt in seinem Entstehungsjahr 1967 dem Kunsthistoriker Will Grohmann zu dessen 80. Geburtstag. Jahrzehntelang hatte sich Grohmann für die Sache der Moderne eingesetzt und dafür sogar die Entfernung aus seinen Funktionen und Ämtern, darunter einer Assistenz an der Gemäldegalerie Dresden, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Kauf genommen. Auch persönlich betätigte sich Grohmann als Sammler erlesener Werke. Manches erhielt er geschenkt, wie eben Mirós nächtliche Gestalten, die jetzt als Teil einer Suite von gut einem Dutzend Werken aus Grohmanns Besitz bei Lempertz in Köln versteigert werden. Der Schätzpreis liegt bei 70.000 bis 90.000 Euro.


Ein weiterer persönlicher Freund des Kunsthistorikers war Fritz Winter. „Wie viele mögen es sein, denen du die Wege geebnet hast?!“, schrieb der Künstler ihm ebenfalls zum 80. Geburtstag 1967. Wie Grohmann hatte auch Winter in der Nazi-Zeit einen schweren Stand und konnte seine Freude an der Abstraktion nur im Verborgenen ausleben. Das nur etwa DIN A4-große, erdverbunden braune Bild „Triebkräfte der Erde“ entstand 1944 als Teil einer umfangreicheren Serie (80.000 bis 120.000 EUR). Vermutlich 1956 erhielt Grohmann von Hans Arp dessen „Petite figure appuyée dite l’Égyptienne“ von 1938 geschenkt; jedenfalls bedankte er sich brieflich in diesem Jahr für die Gabe der abstrakten biomorphen Form (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Mehrere Stücke stammen von Willi Baumeister, darunter das ebenfalls persönlich gewidmete Ölbild „Cézanne auf dem Weg zum Motiv“ von 1948 für 40.000 bis 60.000 Euro.

Nach dem Einstieg mit der Grohmann-Sammlung setzt Lempertz die Abendauktion am 29. November mit gut fünfzig weiteren Werken der klassischen Moderne fort. Einen Schwerpunkt bildet expressionistische Kunst deutscher Meister – und Meisterinnen, wie etwa Paula Modersohn-Beckers eindringliches „Brustbild zweier Jungen vor Landschaft“ in einer malerischen Nahaufnahme von circa 1901 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Mela Muters um 1914/15 geschaffene, farbintensive „Landschaft mit Kiefern“ an südlichem Gestade, die für 60.000 bis 80.000 Euro aus Israel eingeliefert wurde. Bei 120.000 bis 150.000 Euro liegt Gabriele Münters „Heiteres Blumenbild“, ein in Öl gemaltes Spätwerk mit weißem Hund von 1949.

In der Kernzeit der „Brücke“-Künstlergruppe, aber abseits von Dresden an der Dangaster Nordseeküste, entstand 1909 Karl Schmidt-Rottluffs „Stickendes Mädchen“. Mit wellenförmigen Pinselstrichen sind die farbenkräftigen Aquarellkonturen aufs Blatt gelegt (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Das Aquarell war auch für Emil Nolde ein bevorzugtes Ausdrucksmittel und bot zugleich die Möglichkeit einer schier unerschöpflichen Produktion. So bietet auch Lempertz wieder vier Blätter des Meisters an, eine Landschaft – „Hof Seebüll“ von etwa 1930 mit Gänseschar für 130.000 bis 150.000 Euro – und drei Blumenarrangements zwischen 70.000 und 120.000 Euro. Otto Mueller beteiligt sich mit dem charakteristischen Aquarell zweier weiblicher Akte in grüner Natur um 1925 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), Hermann Max Pechstein mit einer unheimlichen Seelandschaft in gleicher Technik, über der Sonne und Mond gemeinsam stehen (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), und Erich Heckel mit dem Temperagemälde einer seltsamen Zirkusszene von 1946, in der unter betretenen Gesichtern eben ein Toter aus der Manege getragen wird (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Auch das sogenannte Dreigestirn des deutschen Impressionismus ist zugegen. Max Liebermann schickt vier kleine Arbeiten in die Auktion, darunter eine 1900 datierte Ölstudie zu dem größeren Gemälde „Rindermarkt in Leiden“ von 1901, das sich heute im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt befindet (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Zwei eindrucksvolle aquarellierte Walchensee-Ansichten von 1921 und 1924 markieren das expressionistische Spätwerk Lovis Corinths. Sie gehören zu einer Berliner Privatsammlung und sind zwischen 180.000 und 250.000 Euro beziffert; eines der Blätter, das „Urfeld am Walchensee“ hatte 2008 bei Grisebach 240.000 Euro gekostet. Der Jüngste im Bunde, Max Slevogt, ist mit dem spritzigen Ölbild „Kinder am Weiher (Garten in Godramstein)“ von 1909 für 150.000 bis 200.000 Euro vertreten.

Von dem aus Polen nach Frankreich eingewanderten Eugeniusz Zak ist eine klassisch anmutende Komposition von vier antikisch gewandeten Frauen „Beim Bade“ in angenehmer Hügellandschaft unter tiefblauem Sommerhimmel zu haben. Die Temperamalerei datiert von etwa 1910 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Einen ähnlichen Weg, von seiner Heimatstadt Kiew aus, nahm Alexander Archipenko. Seine stark abstrahierte Bronze „Green Concave (Woman combing her hair)” schuf er 1913 ebenfalls in Paris, 1960 gelangte sie im Zuge einer Archipenko-Ausstellung im westlichen Hagen in deutschen Privatbesitz (Taxe 150.000 bis 180.000 EUR). Als genuiner Franzosen ist Pierre-Auguste Renoir mit der Aktzeichnung „Gabrielle. Nu assis de profil“ in weichen Konturen für 120.000 bis 150.000 Euro integriert. Das Hauptlos der Auktion ist ein farbiger Originallinolschnitt von Pablo Picassos „Portrait de jeune fille, d’après Cranach le jeune“. Trotz einer Auflage von fünfzig Stück rangiert das vorliegende Stück von 1958 marktgerecht bei 350.000 bis 450.000 Euro.

Auch ganz ungegenständliche Arbeiten sind zu haben, etwa Oskar Schlemmers „Ornamentale Plastik“ aus Silber von 1919 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), ein in Pastellkreide, Gouache und Tusche entwickelter geometrischer „Opérateur brun“ des Schweden Otto Gustaf Carlsund von 1926 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder Natalja Gontscharowas helles ruhiges Hochformat „Tableau abstrait“ von circa 1950 für 80.000 bis 100.000 Euro. Dem damals in London lebenden Psychiater und Schriftsteller Karl Theodor Bluth widmete Kurt Schwitters 1947 eine collagierte Merzzeichnung, die sichtlich an das Frühwerk des Meisters anknüpft (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). 120.000 bis 150.000 Euro soll eine blaue „Composition abstraite“ Serge Poliakoffs in verwischten Verzahnungen von 1967 kosten.

Einen eigenen Katalog hat Lempertz für die Versteigerung von Landschaften des postimpressionistischen Malers Paul Baum aus der Sammlung Gemmer aufgelegt. Überwiegend handelt es sich um Radierungen und Zeichnungen im drei- und niedrigen vierstelligen Schätzpreisbereich. Am teuersten sind zwei Gemälde aus den 1900er Jahren. Baum stand damals stark unter dem Einfluss des französischen Pointillismus, so dass auch seine „Junge Baumgruppe an Bachlauf“ von 1905 und „Frühlingslandschaft bei Hyères“ von 1909 aus zahllosen kleinen Punkten respektive kurzen Pinselstrichen aufgebaut sind. Hier werden voraussichtlich jeweils um die 50.000 bis 65.000 Euro fällig.

Die Abendauktion „Moderne Kunst I“ beginnt am 29. November um 18 Uhr. Die Besichtigung der Werke ist bis zum 27. November täglich von 10 bis 17:30 Uhr, am 28. November von 10 bis 14 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet sie unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



26.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Otto Gustaf Carlsund, Opérateur brun, 1926
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Fritz Winter, Triebkräfte der Erde, 1944

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Willi Baumeister, Cézanne auf dem Weg zum Motiv, 1948

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Paul Baum, Junge Baumgruppe an Bachlauf, 1905

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Lovis Corinth, Urfeld am Walchensee, 1921

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Emil Nolde, Weiße und rote Amaryllis, nach 1950

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Taxe: 80.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

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Hermann Max Pechstein, Landschaft mit Gewässer am Himmel Sonne und Mond, 1922

Hermann Max Pechstein, Landschaft mit Gewässer am Himmel Sonne und Mond, 1922

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

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Serge Poliakoff, Composition abstraite, 1967

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Taxe: 120.000 - 150.000 EURO

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Paula Modersohn-Becker, Brustbild zweier Jungen vor Landschaft, um 1901

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

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Eugeniusz Zak, Beim Bade, um 1910

Eugeniusz Zak, Beim Bade, um 1910

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

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Emil Nolde, Hof Seebüll, um 1930

Emil Nolde, Hof Seebüll, um 1930

Taxe: 130.000 - 150.000 EURO

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