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Basel feiert die Weihe seines Münsters vor 1000 Jahren. Der deutsche König und Kaiser Heinrich II. förderte den Bau und die Ausstattung, um seine Herrschaft zu festigen

Kunst als Machtfaktor



Reliquienbüsten des Kaiserpaars Heinrich II. und Kunigunde, Rheinland / Westfalen (?), 1. Viertel 15. Jahrhundert

Reliquienbüsten des Kaiserpaars Heinrich II. und Kunigunde, Rheinland / Westfalen (?), 1. Viertel 15. Jahrhundert

„König Heinrich, ins Reich der Burgunder kommend, schloss die Stadt Basel seiner Herrschaft an.“ Dieser entscheidende Satz im Jahresbericht des Klosters Einsiedeln für das Jahr 1006 meldet die auf Bestreben Heinrichs erfolgte Ausgliederung Basels aus dem burgundischen Gebiet und den Anschluss an das ostfränkisch-deutsche Reich. Um den strategisch wichtigen Brückenkopf zum Burgund zu sichern, war die Gunst des Bischofs und der Kirche als tragende Stützen in einer gottesfürchtigen, religiös geprägten Zeit von überragender Bedeutung. Mit der Förderung des Baus einer neuen Bischofskirche und ihrer Ausgestaltung untermauerte der 1014 zum Kaiser gekrönte Heinrich II. seine machtpolitische Präsenz und stellte sie quasi unter himmlischen Schutz. Dazu stattete er den amtierenden Bischof Adalbero II. mit zahlreichen Rechten und Gütern aus.


Im Zuge dieser Machterweiterung stieg Basel von einem ländlich geprägten Ort am Rheinknie zu einer städtischen Metropole auf. Basel erhielt Mauern, eine Rheinbrücke, wurde Universitäts- und Konzilsstadt und beschritt den Weg zur bedeutenden Handels- und Industriestadt. Kaiser Heinrich II. wohnte persönlich der Weihe des neuen Münsters am 11. Oktober 1019 bei. Die Wiederkehr dieses Ereignisses vor genau 1000 Jahren feiern die Baseler unter anderem mit einer opulenten Schau des Historischen Museums im Neubau des Kunstmuseums. Zentrale Stücke unter den 110 hochkarätigen und teils mehrteiligen Exponaten bilden die sogenannten „Heinrichsgaben“. Der Kaiser stiftete als Grundlage für den Münsterschatz kostbare kirchliche Gerätschaften. Alte Aufzeichnungen berichten von Leuchtern, Weihrauchfässern, Messbucheinbänden oder Messgewändern. Als einzige Stücke haben sich die goldene Altartafel und das Heinrichskreuz erhalten. Um diese zentralen Exponate, die erstmals wieder zusammen zu sehen sind, entfacht die Ausstellung ein Panorama der Kunst im hohen Mittelalter.

Das erste Ausstellungsstück stammt aus dem Essener Domschatz: Ein mit Goldblech beschlagenes, mit Perlen, Edelsteinen und Emaille verziertes Kreuz aus den Jahren um 1000 soll zu Beginn auf die Religion als Fundament der damaligen Gesellschaftsordnung verweisen. Schlaglichter auf die einfachen Lebensbedingungen von damals werfen im zweiten von neun thematisch geordneten Saalkapiteln Bodenfunde wie Holzgefäße, einfache Tonwaren oder ein Eisenmesser. Nur eine Minderheit war vermögend, trug Schmuck und besaß Spiele, konnte Lesen, Schreiben und pflegte die lateinische Sprache. Zahlreiche Artefakte visualisieren die enge Verschränkung von kirchlicher und weltlicher Autorität. Die Vielzahl frühmittelalterlicher Kunstwerke war für religiöse Handlungen bestimmt, Glaube und politische Ambitionen flossen ineinander. Zu den erlesenen Schätzen zählt das Gebetbuch der Kaiserin Kunigunde, Heinrichs Ehefrau, das ein Einband aus zwei Elfenbeintafeln mit dem segnenden Christus und der Gottesmutter Maria ziert.

Elfenbeinerne Weihwassergefäße, aufwendig gestaltete Bucheinbände, wertvolle Textilien aus Seide, Reliquiare, Monstranzen, Buchmalereien, Handschriften bis hin zu Goldschmiedearbeiten und anderen weltweit entliehenen Kirchenschätzen geleiten den Besucher zum Höhepunkt der Auswahl, dem goldenen Antependium für den Hochaltar der Baseler Kathedrale. An hohen Feiertagen verkleidete es während der Festmesse die Altarfront, die dadurch zum Strahlen gebracht wurde. Gefertigt vor 1019 in einer Bamberger Werkstatt, gilt die in Goldblech geschlagene und auf Eichenholz montierte Altarverkleidung als einzige unverändert erhaltene ihrer Art und als Gipfelpunkt mittelalterlicher Goldschmiedekunst. Fünf als Arkaden ausgebildete Figurenfelder enthalten neben dem segnenden Christus in der Mitte die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael sowie rechts den heiligen Benedikt, dessen Regelbuch ihn als Abt erkennbar macht. Erstmals seit 1956 kehrt das heute in Paris verwahrte Stück wieder an den Ort des jahrhundertelangen Gebrauchs zurück.

Das „Heinrichskreuz“, ein mehrfach verändertes Reliquienkreuz aus dem elften Jahrhundert, zeigt sich im Einklang mit der Grundform des griechischen Kreuzes. Neben Edelsteinen sind in die goldenen Füllbleche Reliquien vom Heiligen Blut, vom Kreuz Christi und vom heiliggesprochenen Kaiser Heinrich II. eingearbeitet. Heute gehört es zum Bestand des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Ergänzend stellt die Ausstellung den beiden Hauptexponaten herausragende Objekte zur Seite, wie etwa den gleichfalls von romanischen Arkaden gegliederten Tragaltar der Gräfin Gertrud um 1038, eines der kostbarsten Stücke aus dem „Welfenschatz“.

Der Kult um das in Basel verehrte Kaiserpaar bildet den Abschluss der Präsentation. Die Originalfassung des 5,4 Meter Durchmesser zählenden Radfensters aus dem Nordquerhaus des Münsters aus dem 13. Jahrhundert verdeutlicht die Dimensionen des mittelalterlichen Kirchenbaus und animiert zum Besuch der bauhistorischen Ausstellung im Museum Kleines Klingental. Ausgehend von der ersten Bischofskirche, die Abt Haito von der Klosterinsel Reichenau im frühen neunten Jahrhundert initiiertet hat, entspannt sich anschaulich die Entwicklung des Basler Münsterbaus, illustriert anhand von Modellen, Skulpturenschmuck, Ausstattungsgegenständen und Zeichnungen. Der romanische Neubau wurde später gotisch überformt und musste nach dem Erdbeben von 1356 wieder aufgebaut werden. Mit der Vollendung des zweiten Münsterturmes im Juli 1500 kam der Bau zum Abschluss. Das heute protestantische Münster gehört damit zu den wenigen noch im Mittelalter bis zu den Turmspitzen vollendeten Kathedralen. Stolz thront es hoch über dem Rhein und kündet davon, dass Kunst mehr ist als schmucke Schöngeisterei, sondern auch Gesinnung, Verständigung und eine starke Autorität.

Die Ausstellung „Das Baseler Münster – Ein Jahrtausendbau. Von Bischöfen und Werkmeistern, Stiftern und Steinmetzen“ ist bis zum 16. Februar 2020 zu besichtigen. Das Museum Kleines Klingental hat mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags ab 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt das Haus am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar. Der Eintritt beträgt 8 Franken, ermäßigt 5 Franken.

Museum Kleines Klingental
Unterer Rheinweg 26
CH-4058 Basel
Telefon: +41 (0)61 – 267 66 25

Die Ausstellung „Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit“ ist bis zum 19. Januar 2020 zu sehen. Das Kunstmuseum Basel hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend. Der Eintritt beträgt 26 Franken, ermäßigt 18, 13 oder 8 Franken. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

Kontakt:

Kunstmuseum Basel | Neubau

St. Alban Graben 20

CH-4010 Basel

Telefax:+41 (061) 206 62 52

Telefon:+41 (061) 206 62 62

E-Mail: pressoffice@kunstmuseumbasel.ch



10.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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11.10.2019, Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit

Bei:


Kunstmuseum Basel

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Kunstkammerobjekte

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Gold

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Skulptur

Stilrichtung:


Romanik

Variabilder:

Evangeliar Heinrichs II., vor 1024
Evangeliar Heinrichs II., vor 1024

Variabilder:

Reliquienbüsten Heinrichs II. und Kunigundes, Rheinland /
 Westfalen (?), um 1430/40
Reliquienbüsten Heinrichs II. und Kunigundes, Rheinland / Westfalen (?), um 1430/40







Evangeliar Heinrichs II., vor 1024

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Reliquienbüsten Heinrichs II. und Kunigundes, Rheinland / Westfalen (?), um 1430/40

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Kreuzigungsrelief, Mitte 11. Jahrhundert

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Kreuz mit den großen Senkschmelzen, um 1000/20

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Holzgeschirr ärmerer Personen

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Füllung des Glücksradfensters des Basler Münsters, Basel, um 1225

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Gertrudisaltar, um 1045

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Büstenreliquiar des hl. Pantalus, Basel, 1270 oder kurz danach

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in der Ausstellung „Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit“

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Goldene Altartafel, vor 1019

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Reliquienkreuz, sogenanntes „Heinrichskreuz“, Deutschland, 11. Jahrhundert

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Die Westfassade des Baseler Münsters

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