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Die Moritzburg in Halle war bis 1937 eines der wichtigsten deutschen Museen für moderne Kunst. Für eine Ausstellung sind nun viele verlorene Werke wieder auf Zeit zurückgekehrt

Eine Wiege der Moderne



Lyonel Feininger, Der Rote Turm II, 1930

Lyonel Feininger, Der Rote Turm II, 1930

„Was in den entscheidenden Jahren zwischen 1905 und 1915 in der deutschen Malerei vorging, kann man außer in Halle höchstens noch an zwei bis drei öffentlichen Stellen in dieser Klarheit sehen.“ Dies meinte der bedeutende Kunsthistoriker und Kritiker Will Grohmann in der Kunstzeitschrift „Cicerone“ im Jahr 1925 nach dem Ankauf der Sammlung Ludwig und Rosy Fischer. Dass sich in Halle an der Saale neben Mannheim mit der Kunsthalle, Frankfurt am Main mit dem Städelschen Kunstinstitut und Essen mit dem 1922 erworbenen Fundus des von Karl Ernst Osthaus in Hagen aufgebauten Museums Folkwang eine derart hochkarätige Kollektion gründen konnte, hatte vor allem mit Personen zu tun. Wenn versierte, von Ideen beseelte Fachleute mit viel Rückendeckung und zum richtigen Zeitpunkt auf adäquate Positionen kommen, bahnt sich meist eine Erfolgsgeschichte an.


So war es auch in Halle. Als 1908 der junge Kunsthistoriker Max Sauerlandt (1880-1934) an das seinerzeitige Museum für Kunst und Kunstgewerbe in die Saale-Stadt berufen wurde, besaß das Haus weder Profil noch Konzept. Umgehend wandte sich Sauerlandt der Moderne zu. Der Ankauf von Emil Noldes 1909 geschaffenem Gemälde „Abendmahl“ im Jahr 1913 führte deutschlandweit zu einem Disput darüber, ob ein Museum zeitgenössische Kunst ohne langfristige Reputationsgarantie ankaufen dürfe. Sauerlandt bejahrte dies und entwickelte das Museum konsequent zu einem Ort der Moderne. Ergänzend kamen Werke deutscher Expressionisten hinzu; in Gemälden von Karl Hofer, Christian Rohlfs oder Plastiken von Wilhelm Lehmbruck wurde er fündig.

Dazu verfolgte Sauerlandt ein ganzheitliches Museumskonzept, das die vergangenen Jahrhunderte einbezog. Beispielsweise setzte er figurativ gestaltete Fliesen von Emil Nolde in einen Dialog mit spanischen Fliesen aus dem 16. Jahrhundert oder kaufte mittelalterliche Tonfiguren, deren archaische Ursprünglichkeit die zeitgenössischen Künstler inspirierte. Von einem „Gelehrtenmuseum“ mit überbordender Fülle entwickelte er die Präsentation zu einer konzentrierten Ausrichtung für alle Bevölkerungsschichten. Als man Sauerlandt dann 1919 zum Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe nach Hamburg holte, blieb er auf Bitten des Oberbürgermeisters aufgrund kommissarischer Nachfolger als eine Art „Schattendirektor“ im Hintergrund tätig. 1924 vermittelte Sauerlandt noch den Kauf der Sammlung Ludwig und Rosy Fischer aus Frankfurt am Main. Eine Reihe von Gemälden Ernst Ludwig Kirchners, Erich Heckels und Otto Muellers sowie Bilder von Franz Marc, Oskar Kokoschka, Karl Schmidt-Rottluff oder Pablo Picasso kamen nun hinzu.

Mit der Anstellung von Alois Schardt (1889-1955) als neuem Direktor im Jahr 1926, der bis 1935 amtierte, gewann das Haus ein neues Profil und enorme internationale Wahrnehmung durch die Erweiterung der Bestände mit zeitgenössischer Kunst. Die Moritzburg eilte ihrem Höhepunkt entgegen. Eng mit Lyonel Feininger befreundet, erwarb Schardt rasch Werke von ihm und von anderen Bauhaus-Kollegen, die er bei Besuchen Feiningers in Weimar traf, darunter von Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Fritz Winter. Feininger erhielt zudem ein Atelier im Turm der Moritzburg und schuf hier den Zyklus der Halle-Ansichten aus 29 Zeichnungen und elf Gemälden. 1931 wurden sämtliche Stadtbilder samt zugehörigen Zeichnungen für das Museum erworben, ein epochaler Ankauf. Doch schon bald begann ab 1933 durch Nazi-Gedankengut die Aussonderung der Moderne. In zwei Beschlagnahmeaktionen im Juli und August 1937 gingen insgesamt 147 Gemälde sowie einige Aquarelle und Zeichnungen verlustig. Zusammen war der Verlust von 183 Werken zu beklagen, die als Kernbestand dem Museum Profil und Renommee gaben.

Nun gibt es ein Comeback: Für die aktuelle Ausstellung hat die Moritzburg 40 der verlorenen Arbeiten an den Ort ihres „Gesammeltwerdens“ zurückgeholt. Zudem konnten 15 Kunstwerke wieder erworben werden. Zwei weitere Blätter – die Kohlezeichnung „Marienkirche Halle I“ von Lyonel Feininger aus dem Jahr 1929 und das Aquarell „Studie nach einem Baumstamm“ um 1911 von Christian Rohlfs – kaufte das Museum erst vor wenigen Tagen aus deutschen Kunsthandel zurück. Insgesamt versammelt die Rekonstruktion knapp 300 Exponate. Chronologisch fasst die Ausstellung in einzelnen Kapiteln die Amtszeiten der Direktoren und ihre Ankäufe ab; in die Abschnitte sind einzelne, kleine, nach Künstlern eingeteilte Soloschauen eingestreut. Von den zehn erhaltenen Halle-Ansichten Feiningers – ein Gemälde wurde im Krieg zerstört – sind nun sieben in der Ausstellung vereint; lediglich drei sind davon noch in eigenem Besitz. Darüber hinaus sind Feiningers 1916 entstandene und 1928 vom Museum erworbene Gemälde „Zirchow VI“ und „Vollersroda“ erstmals seit 1937 wieder in Halle zu erleben.

Vervollständigt wird die Präsentation durch einen aufschlussreichen digitalen Teil. Walter Gropius hatte an einem 1927 von der Stadt Halle ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für eine moderne Stadtkrone teilgenommen. Hoch über der Saale sollte ein Ensemble aus multifunktionaler Konzert- und Kongresshalle, modernem Sportforum und neuem Kunstmuseum entstehen. Gropius’ Entwurf wurde nie realisiert. Mittels Virtual Reality sind das Stadtkronen-Gelände und die geplanten Innenräume des Museums nun begehbar. Dabei wurden alle beschlagnahmten Werke in die virtuellen Ausstellungssäle integriert. Ergänzend zeigt das Museum im zweiten Obergeschoss des Westflügels eine Präsentation von Meisterwerken der fünf Bauhausmeister Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Georg Muche und Oskar Schlemmer. Ein umfangreicher Bestandskatalog listet alle noch vorhandenen und verloren gegangenen Werke auf und dokumentiert in Wort und Bild die spannende Geschichte des 1885 als Städtisches Museum für Kunst und Kunstgewerbe gegründeten Instituts. Bis zur Übernahme durch das Land Sachsen-Anhalt im Jahr 1996 war es eine kommunale Einrichtung. Seit 2014 trägt es die Bezeichnung „Kunstmuseum Moritzburg (Halle)“.

Die Ausstellung „Bauhaus Meister Moderne. Das Comeback“ ist bis zum 12. Januar 2020 zu besichtigen. Das Kunstmuseum Moritzburg hat täglich außer mittwochs von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 29,90 Euro kostet.

Kontakt:

Kunstmuseum Moritzburg

Friedemann-Bach-Platz 5

DE-06108 Halle an der Saale

Telefon:+49 (0345) 21 25 90

Telefax:+49 (0345) 202 99 90



16.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


29.09.2019, Das Comeback - Bauhaus Meister Moderne

Bei:


Kunstmuseum Moritzburg - Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Expressionismus

Stilrichtung:


Bauhaus

Bericht:


Nicht im Abseits, sondern wichtiger Mitspieler

Bericht:


Auf zum Bauhaus







Emil Nolde, Mulattin, 1913

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Christian Rohlfs, Weiden im Frühjahr, 1904

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Oskar Schlemmer, Geländer-Szene I, 1931

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Georg Muche, Bild mit dem Gittermotiv in der Mitte, 1919

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August Macke, Garteneingang (Kandern), 1914

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Wilhelm Lehmbruck, Mutter und Kind, 1918

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3-D-Visualisierung des Entwurfs „Hängende Gärten“ von Walter Gropius, 1927/28

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Wassily Kandinsky, Hornform, 1924

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Ernst Ludwig Kirchner, Damen im Café, 1914/15

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Paul Klee, Besessenes Mädchen, 1924

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Oskar Kokoschka, Der Marabout von Temacin, 1928

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Franz Marc, Eber und Sau, 1913

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Emil Nolde, Das letzte Abendmahl, 1909

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