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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Grisebach bunte Orangerie-Auktion mit einem Sammelsurium von „großen Tieren“ im tatsächlichen und übertragenen Sinn stieß zum überwiegenden Teil auf das Interesse der Käufer

Satter Zuschlag für Magermodel



Ungewohnt still, mit geschlossenen Augen in sich ruhend, portraitierte der kanadische Fotograf Chris Levine 2014 das gefeierte britische Model Kate Moss. Lediglich der leicht verwischt wirkende Lidstrich erinnert an ihre exzessive Partyvergangenheit. Diese ungewöhnliche Aufnahme der vielfotografierten Modeikone in hoher Belichtung und der daraus resultierenden Blässe mit dem treffenden Titel „She’s Light (Pure)“ begeisterte die Käuferschaft im Auktionshaus Grisebach und erreichte mit 34.000 Euro das Vierfache des Schätzpreises von mindestens 8.000 Euro. Im Fall der Fotografien von Levine galt das Prinzip „Alter vor Schönheit“ scheinbar nicht. Denn seine intime Momentaufnahme von Queen Elizabeth II. mit ebenfalls geschlossenen Augen, die er 2018 mit Swarovski-Kristallen zusätzlich aufblitzen ließ, blieb hinter den Erwartungen von 12.000 bis 15.000 Euro zurück. Der Hammer fiel bereits bei 9.000 Euro.


Die von Stefan Körner und Isabel von Verschuer kuratierte Auktion „Große Tiere. Von animalisch bis politisch“ am 28. November in Berlin trug mit einer losbezogenen Verkaufsquote von knapp 80 Prozent und einem Bruttoumsatz von rund 1,15 Millionen Euro solide zu dem guten Resultat des viertägigen Versteigerungsmarathons des Hauses Grisebach bei. Spitzenergebnisse im sechsstelligen Bereich, wie sie etwa Franz Marcs Postkarte mit grünem und weißem Pferd in der Auktion „Ausgewählte Werke“ erzielte, blieben jedoch aus. Bereichernd hätte sich noch ein Verkauf des prächtigen Goldarmbandes der Juweliere Sy & Wagner mit einem Bildnis Friedrichs II. als Domino, des eindringlichen Ölszenarios Dirk Valkenburgs von 1715 mit einer Katze , die einen toten Hahn gegen ein kläffendes Hündchen verteidigt (Taxe je 40.000 bis 60.000 Euro), oder der Bronze eines leidenden Stiers von Karl Hartung um 1948 ausgewirkt (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR). Auch Joana Vasconcelos’ 2007 geschaffene Fayence in Form einer Eidechse, umfangen von feiner Häkelarbeit, und zwei neogotische Hallenstühle des frühen 19. Jahrhunderts mit vergoldeten Tatzen aus Russland konnten kein Käuferherz für sich gewinnen (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR).

Kaum Bietergefechte bei den Topzuschlägen

Es ist schwer zu sagen, ob es an den realistischen Taxierungen oder an der mangelnden Kauffreude der Bieter lag, dass innerhalb der Top Five nur selten die Schätzpreise übertroffen wurden. „Die Alliierten“ von Frank Thiel verteidigten ihre Preisvorgaben. Die zwölfteilige Fotoserie aus Soldatenportraits des Jahres 1994 zog zu den unteren anvisierten 90.000 Euro ab und verbuchte damit den finanziellen Sieg innerhalb der Auktion für sich. Emil Noldes um 1923/24 aquarellierte „Liegende Löwin“ gilt nicht nur als die Königin des Tierreichs, sondern beansprucht auch die Führung bei den Gemälden. Mit 70.000 Euro übertraf sie die Erwartungen um das Doppelte, dicht gefolgt von einem Mopsrüden und einer Mopshündin nebst Welpen, die weniger durch katzenartige Eleganz, dafür mit naturalistischer Darstellung und drolliger Gestalt punkteten. Das Porzellanpaar aus dem Hause Meißen nach Modellen Johann Joachim Kändlers fand für taxkonforme 50.000 Euro ein neues Herrchen oder Frauchen.

Wesentlich dramatischer mutet dagegen Richard Müllers „Prometheus am Kaukasus“ von 1921 an. Die Leiden des an den Fels gefesselten Titans, bekrönt von einem Raubvogel, der seine Krallen in dessen bärtiges Gesicht schlägt, wurden mit 45.000 Euro honoriert (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Sinnierend blicken die Pavianaugen aus Malachit die menschliche Maske an und lassen Ernst Moritz Geygers Bronzeplastik des Affen aus dem Jahr 1903 fast human wirken. Mit 40.000 Euro am unteren Schätzrand konnte der Primat aus dem Familienbesitz des Künstlers den fünfthöchsten Zuschlag für sich verbuchen.

Keine Begeisterung für Afrika

Die Kunst des Schwarzen Kontinents erweckte selten Begeisterungsstürme beim Publikum. Konnte der reich mit bunten Perlen verzierte Thronsessel der Bamileke mit doppelköpfigen Leoparden den unteren Schätzwert von 3.000 Euro noch um 800 Euro übertreffen, so hielt sich der bronzene Stabaufsatz der Soninke mit Reiterfigur und Hund bei 12.000 Euro genau an diesen. Weder die beiden Eulenmasken der kongolesischen Bembe (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR und 15.000 bis 20.000 EUR), noch die Elefantenmaske der Bamana (Taxe 12.000 bis 15.000 Euro) oder die Leopardenfigur der Bamileke aus dem Königreich Bandjoun im Kameruner Grasland fanden einen Abnehmer (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Gleiches galt für das Unikat des Fotografen Peter Beard: Sein Silbergelatineabzug dreier Giraffen in der kenianischen Taru-Wüste mit rotem Fußabdruck blieb bei 30.000 bis 35.000 Euro ebenfalls liegen.

Lediglich die schwarze Frauengestalt mit Elefantenhut aus der „Großen Erdteilgruppe Afrika“ der Porzellanmanufaktur Meißen wiederum nach Entwürfen von Johann Joachim Kändler machte sich auf ihrem Löwen bei 30.000 Euro davon. Für den gleichen Preis verließ die zur selben Serie gehörende Allegorie „Große Erdteilgruppe Asien“ auf ihrem Kamel das Auktionsparkett (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR). Weniger Glück beschieden war Arthur Storchs „Höllenhund“, der 1921 in der ebenfalls ostdeutschen Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik bei Rudolstadt gefertigt wurde. Er fiel beim Publikum durch (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Für den nicht minder furchteinflößenden, etwas aufwendiger staffierten „Löwen“ selber Provenienz konnte sich hingegen ein Käufer begeistern und bot 24.000 Euro (Taxe 24.000 bis 26.000 EUR).

Achtbares Mittelfeld

Ein maßgeblicher Beitrag zum Erfolg der Versteigerung entfiel auf mehrere Verkäufe im fünfstelligen Bereich, darunter auf Andy Warhol mit seiner Farbserigrafie von Königin Margrethe II. von Dänemark bei 26.000 Euro (Taxe 22.000 bis 24.000 Euro). Pablo Picassos Eulenvase „Chouette“ aus der Töpferei Madoura kletterte von 12.000 Euro auf einträgliche 21.000 Euro. Der vergoldete königlich-preußische Holzadler eines Berliner Bildhauers um 1701/10 verdreifachte die Erwartungen und entflog ebenfalls bei 21.000 Euro. Rainer Fettings Bronzefigur des Altbundeskanzlers Willy Brandt in kleiner Ausführung wurde für 32.000 Euro zugeschlagen (Taxe 25.000 bis 25.000 EUR). Louise Bourgeois krallte sich mit ihrer 1933 gegossenen bronzenen Pranke „Give or Take III“ 36.000 Euro (15.000 bis 20.000 EUR), August Gauls Pinguin-Paar fror bereits bei 30.000 Euro ein (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Beharrlich steigerte auch eine irdene Schildkröte aus der chinesischen Han-Dynastie im stolzen Alter von circa 2000 Jahren ihren Wert auf 27.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ihr stand als jüngstes Werk der Auktion Magnus Gjoens Pigment-Print „A Little Gentlemen of Nothing“ von 2019 mit der poppigen Umsetzung eines Adeligen für 7.000 Euro gegenüber (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Auch Theodor Baierls spätsymbolistisches, um 1922 entstandenes Ölgemälde „Eva im Paradies“, umgeben von friedlichen Tieren, aber auch von der Schlange, die ihr den Zweifel ins Ohr flüstert, stieß bei 13.000 Euro auf Zuspruch (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Die unter einem Glassturz präparierten, zarten, blau schillernden Morphofalter französischer Herkunft aus dem 19. Jahrhundert entschwebten bei 4.200 Euro (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



17.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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Veranstaltung vom:


28.11.2019, Orangerie: Große Tiere. Von animalisch bis politisch

Bei:


Grisebach

Bericht:


Menagerie in der Orangerie

Kunstwerk:

Blaue Morphofalter und Glassturz, Frankreich, 19. Jahrhundert
Blaue Morphofalter und Glassturz, Frankreich, 19. Jahrhundert

Kunstwerk:

Ernst Moritz Geyger, Pavian und Menschen-Maske, 1903
Ernst Moritz Geyger, Pavian und Menschen-Maske, 1903

Kunstwerk:

Thronsessel mit
 zweiköpfigem Leoparden aus dem Königreich von Bandjoun, Bamileke, Kamerun, um 1900
Thronsessel mit zweiköpfigem Leoparden aus dem Königreich von Bandjoun, Bamileke, Kamerun, um 1900

Kunstwerk:

August Gaul, Pinguin (Kopf geradeaus) – Pinguin (Kopf nach oben rechts), 1914/20
August Gaul, Pinguin (Kopf geradeaus) – Pinguin (Kopf nach oben rechts), 1914/20

Kunstwerk:

Sono – Stabaufsatz mit Pferd und Reiter,
 Soninke, Guinea-Bissau, 17. oder 18. Jahrhundert
Sono – Stabaufsatz mit Pferd und Reiter, Soninke, Guinea-Bissau, 17. oder 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Königlich-preußischer Adler, Berlin, um 1701/10
Königlich-preußischer Adler, Berlin, um 1701/10







Johann Friedrich Eberlein und Peter Reinicke, Große Erdteilgruppe Asien, 1747

Johann Friedrich Eberlein und Peter Reinicke, Große Erdteilgruppe Asien, 1747

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 315b

Theodor Baierl, Eva im Paradies, um 1922

Theodor Baierl, Eva im Paradies, um 1922

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 307

Arthur Storch, Löwe, 1921

Arthur Storch, Löwe, 1921

Taxe: 24.000 - 26.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 358b

Schildkröte, Han-Dynastie, China 1./2. Jahrhundert nach Christus

Schildkröte, Han-Dynastie, China 1./2. Jahrhundert nach Christus

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 27.000,- EURO

Losnummer: 340

Königlich-preußischer Adler, Berlin, um 1701/10

Königlich-preußischer Adler, Berlin, um 1701/10

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 349

Johann Joachim Kändler, Mops und Mopshündin mit Jungen, 1749

Johann Joachim Kändler, Mops und Mopshündin mit Jungen, 1749

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 356

August Gaul, Pinguin (Kopf geradeaus) – Pinguin (Kopf nach oben rechts), 1914/20

August Gaul, Pinguin (Kopf geradeaus) – Pinguin (Kopf nach oben rechts), 1914/20

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 368

Johann Joachim Kändler, Große Erdteilgruppe Afrika, 1747

Johann Joachim Kändler, Große Erdteilgruppe Afrika, 1747

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 315a

Sono – Stabaufsatz mit Pferd und Reiter, Soninke, Guinea-Bissau, 17. oder 18. Jahrhundert

Sono – Stabaufsatz mit Pferd und Reiter, Soninke, Guinea-Bissau, 17. oder 18. Jahrhundert

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 354

Blaue Morphofalter und Glassturz, Frankreich, 19. Jahrhundert

Blaue Morphofalter und Glassturz, Frankreich, 19. Jahrhundert

Taxe: 800 - 1.200 EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 334

Thronsessel mit zweiköpfigem Leoparden aus dem Königreich von Bandjoun, Bamileke, Kamerun, um 1900

Thronsessel mit zweiköpfigem Leoparden aus dem Königreich von Bandjoun, Bamileke, Kamerun, um 1900

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 370

Ernst Moritz Geyger, Pavian und Menschen-Maske, 1903

Ernst Moritz Geyger, Pavian und Menschen-Maske, 1903

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 372




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