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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die moderne Kunst bei Van Ham punktete mit einer hohen Verkaufsrate. Doch bei den teuren Arbeiten zeigten sich die Kunden wählerisch

Griff nach den bunten Sternen



Wilhelm Morgner, Astrale Komposition VI, 1912

Wilhelm Morgner, Astrale Komposition VI, 1912

„Man hört so oft, dass die Menschen vom Realismus und Idealismus sprechen. Im tiefsten Grunde ist ja das ein ebenso großer Unsinn wie das andere. Ich habe weder ein Ideal, noch halte ich den Realismus für richtig, sondern an die Stelle dieser beiden Dinge setze ich das Wort ‚Leben‘. Jedes Bild soll eine Lebenssymphonie sein. Ich meine aber nicht etwa allegorisch Symphonie an das Leben oder so ähnlich, sondern das Wollen des Lebens soll überklingen in Farbe und Linie.“ Das schrieb Wilhelm Morgner in einem Brief an seinen Künstlerfreund Georg Tappert. Wie dieses künstlerische Credo für den 1891 in Soest geborenen Maler aussah, demonstrierte er 1912 in seiner „Astralen Komposition VI“. Mit kurzen, bewegten, von Weiß durchmischten Pinselstrichen gelang Morgner eine jubelnde Farbsymphonie, die ihn als frühen Anhänger der Ungegenständlichkeit ausweist. Wie seine Kollegen der abstrakten Kunst suchte er in der Loslösung von der Dingwelt nach transzendenten Sphären. So will Morgner in „Astralen Komposition VI“ eine spirituelle und religiöse Dimension greifbar machen. Dieses Farbwunder der Schöpfung war nun das Highlight in der Auktion „Moderne Kunst“ bei Van Ham. Mit 185.000 Euro entriss ein Berliner Sammler das Werk anderen Mitbietern, übertraf damit die Schätzung von 140.000 bis 180.000 Euro und hievte die „Astrale Komposition“ auf Platz 2 im Auktionsranking Morgners.


Günstig standen die Sterne am 27. November in Köln auch für Gabriele Münters ebenfalls farbintensiven „Blick auf das Murnauer Moos“ um 1910, dessen Zuschlag sich mit 160.000 Euro am unteren Taxrand orientierte, oder für die vier in einer Landschaft ruhenden weiblichen Akte in Karl Hofers harmonischer „Figürlicher Komposition“ aus der Zeit um 1930. Mit stabilen 100.000 Euro emigrierte das Bild von Nordrhein-Westfalen nach London (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Erst im Nachverkauf verabschiedete sich sein blondes melancholisches „Blumenmädchen“ von 1935 bei 80.000 Euro (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Mit seiner Auswahl an moderner Kunst fuhr Van Ham eine gute losbezogene Zuschlagsquote von 71,4 Prozent ein, die im Nachverkauf noch auf 75,2 Prozent kletterte. Trotzdem musste der Kölner Versteigerer einige schmerzliche Ausfälle im höheren Preissegment hinnehmen. Dazu gehören Lovis Corinths expressives Stillleben „Rosen“ von 1910 (Taxe 160.000 bis 220.000 EUR), Max Liebermanns impressionistische „Blumenkübel im Wannseegarten“ um 1927 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), Henry Moores ungewöhnliche „Thin Standing Figure“ von 1965 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und vor allem das Gemmail „Femme au Collier“. Das um 1955 erstellte, von hinten beleuchtete Glasmosaik nach Pablo Picassos gleichnamigem Frauenportrait von 1943 sollte mit 500.000 bis 700.000 Euro die Auktion anführen.

Zuwächse bei der Mittelware

So war der mittlere Preisbereich für einige Überraschungen gut, etwa Arnold Balwés sommerlicher, voll erblühter „Bauerngarten“ von 1956, der seine Schätzung mit 30.000 Euro prompt verdreifachte. Von seinem jüngeren Kollegen angestachelt, ließ sich auch Otto Modersohn bei seiner saftigen „Sommerlandschaft an der Wümme“ von 1912 nicht lumpen und forderte hohe 38.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Modersohns spätere winterliche „Dämmerung – Blick aus dem Atelierfenster nach Osten“ von 1942 begnügte sich bei 7.500 Euro mit einem geringeren Zuwachs (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Den oberen Taxrand erreichte Carlo Menses neusachlicher „Spätsommertag am Rhein“ bei 15.000 Euro. Die Schwelle zur Abstraktion streifte Lyonel Feininger in seiner aquarellierten Tuschezeichnung „Strasse in Treptow a. Rega“ von 1930, die brav 30.000 Euro einspielte (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR), ebenso wie seine jüngeren, noch reduzierteren Hügelformationen von 1946 mit 15.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die deutschstämmige, hierzulande kaum bekannte Amerikanerin Agnes Weinrich konnte den Wert für ihre „Cubism Landscape“, eine dörfliche Szenerie bei Provincetown, auf 16.000 Euro verdoppeln.

Liebhaber des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff lächelte eine in den 1960er Jahren entstandene Tuschearbeit mit bunter Fettkreide an. Der Reiz seiner Hügellandschaft mit einigen Bäumen liegt in der pointierten Formensprache, die 9.000 Euro errang (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die Wunschwerte respektierten Schmidt-Rottluffs vibrierende, grün-blaue und gelb-rote „Feuerlilien in weißem Krug“ von 1965 mit 17.000 Euro und das etwas ältere Aquarell „Citronen u. Flasche“ aus den 1940er oder 1950er Jahren mit 18.000 Euro. Franz Radziwills grün und weiß schimmerndes „Stillleben mit Petroleumlampe“ des Jahres 1962 mit unheimlichem Rauchgeist erstand ein Abnehmer bei 20.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Noch schüchterner betrat Maurice de Vlamincks vor 1930 geschaffener „Bouquet de Fleurs“ das Auktionspult. Mit 28.000 Euro verfehlte er die untere Grenzmarge um 2.000 Euro.

Obwohl die Stimmung auf Otto Dix’ Aquarell „Fischerkneipe“ von 1922 eher verhalten ist, trieben die Interessenten den Preis auf 35.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Auch Otto Mueller hatte es ihnen angetan. Sein in sich gebeugter Akt „Mädchen am See“, ein um 1923 entstandenes Blatt in Aquarell und farbigen Kreiden, reüssierte bei 21.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), seine beiden schwarzweißen Lithografien „Mädchen auf der Liege“ von 1919 und die ein Jahr jüngeren „Zwei Mädchen“ bei jeweils 9.000 Euro (Taxen 8.000 bis 12.000 EUR und 6.000 bis 8.000 EUR). In der Kraft der vereinfachten Formen liegt wohl ein Grund, weshalb André Derains stilles Bildnis einer Frau um 1914 mehreren Sammlern gefiel. Das schmale Hochformat erwirtschaftete mit 11.000 Euro beinahe das Dreifache der Erwartungen. Nicht ganz dieselbe Steigerungsrate erzielte Edvard Munchs Lithografie eines weiblichen „Liegenden Halbaktes I“ mit wallender Mähne von 1920 bei 22.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Einen einsamen Menschen nahm auch Pol Cassel 1938 in den Blick und statte sein Portrait eines blonden Knaben in einem undefinierten roten Raum mit Uhrenpendel, Katze und Ähren aus. Das Gemälde des Magischen Realismus kam auf 7.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ein bisschen Abstraktion

Knapp unter den anvisierten 25.000 Euro bewegte sich Paul Klees 1926 datierte Windräder-Zeichnung „Sieben Dynamoradiolaren und andere“ mit 24.000 Euro. Grund zur Freude hatte der Verkäufer von Joan Mirós großformatiger Farbradierung „Els Gossos VIII“. Das durch schwarze Linien und Seen gegliederte und mit bunten Flicken übersäte Blatt von 1979 sprang von 6.000 Euro auf 11.000 Euro. Noch erfolgreicher war Eugène Leroys pastoses Gemälde „Les Trois Graces“. Die in einem Farbmeer verschwimmenden Grazien aus dem Jahr 1990 katapultierten ihren Wert auf 20.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Bis auf wenige Ausnahmen fanden die skulpturalen Arbeiten den Zuspruch des Publikums, etwa Ernst Barlachs ruhiger „Sänger (Singender Klosterschüler)“ von 1931. Der posthume rotbraune Guss der aufrecht stehenden Figur platzierte sich mit 18.000 Euro innerhalb der Schätzgrenzen. Alle fünf weiblichen Akte von Fritz Klimsch wurden übernommen. Hier hatte es den Sammlern vor allem das elegante „Strumpfausziehende Mädchen (Mädchen beim Ankleiden)“ angetan. Der frühe, noch dem Jugendstil verhaftete Entwurf der schlanken jungen Frau, die sich hinabbeugt und ganz in der Tätigkeit konzentriert ist, erarbeitete sich in einem geschickten Bietgefecht 75.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Fast so überzeugend trat Renée Sintenis mit dreizehn Tierbronzen auf, von denen immerhin elf übernommen wurden. Das beste Ergebnis verzeichnete ihr nackter „Junge mit Reh“ von 1950 bei 7.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), gefolgt von dem mit einem Ball „Spielenden Hund“ von 1930 bei 6.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



30.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Moderne Kunst

Stilrichtung:


Expressionismus

Stilrichtung:


Neue Sachlichkeit







Agnes Weinrich, Cubism Landscape (Provincetown)

Agnes Weinrich, Cubism Landscape (Provincetown)

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 101

Otto Modersohn, Dämmerung. Blick aus dem Atelierfenster nach Osten, 1942

Otto Modersohn, Dämmerung. Blick aus dem Atelierfenster nach Osten, 1942

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 52

Otto Modersohn, Sommerlandschaft an der Wümme, 1912

Otto Modersohn, Sommerlandschaft an der Wümme, 1912

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 51

Ernst Barlach, Der Sänger (Singender Klosterschüler), 1931

Ernst Barlach, Der Sänger (Singender Klosterschüler), 1931

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 2




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