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Das Museum Moderner Kunst in Wien stellt Zeichnungen von Eva Hesse aus ihrem Nachlass im Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio vor

Auf der Suche nach einer anderen Art von Kunst



in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

Räume für die Kunst sind so vielfältig wie die Kunst selbst: vom kreativen Chaos eines Künstlerateliers bis zu den repräsentativen Räumlichkeiten eines Kunstmuseums, dem als öffentlicher Kultureinrichtung mit Bildungsauftrag neben dem Sammeln, Bewahren und Präsentieren von Kunst die Wirkung nach außen ein besonders Anliegen ist. Immer häufiger scheint jedoch in letzter Zeit eine Praxis an Bedeutung zu gewinnen, in der aufwändige Ausstellungsarchitekturen wichtiger werden als das, was eigentlich ausgestellt wird – eine Methode, die auch bei der aktuellen Präsentation von Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Eva Hesse im Wiener Museum Moderner Kunst den Blick auf ihr Werk eher verstellt, als öffnet.


Durch internationale Einzelausstellungen im Museum Wiesbaden (2019), im Cleveland Museum of Art (2016) und der Hamburger Kunsthalle (2013) erfährt das künstlerische Œuvre der 1936 in Hamburg geborenen Eva Hesse in den letzten Jahren ein starkes Revival. Trotz ihres frühen Krebstodes 1970 in New York hinterließ die 34jährige Künstlerin ein umfangreiches Werk. Die aktuelle Ausstellung im Museum Moderner Kunst (Mumok) konzentriert sich mit Zeichnungen, Collagen, Aquarellen und Gouachen auf die Arbeiten, die Mitte der 1960er Jahre während ihres Deutschlandaufenthaltes in Kettwig an der Ruhr, davor und nach ihrer Rückkehr nach Amerika entstanden sind.

Als Kleinkind musste die Künstlerin Deutschland auf der Flucht vor den Nazis verlassen. Im Alter von zwei Jahren wurde sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Ende 1938 von den Eltern mit einem Kindertransport nach Holland geschickt. Ein Jahr später emigrierte die Familie in die USA und ließ sich in New York nieder. 1945 kam es zur Scheidung der Eltern, der Vater heiratete erneut, und ein Jahr später beging die Mutter Selbstmord. Eva Hesse war zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alt. Nach einem Studium der Malerei an der Cooper Union in New York und der Yale School of Art and Architecture heiratete sie 1961 den Bildhauer Tom Doyle, mit dem sie gemeinsam 1964/65 nach Deutschland reiste und bei dem Textilfabrikanten Friedrich Arnhard Scheidt auf dessen aufgelassener Werkanlage in Kettwig an der Ruhr ein Atelier bezog. Unterbrochen wurde der mehrere Monate dauernde Aufenthalt durch zahlreiche Reisen, die das Paar quer durch Europa führten. Eva Hesse traf während dieser Zeit die Schweizer Museumsdirektoren Arnold Rüdlinger und Harald Szeemann, begegnete Künstlern des Abstrakten Expressionismus und der Hard Edge-Malerei, traf auf Phänomene des Zero und Fluxus und kam in Kontakt mit Jean Tinguely, der zu den Nouveaux Réalistes zählte. Mit Hans Haacke und seiner Frau Linda pflegte sie freundschaftliche Beziehungen.

In Deutschland fand Eva Hesse nicht nur neue Kontakte, sondern sah sich auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und entwickelte, geprägt durch die vielfältigen Eindrücke, neue künstlerische Ausdrucksformen. In ihren grafischen Arbeiten reduzierte sie fortan figurale Elemente zugunsten einer linearen und monochromen Minimalisierung. Es entstanden Reflexionen über Raum- und Zeitkoordinaten, mittels derer sich die Künstlerin von der zweidimensionalen Zeichnung und Malerei hin zu Collagen, Reliefs und skulptural-plastischen Werken bewegte.

Das Mumok dokumentiert das grafische Schaffen von Eva Hesse quasi in einer Miniretrospektive. Zu Beginn steht ein Jugendwerk aus dem Jahr 1953, das ein Beleg für die Suche der damals 17jährigen Künstlerin ist, die sich noch an traditionellen Naturdarstellungen und Interieurszenen orientiert. Drei Jahre später schon experimentierte Eva Hesse bereits in Collagetechnik mit unterschiedlich farbigen rechteckigen oder quadratischen Papieren, mittels derer sie das Verhältnis von Fläche und Raum, Transparenz und Opazität, Öffnen und Einschließen erkundete. Im Fokus der Ausstellung stehen vor allem Arbeiten aus der Zeit in Deutschland. Sie bieten einen profunden Einblick in eine Phase des Experimentieren, des Erprobens und Verwerfens.

Während einige Papierarbeiten zunächst noch Hesses Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus deutlich vor Augen führen, dominierten während des Aufenthalts in Deutschland zunächst biomorphe Formen in leuchtenden Tönen. Schon bald ging die Künstlerin zu Quadraten und Kuben über. In ihren sogenannten „mechanischen Zeichnungen“ verband sie Details von technischen Apparaten mit organisch-sexuellen Formen zu hybriden Synthesen. Mit „Forms Larger and Bolder“, also Formen, die größer und mutiger sind, beschrieb die Künstlerin selbst diese Werke. Bemerkenswert sind die ausgeschnittenen Tinten- und Grafitzeichnungen, die gleichzeitig Studien zu Skulpturen oder eigenständige grafische Formen und Objekte sein können. Angesiedelt zwischen Surrealismus und Science-Fiction, ähneln sie pneumatischen Apparaten, die zugleich erotisch und gefährlich wirken. Die um 1965 gezeichneten Blätter waren die Auslöser für Materialbilder, die Hesse im Anschluss daran fertigte und den Durchbruch zu ihren dreidimensionalen Werken signalisierten. Andere Zeichnungen nehmen eine abstraktere Wendung, wobei Linien und Formen in einer schwerkraftfreien Zone aufeinandertreffen.

Indem die Ausstellung Eva Hesse anhand von rund 70 Werken bei ihren Form- und Materialexperimenten folgt, wird deutlich, in welch unterschiedlichen Techniken die Künstlerin gearbeitet hat und wie sie sich gleichzeitig immer wieder in Frage stellte. Unverständlich ist jedoch, warum der ohnehin kleine Ausschnitt aus dem imposanten Werk der Künstlerin hier in ein Ausstellungsdesign eingebunden wird, das die kleinformatigen Arbeiten in einem dominanten Kojensystem auf teils farbigen Stellwänden präsentiert. Das Display besteht aus drei raumgroßen Boxen „in unterschiedlichen Stadien der Dekonstruktion“, wie der Pressetext verrät. Gemeint ist damit eine Ausstellungsarchitektur von drei in der Halle installierten Boxen, die sich mehr oder weniger in den Raum öffnen und mittels quadratischer Öffnungen Durchblicke auf benachbarte Wände ermöglichen.

Angesichts der den Raum dominierenden Architektur haben es die ausgestellten Arbeiten schwer, sich zu behaupten. Auch ließe sich über die Auswahl streiten. Am meisten überzeugen die Arbeiten, in denen Eva Hesse konträre und widersprüchliche Ideen miteinander verknüpft und eine stilistische Einordnung aufgibt. Diese Werke geben etwas preis von den Gedanken und Wünschen einer jungen Künstlerin, die unermüdlich suchte und die für ihre Suche nur wenige Jahre Zeit hatte. In einem ihrer bekanntesten Statements, das 1969 im Katalog anlässlich einer Gruppenausstellung im New Yorker Finch College Museum of Art veröffentlich wurde, erklärte sie, was sie finden wollte: „I remember I wanted to get to non-art, non connotive non anthropomorphic, non geometric, non, nothing, everything, but another kind, vision, sort.“ Sie fand es schließlich in plastischen Arbeiten, die alles vereinten, was man von Skulptur nicht erwartet.

Die Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen aus dem Allen Memorial Art Museum am Oberlin College“ ist bis zum 16. Februar zu sehen. Das Mumok hat montags von 14 bis 19 Uhr und dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 13 Euro, ermäßigt 9,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren ist er frei. Begleitend zur Ausstellung ist die Publikation „Eva Hesse: Oberlin Drawings“ mit den Beständen des Allen Memorial Art Museum bei Hauser & Wirth Publishers erschienen.

Kontakt:

Museum Moderner Kunst - Stiftung Ludwig Wien

Museumsplatz 1

AT-1070 Wien

Telefon:+43 (01) 525 00

Telefax:+43 (01) 525 00 13 00

E-Mail: info@mumok.at



03.02.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Eva Hesse, No title, 1970
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Eva Hesse, No title, 1964
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Eva Hesse, No title, 1970

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Eva Hesse, No title, 1964

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Eva Hesse, No title, 1965

Eva Hesse, No title, 1965

Eva Hesse, No title, 1965

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Eva Hesse, No title, 1969

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in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

in der Ausstellung „Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Zeichnungen“

Eva Hesse, No title, 1963

Eva Hesse, No title, 1963

Eva Hesse, No title, 1962

Eva Hesse, No title, 1962

Eva Hesse, No title, 1961

Eva Hesse, No title, 1961

Eva Hesse, No title, 1960

Eva Hesse, No title, 1960

Eva Hesse, No title, 1957

Eva Hesse, No title, 1957

Eva Hesse, No title, 1953

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