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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Andrea Mantegna positionierte sich bei den Zeichnungen Alter Meister von Sotheby’s und Christie’s in New York klar an erster Stelle

Wiederzuschreibung mit Rekordansage



Andrea Mantegna, Der Triumph von Alexandria, um 1480/90

Andrea Mantegna, Der Triumph von Alexandria, um 1480/90

Mit einer anspruchsvollen Preisgestaltung von rund 12 Millionen Dollar war Andrea Mantegnas Zeichnung „Der Triumph von Alexandria“ bei der Sotheby’s-Auktion „Old Master Drawings“ in New York angetreten. Zwar hielt die einzig bekannte eigenhändige Studie zu dem Gemäldezyklus „Der Triumphzug Caesars“, den der Renaissance-Meister zwischen 1484 und 1492 für die Gonzagas in Mantua schuf, dieser Erwartung nicht ganz stand, dennoch markieren die 10 Millionen Dollar eindrucksvoll den Aufstieg dieses nicht allzu großen Blattes. Hatte die Federzeichnung doch ein deutscher Kunsthändler im Juni 2016 bei einer Versteigerung in der deutschen Provinz entdeckt und für nicht einmal tausend Euro als „Kopie nach Mantegna“ erworben, obwohl sie im 19. Jahrhundert noch als Original galt. Der Händler ließ nicht locker, holte mehrere Expertisen ein und legte die Studie auch Sarah Vowles vor, Kuratorin für italienische Zeichnungen am British Museum. Sie erteilte den letztendlichen Ritterschlag und integrierte den „Triumph von Alexandria“ in die 2018/19 in London und in Berlin präsentierte Mantegna-Bellini-Ausstellung.


Wer die Vorzeichnung mit den Soldaten, Standartenträgern und Belagerungswaffen für das zweite Gemäldes der neunteiligen Serie, die seit 1629 dem britischen Königshaus gehört und heute im Hampton Court Palace hängt, zu diesem Rekordwert für eine Zeichnung Mantegnas erworben hat, teilte Sotheby’s nicht mit. Amerikanische Medien vermuten hinter dem Kauf aber den New Yorker Geschäftsmann und Sammler Leon Black, der dafür mit Aufgeld 11,65 Millionen Dollar hinblätterte. Damit trug Andrea Mantegnas Werk den größten Brocken zum Umsatz von 15,1 Millionen Dollar bei und verhalf Sotheby’s zum besten Ergebnis für eine Auktion „Old Master Drawings“. Insgesamt gab der Versteigerer am 29. Januar in New York 91 von 126 Positionen ab, was einer losbezogenen Zuschlagsquote von 72,2 Prozent entspricht.

Seltenheitswert durfte gleichfalls eine sitzende Madonna Bernardino di Bettos, besser bekannt als Pinturicchio, für sich beanspruchen. Die fein schraffierte Federzeichnung aus der Zeit um 1500 konnte denn auch 750.000 Dollar und damit den Auktionsrekord für den umbrischen Meister einspielen (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Diesen Wertrahmen hatten die Experten auch für Annibale Carraccis mit Öl auf Papier gemalte, fast impressionistische Kopfstudie eines Mädchens mit Blumen im blonden Haar vorgesehen; doch niemand folgte ihrer Meinung. Wenigstens gab es für die charmante Kopfstudie eines jungen Mannes im Profil, die Carracci mit Handstudien auf der Rückseite in Rötel ausgeführt haben soll, 65.000 Dollar (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Zu den teuren Ausfällen gehörte zudem Giuseppe Cesaris Rötelzeichnung von Romulus und Remus, die von einer Wölfin gesäugt und von herbeieilenden Menschen gerade bemerkt werden (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). So erreichte ein Turnierbuch um 1500 mit 16 Zeichnungen von Rittern meist zu Pferd aus der Werkstatt Hans Burgkmair d.Ä. bei guten 370.000 Dollar den dritten Platz auf der Zuschlagsliste (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Hohe Zuwächse verbuchten noch ein detailfreudig ausgeführter Blick von einer Anhöhe auf eine weite Ebene mit der Stadt Dordrecht, in die Hans Bol 1592 die Verstoßung von Hagar und Ismael integriert hat, bei 160.000 Dollar (Taxe 60.000 bis 80.000 USD) und Roelant Saverys fantasievolle Landschaft. Die um 1605/10 mit zwei Wanderern auf einem Weg zwischen skurrilen Felsformationen angefüllte Hügelgegend katapultierten die Käufer auf den Spitzenwert von 170.000 Dollar (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Im biblischen Bereich blieb es mit Jean-Baptiste Greuzes übertreiben dramatisch aufgefasstem Gleichnis von der Rückkehr des Verlorenen Sohnes aus dem Jahr 1790 für 100.000 Dollar an der unteren Schätzgrenze und mit Carlo Marattas Kreidestudie „Jaël und Sisera“. Die tatkräftige Frau, die eben den kanaanäischen Heerführer mit einem Zeltpflock tötet, verdreifachte ihren Wert auf 75.000 Dollar.

Dem italienischen Manieristen Daniele da Volterra wurde eine figurenreiche Federzeichnung mit dem zentralen Kniefall Alexanders des Großen vor dem Hohepriester Jaddua, einer selten dargestellten Szene aus dem Alten Testament, neu zugeschrieben, was die Kunden mit 70.000 Dollar honorierten (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Bei Giovanni Francesco Barbieris Rötelblatt mit Ganymed, der eben von Zeus in Gestalt eines Adlers in den Himmel gehoben wird, einigten sich die Bieter auf unerwartet hohe 60.000 Dollar (Taxe 12.000 bis 15.000 USD). Bei den 60.000 bis 80.000 Dollar für seine Tuschezeichnung einer Landschaft mit sich windendem Weg, auf dem mehrere Passanten entlang gehen, wollte Sotheby’s indes niemand mitziehen. Spitzenwerte im niedrigeren Preisbereich gab es mit 38.000 Dollar für Pieter van Laers ausgelassene Figuren beim Tanz um ein Feuer (Taxe 12.000 bis 18.000 USD), mit 11.000 Dollar für Paulus Constantijn La Fargues Sicht auf das barocke Anwesen Rijksdorp mit seinem Park bei Wassenaar von 1761 (Taxe 3.000 bis 4.000 USD) oder mit 15.000 Dollar für Johannes Bronkhorsts Gouache eines grünen Zwergpapageis und eines rotbraunen Laubenvogels auf einem Ast (Taxe 5.000 bis 7.000 USD).

Christie’s im Renaissance-Fieber

Ohne ein Schwergewicht wie Mantegnas Blatt kam Christie’s mit seiner Zeichnungssuite am 28. Januar bei einem etwa gleich umfangreichen Angebot und einer losbezogenen Zuschlagsquote von 73 Prozent nur auf 5,5 Millionen Dollar. Hier war bei 750.000 Dollar Schluss, die Giovanni Antonio Canals prächtige Ansicht von Warwick Castle in heiterer Sommerstimmung auf sich vereinen konnte (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Mehr Kauflust kam bei einem zart ausformulierten, nach oben blickenden Mann mit langem Bart von Pietro di Cristoforo Vannucci auf. Dem umbrischen Maler, der als Perugino in die Kunstgeschichte einging, diente er als vorbereitende Studie für den dritten Apostel von rechts in seiner „Himmelfahrt Christi“, die heute im Musée des Beaux-Arts in Lyon hängt. 700.000 Dollar waren sein Lohn (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Auch sein Renaissance-Kollege Luca Signorelli ließ sich nicht lumpen und gab die beiden Figurenstudien eines jungen Mannes in Rückenansicht und einer ruhenden Frau auf einem Blatt für 300.000 Dollar ab (Taxe 50.000 bis 70.000 USD). Für den Frauenkopf im Halbprofil eines unbekannten Florentiner Meisters des 15. Jahrhunderts interessierten sich mehrere Sammler und hoben die lavierte und weiß gehöhte Federzeichnung von 15.000 Dollar auf 130.000 Dollar.

In den italienischen Manierismus ging es dann mit Girolamo Mazzola Bedolis elegantem „Tod der Lucretia“ für 17.000 Dollar (Taxe 7.000 bis 10.000 USD), in den Barock mit Giovanni Francesco Barbieris anmutigem Engel, der sich mit einem Putto in den Wolken herumtreibt, für ebenfalls einträgliche 80.000 Dollar (Taxe 15.000 bis 20.000 USD). Aufmerksamkeit zog die Bologneser Malerin Elisabetta Sirani, die in ihrer Heimat eine eigene Kunstakademie nur für Mädchen und Frauen gründete, mit einem feinen Selbstportrait in schwarzer und roter Kreide bei 35.000 Dollar auf sich (Taxe 5.000 bis 7.000 USD). In Bologna verstarb auch der aus Antwerpen zugewanderte Flame Denys Calvaert, der mit einem reizvollen Mädchenkopf in gleicher Technik bei 45.000 Dollar überzeugte (Taxe 15.000 bis 20.000 USD). Marten de Vos war einer der wenigen Niederländer, der mit seinem mächtigen Koloss von Rhodos den Geschmack des Publikums traf. Die Tusche- und Kreidezeichnung schnellte von 8.000 Dollar auf 70.000 Dollar.

Giovanni Battista Tiepolo konnte sich dann über 450.000 Dollar für sein Rötelblatt mit drei Studien eines Esels in unterschiedlichen Stellungen freuen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Bei Jean-Baptiste Oudry war die tierische Welt nicht so friedlich. Auf seinem dicht ausgearbeiteten, nun 40.000 Dollar teuren Blatt reißen wilde Wölfe einige Hirsche (Taxe 15.000 bis 25.000 USD). Der galanten Welt des französischen Rokoko entsprang François Bouchers weiblicher sitzender Rückenakt bei Flötespielen, der genau die obere Schätzgrenze von 30.000 Dollar traf. Auch Künstler der Romantik hatten Aufnahme in den Christie’s-Katalog „Old Master & British Drawings“ gefunden. Von den „Gesängen des Ossian“ ließ sich François Pascal Simon Gérard zum tragischen Tod der Malvina inspirieren, die nicht nur von Menschen und Tieren, sondern auch von Geisteswesen betrauert wird. Das Werk aus der keltischen Mythologie schraubte seinen Wert von 30.000 Dollar auf 280.000 Dollar hoch. Weniger dramatisch ging es bei Jean-Auguste-Dominique Ingres’ feinem Portrait der jungen Prinzessin Louise Murat, einer Nichte Napoleon Bonapartes, zu, und auch die Preisgestaltung fiel mit 90.000 Dollar recht moderat aus (Taxe 100.000 bis 150.000 USD).

Für Théodore Géricaults Aquarell eines Kohlewagens mit der Grafitstudie eines Pferdes auf der Rückseite fand sich bei 200.000 bis 300.000 Dollar überhaupt kein Abnehmer. Dafür reüssierte Marie Ellenrieders zarte, an Raffael angelehnte Darstellung der Jungfrau mit dem Kind vor weiter Naturkulisse bei 24.000 Dollar (Taxe 6.000 bis 8.000 USD). Zuletzt betrat noch Joseph Mallord William Turner mit vier Aquarellen das Parkett. Das war etwas zu viel. Denn seine beiden Alpenlandschaften „Mont-Blanc and the Allée Blanche from near the Col de la Seigne“ und „The Domleschg Valley looking North“ blieben bei Schätzungen zwischen 300.000 und 600.000 Dollar liegen, und seine beiden anderen Naturveduten „Mont Blanc from the Bridge of St. Martin. Sallanches“ und „Launceston. Cornwall“ konnten sich mit 180.000 Dollar und 380.000 Dollar jeweils nur 20.000 Dollar unter den Erwartungen behaupten.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



10.02.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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