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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Christie’s konnte in London die Offerte mit Kunst des Impressionismus, der Moderne und des Surrealismus gut absetzen und half nicht nur zwei Deutschen zur Rekordwerten

Die Schöne aus Stein



Tamara de Lempicka, Portrait de Marjorie Ferry, 1932

Tamara de Lempicka, Portrait de Marjorie Ferry, 1932

Sie hat es geschafft! Mit ihren stahlblonden Haaren, ihren großen verführerischen Mandelaugen und dem durchdringenden Blick über die Schulter nahm sie schon prominent den Betrachter des Katalogcovers und nun auch die Käufer bei Christie’s gefangen. Marjorie Ferry, eine britische, in Paris tätige Kabarettsängerin, hatte ein Auge auf einen wohlhabenden Finanzier geworfen, der sie schließlich heiratete und 1932 ein Gemälde seiner Ehefrau bei der wohl gefragtesten Porträtmalerin des Art Déco bestellte: Tamara de Lempicka. Sie meißelte die Schönheit mit einem weißen Tuch um die Hüften zwischen grauen Säulen und einer marmornen Brüstung auf die Leinwand. Alles wirkt hart und eisig. Dennoch verfehlte die unterkühlte Erotik bei der Auktion „Impressionist and Modern Art Evening Sale“ nicht ihre Wirkung. Mit 14,25 Millionen Pfund haute Marjorie Ferry den neuen Rekordpreis für Tamara de Lempicka in Stein und verschob damit die Messelatte für die polnisch-französische Malerin wieder ein Stück nach oben, die ihre lasziv Liegende „La Tunique rose“ von 1927 erst seit vergangenem November mit 11,5 Millionen Dollar hielt.


Auch den Einlieferer dürfte der Bruttobetrag von gut 16 Millionen Pfund gefreut haben; hatte er das auf 8 bis 12 Millionen Pfund geschätzte „Portrait de Marjorie Ferry“ doch erst im Mai 2009 bei Sotheby’s in New York aus der Sammlung des deutschen Modedezaren Wolfgang Joop für netto 4,3 Millionen Dollar, respektive 4,9 Millionen Dollar inklusive Aufgeld, erworben. Mit den Ergebnissen der Londoner Abendauktionen vom 5. Februar kann Christie’s zufrieden sein. Die Kunden nahmen 41 der 49 Positionen mit, das Soll wurde mit einem Umsatz von 106,8 Millionen Pfund nahe an der oberen Schätzpreissumme von 109 Millionen Pfund klar erreicht. Das entspricht in Relation etwa den Vorjahresergebnissen: Im Februar 2019 setzte Christie’s mit einer deutlich höheren Anzahl von 67 Losen 165,67 Millionen Pfund um.

Zudem konnte Christie’s weitere Auktionsrekorde vermelden. Einer gilt George Grosz. Der Kritiker der politischen und sozialen Zustände der Weimarer Republik malte 1918 seine „Gefährliche Straße“, geprägt von den erschütternden Erlebnissen des Ersten Weltkriegs. In dem Großstadtbild stellte er eine verwahrloste Gesellschaft zwischen brennenden Häuserschluchten zur Schau: Einen Soldaten mit geflickten Gliedern, eine Prosituierte, elegante Herren auf der Suche nach Abenteuern oder dunkle Gestalten. Angesetzt mit 4,5 bis 6,5 Millionen Pfund, kamen für den rot glühenden grotesken Reigen in futuristischer Dynamik und expressionistischer Leidenschaft, der seit 1970 erstmals wieder den Kunstmarkt betrat, schließlich 8,4 Millionen Pfund zusammen. Zwischen beiden Werken platzierte sich noch Alberto Giacomettis Bronze „Trois hommes qui marchent (Grand plateau)“ von 1948. Die überlangen existenziellen Gestalten auf hohem Tischsockel waren im Juni 2008 zuletzt bei Sotheby’s für netto 8,4 Millionen Pfund zu Gast und brachten es nun bei Christie’s auf angemessene 9,75 Millionen Pfund (Taxe 8 bis 12 Millionen GBP).

Picasso nicht in Hochform

Auch wenn sie ihre Schätzungen nicht ganz erreichten, kamen zwei Stillleben Pablo Picassos aus der Nachkriegszeit noch auf die Top Ten-Liste: Das flache „Intérieur au pot de fleurs“ mit geblümter Tapete von 1953 bei 6,2 Millionen Pfund (Taxe 7 bis 10 Millionen GBP) und die neun Jahre jüngere „Nature morte au chien“ samt rotem Hummer bei 3,7 Millionen Pfund (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Besser lief es für Picassos knallig bunte Gouache „La cafetière“ vom April 1943, die die obere Taxgrenze von 1,5 Millionen Pfund erreichte. Mit einem flüchtig in Öl auf die Leinwand gestrichenen Blick auf „La Montagne Sainte-Victoire“ um 1904 hatte Paul Cézanne bei 2,2 Millionen Pfund Glück (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Modern in Farbwahl und flächig-ornamentaler Anlage präsentierte sich Louis Anquetins Halbakt „Femme à sa toilette“ von 1889, den das Publikum zum neuen Spitzenpreis von 1,1 Millionen Pfund mitnahm (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Die Impressionisten und Postimpressionisten hatten diesmal keine Zugpferde aufgetrieben. Zu den teuersten Objekten zählten hier Alfred Sisleys heitere Sommerstimmung „Après-midi de mai à By, près de Moret-sur-Loing“ von etwa 1882 für 620.000 Pfund (Taxe 650.000 bis 900.000 GBP) und Paul Signacs abendlicher, grün-violett kolorierter Sicht auf die „Moulin d’Edam“ von 1896 bei 1,1 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen GBP). Paul Klee war mit seinem farbfreudigen Aquarell „Der Ballon im Fenster“ von 1929 für 280.000 Pfund zugegen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Egon Schiele mit der Bleistiftzeichnung eines von den Blatträndern angeschnittenen weiblichen Akts mit dem Bildnis des Pianisten Roderick Mackey auf der Rückseite für etwas untertourige 240.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Einen futuristischen Leckerbissen hatte Christie’s mit Gino Severinis „La Ferrovia Nord-Sud“ im Angebot. Doch die Kohlezeichnung aus dem Jahr 1913 wurde ebenfalls nur mit 500.000 Pfund anstelle der mindestens angedachten 700.000 Pfund umworben.

René Magritte führte die separate Surrealismus-Suite mit sieben Arbeiten an, die alle an den Sammler gebracht wurden. Da die Preise für den belgischen Surrealisten in den letzten Jahren deutlich angezogen haben, ließen die Bieter auch diesmal nicht locker und hievten seine Nachtszene „A la rencontre du plaisir“ auf hohe 16,5 Millionen Pfund. Für das Gemälde hatte Magritte 1962 auch typische Motive seines Schaffens aufgewendet: Einen Mann im Anzug mit Melone, einen Vorhang, den hellen Mond und die unwirkliche Waldnacht (Taxe 8 bis 12 Millionen GBP). Für seine Särge als Stellvertreter des Menschen in dem Gemälde „Perspective: Le balcon de Manet“ von 1949 gab es aber dann nur 3,1 Millionen Pfund (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen GBP). Francis Picabia überzeugte mit seiner Köperüberlagerung „Ligustri“ um 1929 bei 2,9 Millionen Pfund (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP) und mit seiner bunt-fröhlichen Ornamentabstraktion „Venise“ von 1948 bei 680.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Fast an der oberen Schätzgrenze 2,5 Millionen Pfund positionierte sich dann Max Ernsts Wachstumsbild „Paysage-efet d’attouchement“ von 1934/35 mit seiner dynamischen rot-gelben Wellenstruktur und dem stilisierten Vogel bei 2,4 Millionen Pfund. Dagegen respektierte Salvador Dalís Landschaft „Sans titre, bateau à voiles dans la baie de Port Lligat“ von 1960 mit der Silhouette des Malers und der dazugehörigen Tuschestudie die unteren anvisierten 1,5 Millionen Pfund. James Ensor hatte Aufnahme bei den Surrealisten gefunden und verwandelte sein Ölgemälde „Baptême des masques“ mit absurd-wunderlichen Karnevalsgestalten von 1891 zu 1 Million Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Seine 32 Farbzeichnungen „Scènes de la Vie du Christ“ aus den Jahren 1910 bis 1915 verabschiedeten sich schon 670.000 Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Tagesauktion mit deutschem Rekord

Bei den beiden Versteigerungen mit den günstigeren Werken aus Impressionismus, Moderne und Surrealismus kamen am 6. Februar nochmals 20,6 Millionen Pfund zusammen und ließen den Gesamtumsatz für die beiden Auktionstage auf 127,4 Millionen Pfund ansteigen. Den Höchstpreis erreichte Henri Hayden mit seinem leicht kubistisch zerlegten Interieur mit „Les joueurs d’échecs“ von 1913 bei unerwartet hohen 940.000 Pfund, die nun den Auktionsrekord des polnisch-französischen Malers markieren (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Es folgten Marc Chagall mit seinen typisch schwebenden „Amoureux“ neben einem bunten Blumenstrauß von 1948/53 bei 630.000 Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP) und Alfred Sisley mit seiner Vorfrühlingslandschaft „Soleil d’hiver à Veneux-Nadon“ bei 580.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP).

Im Anschluss machte sich Walter Dexel bemerkbar. 1922 hatte er ein „Segelschiff“ als Konstrukt aus Dreiecken, Kreissegmenten und Rechtecken in jeweils unterschiedlichen Farben aufgebaut, das nun bei Christie’s von 200.000 Pfund auf den aktuellen Spitzenwert von 550.000 Pfund schoss. Das Gemälde stammte aus der Sammlung der italienischen Großbank UniCredit, die noch mehrere Werke bei Christie’s erfolgreich veräußerte, etwa Franz Wilhelm Seiwerts gesichtslosen „Gärtner“ vor rauchenden Fabriken von 1930 für 62.000 Pfund (Taxe 16.000 bis 24.000 GBP) oder Oskar Kokoschkas stimmungsvollen „Blick vom Liebhartstal II“ auf Wien von 1933 für 300.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Auch aus der ehemaligen Sammlung des Hamburger Kunsthistorikers Wilhelm Niemeyer hatte Christie’s zwei Gemälde von Franz Radziwill aus dessen Dresdner Zeit im Programm, die sich gut schlugen: „Die Dresdner Oper“ von 1930 bei 68.000 Pfund (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP) und „Haus und Straßenecke (Das Gewitter)“ von 1922 bei 35.000 Pfund (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



12.02.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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René Magritte, A la rencontre du plaisir, 1962

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Taxe: 8.000.000 - 12.000.000 GBP

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Paul Klee, Der Ballon im Fenster, 1929

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Max Ernst, Paysage-efet d’attouchement, 1934/35

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