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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Hohe Radio-Aktivität im Münchner Lenbachhaus

Ausgehend von Bertolt Brechts Radiotheorie widmet das Lenbachhaus in München künstlerischen und politischen Kollektiven eine Ausstellung, die nach alternativen Kommunikationswegen suchten. „Es ist eine sehr schlechte Sache“, sagte Brecht 1932 über den Zustand des neuen Mediums Radio. „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich genau überlegte, nichts zu sagen.“ Desillusioniert schlug Brecht vor, den Rundfunk von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat umzuwandeln. Jeder Radiohörer sollte zu einem potentiellen Radiosprecher werden. In einer Zeit, als in Deutschland Radiostationen verstaatlicht und in die Propagandamaschinerie eingegliedert wurden, forderte Brecht einen „Aufstand der Hörer“.

Die Kuratorinnen Karin Althaus und Stephanie Weber untersuchen künstlerische und gesellschaftliche Ideen der 1920er bis 1970er Jahre, die – ähnlich wie Brecht – eine neue Form der Kommunikation anstrebten. In diesen Jahrzehnten gab es verschiedene Bestrebungen, Sprache neu zu denken und Formen antinationaler und internationaler Verständigung zu schaffen. So entwickelte Paul Renner in München die „Futura“, die als erste übernationale Schrifttype in eine gemeinsame Zukunft führen sollte und sich weltweit verbreitete. Mitglieder der „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands“, zu denen George Grosz, John Heartfield und Rudolf Schlichter zählten, produzierten politische Satiren für Zeitschriften wie die „Arbeiter-Illustrierte-Zeitung aller Länder“.

In diesem Sinne sollte auch das Radio ein Instrument zur Vereinigung der Arbeiterschaft werden. Max Radlers Gemälde „Der Radiohörer“ von 1930 zeigt einen vermeintlich isolierten und in sich versunkenen Menschen. Über das vor ihm stehende Radiogerät wird dieser zu einem Teil einer größeren Gemeinschaft und zum Sinnbild der angestrebten „Arbeiter-Radio-Bewegung“. Derartige kommunistische Hoffnungen wurden auch wieder in den späten 1960er Jahren diskutiert. Der Grundgedanke von Brechts Radiokritik war weiterhin aktuell und fiel mit einer Neubewertung marxistischer Theorien zusammen: Wer hat Deutungshoheit? Wer spricht und zu wem wird gesprochen?

1974 protestierte die Künstlerin Ketty La Rocca mit den Worten: „Es ist nicht die Zeit für Deklarationen von Frauen. Sie sind zu beschäftigt und sie müssten eine Sprache verwenden, die nicht die ihre ist, innerhalb einer Sprache, die ihnen fremd und feindlich gesinnt ist.“ Die Suche nach neuen Formen des Schreibens verband Künstlerinnen wie La Rocca, Tomaso Binga und Betty Danon im Sinne von Brechts Statement: „Die Kunst muss dort einsetzen, wo der Defekt liegt.“

Die Ausstellung „Radio-Aktivität. Kollektive mit Sendungsbewusstsein“ läuft bis zum 23. August. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus hat mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Ausstellung ist frei.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 233 320 00
Telefax: +49 (0)89 – 233 320 03

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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Veranstaltung vom:


18.02.2020, Radio-Aktivität - Kollektive mit Sendungsbewusstsein

Bei:


Lenbachhaus München

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst








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