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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Koller hat für seine kommende Auktionsrunde in Zürich wieder exquisite Möbel und Einrichtungsgegenstände zusammengetragen und konnte sich die Sammlung Paul und Ursula Müller-Frei sichern

Die Kommode des Ministers



François Lieutaud, Kommode, Paris um 1728/30

François Lieutaud, Kommode, Paris um 1728/30

Für die kleine Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach war Christoph Friedrich von Seckendorff-Aberdar ein wichtiger Mann. Nach einem Jura- und Geschichtsstudium in Leipzig sowie ausgedehnten Reisen durch Deutschland, die Niederlande, England, Österreich und Italien wurde er 1704 zum Kammerjunker in Ansbach berufen und machte schnell Karriere: Schon zwei Jahre später war er Hofrat und bestimmte schließlich rund zwanzig Jahre lang maßgeblich die Außen- und Wirtschaftspolitik des hochverschuldeten Fürstentums. Als er 1750 von einem Neffen verdrängt wurde, hatte er Brandenburg-Ansbach mit tiefgreifenden Reformen zu einem kleinen Musterstaat gemacht. Von Markgraf Karl Wilhelm Friedrich wurde Seckendorff-Aberdar ob seiner Verdienste natürlich reichlich belohnt. Zu den Geschenken an den Minister gehörte auch eine Kommode, die der Landesherr um 1728/30 in Paris erworben hatte. Sie wurde vermutlich von dem Ebenisten François Lieutaud angefertigt. Bis 1998 blieb das Möbelstück im Besitz der Nachfahren Seckendorff-Aberdars, dann wurde es bei Sotheby’s in Zürich versteigert und ist nun bei Koller wiederum in Zürich innerhalb der Frühjahrsauktionen für 150.000 bis 250.000 Franken zu haben.


Prominente Provenienz weist auch eines der ältesten Stücke in der Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen am 26. März auf: Dem dänischen Filmproduzenten Ole Olsen, der sich nach seinem Tod 1943 in einem eigens errichteten Grabhügel beisetzen ließ, gehörte einst ein Limosiner Reliquienkästchen des 13. Jahrhunderts mit feuervergoldeten Ranken, Engelsköpfen und Szenen aus dem Leben Mariens. Die Flächen dazwischen sind mit Emaille in Rot, Blau und Weiß gefüllt (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR). Zu den ältesten Möbeln zählt ein zweiteiliger französischer Buffetschrank aus dem späteren 16. Jahrhundert mit flachen Reliefs, die die Allegorien der vier Jahreszeiten in Gestalt junger Frauenakte präsentieren (Taxe 35.000 bis 50.000 SFR). Ansonsten stammen die meisten Objekte aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit Klassikern wie einem eleganten Bureau plat von Jacques Dubois aus der Zeit um 1750 (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) oder einem blumen-, vögel- und schmetterlinggeschmückten Mehrzwecktisch der Neuwieder Werkstatt Abraham und David Roentgens aus den späten 1760er Jahren (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Etwas schwer tun sich die Experten mit der Einordnung einer Kommode im Rokokostil mit bunten Lackmalereien. In einer Ausstellung 2002 in Köln wurden die Tafeln noch als chinesischen Ursprungs bezeichnet, doch nach Meinung des Auktionshauses sind sie wohl in Paris entstanden. Einig ist man sich allerdings darin, dass sie erst später in das um 1740/50 geschaffene Möbelstück eingefügt wurden (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Den beginnenden Klassizismus repräsentiert eine Kommode von Jean-François Oeben aus den späten 1760er Jahren. Die farblich dezenten Intarsien sind geometrisch gebändigt, die vergoldeten Bronzebeschläge von zurückhaltender Eleganz (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Im Empire um 1825 ist man mit einer wuchtig proportionierten Kommode Joseph-Marie Bénards angekommen. Zwei runde Porzellanmedaillons auf den Türen zeigen die Allegorien der Musik und der Poesie – passend zur ersten Besitzerin des Möbels, der französischen Schauspielerin Anne-Françoise-Hippolyte Boutet, genannt Mademoiselle Mars (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR).

Kostbarster Zeitmesser der Auktion ist eine astronomische Tischuhr des Schweizer Meisters François Ducommun aus der Zeit um 1820/30. Auf dem Schaft des säulenförmigen Alabastergehäuse sitzt das girlandengeschmückte runde Zifferblatt, als Kapitell ein Kranz rautenförmiger Emailbilder der zwölf Tierkreiszeichen sowie obenauf ein kleines Tellurium (Taxe 120.000 bis 200.000 SFR). In Gestalt einer zweitürmigen Kirchenfassade mit reicher Verzierung in Verre églomisé-Technik ist eine 1887 datierte Uhr von Jean-Baptiste Simon gehalten. Das kleine Uhrwerk mit Federaufzug wurde allerdings später eingefügt (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Beim Silbergeschirr ist ein Paar großer Deckelterrinen des späten 18. Jahrhunderts mit Jagdmotiven als Deckelknauf zu nennen, die einst der Berner Oberst Samuel von Tscharner sein Eigen nennen durfte. Ihr Herkunftsort ist Turin, ihr Schöpfer aber kann bis heute nicht ermittelt werden (Taxe 20.000 bis 40.000 SFR).

Bereits am 24. März versteigert Koller den reichen Bestand der Privatsammlung des verstorbenen Zürcher Ehepaares Paul und Ursula Müller-Frei. Neben schönen Gemälden wie einem barocken Blumenstillleben mit der Steinkartusche einer Madonna von Daniel Seghers und Erasmus Quellinus II oder Jean-Baptiste Armand Guillaumins impressionistischer „Strickender Frau in einem Blumengarten“ von 1888 für jeweils 40.000 bis 60.000 Franken kommen auch hier vor allem hochkarätige Möbel und Einrichtungsgegenstände zum Aufruf. Einige der bedeutendsten Stücke finden sich beim Meißner Porzellan nach Modellen Johann Joachim Kändlers, so der berühmte tanzende Harlekin von 1738 (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), die Liebesgruppe mit Vogelkäfig (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) oder ein Exemplar einer seltenen Krinolinengruppe, die eine Dame mit Mops in der Mitte und einen galanten Liebhaber sowie den Kammerhusar Schindler zu ihrer Seite platziert (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Englisches Silber bildet einen weiteren Schwerpunkt unter anderem mit einem 1683 datierten Deckelhumpen des Londoner Meisters John Sutton, auf dem fantasievolle chinoise Motive eingraviert sind, oder vier vergoldeten Strawberry Dishes von Benjamin Pyne aus dem Jahr 1698 (Taxen je 15.000 bis 25.000 SFR). Einen mit Rankenwerk, Vögeln und Bäumen verzierten Henkelbecher samt Deckel für Schokolade von Ralph Leake um 1680 listet der Katalog für 20.000 bis 30.000 Franken. Auch China hatte es den Müller-Freis angetan, wie ein reiches Angebot an Jadesteinen und Porzellan mit einer Doucai-Vase aus der 1723 bis 1735 währenden Regierungszeit des Kaisers Yongzheng für 30.000 bis 50.000 Franken an der Spitze belegt. Die Möbelabteilung bietet einen schönen Rokoko-Schreibtisch wohl von Charles Cressent oder Umkreis (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), eine ebenfalls in Paris von Léonard Boudin gefertigte Lackkommode des Transiton um 1770 mit chinesischen Parklandschaften (Taxe 45.000 bis 75.000 SFR) oder einen kleinen Kombinationssekretär von Denis Genty um 1760 mit ausgefallenem Furnierbild für 10.000 bis 15.000 Franken.

März-Auktionen wegen der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



05.03.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jean-François Oeben, Kommode, Paris um 1765/70
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François Lieutaud, Kommode, Paris um 1728/30
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Joseph-Marie Bénard, Kommode, Paris um 1825

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Ralph Leake, Henkelbecher für Schokolade, London um 1680

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Jean-Baptiste Simon, Tischuhr in Form einer Kathedrale, 1887

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François Ducommun, Astronomische Tischuhr „Copernic“, Schweiz um 1820/30

Taxe: 120.000 - 200.000 SFR

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Johann Joachim Kändler, Krinolinengruppe mit Kammerhusar Schindler, um 1737

Johann Joachim Kändler, Krinolinengruppe mit Kammerhusar Schindler, um 1737

Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 1542

Buffetschrank, Frankreich, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Buffetschrank, Frankreich, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Taxe: 35.000 - 50.000 SFR

Losnummer: 1021

Jacques Dubois, Bureau plat, Paris um 1750

Jacques Dubois, Bureau plat, Paris um 1750

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Losnummer: 1108

John Sutton, Deckelhumpen, London 1683

John Sutton, Deckelhumpen, London 1683

Taxe: 15.000 - 25.000 SFR

Losnummer: 1532

Abraham und David Roentgen Werkstatt, Mehrzwecktisch, Neuwied um 1765/68

Abraham und David Roentgen Werkstatt, Mehrzwecktisch, Neuwied um 1765/68

Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

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Paar Deckelterrinen, Turin, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

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Denis Genty, Kombinationssekretär, um 1760

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Johann Joachim Kändler, Tanzender Harlekin mit Kanne, 1738

Johann Joachim Kändler, Tanzender Harlekin mit Kanne, 1738

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 1536




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