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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Journal

Das Berliner Kulturleben steht still. Theater, Museen und Clubs haben geschlossen, ebenso wie Kinos und Galerien und andere Veranstaltungsorte. Alle leiden unter der physischen Distanzierung. Künstler und Künstlerinnen trifft der Covid-19-Lockdown hart. Jacqueline Rugo hat sich im digitalen Kulturraum der deutschen Hauptstad umgesehen

Kulturtipps für daheim – Blickpunkt Berlin



Das renovierte und neu eröffnete Bode-Museum

Das renovierte und neu eröffnete Bode-Museum

Während Kulturinstitutionen signalisieren, vorerst geschlossen zu bleiben, arbeiten Projektgruppen bereits an den Planungen für den Herbst und das kommende Jahr. Was Kunst jetzt ausrichten kann, notiert der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge, ist die Aufgabe, einen „Gegen-Algorithmus“ zu bilden. Der 88jährige Kluge beschreibt die Welt als einen großen Automaten. „Wenn der Fremdkörper Virus da eindringt, lehrt er uns vielleicht auch etwas“, folgert er zuversichtlich. „So wie nach dem Erdbeben von Lissabon 1755 sich die Aufklärung in rasender Geschwindigkeit verbreitete. Krieg führen gegen die Natur, wie es Voltaire damals forderte, bedeutet, von der Natur zu lernen. Alles das sind Themen für Ausstellungen, Herausforderungen für die Anfertigung von Texten, Musik, Filmen und Kunstwerken.“ Ein thematisches Füllhorn, das dabei helfen kann, das Erlebte zu verarbeiten.


Mangel an Kunst herrscht derzeit trotz geschlossener Häuser nicht. Riesig ist beispielsweise das Online-Angebot der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie fangen beim Blog mit Hintergrundgeschichten zu ihren Sammlungen an und listen YouTube-Videos und 3-D-Rundgänge auf. Es existiert eine Online-Datenbank mit 250.000 Bildern, von den Highlights der Gemäldegalerie bis zu Statuen aus der Antikensammlung. Kunstgeschichtliche Forschungsprojekte sind ausführlich dokumentiert, und eine eigene YouTube-Reihe ermöglicht Blicke hinter die Kulissen der Museumsarbeit: „Behind the Scenes“ stellt in kurzen sehenswerten Episoden den Arbeitsalltag von Restauratoren, Ausstellungsarchitekten, Kuratoren und Sicherheitsbeauftragten aus den verschiedenen Bereichen und Häusern der Staatlichen Museen vor.

Virtuelle Rundgänge haben unter anderem die Neue Nationalgalerie und das Bode-Museum eingerichtet. Wer am Mausrad dreht, kann die leeren Räume des Mies van der Rohe-Baus im 360 Grad-Panorama erkunden und im Bode-Museum von der großen in die kleine Kuppelhalle schweben und sich durch die verschiedenen Räume scrollen. Lohnend ist neben der Online-Datenbank der Skulpturensammlung auch der Link zu einer neuen Ausstellungsreihe, die sich anhand aktueller gesellschaftsrelevanter Themen mit Werken aus dem Bestand des Bode-Museums auseinandersetzt und menschliche Identitäten und ihre bildnerische Darstellung thematisiert. „Spielarten der Liebe“, der erste Teil der Reihe, wurde in Kooperation mit dem Schwulen Museum organisiert und wirft einen Blick auf Werke, die sich mit der Vielfalt sexueller Identitäten befassen. Ein Download des Kataloges steht kostenlos zur Verfügung.

Virtuell besuchen lassen sich auch die Ausstellungen „Moving Energies – 10 years me Collectors Room Berlin“ und „Gerhard Richter – Abstrakte Werke“ in der Stiftung Olbricht. In „Moving Energies“ lässt Thomas Olbricht seine Welt als passionierter Sammler aufleben und führt in einer weiteren Videotour gemeinsam mit dem Kurator Georg Laue durch die permanente Sammlung, die „Wunderkammer“. Mit ihren über 300 Exponaten aus Renaissance und Barock gehört Olbrichts Wunderkammer zu einer der bedeutendsten Privatsammlungen ihrer Art. Zu bestimmten Highlights der Kollektion gibt es Hintergrundinformationen und Geschichten, wie zum Beispiel zu Olbrichts „Lieblingsobjekt“, dem Einhorn des Narwals, einem langen Stoßzahn, der als beliebtes Sammlerobjekt mit einer dichten Symbolik befrachtet ist. Noch vor hundert Jahren wurde er als Beweis für die Existenz des sagenhaften Einhorns angesehen. Besondere Wertschätzung erfuhren die Narwalzähne aber vor allem wegen der ihnen zugeschriebenen Eigenschaft, als Pulver zermahlen einen besonderen Schutz vor Giften und Epidemien zu verleihen. Im Video zur Jubiläumsausstellung sind neben ausgewählten Werken der Sammlung auch die beiden Räume zu sehen, die zeigen, wie der Sammler mit seiner Kunst zu Hause lebt. Darüber hinaus listet es über 75 abstrakte Gemälde, Tapisserien und Farbfelder von Gerhard Richter.

Eine Empfehlung sind auch die Arbeiten und Informationen von und zu John Heartfield, die die Akademie der Künste aktuell auf ihrer Homepage präsentiert. Ursprünglich sollte die Schau „John Heartfield – Fotografie plus Dynamit“ am 21. März eröffnet werden. Statt original in der Ausstellung, können die Werke nun immerhin online betrachtet werden. Unter dem Titel „Kosmos Heartfield“ versammelt eine ausgezeichnete virtuelle Kollektion Fotos, Dokumente und audiovisuelle Zeugnisse aus Heartfields Leben und Wirken und veranschaulicht das künstlerische Netzwerk, zu dem bedeutende Zeitgenossen wie Bertolt Brecht, George Grosz, Wieland Herzfelde und Erwin Piscator gehörten. In einer sorgsam erarbeiten Datenbank kann der Besucher Werke des legendären Montagekünstlers abrufen, sortiert nach Chronologie, Lebensorten, künstlerischen Genres, Materialien und Bildmotiven. Mit insgesamt 6.200 Objekten ermöglicht der digitale Katalog Heartfields geniale und schlagkräftige Bildfindungen auch nach selbstbestimmten Schlagwörter zu entdecken und Variationen miteinander zu vergleichen. Neben Originalfotomontagen und Entwürfen für Buchumschläge und Plakate gehören dazu auch Bühnenbilder, Kostümgestaltungen sowie Heartfields Materialsammlung. Demnächst soll es eine echte Ausstellung geben. Falls es doch nicht rechtzeitig mit der Eröffnung klappen sollte: von Berlin aus wird die Schau ins niederländische Zwolle reisen und von dort weiter nach London.

Am Puls der Zeit ist das Haus am Waldsee mit einem visuellen Vorgeschmack auf die Ausstellung des Künstlers Bernhard Martin. Der, wie es im Pressetext heißt, „visuell vagabundierende“ und derzeit in Berlin lebende Maler gehört zu einer Gruppe von Kunstschaffenden, die aus der Flut des Internets, der sozialen Medien, aber auch der Kunstgeschichte ihre Motive fischen, um sie spektakulär zu transformieren. Martin greift Bilder auf, die Sehnsüchte, Ängste oder Ekel auslösen. Kombiniert mit eigenen Vorstellungen, überführt er das vorgefundene Material auf der Leinwand zu Szenen, die sich herkömmlichen Regeln entziehen. Schaum wird geschlagen, Käse gesprochen, und wenn die Fetzen fliegen, ist auch schon mal ein Auge oder ein Ohr dabei. Zur Ausstellung entsteht ein neuer Bilder-Zyklus zum Thema Influencer, Pressekonferenzen, Fake News und Sprache. Hintergründe dazu entwickelt der Münchner Philosoph und Autor Björn Vedder im gerade erschienenen Katalog. Außerdem entlockt der Verleger und Autor Florian Illies im Interview dem Künstler provokante Kommentare zur Malerei. Als neuen Eröffnungstermin für die Schau gibt das Haus den 21. April an. Das macht Hoffnung! Bis dahin zollt Via Lewandowsky mit seiner Installation „Applaus, einer Arbeit, die das Haus bereits 2008 zeigte, all jenen Applaus, die helfen. Und im Corona-Tagebuch-Blog erfahren Sie von Bettina Blohm, Katja Strunz, Takehito Koganezawa, Markus Jeschaunig, Tobias Rehberger oder Shahar Marcus, wie es den Künstlerinnen und Künstlern weltweit derzeit geht.

Einen abwechslungsreichen virtuellen Rundgang durch Galerieausstellungen, Einblicke in Ateliers und Gespräche mit Kunstschaffenden offeriert außerdem die Online-Initiative „Kunstleben Berlin“. Einer der neuesten Beiträge ist eine Videodokumentation der ifa-Galerie über die Ausstellung des libanesischen Comic-Zeichners Mazen Kerbaj mit dem aktuellen Titel „In the Presence / Absence“. Auch weiterhin werden Kulturbetriebe und -plattformen versuchen, ihr Publikum so gut es geht mit Informationen und Angeboten zu versorgen. Freischaffende Künstlerinnen und Künstlern sind von der aktuellen Situation aber besonders hart betroffen. Ausstellungen wurden abgesagt, viele fürchten, ihre Miete nicht mehr bezahlen zu können, und stehen vor dem finanziellen Aus. Unterstützung ist eigentlich ganz einfach, denn vieles, was man tun kann, ist gar nicht besonders aufwendig, sondern im Gegenteil ziemlich banal: Mit Spenden oder Käufen, die auch online möglich sind, wäre es leicht möglich, zumindest einen Teil der Kosten zu decken. Denn im Kampf gegen das Virus stehen neben den Ärzten und dem Pflegepersonal, neben all den Menschen, die in Apotheken und Supermärkten arbeiten, auch die Künstler, Musiker und Schauspieler, all diejenigen, die malen, schreiben und komponieren, und auch die, die davon berichten.

Staatliche Museen zu Berlin
www.smb.museum/nachrichten/detail/ueberblick-der-online-angebote-der-staatlichen-museen-zu-berlin.html

Behind the scenes
www.youtube.com/playlist?list=PLD-p8yovJgeoDEXfO0SN_fEZQzT_MKM9f

Neue Nationalgalerie
www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/neue-nationalgalerie/home.html
nng360.smb.museum/nng.html

Bode-Museum
bode360.smb.museum

Zur Ausstellung „Spielarten der Liebe“
www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/bode-museum/ausstellungen/der-zweite-blick.html

Me Collectors Room
www.me-berlin.com
www.me-berlin.com/moving-energies-10-years-me-collectors-room-berlin-22-02-03-05-2020/
www.me-berlin.com/gerhard-richter-abstrakte-werke-aus-der-olbricht-collection/

Akademie der Künste
www.adk.de
www.johnheartfield.de
www.heartfield.adk.de

Haus am Waldsee
hausamwaldsee.de/vorschau/
hausamwaldsee.de/blog

Kunstleben Berlin
www.youtube.com/user/KUNSTLEBENBERLIN/videos



09.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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