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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Auktion mit Grafik und Buchkunst bei Venator & Hanstein in Köln fiel in den Beginn des Corona-Shutdowns. Der Zuspruch der Kunden war dennoch lebhaft

Darwins Erstling



Als eine der ersten größeren Auktionen in Deutschland war die Versteigerung von Grafik und Buchkunst am 20. und 21. März bei Venator & Hanstein von den coronabedingten Einschränkungen betroffen. Die Gebote liefen weitgehend in schriftlicher Form oder in Live- und Telefonaktionen ab. Dennoch war die Beteiligung stark, fast 1 Million Euro konnte das Kölner Unternehmen umsetzen und damit – die Aufgelder allerdings eingerechnet – rund 75 Prozent der Schätzpreise erzielen. Besonders begehrt war das Hauptlos, das gegen Ende der Veranstaltung zum Aufruf gelangte: Pablo Picassos „suite sable mouvant“, ein Mappenwerk mit zehn Aquatintaradierungen zum gleichnamigen Gedicht von Pierre Reverdy meist mit Aktdarstellungen, wurde 1966 von Louis Broder in Paris in einer Auflage von fünfzig arabisch nummerierten Exemplaren herausgegeben. Die Nummer 20 daraus, angesetzt auf 28.000 Euro, wechselte für 33.000 Euro den Besitzer.


Auch andere Mappenwerke wie ein umfangreiches Fragment von Marc Chagalls „Bible“ aus dem Jahr 1956 für 9.500 Euro (Taxe 10.000 EUR) und die Kassette „Kölner Kunstmarkt 70“ mit Arbeiten von Bruno Gironcoli, A.R. Penck, Johannes Grützke, Otto Piene, Nicholas Krushenick, Sigmar Polke, Cy Twombly und anderen für 8.500 Euro erzielten beachtliche Preise (Taxe 9.000 EUR). Die seltene Gemeinschaftsarbeit „die schammade (dilettanten erhebt euch)“ zwischen Johannes Theodor Baargeld und Max Ernst aus dem Jahr 1920 erlöste 7.000 Euro (Taxe 3.000 EUR), Max Ernst 1955 allein erarbeitete Illustration von Antonin Artauds Dichtung „Galapagos“ in Form von elf Radierungen 7.500 Euro (Taxe 5.000 EUR). Bei einer guten losbezogenen Verkaufsrate von 58,2 Prozent in der Auktion „Moderne und zeitgenössische Graphik – Moderne Bücher“ zeigten sich Einlieferer und Auktionshaus am 21. März teils sehr kulant. Denn öfters wurden die Schätzpreise deutlich unterschritten, etwa bei Marc Chagalls Illustrationen zu den Fabeln Jean de la Fontaines von 1952 mit 10.000 Euro (Taxe 18.000 EUR), Hans Thuars Aquarell einer blühenden Kaktuspflanze von 1936 mit 2.000 Euro (Taxe 3.000 EUR) oder Willi Baumeisters Farbserigrafie „Moby Dick“ von 1951 mit 2.700 Euro (Taxe 4.000 EUR).

Auffallend war der Erfolg einer größeren Anzahl ungegenständlicher Arbeiten ostmitteleuropäischer Künstler, die günstig angesetzt waren. So fand ein schwarz-weißes Op-Art-Gemälde des Ungarn Imre Kocsis aus dem Jahr 1972 für 3.000 Euro einen neuen Inhaber (Taxe 600 EUR), Attila Kovács reüssierte mit seiner ebenfalls grafisch-geometrischen Komposition „EO“ von 1970/73 bei 4.200 Euro (Taxe 1.200 EUR), und eine konstruktivistische Farbserigrafie Henryk Berlewis, entstanden 1924 und im Todesjahr des Künstlers 1967 in dreißig Exemplaren vervielfältigt, schaffte 2.800 Euro (Taxe 1.000 EUR). Für eine 1973 datierte Leinwand Karel Novosads, auf der einige wenige dünne Farblinien ein vektorartiges Muster auf schwarzem Grund bilden, gab es 3.600 Euro (Taxe 1.500 EUR). Josef Albers’ gelb quadrierte Farbserigrafie „KG“ von 1966 aus seiner Reihe „Homage to the square“ für 3.600 Euro (Taxe 1.500 EUR) oder zwei blau-schwarz-grau-weiße Vertikalstreifenbilder Andreas Brandts aus den mittleren 1970er Jahren für 4.500 und 3.900 Euro sind ebenfalls zu nennen (Taxen je 3.000 EUR). 3.300 Euro trug ein quadratisches Edelstahlrelief Erich Hausers von 1979 bei (Taxe 1.500 EUR) und bis zu 2.800 Euro einige Blätter des Spaniers Eduardo Chillida mit seinen typischen offenen Formen.

Auf Seiten der Gegenständlichkeit überzeugten Klaus Fußmanns expressionistisch anmutendes Aquarell „Garten mit Iris und Mohn“ von 2000 bei 5.500 Euro (Taxe 2.000 EUR). Vielleicht haben ihm Werke wie Erich Heckels idyllisches Stillleben „Phlox“ von 1937, bei Venator für 8.000 Euro verkauft, Pate gestanden (Taxe 10.000 EUR). Ein stark abstrahierter „Kopf“ des gebürtigen Syrers Marwan, 1985 in Aquarell gemalt, verdreifachte seinen Wert auf 4.500 Euro. Der Deutschen Krebshilfe kam der Erlös von neun en bloc versteigerten Grafiken Jirí Anderles mit fantastisch-surrealistischen Menschenbildern zugute. Vielleicht förderte das die Wertsteigerung von 500 Euro auf 3.600 Euro. Komplett für bis zu 5.000 Euro veräußert wurden acht Drucke Gerhard Richters, die fast fünfzig Schaffensjahre umfassen.

Die ältere Abteilung begann mit einem Paukenschlag: Gleich das erste Los, die vier Bände „Narrative of the surveying voyages of His Majesty’s ships Adventure and Beagle“ aus dem Jahr 1839, schossen trotz Mängel in der Erhaltung von 1.800 auf 11.000 Euro. Der dritte Band stammt von Charles Darwin, es war seine erste wissenschaftliche Publikation. Auch ein kurzer eigenhändiger Brief Darwins aus dem Jahr 1873 kam mit 3.900 Euro bei den Sammlern gut an (Taxe 2.500 EUR). Die Kunden hielten am 20. März vor allem an die 113 ausgewählten Objekte, die der gedruckte Katalog ausführlich beschrieb, und nahmen davon 83 mit, was einer hohen Zuschlagsquote von 73,5 Prozent entspricht. Beim Rest der insgesamt 482 Positionen hielten sie sich deutlich zurück. Hier lag die Zuschlagsquote nur noch bei 44,7 Prozent.

Albrecht Dürers „Etliche vnderricht zu befestigung der Stett, Schlosz vnd flecken“, ein 1527 wenige Monate vor seinem Tod erschienenes Traktat zum Festungsbau, brachte 5.500 Euro (Taxe 2.500 EUR). Des Meisters Kupferstiche überzeugten gleichfalls: Für die „Melencolia I“ von circa 1514 wurden trotz erheblicher Erhaltungsmängel 8.500 Euro geboten (Taxe 1.000 EUR), für den gleichaltrigen „St. Hieronymus im Gehäuse“ 6.500 Euro (Taxe 3.500 EUR). Mit seinen „Apokalyptischen Reitern“ von 1511 steuerte Dürer bei 22.000 Euro sogar das teuerste Los des Tages bei (Taxe 20.000 EUR). Andere mit bis zu 10.000 Euro bewertete Holzschnitte aus der „Apokalypse“ blieben indes liegen. Dennoch konnten Rembrandts „Kreuzabnahme bei Fackelschein“ von 1654 und Blatt X aus Giovanni Battista Piranesis „Carceri“ von 1749/50 für jeweils 4.200 Euro mit Dürer nicht ganz mithalten (Taxen 2.500 EUR und 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



23.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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