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Am 04.06.2020 115. Auktion: Fernweh - Sehnsucht nach dem Unbekannten

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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Auktionshaus Van Ham in Köln hat seine „Classic Week“ mit alter und neuerer Kunst um Zeitgenossen aus der Sammlung SØR Rusche bereichert

Der Zar beim Schiffsbau



Jacob Duck, König Balthasar

Jacob Duck, König Balthasar

Schrittweise trennt sich SØR-Chef Thomas Rusche von der über vier Generationen hinweg aufgebauten Kunstsammlung, um mit dem Erlös die Digitalisierung seines Modeunternehmens voranzutreiben. Nachdem es vor einem Jahr bei Sotheby’s in London mit den Alten Meistern losgegangen war, kommen seit Ende Mai 2019 bei Van Ham die Zeitgenossen unter den Hammer. Nun gibt es im Kölner Auktionshaus eine Art Zwischenspiel, bei dem zeitgenössische und alte Werke unmittelbar einander gegenübergestellt werden. Als erstes trifft hier die einen Meter hohe, schemenhaft en grisaille gehaltene „Queen“ der 1971 geborenen Düsseldorferin Miriam Vlaming auf eine Verbildlichung des Heiligen-Drei-Königs Balthasar mit einem kostbaren Silberpokal in der Hand, geschaffen von dem Utrechter Barockmaler Jacob Duck. Motivisch verbindende Elemente sind die quer angelegte Schärpe und vor allem der ausladende Turban. Die Schätzpreise hält Van Ham wie bisher eher niedrig: Das Bild von 2008 ist mit 2.500 bis 3.500 Euro bewertet, der Duck mit 15.000 bis 20.000 Euro.


Sammlung SØR Rusche

Oft erschließen sich die Gemeinsamkeiten auf den ersten Blick: Irene Bisangs „Fee mit Sparschwein“ von 2007 schwingt gerade ihre Axt, um die treu blickende Geldbüchse zu köpfen (Taxe 700 bis 900 EUR), bei Lambert Doomer eine alte Vettel ihren Besen, um den Verlorenen Sohn aus dem Bordell zu treiben. Auf dem Gemälde von 1695 wird sie dabei von einer jungen Schönheit mit einem Wassereimer unterstützt (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Die meisten der Alten Meister stammen aus den Niederlanden, die meisten Zeitgenossen aus Deutschland. So ist es auch bei der Kombination Birgit Brenners – ihre zarte Acrylmalerei „Du kannst jetzt gehen“ aus dem Jahr 2010 zeigt in skizzenhafter Darstellung eine rauchende sitzende Frau (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR) – mit Adam van Breen, der 1614 eine festliche Gesellschaft auf einer Terrasse mit Ausblick in einen schönen Landschaftspark festhielt. Hier spannen die auffallenden Colliers der Damen die beiden Bilder zusammen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Dem 1999 datierten „Alpenstück 1/VII“ Ralph Flecks mit tief verschneiten Berggipfeln in Weißblau (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR) steht antagonistisch Adriaen van Stalbemts grün bewaldete Flusslandschaft mit Tobias und dem Engel aus den 1640er Jahren gegenüber (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Thematische Bezüge sind natürlich nicht zufällig; so folgt etwa Jan de Brays rundbogig abschließende, vielleicht früher als Altarbild dienende „Beweinung Christi“ (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR) auf einen der fünfzehn Abzüge von Christopher Thomas’ Archival Pigment Print „Passion 55“ von 2010 mit einer in Trauer gebeugten Figur in schlichter grauer Gewandung (Taxe 600 bis 800 EUR). Zu den landsmannschaftlichen Ausnahmen bei den jüngeren Künstlern gehört der 1977 in Forlì geborene Nicola Samorì. Motivisch und stilistisch erinnert sein kleines dunkles Ölbild „Destino dell’ occhio“ von 2011 mit einer aufgerissenen Frauengestalt an die Renaissancemalerei seiner italienischen Heimat (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Direkt anschließend kommt ein um 1610 in Nordfrankreich geborener Niederländer unter den Hammer, Jan Asselijns vornehmer Reiter mit seinem Pferd an der Tränke in effektvoller Beleuchtung. Bei Sotheby’s im Mai 2019 für 40.000 bis 60.000 Pfund nicht verkauft, ist der Schätzpreis nun auf 25.000 bis 30.000 Euro gerutscht.

Alte und Neuere Meister

Unmittelbar vor der Sammlung SØR Rusche bringt Van Ham am 28. Mai rund hundert Alte und Neuere Meister anderer Provenienz unter die Käufer. Hier kommen auch ein paar Italiener zum Aufruf, etwa eine anmutige Renaissance-Madonna mit einer weiteren Heiligen von Niccolò Pisano (Taxe 17.000 bis 20.000 EUR), Adam und Eva beim Sündenfall nach einem Vorbild Jacopo Robustis, genannt Tintoretto (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), oder die Darstellung der heiligen Katharina im Schlaglicht aus der Hand eines unbekannten römischen Barockmalers für 25.000 bis 35.000 Euro. Pietro Novelli, einer der besten sizilianischen Maler seiner Zeit, zeichnet für einen gut beobachteten Johannesknaben samt Lamm verantwortlich. Mit 60.000 bis 80.000 Euro ist die über eineinhalb Meter hohe Leinwand eines der Hauptlose der Versteigerung. Allen Eitelkeiten dieser Welt entsagt Maria Magdalena auf einem Gemälde Alessandro Turchis und richtet ihren Blick lieber zu Gott in der Höhe (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Ein weiteres Highlight bei den Alten Meistern ist Adriaen van Utrechts üppiges Küchenstillleben mit einer schier unübersehbaren Menge an Gemüse und erlegtem Wild sowie einem dicken Fischer, der seinen Fang aus einem Korb gleiten lässt. 60.000 bis 80.000 Euro soll die fast drei Meter breite Leinwand kosten. Eine historische Begebenheit nahm Abraham Storck als Anlass einer minutiösen Darstellung der dreimastigen Fregatte „Peter und Paul“: Zar Peter von Russland höchstpersönlich hatte sich – zunächst inkognito – als Lehrling an deren Bau beteiligt, um das Handwerk zu studieren (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Niemand Geringeres als Johann Wolfgang von Goethe steuert die mit 30.000 bis 35.000 Euro wohl kostbarste Zeichnung der Auktion bei. Als Motiv wählte sich der Dichter einen Teil der Festung Luxemburg, die er 1792 zu Beginn des Ersten Koalitionskrieges persönlich gesehen hatte.

Bei den Neueren Meistern ist James Webbs Ansicht der Stadt Köln mit dem unvollendeten Dom aus dem Jahr 1870 das unbestrittene Hauptlos. Das fast drei Meter breite Großformat Mit dem Blick über den Rhein und zahlreichen Booten auf die Altstadt befand sich bislang wie einige andere qualitätvolle Werke der Versteigerung im Eigentum eines nicht genannten Unternehmens. Vor 14 Jahren ging es bei Van Ham bereits für 205.000 Euro netto über den Tresen, mit 100.000 bis 150.000 Euro ist der Schätzpreis jetzt deutlich moderater. Auf Platz zwei, bei 30.000 bis 40.000 Euro, rangieren Emile Bernards „Vier Badende“ in einem symbolistisch überhöhten Waldstück. Vor einem Jahr marschierten sie schon einmal bei Van Ham für 47.500 Euro über das Auktionspult.

Männerfantasien lässt zudem Wilhelm Kray wahr werden, wenn er 1869 ein Boot mit schlafendem Fischer auf weitem Meer von mehreren nackten Nixen belagern lässt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Aus der Sammlung des in Hamburg und Hannover lebenden Kaufmanns Rolf Kaletta kommen impressionistische Landschaften, Genreszenen und Stillleben Friedrich Kallmorgens zum Aufruf, darunter eine Gruppe holländischer Fischerkinder an der Uferpromenade für 25.000 bis 35.000 Euro, das noch fast realistische Arrangement aus halb gerupfter Pute, Maronen und Birnen auf einem schlichten Holztisch für 10.000 bis 15.000 Euro oder eine Ansicht von Hamburg über die Elbe unter dicken Wolken für 8.000 bis 10.000 Euro. Ein 1890 datierter kahler „Felshang an der Riviera“ mit Eselsreitern von Eugen Bracht zeigt einen ähnlich flüssig-lässigen Pinselstrich (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Kunsthandwerk

Bereits am 27. Mai geht es bei Van Ham um Kunsthandwerk. Die hochpreisigen Offerten wie ein prächtiges Speiseservice nach dem KPM-Modell „Breslauer Stadtschloss“, ein großer Silbertafelaufsatz mit musizierenden Bacchantinnen sowie ein vergoldeter und mit Edelsteinen geschmückter Singvogelautomat stammen allerdings aus dem 20. Jahrhundert (Taxen zwischen 25.000 und 35.000 EUR). Original spätes Rokoko dürfte dagegen eine kleine Spiegelkartusche aus Birnbaumholz sein. Sie wird dem Würzburger Miniaturschnitzer Johann Benedikt Witz zugeschrieben (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Auch die KPM-Platte aus dem 2. Potsdamschen Service mit zentralem Blumenbouquet datiert in die 1760er Jahre (Taxe 5.000 bis 7.0000 EUR). Immerhin 40.000 bis 60.000 Euro wird man für ein Paar Art Déco-Beistelltische aus Makassar-Ebenholz berappen müssen. Die eleganten dunklen Möbel verließen um 1926 die Pariser Werkstatt Jacques-Émile Ruhlmanns.

Die Auktion „Decorative Art“ beginnt am 27. Mai um 14:30 Uhr. Am 28. Mai um 14:30 Uhr folgt die „Fine Art“, im Anschluss daran die Versteigerung „SØR Rusche Collection – Old Masters meet Contemporaries“. Die Vorbesichtigung läuft vom 22. bis zum 25. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr, am 26. Mai in Auswahl von 10 bis 17 Uhr. Die Online-Kataloge sind im Internet unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



22.05.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Bei:


Van Ham Kunstauktionen

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Alte Meister

Kunstwerk:

Lambert Doomer, Die Ausweisung des Verlorenen Sohnes aus dem Bordell, 1695
Lambert Doomer, Die Ausweisung des Verlorenen Sohnes aus dem Bordell, 1695

Kunstwerk:

Jacob Duck,
 König Balthasar
Jacob Duck, König Balthasar

Kunstwerk:

Miriam
 Vlaming, Queen, 2008
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Miriam Vlaming, Queen, 2008

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Taxe: 2.500 - 3.500 EURO

Losnummer: 1500

Lambert Doomer, Die Ausweisung des Verlorenen Sohnes aus dem Bordell, 1695

Lambert Doomer, Die Ausweisung des Verlorenen Sohnes aus dem Bordell, 1695

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

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Irene Bisang, Fee mit Sparschwein, 2007

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Adam van Breen, Gesellschaft auf einer Terrasse, 1614

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Birgit Brenner, Du kannst jetzt gehen, 2010

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Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Losnummer: 1508

Adriaen van Stalbemt, Bewaldete Flusslandschaft mit Tobias und dem Engel, 1640er Jahre

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 1535

Ralph Fleck, Alpenstück 1/VII, 1999

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Taxe: 2.400 - 3.000 EURO

Losnummer: 1534

Jan de Bray, Beweinung Christi

Jan de Bray, Beweinung Christi

Taxe: 12.000 - 16.000 EURO

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Christopher Thomas, Passion 55, 2010

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Taxe: 600 - 800 EURO

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Jan Asselijn, Vornehmer Reiter mit seinem Pferd an der Tränke

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Nicola Samorì, Destino dell’ occhio, 2011

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Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

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Abraham Storck, Zar Peter der Große besucht die Fregatte „Peter und Paul“ auf dem Ij vor Amsterdam

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James Webb, Ansicht von Köln mit dem unvollendeten Dom, 1870

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Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Losnummer: 1058




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