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Eine Reisscheune für die „documenta fifteen“

Iswanto Hartono, ruangrupa: lumbung, 2020

Das Künstlerkollektiv Ruangrupa aus dem indonesischen Jakarta hat einige seiner Pläne für die kommende Ausgabe der Kasseler Documenta vorgestellt. Die „documenta fifteen“ vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 solle eine Art „lumbung“ werden, in indonesischer Sprache eine große „gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird“, so das etwa zehnköpfige Kernteam. „lumbung“ als Modell für die „documenta fifteen“ sei „als eine Art kollektiver Ressourcenfundus zu verstehen, der auf dem Prinzip von Gemeinschaftlichkeit beruht“. Zu den Prinzipien des als Prozess beschriebenen Vorgehens von Ruangrupa zu Vorbereitung und Durchführung der kommenden Documenta-Schau gehören unter anderem die „Auflösung von Zentralisierung“, „Kollektive Entscheidungsfindung“ und ein „Bewusster Umgang mit Architektur“.

Vorgesehen ist demzufolge ein Zusammenschluss von Institutionen aus der ganzen Welt, „um gemeinsam lumbung zu praktizieren. Jeder der lumbung-member wird einen Beitrag leisten und verschiedene Ressourcen wie Zeit, Raum, Geld, Wissen, Fürsorge und Kunst teilen und erhalten“. Teilnehmen sollen unter anderem die Fondation Festival sur le Niger aus Mali, die Bildungsplattform Gudskul aus Indonesien, die Landwirtschafts-, Sozial- und Kulturagentur „Inland“ aus Spanien, das Khalil Sakakini Cultural Center aus Palästina, die Off-Biennale aus Budapest oder das Zentrum für Kunst und Urbanistik aus Berlin.

Das Künstlerkollektiv Ruangrupa war im Februar vergangenen Jahres als neue künstlerische Leitung für die Documenta vorgestellt worden. Die 2000 gegründete gemeinnützige Organisation hat in Jakarta ein Kulturzentrum mit einer Galerie, einem Videofestival, Konzerte und Workshops aufgebaut. Auf der Documenta 14 war sie mit ihrem Internetradio als Partner des dezentralen Radioprojekts „Every Time a Ear di Soun“ beteiligt, das acht Radiosender weltweit vernetzte. „Wir wollen eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform schaffen, die über die 100 Tage der documenta fifteen hinaus wirksam bleibt. Unser kuratorischer Ansatz zielt auf ein anders geartetes, gemeinschaftlich ausgerichtetes Modell der Ressourcennutzung – ökonomisch, aber auch im Hinblick auf Ideen, Wissen, Programme und Innovationen“, beschreibt Ruangrupa seine Ideen für die kommende Documenta.


19.06.2020

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


18.06.2022, Documenta 15

Bei:


Documenta und Museum Fridericianum

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Iswanto Hartono, ruangrupa: lumbung, 2020
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Künstler:

Ruangrupa








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