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Am 22.07.2020 Auktion 72: Alte und Moderne Kunst – Autographen – Alte Dokumente

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Am Badestrand / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Silber mit viel russischer Zutat im Wiener Dorotheum

Wer besaß den Kammerherrenschlüssel?



Heinrich Mannlich, Deckelbecher, Augsburg 1669/71

Heinrich Mannlich, Deckelbecher, Augsburg 1669/71

Zwei schöne Augsburger Deckelgefäße gehören zu den ältesten Stücken der kommenden Versteigerung von Silber im Wiener Dorotheum. Der Becher, den Heinrich Mannlich um 1670 fein getrieben hat, zeigt auf der Wandung eine ungewöhnliche Szene. Das sitzt Christus mit drei Engeln beim Mahl um einen steinernen Tisch in einer Waldlandschaft, aus dem Boden züngeln zwei Schlangen auf. In der christlichen Ikonografie kommt diese Darstellung nicht häufig vor, dennoch konnte Mannlich auf eine bildliche Tradition und neutestamentliche Erzählung zurückgreifen. Denn in der Versuchung Jesu in der Wüste heißt es: „und die Engel dienten ihm.“ Aus diesem letzten Halbsatz haben Künstler seit dem Mittelalter eine Bildüberlieferung kreiert, die Mannlich einfühlsam mit christologischen Vertiefungen in zarten, nahezu ätherischen Gestalten umgesetzt hat. Für den Becher erwarten die Experten des Dorotheums 2.000 bis 3.500 Euro.


Für das zweite Augsburger Gefäß ist wohl Tobias Zeiler verantwortlich, der in den mittleren 1660er Jahren sich bei einem majestätischen Deckelhumpen auf einen Dekor im Schlangenhaut-Look beschränkt hat (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Am 29. Juni ist im Wiener Auktionshaus mit 16.000 bis 22.000 Euro ein Königsberger Deckelhumpen um 1680 von Matthäus Bock I deutlich kostspieliger veranschlagt. Außer durch die Wandung mit einer vielfigurigen Szene römischer Soldaten besticht das Gefäß auch wegen einer großen, im Deckel eingesetzten Medaille, die anlässlich der Vermählung König Wladislaw IV. von Polen mit Cecilia Renata von Österreich, der Tochter Kaiser Ferdinands II., im Jahr 1637 herausgebracht worden war.

Aus dem 18. Jahrhundert ist ein Paar Weihwasserbehälter des Rokoko hervorzuheben, deren silberne Rahmen feuervergoldete Bronzereliefs Christi als Schmerzensmann und der Mater Dolorosa präsentieren. Als Schöpfer wird der Oberitaliener Angelo Scarabello genannt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Von dem Engländer Thomas Pitts stammt ein großer Deckelpokal von circa 1769/70, in den später das Wappen des berühmten Waterloo-Generals Henry William Paget eingraviert wurde (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Das Meisterzeichen Antonio Lupis trägt ein klassizistischer Weinkühler des beginnenden 19. Jahrhunderts mit einem Wappen des Inselstaates Malta (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Einige Jahre später entstand in ähnlichem Stil bei Jean-Charles Cahier in Paris eine breite Deckelterrine, deren schwungvolle Schlangenhenkel auf Minerva-Köpfen ruhen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ein Großteil des Angebots stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert, darunter jeweils im Rokokostil eine mächtige Deckelterrine der italienischen Firma Buccellati, die wie ein Meer mit allerlei Fabelwesen gestaltet ist (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), und ein Paar prunkvoller fünfflammiger Kandelaber für 10.000 bis 15.000 Euro. In der Art der Manufaktur von Eugenio und Luigi Avolio in Neapel ist ein dreiteiliger Tafelaufsatz gehalten, der in der Mitte die Geburt der Venus und seitlich zwei Flussgötter umfasst (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Ein großes Turiner Spiegeltableau ging 1908 als Geschenk des italienischen Adels an Herzog Tommaso di Savoyen-Genua und seine Gemahlin Prinzessin Isabella von Bayern anlässlich ihrer silbernen Hochzeit (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Besonders originell kommt eine turmartige Tischuhr daher, die in Silber und Email mit gedrehten Säulen, vollplastischen Figuren und Maskarons geschmückt ist. Der Wiener Emailspezialist Hermann Böhm hat dieses Werk nach 1872 geschaffen (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR).

Fast siebzig Losnummern sind von russischen Offerten besetzt, darunter eine mehrteilige Pferdeskulptur aus St. Petersburg mit Jockey und Pfleger von 1887 (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR) und eine Moskauer Trompe l’œil-Kassette der letzten Zarenzeit, auf der sich wie in einer Illustrierten Schriftzüge, Karten, Wappen und Zeichnungen finden (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Unbekannt ist der Anlass, zu dem laut einer Datierung und zweier Wappen am 6. Mai 1896 Zar Nikolaus II. und der deutsche Kaiser Wilhelm II. gemeinsam eine Taschenuhr aus Rotgold verschenkt haben (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Auch der ehemalige Inhaber eines prunkvollen Kammerherrenschlüssels, der auf die Funktion des russischen Zaren Alexander I. als König von Polen verweist und um 1815 entstanden ist, lässt sich heute nicht mehr benennen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Einige Ikonen, darunter die Gottesmutter „Freude aller Bedrückten“ mit einem Oklad auf dem gemalten Rahmen aus den 1870er Jahren für 3.000 bis 5.000 Euro, runden das Angebot an russischem Kunsthandwerk ab.

Die Auktion „Silber und Russisches Silber“ beginnt am 29. Juni um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich außer sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



26.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


29.06.2020, Silber & Russisches Silber

Bei:


Dorotheum

Kunstsparte:


Taschenuhren

Kunstsparte:


Ikonen

Kunstsparte:


Silber

Stilrichtung:


Rokoko

Stilrichtung:


Klassizismus

Stilrichtung:


Historismus

Stilrichtung:


Barock







Thomas Pitts, Deckelpokal mit Wappen Henry William Pagets, 1769/70

Thomas Pitts, Deckelpokal mit Wappen Henry William Pagets, 1769/70

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 56

Antonio Lupi, Weinkühler, Malta 1801/09

Antonio Lupi, Weinkühler, Malta 1801/09

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 49

Trompe l’œil-Kassette, Moskau, 1908/17

Trompe l’œil-Kassette, Moskau, 1908/17

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Losnummer: 245

Angelo Scarabello, Zwei Weihwasserbehälter, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Angelo Scarabello, Zwei Weihwasserbehälter, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 37

Eugenio Avolio, Tafelaufsatz, Neapel, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Eugenio Avolio, Tafelaufsatz, Neapel, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Losnummer: 202

Tobias Zeiler, Deckelhumpen, Augsburg 1663/66

Tobias Zeiler, Deckelhumpen, Augsburg 1663/66

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 4

Kammerherrenschlüssel Zar Alexander I. als König von Polen, wohl Russland, um 1815

Kammerherrenschlüssel Zar Alexander I. als König von Polen, wohl Russland, um 1815

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 269

Deckelterrine, Buccellati

Deckelterrine, Buccellati

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 203

Matthäus Bock I, Deckelhumpen, Königsberg 1680

Matthäus Bock I, Deckelhumpen, Königsberg 1680

Taxe: 16.000 - 22.000 EURO

Losnummer: 5

Jean-Charles Cahier, Deckelterrine, 1819/38

Jean-Charles Cahier, Deckelterrine, 1819/38

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 95

Gottesmutter „Freude aller Bedrückten“, Moskau, wohl Ende 19. Jahrhundert

Gottesmutter „Freude aller Bedrückten“, Moskau, wohl Ende 19. Jahrhundert

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 281

Hermann Böhm, Tischuhr, ab 1872

Hermann Böhm, Tischuhr, ab 1872

Taxe: 10.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 130




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