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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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ohne Titel / Günther Uecker

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit hohen Zuschlagsquoten und teils kräftigen Preiszuwächsen punkteten die Gemälde, Miniaturen und Zeichnungen bei Bassenge in Berlin

Am Tisch eingeschlafen



Paolo Veronese, Die Madonna mit den Heiligen Georg und Franziskus, um 1582/83

Paolo Veronese, Die Madonna mit den Heiligen Georg und Franziskus, um 1582/83

Wie bei den Druckgrafiken konnte das Berliner Auktionshaus Bassenge auch bei den Zeichnungen während der Frühjahrsversteigerungen wieder hervorragende Preise erzielen. Höhepunkt wurde eine gemäldehaft opulente Darstellung der Madonna sowie der Heiligen Franziskus und Georg, die anhand einer in Paris aufbewahrten Kopie dem berühmten Renaissancemaler Paolo Veronese zugeschrieben wird. Auf 35.000 Euro angesetzt, stritten mehrere Bieter um das in die Jahre 1582/83 datierte Blatt, bis ein Berliner Sammler bei 75.000 Euro die Oberhand behielt. Von 1.500 Euro steigerte sich die Federzeichnung eines bärtigen Philosophen, der sich über seinem geöffneten Buch zur Seite wendet, auf 22.000 Euro. Als Autorschaft ließ sich lediglich der Umkreis Giovanni Francesco Barbieris, genannt Guercino, angeben. Von 1.200 Euro auf 3.200 Euro kletterte ein nachdenklicher Saturn mit seiner Sense von Bernardino Campi, der wohl einst zu zwei weiteren Götterzeichnungen des manieristischen Meisters in Oxford und Florenz gehörte.


Insgesamt konnte Bassenge am 5. Juni in der Versteigerung „Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts“ fast Dreiviertel der knapp 300, oft günstig bewerteten Positionen losschlagen und nahm netto damit gut 1 Million Euro ein. Ausfälle im höheren Preisniveau gab es kaum; lediglich die beiden fantastischen, aber aus dem Zeitrahmen gefallenen Tiererfindungen „Seaworm“ (Taxe 4.500 EUR) und „Angler Fish“ (Taxe 2.800 EUR) der 1967 geborenen Künstlerin Arianna Fioratti Loreto fanden keinen Freunde. Die Kunden hielten sich lieber an Klassisches, etwa an das unscheinbare, aber mit großer Präzision wiedergegebene Motiv „Kleine Schleuse“ des niederländischen Altmeisters Herman Saftleven für 4.800 Euro (Taxe 1.200 EUR). Interessiert zeigten sich die Kunden auch an dem Entwurf eines Bischofsstabs mit der Madonna in der Krümme aus der Werkstatt Friedrich Sustris’ bei 2.200 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder zu gleichem Wert an dem Letzten Abendmahl, das Jacques Stella fein durchgeführt und bildmäßig aufgebaut hat (Taxe 1.800 EUR).

Sehnsuchtsorte in Italien

Anton Graffs Bildnis des sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. für 4.000 Euro (Taxe 2.400 EUR) und Jakob Philipp Hackerts fast manisch-detaillierte Abkonterfaktur eines japanischen Schnurbaums im Englischen Garten zu Caserta für 9.000 Euro vertraten das 18. Jahrhundert (Taxe 7.500 EUR). Johann Heinrich Wilhelm Tischbein tat es ihm mit einer weiten Landschaft samt Baumgruppe im Vordergrund bei 3.200 Euro fast gleich (Taxe 2.400 EUR). Die schwarz-rote Wiedergabe eines aufgebrachten Hahns des Schweizers Johann Rudolf Schellenberg, datiert 1765 und als Vorlage für Lavaters „Physiognomik“ erstellt, überzeugte zu 4.400 Euro (Taxe 2.500 EUR). Von dem aus Altenburg in Thüringen nach Berlin ausgewanderten Johann Wilhelm Meil konnte Bassenge ein komplettes Skizzenbuch mit zahlreichen Alltagsszenen für 4.600 Euro weitervermitteln (Taxe 4.000 EUR).

Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammte ein Sammelalbum mit gut zwanzig Zeichnungen unter anderem von Johann Georg von Dillis, Josef Grassi und Johann Heinrich August Friedrich; es schaffte mit 6.500 Euro fast das Doppelte der Schätzung. Der Deutschrömer Wilhelm Brücke erlöste mit seiner 1822 gewissenhaft ausgeführten Ansicht der Loggia von San Saba auf dem Aventin in Rom 5.000 Euro (Taxe 1.200 EUR). Sechs Jahre später malte Adolf Senff am selben Ort eine weiße Trichterwinde sowie Nelken und Sommeradonisröschen in Öl auf beigefarben grundiertem Papier. Das war einem Bieter 5.500 Euro wert (Taxe 4.800 EUR). Der Dresdner Romantiker Ernst Ferdinand Oehme beeindruckte mit einer unvollendeten, nur teilweise aquarellierten Partie aus der sächsischen Schweiz zu unerwarteten 7.000 Euro (Taxe 800 EUR). 5.000 Euro gab es für ein am Tisch eingeschlafenes Kind, mit großer Lebensnähe aufgenommen von Johann Christoph Erhard (Taxe 800 EUR).

Die vorgesehenen 10.000 Euro schaffte Augusto Corellis 1882 datiertes Aquarell „Prima della Processione“ mit einer Vielzahl aufgeregter Personen in einer Sakristei und 17.000 Euro Rudolf von Alts 1874 festgehaltene Impression aus dem Dom San Marco in Venedig (Taxe 15.000 EUR). Zu nennen sind außerdem ein stimmungsvolles Seestück Franz Skarbinas bei stürmischem Wetter für 6.000 Euro (Taxe 800 EUR), Muirhead Bones 1912 riskierter Blick vom Dom in Orvieto hinab auf die Gassen der Stadt für 3.600 Euro (Taxe 600 EUR), Richard Müllers tote Maus „In die Falle gegangen“ von 1916 für 3.400 Euro (Taxe 1.200 EUR) sowie eine Handvoll Zeichnungen Hugo Höppeners, der sich Fidus nannte, für bis zu 6.500 Euro. Mehrere Blätter seines symbolistischen Kollegen Hermann Wöhler, der in seinen Arbeiten häufig in mystisch-religiöse Märchenwelten eintauchte und zu ungewöhnlichen Bildformen fand, wurden sämtlich für bis zu 9.500 Euro zugeschlagen (Taxen bis 2.400 EUR).

Landschaft reüssiert bei den Gemälden

In der Gemäldeabteilung, die sich am 4. Juni losbezogen zu gut 70 Prozent verabschiedete, aber das Hauptlos, ein niederländisches Vanitas-Stillleben aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für 60.000 Euro, als Rückgang verbuchen musste, waren vor allem Landschaften des 19. Jahrhunderts gefragt, etwa Ernst Gustav Doerells 1867 datierter weiter Blick von einer Anhöhe in das Elbtal bei Aussig für 11.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Nach Italien ging es dann mit Bernhard Fries’ erhabener Sicht von Civitella auf die Mammellen mit Rocca Santo Stefano für 7.000 Euro, August Wilhelm Julius Ahlborns seit 1847 mächtig hinter grünen Wiesen aufragendem Petersdom von der Villa Doria Pamphilj aus für 5.000 Euro (Taxe je 6.000 EUR) oder Carl Morgensterns oberitalienischem Tal in dunstigem Abendlicht für 17.000 Euro (Taxe 2.800 EUR). Wilhelm Buschs um 1885 mit breitem Pinselstrich aufgetragene „Herbstlandschaft bei aufziehendem Regen mit Rotjacke“ schaffte 11.500 Euro (Taxe 8.000 EUR). Vollständig für bis zu 6.000 Euro deutlich über den Schätzungen abgesetzt wurden acht stimmungsvolle Landschaften von August Piepenhagen, den der österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter als den „dichtungsvollsten Landschafter, den ich jetzt kenne“ würdigte, sowie seiner Tochter Charlotte Piepenhagen-Mohr.

Teuerstes Portrait wurde mit 30.000 Euro – dem Doppelten der Schätzung – ein brauntoniges frühes Selbstbildnis Wilhelm Leibls mit verschatteter Augenpartie unter großem Hut. Dahinter folgte bei 14.000 Euro Paul Bürdes kleinformatige Darstellung der Tänzerin Fanny Cerrito als „Esmeralda“ in dem gleichnamigen Ballett von Jules Perrot und Cesare Pugni mit ihrer hochbegabten Ziege, die Buchstaben lesen kann (Taxe 8.000 EUR). Von 3.000 verbesserte sich der Wert einer großformatigen Leinwand, auf der der seinerzeit recht erfolgreiche Maler Alfred Schwarzschild 1902 die Söhne des Gottes Vulkan beim Fördern von Erzen aus dem Erdinnern als Halbakte verbildlichte, auf 17.000 Euro. Für die Stilllebenmalerei standen Augustin Théodule Ribots übersichtliche Zusammenstellung von Quitten, Birne und Zwetschge für 12.000 Euro, das auch nicht viel üppigere Mahl mit Brot, Zitrone, Pfirsich und einigen Gefäßen von François Bonvin für 5.000 Euro (Taxe je 7.500 EUR) sowie eine 1879 arrangierte Versammlung von Hummern aus der Hand des gebürtigen Griechen Themistokles von Eckenbrecher für 5.500 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Polnische Identifikationsfiguren

Erneut sehr gut mit einer fast lückenlosen Absatzquote von über 91 Prozent und teils enormen Wertsteigerungen brachte Bassenge am 4. Juni die Miniaturenauktion über die Bühne, wenngleich die Preise mit bis zu 10.000 Euro für das 1798 datierte Bildnis der polnischen Fürstin und Goethe-Bekannten Izabela Lubomirska durchschnittlich nicht ganz so hoch lagen (Taxe 600 EUR). Künstlerisch umhaucht war auch die Gräfin Katarzyna Potocka, geborene Branicka, der Frédéric Chopin kurz vor seinem Tod seinen letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Walzer widmete. Ihr in Gouache auf Elfenbein gemaltes Portrait eines englischen Meisters erzielte ebenfalls mit starkem polnischem Einsatz 8.500 Euro (Taxe 300 EUR). Zwei Töchter des berühmten Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer und ein drittes, aus befreundeter Familie stammendes Mädchen auf einem Gruppenbildnis von Emanuel Thomas Peter aus dem Jahr 1849 gingen für 4.400 Euro eine neue Bekanntschaft ein (Taxe 1.500 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



15.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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