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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei den Antiquitäten, Möbel, Porzellan und Skulpturen im Wiener Dorotheum waren oft historistische Stücke gefragt

Teures Dechiffrieren



Théodore Millet zugeschrieben, Schreibsekretär, Paris um 1915

Théodore Millet zugeschrieben, Schreibsekretär, Paris um 1915

Bis vor einigen Jahrzehnten war der Historismus, das Wiederaufgreifen vergangener Kunst- und Architekturformen seit dem mittleren 19. Jahrhundert, in der etablierten Kunstgeschichte wie beim breiteren Publikum nicht besonders angesehen. Inzwischen hat sich die Einstellung aber gewandelt, auch auf dem Kunstmarkt, wie man zum wiederholten Mal auf der vergangenen Antiquitätenauktion im Wiener Dorotheum beobachten konnte. Da erzielten in der Abteilung der Möbel vor allem Stücke der vorvergangenen Jahrhundertwende hohe Zuschlagspreise, die sich stilistisch an Arbeiten des französischen Absolutismus orientieren, beispielsweise ein schwungvoll konturierter Schreibsekretär wohl aus der Pariser Werkstatt Théodore Millets, entstanden in feinsten Rokokoformen am Vorabend des Ersten Weltkriegs. 42.000 Euro blieben zwar etwas unterhalb der anvisierten 45.000 bis 55.000 Euro, waren aber dennoch ein stattlicher Preis.


Die wegen ihrer Kombination aus Schildpatt sowie Messing und vergoldeter Bronze unverwechselbaren Arbeiten André-Charles Boulles nahm sich ein unbekannter Meister für einen 40.000 Euro teures Bureau Plat zum Vorbild (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Den gleichen Betrag erlöste ein aus Bett, Nachtkästchen, Schrank und Toilettentisch bestehendes Schlafzimmerensemble von etwa 1880/90, das einige Merkmale des frühen Klassizismus aufgreift und den Firmen von Paul Sormani oder Henry Dasson zugewiesen wird (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Ein prunkvoller, vollständig vergoldeter Zentraltisch im üppigen Régencestil wechselte für 26.000 Euro den Besitzer (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Unter den älteren Stücken reüssierte eine Florentiner Renaissancekredenz der Zeit um 1500 aus Nussholz bei der unteren Taxe von 38.000 Euro. Ebenfalls die untere Erwartung, diesmal von 40.000 Euro, schaffte ein Paar chinesischer Lackkabinette des 18. Jahrhunderts mit Naturmotiven, die auf später vermutlich in England hinzugefügten Ständen ruhen. Bei 20.000 Euro schloss ein barocker, leicht geschwungener Hallenschrank österreichischer Herkunft mit eleganter Bandelwerkmarketerie um 1730/40 ab (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), eine etwas jüngere, noch auffälliger bombierte Kommode aus Skandinavien mit Nuss- und Palisanderfurnier bei 5.000 Euro (Taxe 5.500 bis 8.000 EUR) und ein rund 2,3 Meter hoher französischer Rokokospiegel mit Blüten- und Blattranken bei 18.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

An die Spitze der Skulpturenofferte setzte sich mit 50.000 Euro ein Paar Marmorreliefs, in denen symbolisch die unbesonnene und die gezügelte Liebe dargestellt sind. Entworfen wurden sie in den frühen 1850er Jahren von Ernst Rietschel und ausgeführt von einem Mitarbeiter des bedeutenden sächsischen Bildhauers (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR). Dem Umkreis Johann Christian Wilhelm Beyers, der sich vor allem als Ausstatter des Schönbrunner Schlossgartens einen Namen machte, wird ein nachdenklich auf einem Felsen sitzender Merkur zugeschrieben, der für 20.000 Euro eine neue Bekanntschaft einging (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Zwei eventuell genuesische Marmorlöwen des 17. Jahrhunderts, die wohl ursprünglich ein Portal bewacht haben, erhoben sich erst bei 24.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR).

Nach den gefragten Uhren, die vor allem mit einer klassizistischen Laterndluhr des Wiener Meisters Philipp Fertbauer für 65.000 Euro auf sich aufmerksam machten (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), kam eine Kuriosität zum Aufruf und avancierte zum Hauptlos: Ein Exemplar der berühmten Chiffriermaschine Enigma I, die bei der Berliner Firma Heimsoeth und Rinke in Serie ging und hier in einem Exemplar von 1944 zur Verfügung stand, ergatterte sich bei 94.000 Euro und damit rund dem Dreifachen der Schätzung ein Internetbieter. Beim Porzellan entwickelten sich zwei sowjetische Propaganda-Teller der Lenin-Zeit zu wahren Rennern, als sie ihre Werte von 5.000 Euro und 8.000 Euro auf 40.000 und 45.000 Euro steigern konnten. Zur unteren Grenze von 34.000 bis 40.000 Euro wurde ein 1925 datierter Kachelofen übernommen, den die Künstlerische Werkstätte Franz und Emilie Schleiß in Gmunden nach einem Art Déco-Entwurf Tommi Parzingers mit stilisierten Fantasielandschaften und Figuren schmückte. Insgesamt konnte das Dorotheum gut die Hälfte der 366 Offerten der Versteigerung vom 4. Juni an den Mann bringen und nahm damit netto rund 1,46 Millionen Euro ein.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



16.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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04.06.2020, Antiquitäten und Möbel

Bei:


Dorotheum

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Porzellan

Kunstsparte:


Uhren

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Technische Geräte

Kunstsparte:


Möbel

Bericht:


Maschine zum Chiffrieren

Kunstwerk:

Hallenschrank, Österreich, um 1730/40
Hallenschrank, Österreich, um 1730/40







Chiffriermaschine Enigma, Heimsoeth und Rinke, Berlin 1944

Chiffriermaschine Enigma, Heimsoeth und Rinke, Berlin 1944

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 94.000,- EURO

Losnummer: 1094

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Propaganda-Schale mit russischer Inschrift, St. Petersburg, 1922

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Propaganda-Schale mit russischer Inschrift, St. Petersburg, 1922

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 1353

Spiegel, Frankreich, um 1750/60

Spiegel, Frankreich, um 1750/60

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 811

Paar Portallöwen, wohl Genua, 17. Jahrhundert

Paar Portallöwen, wohl Genua, 17. Jahrhundert

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 809

Paar Lackkabinette, China, 18. Jahrhundert

Paar Lackkabinette, China, 18. Jahrhundert

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 878

Credenza da Centro, Florenz, um 1500

Credenza da Centro, Florenz, um 1500

Taxe: 38.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 801

Ernst Rietschel, Amor Panther zügelnd – Amor auf durchgehendem Panther reitend, 1850 und 1852

Ernst Rietschel, Amor Panther zügelnd – Amor auf durchgehendem Panther reitend, 1850 und 1852

Taxe: 50.000 - 55.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1058

Hallenschrank, Österreich, um 1730/40

Hallenschrank, Österreich, um 1730/40

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 806

Philipp Fertbauer, Laterndluhr, um 1800

Philipp Fertbauer, Laterndluhr, um 1800

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 1086

Tommi Parzinger, Kachelofen, 1925

Tommi Parzinger, Kachelofen, 1925

Taxe: 34.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 1363

Johann Christian Wilhelm Beyer Umkreis, Merkur in nachdenklicher Pose, spätes 18. Jahrhundert

Johann Christian Wilhelm Beyer Umkreis, Merkur in nachdenklicher Pose, spätes 18. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 803

 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Propaganda-Teller mit russischer Inschrift und dem Portrait Lenins, St. Petersburg, 1922

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Propaganda-Teller mit russischer Inschrift und dem Portrait Lenins, St. Petersburg, 1922

Taxe: 5.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 1352

Bureau Plat, Frankreich, Ende 19. Jahrhundert

Bureau Plat, Frankreich, Ende 19. Jahrhundert

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 881




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