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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit einigen Rekordwerten und einem hohen Umsatz hat Grisebach in Berlin bei den Kunstauktionen der Corona-Krise getrotzt

Ein Hoch auf die Neue Sachlichkeit



Hans Grundig, Schüler mit roter Mütze, um 1925/28

Hans Grundig, Schüler mit roter Mütze, um 1925/28

Künstler der zweiten Reihe standen mehrmals im Mittelpunkt der Versteigerung Ausgewählter Werke bei Grisebach in Berlin und schmückten mit neuen Spitzenpreisen das Ergebnis. Gleich gegen Beginn setzte die abstrakte Komposition „Avertissement I (Peinture)“ von 1934 einen Auktionsrekord für den aus Österreich stammenden Surrealisten Wolfgang Paalen. Die Schätzung für das lange Zeit in kalifornischen Sammlungen beheimatete Bild hatte bei 200.000 bis 300.000 Euro gelegen, die ein österreichischer Kunde nun mit 310.000 Euro leicht überbot. Christie’s in Paris hatte schon 2009 für die dunkle „Pays (paysage) médusé“ von 1938 genau den gleichen Wert erzielt. Ebenfalls rekordträchtig waren die 370.000 Euro eines süddeutschen Sammlers, der Hans Grundigs schräg auf einem Stuhl platzierten „Schüler mit roter Mütze“ aus den späten 1920er Jahren übernahm. Das neusachliche Meisterwerk mit marktfrischer Provenienz war auf 150.000 bis 200.000 Euro beziffert worden. Und noch einmal setzte die Neue Sachlichkeit zu Höhenflügen an: Von 60.000 bis 80.000 Euro verbesserte sich Grethe Jürgens’ 1929 streng und symmetrisch aus dem Bild schauendes „Portrait Gerta Overbeck“ von 1929 auf 130.000 Euro – ein neuer Auktionsrekord für die niedersächsische Malerin.


Neben diesen herausragenden Einzelergebnissen kann sich auch der Gesamtumsatz sehen lassen. Laut Grisebach lag er bei brutto 16 Millionen Euro und damit um rund 700.000 Euro höher als der Vergleichswert aus dem Vorjahr, und das, obwohl im Mai 2019 mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und einer eigenen Bauhaus-Auktion das Angebot ungleich umfangreicher war. Die Corona-Krise tat der Kauflaune der Kunden in Berlin diesmal keinen Abbruch und bescherte Grisebach keine Umsatzeinbußen, unter denen ja gerade die Auktionsgiganten Christie’s und Sotheby’s derzeit leiden. Auch die losbezogenen Zuschlagsquoten lagen mit 82,3 Prozent für die „Ausgewählten Werke“, mit 77,2 Prozent für die „Moderne Kunst“ und mit 83,4 Prozent für die „Zeitgenössische Kunst“ auf üblichem gutem Grisebach-Niveau.

Weniger spektakuläre Preisentwicklungen hatte am 9. Juli allerdings der klassische Expressionismus zu verzeichnen. Emil Noldes 1915 in Öl gemalte grün-blaue „Südsee Landschaft II“, mit 800.000 bis 1,2 Millionen Euro eines der beiden Highlights der Auktion, konnte sich ein norddeutscher Sammler schon bei 770.000 Euro sichern. Alexej von Jawlenskys „Landschaft mit Bäumen“ bei Murnau um 1909 erreichte die untere Schätzung von 300.000 Euro. Karl Schmidt-Rottluffs 1909 locker aquarelliertes „Mädchen mit blauem Schal“ für 250.000 bis 350.000 Euro war einer der schmerzlichen Rückgänge der Auktion, dafür schafften seine bunten kantigen „Pommerschen Bauern“ von 1924 die untere Grenze von 400.000 bis 600.000 Euro. Von 180.000 bis 240.000 Euro auf 255.000 Euro kletterte Karl Hofers ausdrucksstarke, gleichwohl melancholische „Magd“ beim Kämmen aus dem Jahr 1922. Mela Muters häusliche, Empathie heischende „Kindergruppe“ aus dem Jahr 1913 spielte taxkonforme 220.000 Euro ein. Schon vor der Versteigerung konnte Grisebach Hanns Ludwig Katz’ um 1930/33 gemalte, wundersame und koloristisch ausgefallene Sommernachtsstimmung vom Main in Frankfurt für einen nicht genannten Preis an das dortige Jüdische Museum vermitteln (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Grisebachs Ausflüge in die Altmeisterzeit hatten bei Albrecht Dürer großen Erfolg. Sein berühmter Kupferstich „Adam und Eva“ von 1504 in einem exquisiten Lebzeitabzug vor 1519 brachte sensationelle 430.000 Euro ein; laut Grisebach der höchste jemals in einer Auktion für diesen Kupferstich gezahlte Preis. Auch seine nicht weniger prominente „Melencolia I“ von 1514 beeindruckte als ausgezeichneter Druck der Zeit vor Dürers Tod 1528 bei 255.000 Euro. Beide Blätter gingen in eine britische Privatsammlung (Taxen je 80.000 bis 120.000 EUR). Unveräußert blieb dagegen ein großer Blumenstrauß Jan Breughels d.J. aus den späten 1620er Jahren für 800.000 bis 1,2 Millionen Euro; über 680.000 Euro kamen die Gebote nicht hinaus. Beim Impressionismus hielten sich die Käufer an die Vorgaben von Grisebach, bei Max Liebermanns im berühmten Wannseegarten arbeitenden „Mann im Kohlfeld“ von 1917 an 180.000 Euro, bei Lesser Urys an Monets gemahnendes Ölgemälde „Waterloo Bridge bei Nebel, London“ von 1926 an 100.000 Euro.

Für die Kunst nach 1945 stand ein unbetiteltes Aquarell Alexander Calders von 1953 mit pflanzlichen und Naturmotiven für 140.000 Euro, zugleich das Eröffnungslos der Auktion (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Ein genageltes und weiß übermaltes „Bewegtes Feld“ Günther Ueckers von 1971 konnte seine untere Schätzung auf 420.000 Euro mehr als verdoppeln. Sigmar Polkes unbetiteltes Rasterbild mit weißen Farbinsel auf rot gemustertem Stoff von 1993 verabschiedete sich bei taxgerechten 320.000 Euro. Unter den jüngsten Werken reüssierten Neo Rauchs rätselhafte Figuration „Leitung“ mit laufendem Mann von 1997 für 145.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Rudolf Stingels rot grundiertes Orientteppichfragment von 2012, das bei 75.000 Euro in eine amerikanische Privatsammlung ging (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Zum zweiten Mal in der Sechsstelligkeit ist der 1970 geborene Norbert Bisky angekommen. Sein Drei-Meter-Format „Schwarzmaler II“ von 2008 mit mehreren jungen Männerhalbakten und fliegenden Häuserfragmenten verdoppelte seinen Wert auf 110.000 Euro und liegt damit nun 5.000 Euro über dem Zuschlag, den Ketterer im vergangenen Dezember für Biskys „Sturz der Giganten“ erwirtschaftete. Auch einige fotografische Arbeiten hatte Grisebach erstmals in die „Ausgewählten Werke“ integriert. Hier platzierte sich die motivreiche Collage „Elephant and Kilimanjaro“ von 1984/2005 des kürzlich verstorbenen Amerikaners Peter Beard bei 120.000 Euro an der Spitze (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), während Gustave Le Grays frühe stille Paris-Vedute „Pont du Carrousel, vue du Pont Royal“ um 1859 leicht auf 8.000 Euro nachgab (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

In den Auktionen „Moderne Kunst“ und „Zeitgenössische Kunst“ am 10. Juli konnte Grisebach noch einige weitere unerwartete Preissteigerungen generieren. Ein höchst dekorativer Jugendstil-Blumenstrauß von Emil Orlik aus dem Jahr 1914, den er zur legendären Kölner Werkbund-Ausstellung für das Speisezimmer des von Bruno Paul gestalteten „Gelben Hauses“ malte, legte von 25.000 bis 35.000 Euro deutlich auf den Rekordwert von 100.000 Euro zu. Den gleichen Preis erzielte ein expressionistisches Blumenstillleben Irma Sterns von 1929 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Erst bei 185.000 Euro endete das Rennen um Franz Radziwills dunkle Dorflandschaft „Die Fäden der Geheimnisse“ von 1956, die seiner Vorliebe für den „Magischen Realismus“ entspricht (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Aus der jüngeren Kunst sind André Butzers monumentaler, verzeichneter „Pluton“ von 2002 für 125.000 Euro, der es je nach Umrechnungskurs mit dem bisherigen Spitzenpreis von 140.000 US-Dollar vom März 2019 bei Sotheby’s in New York aufnehmen kann (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), und eine dreifarbige Farbfeldmalerei Günther Förgs für 105.000 Euro zu nennen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



25.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Peter Beard, Elephant and Kilimanjaro, 1984/2005

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