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Lotty Rosenfeld gestorben

Lotty Rosenfeld 1979 bei ihrer Aktion Aktion „Una Milla de Cruces sobre el Pavimento“

Die Aktionskünstlerin Lotty Rosenfeld ist tot. Sie starb am letzten Freitag im Alter von 77 Jahren an ihrem Krebsleiden. Carlota Eugenia Rosenfeld Villareal, 1943 in Santiago de Chile geboren, führte 1979 ihre erste Fahrbahnverfremdung in der chilenischen Hauptstadt durch und protestierte damit gegen das Militärregime von Augusto Pinochet. In dieser Aktion „Una Milla de Cruces sobre el Pavimento“ erweiterte sie die Vertikalstreifen der Fahrbahn um horizontale Querbalken zu Kreuzen und malte geraden Linien auf dem Bürgersteig. Damit wollte sie die starke Kontrolle des Pinochet-Regimes verdeutlichen. Dieses Eingreifen und Stören des Verkehrs filmte sie und projizierte den Streifen einige Monate später an derselben Stelle. Diese Aktion wurde abermals filmisch dokumentiert. Mit ihren Interventionen arbeitete sie international in Städten wie Washington D.C., New York, Neu Delhi und Havanna. Mit den veränderten Straßenmarkierungen wollte sie den Betrachter anregen, über den öffentlichen Raum und politische Handlungen nachzudenken. Lotty Rosenfelds Werk war nicht nur in Lateinamerika, sondern auch in Europa, Japan und Australien zu sehen. Sie nahm unter anderem 2007 an der Documenta in Kassel und 2015 an der Biennale in Venedig teil.

Lotty Rosenfeld studierte vier Jahre lang bis 1968 an der Escuela de Artes Aplicadas in Santiago de Chile bei Florencia de Amesti, Eduardo Vilches und Kurt Herdan. Ihr Ausgangsmedium war die Videokunst, später arbeitete sie auch mit Multimedia-Installationen. 1979 gründete Rosenfeld mit dem Poeten Raúl Zurita, dem Soziologen Fernando Balcells und den Künstlern Diamela Eltit sowie Juan Castillo das Colectivo de Acciones de Arte. Das Kollektiv griff zu Performances und Interventionen, um das Pinochet-Regime zu kritisieren. Rosenfeld hatte auch Verbindungen zur Fluxus-Bewegung. 1985 erhielt sie den Spezialpreis der Jury der ersten Video-Biennale in Tokyo. Ihre Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Museo de Arte Contemporáneo in Santiago, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, in der Tate Gallery in London sowie im Museum of Modern Art in New York.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Lotty Rosenfeld 1979 bei ihrer Aktion Aktion „Una Milla de Cruces sobre el
 Pavimento“
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Lotty Rosenfeld








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