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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Mit der modernen Kunst erzielte das Dorotheum ein gutes Ergebnis

Trost bei den Heiligen



Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927

Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927

Er gilt als der Protagonist der Neuen Sachlichkeit in Österreich: Rudolf Wacker. Nach künstlerischen Anfängen als Expressionist in Berlin, griff er nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Bregenz 1921 verstärkt Tendenzen einer klaren, strengen Bildsprache auf, die auch sein „Stillleben mit St. Sebastian“ von 1927 prägen. Um die feinfühlige Figur des frühchristlichen Heiligen hatte Wacker in seinem Atelier einen typischen Kaktus, eine stilisierte Vogelfigur, ein eigenes Landschaftsgemälde vom Bodensee und eine lediglich grundierte Leinwand auf einem bunten Teppich zu dem Arrangement gruppiert. Dabei lag ihm die spätgotische Skulptur besonders am Herzen; konnte der von Geldnöten geplagte Künstler sie doch erst 1927 nach dem Verkauf eines Selbstbildnisses erwerben und sah in dem Märtyrer eine Identifikationsfigur. Denn nach einer Ausstellung im Vorarlberger Landesmuseum entbrannte in diesem Jahr um die Person und die Kunst Wackers eine Schlacht in der lokalen Presse, die ihm arg zusetzte. Der gepeinigte Sebastian, der für seine Überzeugungen den Tod erlitt, kam Wacker da gerade recht.


Das „Stillleben mit St. Sebastian“ hatte das Wiener Auktionshaus Dorotheum nun an den Anfang seiner Versteigerung „Klassische Moderne“ positioniert und damit einen fulminanten Auftakt generiert. Denn aus den erwarteten 80.000 bis 140.000 Euro wurden durch regen Zuspruch der Bieter immerhin 300.000 Euro und damit der Toppreis des Tages. Mit der Auktion vom 23. Juni fuhr das Dorotheum trotz Corona-Krise ein positives Ergebnis ein. Zwar lag der Bruttoumsatz mit 3,68 Millionen Euro um rund 700.000 Euro niedriger als vor einem Jahr, doch damals wechselten 106 Positionen die Hände, heuer nur 69, was einer guten losbezogenen Verkaufsrate 72,6 Prozent entspricht. Dass im aktuellen wirtschaftlich schwachen Umfeld die Zurückhaltung eher auf Anbieter-, als auf Käuferseite liegt, machen zudem die sechsstelligen Zuschlagswerte deutlich: In der Juni-Auktion 2019 waren es sechs, diesmal neun trotz unverkennbar kleinerer Offerte. Damit hat sich auch der Durchschnittpreis pro verkauftem Los erhöht, von 41.500 Euro im vergangenen Jahr auf nun 53.460 Euro.

Weitere hohe Preise spielten Künstler der österreichischen Moderne ein. Für Egon Schieles 1917 entstandene Kreidezeichnung einer sich entkleidenden Frau, einst in Besitz von Schieles Zahnarzt Heinrich Rieger, bewilligte ein amerikanischer Telefonbieter 220.000 Euro in der Mitte des Taxbereichs. Keinen Ausfall gab es bei den drei Zeichnungen von Gustav Klimt mit der feinlinigen „Frau im Kimono“, einer Studie zu dem unvollendeten „Porträt Ria Munk III“ von 1917/18, für 65.000 Euro an der Spitze (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR). Carl Molls winterlich verschneite Karlskirche in impressionistischem Gestus warf gute 110.000 Euro ab (Taxe 80.000 bis 130.000 EUR). Bei Alfons Walde war der Zuspruch geteilt. Während sein sommerlicher „Sonntag in Tirol“ von 1935 locker die obere Schätzgrenze von 140.000 Euro erreichte, hielten sich die Sammler bei dem eigentlich gesuchteren Werk, dem gleichaltrigen „Einsamen Berghof“ mit sonnenbestrahlten und verschatteten Schneemassen, bei 230.000 Euro sichtbar zurück (Taxe 280.000 bis 340.000 EUR).

Auch Max Liebermann musste sich bei seinem „Gemüsekarren“ auf der Straße eines holländischen Dorfes von 1906 mit 85.000 Euro bescheiden (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Mehr Glück hatte da Josef Scharl mit seinem frühesten erhaltenen Selbstbildnis: das dynamische Konterfei im Alter von 25 Jahren stieg von 18.000 Euro auf 30.000 Euro. Auch bei Franz von Zülows Darstellung einer bäuerlichen Backstube von 1934, die sich seit Ende der 1930er Jahre ununterbrochen in Prager Privatbesitz befand, zogen die Gebote von 5.000 Euro kräftig auf 24.000 Euro an. Wander Bertonis Holzfigur „Die Kämmende“ in glatten gerundeten Formen hatte es den Käufern ebenfalls angetan, die für die frühe Arbeit um 1946 aus Bertonis Studienjahren an der Wiener Akademie 41.000 Euro zahlten (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Weitere Werke aus der Nachkriegszeit waren Norbertine Bresslern-Roths kämpferischer „Puma auf Affenjagd“ für 75.000 Euro (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR) oder Arik Brauers fantastische Traumwelt einer „Erotischen Bootsfahrt“ von 1970 für 50.000 Euro (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Gut vertreten war wieder die italienische Moderne. Hier überzeugten Giorgio Morandi mit dem postimpressionistischen stillen „Paesaggio“ von 1927 zu 95.000 Euro (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR) und Ubaldo Oppi mit seiner wohlgerundeten Rückenfigur „Nudo sdraiato con finestra“ von 1929 in einem bühnenartigen Setting zu 32.000 Euro (Taxe 24.000 bis 32.000 EUR). Giulio D’Annas futuristische Flugzeugvision „Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo“ von 1935/36 flog für 34.000 Euro davon (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Bei Filippo de Pisis war die enge Häuserzeile mit einem Blick auf „Il Pantheon a Parigi“ von 1928 bei 26.000 Euro gefragt (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR), bei Giorgio de Chirico vor allem das neobarocke Stillleben „Frutta con alberi“ um 1950 für 55.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Nach Südamerika ging es mit dem gebürtigen Kolumbianer Fernando Botero, der sein 2004 auf kleinem Format gemaltes „Paar mit Schirm“ in kleidungssprengender Leibesfülle beim Verlassen des Hauses zur unteren Schätzung von 180.000 Euro abgab.

Eine wichtige Position in der jungen ungegenständlichen Malerei besetzte der gebürtige Tscheche František Kupka, der ab 1894 in Frankreich lebte. Für das Gemälde „Les Machines“ hatte er in den 1920er Jahren Kreissegmente miteinander kombiniert und durch schwarze Linien scheinbar zum schnellen Drehen gebracht. Die vorbereitende Studie in Gouache kam nun auf 60.000 Euro (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR). Sein Kollege Fernand Léger hatte mit seiner unverkauften Bleistiftzeichnung „Composition mécanique“ von 1923 aber das Nachsehen (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Diese Scharte bügelten dann Tamara de Lempicka mit ihrem unvollendeten Porträt „Jeune fille au châle blanc“ aus den frühen 1950er Jahren bei 130.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und vor allem Salvador Dalí wieder aus. Der Surrealist war mit zwei groß dimensionierten, teigig aufgebauten Bronzefiguren aus der Mitte der 1970er Jahre im Dorotheum zugegen. Mit 140.000 Euro wurde der „Guerrier triomphant (Cheval monté qui bronche)“ zum Renner (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), noch viel mehr der ebenfalls zwölf Mal gegossene „Persée – Hommage à Benvenuto Cellini“ mit 220.000 Euro (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Dass Pablo Picassos keramische Arbeiten bei Sammlern derzeit beliebt sind, zeigen die Auktionen weltweit. Auch im Dorotheum waren seine zehn Lose dieser Gattung ein Garant für die Abnahme, sein Krug mit aufgemalter Frau von 1955 bei 12.000 Euro (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR), seine Bildplatte mit männlichem Gesicht samt Spitzbart von 1968 bei 13.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



31.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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23.06.2020, Klassische Moderne

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Dorotheum

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Skulptur

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Zeichnung

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Malerei

Bericht:


Auf zur erotischen Bootsfahrt!

Kunstwerk:

Giulio D’Anna, Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo, 1935/36
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Kunstwerk:

Fernando Botero, Paar mit Schirm, 2004
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Kunstwerk:

Tamara de Lempicka, Jeune fille au châle blanc, um 1952
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Carl Moll, Karlskirche im Winter, 1902

Carl Moll, Karlskirche im Winter, 1902

Taxe: 80.000 - 130.000 EURO

Zuschlag: 110.000,- EURO

Losnummer: 12

Tamara de Lempicka, Jeune fille au châle blanc, um 1952

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 34

Wander Bertoni, Die Kämmende, um 1946

Wander Bertoni, Die Kämmende, um 1946

Taxe: 25.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 41.000,- EURO

Losnummer: 55

Alfons Walde, Sonntag in Tirol, 1935

Alfons Walde, Sonntag in Tirol, 1935

Taxe: 80.000 - 140.000 EURO

Zuschlag: 140.000,- EURO

Losnummer: 2

Salvador Dalí, Persée – Hommage à Benvenuto Cellini, um 1976

Salvador Dalí, Persée – Hommage à Benvenuto Cellini, um 1976

Taxe: 90.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 35

Arik Brauer, Erotische Bootsfahrt, 1970

Arik Brauer, Erotische Bootsfahrt, 1970

Taxe: 35.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 49

Ubaldo Oppi, Nudo sdraiato con finestra, 1929

Ubaldo Oppi, Nudo sdraiato con finestra, 1929

Taxe: 24.000 - 32.000 EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 19

Fernando Botero, Paar mit Schirm, 2004

Fernando Botero, Paar mit Schirm, 2004

Taxe: 180.000 - 260.000 EURO

Zuschlag: 180.000,- EURO

Losnummer: 33

Josef Scharl, Selbstporträt, 1921

Josef Scharl, Selbstporträt, 1921

Taxe: 18.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 14

Salvador Dalí, Guerrier triomphant (Cheval monté qui bronche), um 1974

Salvador Dalí, Guerrier triomphant (Cheval monté qui bronche), um 1974

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 140.000,- EURO

Losnummer: 36

Giulio D’Anna, Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo, 1935/36

Giulio D’Anna, Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo, 1935/36

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 25

František Kupka, Ètude pour „Les Machines“, um 1927/29

František Kupka, Ètude pour „Les Machines“, um 1927/29

Taxe: 45.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 37

Norbertine Bresslern-Roth, Puma bei der Affenjagd

Norbertine Bresslern-Roth, Puma bei der Affenjagd

Taxe: 60.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 57




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