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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Eine gute Zuschlagsquote zeichnete die Auktion mit Alter Kunst und Antiquitäten bei Neumeister aus

Feuer für Griechenland



Johann Jakob Frey, Blick auf die Akropolis, 1856

Johann Jakob Frey, Blick auf die Akropolis, 1856

Als der gebürtige Basler Johann Jakob Frey 1856 seinen „Blick auf die Akropolis“ malte und die südliche Abendstimmung mit warmen Gelb- und Brauntönen einfing, war Griechenland schon fast 30 Jahre von der Herrschaft der Osmanen befreit und dort eine Monarchie unter dem Wittelsbacher Prinzen Otto installiert. Die Begeisterung für den Hellenismus schlug sich damals bei vielen Intellektuellen und Künstlern nieder, galt das antike Griechenland doch als die Wiege Europas. Und so thront auch bei Frey die Akropolis als Sinnbild alter Größe noch ganz unverbaut und majestätisch auf ihrem Felsen im Zentrum des Gemäldes, umgeben von einer sandig braunen Landschaft mit einigen Palmen in mildem Abendlicht. Das Fernweh, das aus diesem Gemälde spricht, ließen sich die Kunden bei Neumeister in München nicht entgehen und nahmen Freys erhabenen „Blick auf die Akropolis“ zur oberen Schätzung von 30.000 Euro mit.


Damit war in der Auktion „Alte Kunst“ am 15. Juli schon das preisliche Ende der Fahnenstange erreicht. Der menschenreiche Zug der „Kreuztragung“ von Cornelis de Baellieur d.Ä. hätte noch mehr einbringen können, doch wollte niemand die große Kupferplatte bei einer Schätzung von 30.000 bis 50.000 Euro haben. So blieb es bei den 30.000 Euro, die zudem für die Büste einer verhalten-fröhlichen heiligen Jungfrau aus dem Umkreis des Meisters von Seeon von etwa 1450 zusammenkamen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Unerwartet waren auch die 14.000 Euro, die es für eine kleine, vormals gefasste Elfenbeingruppe mit der Grablegung Christi wohl aus den südlichen Niederlanden vom Ende des 15. Jahrhunderts gab (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR). Mit den derzeit nicht allzu gefragten Gemälden Alter und Neuerer Meister im unteren und mittleren Preissegment sowie dem Kunsthandwerk früherer Epochen fuhr Neumeister dennoch eine ansprechende losbezogene Zuschlagsquote von gut 64 Prozent ein.

Während sich die Versteigerung zu Beginn bei den Fayencen und dem alten Porzellan etwas schwer tat, konnte die kleine Silber-Abteilung mit einem ersten Höhepunkt aufwarten. Auf einem ansehnlichen Deckelhumpen hatte der Augsburger Silberschmied Heinrich Mannlich um 1663/66 eine personifizierte Darstellung der vier Jahreszeiten getrieben, die ihm jetzt 11.000 Euro einbrachte (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Gefragt waren im Anschluss auch die Objekte aus Jugendstil und Art Déco, etwa Joseph Wackerles anmutiges Sinnbild der „Flora“, das die Münchner Porzellanmanufaktur Nymphenburg ab 1925 produzierte, für 3.300 Euro (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR) oder Theodor Kärners 1913 ebenfalls für Nymphenburg entworfener, kecker „Ara“ in blauem Gefieder bei 6.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.300 EUR).

Ohne farbliche Staffage kamen Paul Scheurichs Porzellanfiguren „Telchin auf Hippocamp“ und „Najade“ um 1940/42 aus dem Tafelaufsatz „Geburt der Schönheit“ für KPM aus, die beschwingt bei 3.700 Euro davonritten (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Fast durchweg zu guten Preisen wurden auch die dekorativen weiblichen Bronzefiguren dieser Zeit übernommen, Albert Hinrich Hussmanns Europa auf einem äußerst muskulösen Stier für 3.600 Euro (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR), Walter Schotts oft wiederholte „Kugelspielerin“ um 1897 für 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR) und Gerhard Schliepsteins „Tanzender Frauenakt“ aus den 1930er Jahren für 8.500 Euro (Taxe 2.300 bis 2.500 EUR).

Bei den alten Möbeln des 18. Jahrhunderts schaffte ein imposanter Mainzer Schrank um 1760 aus Nussbaumholz mit leicht geschweifter Front, Lisenengliederung, Bandwerk und Rautenmarketerie, der für heutige Verhältnisse mit 25.000 bis 30.000 Euro recht anspruchsvoll taxiert war, den Absprung bei immerhin 23.000 Euro. Die passende deutsche Rokoko-Bergère mit etwas ramponiertem, aber originalem Stickereibezug samt mythologischer Szene gab es für 2.000 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Große Wandflächen braucht der Käufer einer Tapisserie der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Aubusson; für den fast fünf Meter breiten Wandteppich mit einer pastoralen Idylle zahlte er die vorgesehenen 3.800 Euro. Die Uhrenofferte wurde komplett übernommen, eine frühbarocke schlichte Horizontaltischuhr von Jeremias Pfaff aus Augsburg für 4.000 Euro (Taxe 3.500 bis 3.700 EUR), die Pariser Empire-Kaminuhr „Ganymed im Streitwagen des Zeus“, deren Entwurf Pierre Philippe Thomire zugeschrieben wird, in vergoldeter und teils dunkel patinierter Bronze für 6.000 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Nachdem bei den Alten Meistern neben Baellieurs „Kreuztragung“ auch andere höher gehandelte Stücke durchgefallen waren, kamen die auf den ersten Blick eher unscheinbaren Werke unbekannter Herkunft zum Zug, etwa das strenge Portrait einer jungen Adeligen in spanischer Hoftracht aus dem 16. Jahrhundert, hinter der Margarethe von Parma, die uneheliche Tochter Kaiser Karls V., stehen könnte. Von 1.000 Euro ließ sie den Preis auf 6.200 Euro schnellen. Begehrt war zudem das rund hundert Jahre jüngere Bildnis eines heranwachsenden charmanten jungen Mannes in lockigem Haar aus dem Umkreis Jacob-Ferdinand Voets bei 16.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Nicht ganz so hoch war der Anstieg bei einem niederländischen Vanitasstillleben mit zentralem Totenkopf von 2.000 Euro auf 4.000 Euro. Für die liebevolle Schilderung eines Schutzengels in einer Flusslandschaft, der einen nackten Knaben an der Hand führt und dem flämischen Maler Victor Honoré Janssens zugewiesen wird, blieben 3.400 Euro übrig (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Den Auftakt zu den Gemälden des 19. Jahrhunderts absolvierte Johann Georg von Dillis’ kleine Landschaftsstudie mit der Münchner Praterinsel samt Isar vorschriftsmäßig bei 6.000 Euro. Die Sehnsucht nach dem Süden und Urlaub stillten dann noch Carl Wilhelm Götzloffs warmtonige Ansicht des Golfs von Palermo mit dem markanten Monte Pellegrino im Hintergrund bei 5.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Bernhard Reinholds nicht näher bestimmbare „Italienische Landschaft“ von 1873 mit Bettelmönch und seinem beladenen Esel im Schlepptau bei 7.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder Guglielmo Ciardis Blick in einen der morbiden Kanäle von Venedig für 6.600 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Etwas schwermütig ist einem beim Anblick des Bauernjungen zumute, dessen entbehrungsreiches Leben der russische Realist Konstantin Alexandrowitsch Trutowski 1892 eingefangen hat. Mit 8.500 Euro spielte der ausdruckslos seinen Weg Entlangziehende 500 Euro mehr ein, als erwartet.

Einige Gemälde der Münchner Schule erwiesen sich als zugkräftig, etwa Friedrich Voltz’ 1870 datierte Hirtin mit Herde und Hund am einem Gewässer für 6.600 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder eine ähnliche bäuerliche Impression Paul Webers mit einem Schäfer für 3.800 Euro, der mit seiner trauten Tierschar am Abend einen Weg entlangzieht (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Guten Zuspruch erhielten auch Josef Wopfner mit seinen Bildern von den oberbayrischen Seen mit der Überfahrt zum Kirchgang am „Sonntag am Walchensee“ für 6.500 Euro an der Spitze (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR) und Adolf Liers Ölstudie eines heiteren Sommertags am Chiemsee für 7.200 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Wem Fritz Roebers hochdramatische monumentale Inszenierung „Walhalls Sturz“ des Zyklus’ „Untergang der nordischen Götterwelt und Erscheinen des Christentums auf der neuen Erde“ aus der Villa Karl von der Heydts in Bad Godesberg für taxgerechte 15.000 Euro zu viel war, konnte bei gleichem Preis zu Heinrich von Zügels unprätentiösem, geschmackvoll spätimpressionistischem Gemälde „Hirte mit Schafherde und Maultier“ von 1914 greifen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



14.08.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Friedrich Voltz, Hirtin mit Herde und Hund am Wasser, 1870
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 Weber, Schäfer mit seiner Herde
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Pierre Philippe Thomire zugeschrieben, Kaminuhr „Ganymed im Streitwagen des Zeus“, Paris erstes Drittel des 19. Jahrhunderts

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

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Gerhard Schliepstein, Tanzender Frauenakt, 1930er Jahre

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Taxe: 2.300 - 2.500 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 74

Meister von Seeon Umkreis, Heilige Jungfrau, um 1450

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Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 91

Bergère, Deutschland, 18. Jahrhundert

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Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 116

Josef Wopfner, Sonntag am Walchensee

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Taxe: 4.500 - 5.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 217

Portrait einer jungen Adeligen in spanischer Hoftracht, 16. Jahrhundert

Portrait einer jungen Adeligen in spanischer Hoftracht, 16. Jahrhundert

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 6.200,- EURO

Losnummer: 141

Konstantin Alexandrowitsch Trutowski, Russischer Bauernjunge, 1892

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 188

Victor Honoré Janssens zugeschrieben, Der Schutzengel

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Losnummer: 168

Vanitasstillleben, Niederlande, 1650er Jahre

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Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

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Losnummer: 153

Walter Schott, Kugelspielerin, um 1897

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

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Schrank, Mainz, um 1760

Schrank, Mainz, um 1760

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

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Losnummer: 106

Heinrich von Zügel, Hirte mit Schafherde und Maultier, 1914

Heinrich von Zügel, Hirte mit Schafherde und Maultier, 1914

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 254




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