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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die moderne und zeitgenössische Kunst schloss bei Karl & Faber in München mit einem guten Ergebnis ab

Notationen mit dynamischer Kraft



Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, einer Droschke und einer Straßenbahn, 1925/27

Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, einer Droschke und einer Straßenbahn, 1925/27

Es ist einiges los im Berliner Tiergarten: Zahlreiche Menschen spazieren übers Trottoir, eine Pferdedroschke saust vorbei, und gerade hat die gelbe Straßenbahn gehalten und schüttet ihre Passagiere aus. Durch die herbstfarbenen Bäume schaut gelegentlich der blaue Himmel herab. Sujet und rasche, pastose Malweise deuten unübersehbar auf Max Liebermann als Schöpfer der gut siebzig Zentimeter breiten Leinwand hin. Um die Mitte der 1920er Jahre malte der annähernd achtzigjährige Impressionist das Bild, möglicherweise direkt vor Ort auf seiner tragbaren Staffelei. Karl & Faber hatten es nun in ihrer jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst im Programm, ausgestattet mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro. Doch selbst die wurde noch übertroffen. Nach kurzem, aber heftigem Bietgefecht konnte ein Berliner Sammler die Leinwand für 410.000 Euro ersteigern.


Das beste Saisonergebnis seit zehn Jahren in Höhe von 8 Millionen Euro – so lautete die erfreuliche Bilanz des Münchner Auktionshauses über die Veranstaltung am 16. Juli. Mit einer siebzigprozentigen Zuschlagsquote nach Anzahl der Lose sowie einer Reihe sechsstelliger Preise behaupteten Karl & Faber ihre Position unter den führenden Anbietern vor allem klassisch-moderner Kunst im süddeutschen Raum. Derselbe Bieter, der sich den Liebermann sicherte, war mit dem Einsatz von 220.000 Euro auch bei Lesser Urys regennass schimmerndem „Kurfürstendamm bei Nacht (am Zoo)“ von 1927 erfolgreich (Taxe 140.000 bis 200.000 EUR). Die Münchner Meister mussten sich dagegen etwas bescheiden. Wassily Kandinskys kleine Impression „Kochel – Gebirgslandschaft mit Tannen“ von 1902 blieb an der unteren Taxe von 200.000 Euro hängen, das rund sechs Jahre jüngere „Bildnis von Gustl Blab“ seiner Freundin Gabriele Münter schaffte nur 120.000 Euro (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR).

Moderne Kunst

135.000 Euro gab es für ein hübsches Blumenaquarell Emil Noldes mit roten Lilien- und violetten Irisblüten aus den späten 1920er Jahren, das einige Zeit lang als Dauerleihgabe im Von der Heydt-Museum in Wuppertal hing (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Im preislichen Mittelfeld reüssierten Egon Schieles 1909 ohne erotische Anspielungen gezeichnete „Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend“ bei 80.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) sowie Georg Kolbes zwischen 1926 und 1940 gegossener Bronzeakt „Sitzende“ bei 55.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Von 40.000 bis 50.000 Euro auf den Auktionsrekordpreis 60.000 Euro verbesserte sich Pierre-Paul Girieuds fauvistisches Portrait der damals etwa dreißigjährigen Malerkollegin Émilie Charmy aus dem Jahr 1908, zu dem das Lenbachhaus in München eine zweite, etwas buntere Version verwahrt.

Hohe Preise fuhren noch einige weitere Franzosen ein. So setzte sich Pablo Picassos braune flotte Kreidezeichnung „Homme à l’agneau, mangeur de pastèque et flûtiste“ von 1967 mit 300.000 Euro auf den zweiten Platz der Zuschlagsliste (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Dich dahinter auf dem dritten Rang rangierte mit 280.000 Euro Marc Chagalls gleichwertig taxiertes Ölbildchen „Intérieur jaune“ samt Selbstbildnis in Umarmung seiner Frau Vava von circa 1978/80. Raoul Dufys „Promenade des Anglais à Nice“, die um 1928 den Betrachter schwungvoll in die Raumtiefe reißt, erzielte die untere Grenze von 100.000 bis 150.000 Euro.

Ebenfalls jeweils zur unteren Erwartung gingen Alberto Giacomettis in Bleistift gestricheltes Bildnis des amerikanischen Schriftstellers James Lord für 65.000 Euro und Henry Moores kleine Bronzeskulptur „Two seated figures against wall“ von 1960 für 120.000 Euro neue Bekanntschaften ein. František Kupka ließ sich bei seiner „Abstrakten Komposition“ mit vertikalen Balken und aufgespaltenen Kreissegmenten in Rot und Blau bei 35.000 Euro nicht lumpen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), während Jean-Gabriel Domergues elegantes, aber auch leicht blasiertes Paar „Au pesage“ auf 20.000 Euro nachgab (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Da hatte der aktuell gesuchte Emil Orlik mit seinem flächig gestalteten Gemälde „Drei Chinesinnen mit einem Kind“ vor einem See von 1912 bei 22.000 Euro mehr Glück (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Bei der Kunst ab 1945 haben Karl & Faber im Vergleich zu anderen deutschen Auktionshäusern noch größeres Ausbaupotential. Hier konnten, bei einer freilich wiederum guten Zuschlagsquote von fast 72 Prozent, nur zwei sechsstellige Zuschlagspreise erzielt werden: 125.000 Euro – allerdings 25.000 Euro unterhalb der Schätzung – kostete Eduardo Chillidas kompakte Schamotteskulptur „Lurra G-12“ von 1984. Die größere Überraschung waren dagegen die 140.000 Euro für Jorinde Voigts dreiteilige, insgesamt sechs Meter breite Zeichnung „Perm I–III“, die wie musikalische Notationen aussieht, dabei aber eine bezwingende ästhetische Kraft und Dynamik ausstrahlt. Angesetzt war die 2007 entstandene Partitur auf 80.000 bis 120.000 Euro. Für die 1977 in Frankfurt geborene Künstlerin bedeutete der Zuschlag einen Auktionshöchstpreis.

Ansonsten gab es gehobene Durchschnittsware wie eine lachende Mick Jagger-Serigrafie Andy Warhols von 1975 für 48.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR), eine kleine Abstraktion Gerhard Richters in Weiß und Anthrazit von 1989 zur unteren Schätzung von 70.000 Euro oder eine 1986 ebenfalls eher als Gelegenheitsarbeit entstandene „Farbprobe“ Sigmar Polkes in Blau, Weiß und Gelb für 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Mit zwei wilden, fast dämonischen Malereien auf Großformaten für 36.000 Euro und 28.000 Euro war unter den jüngeren Künstlern der 1970 geborene Jonathan Meese gut vertreten (Taxen zwischen 15.000 und 30.000 EUR). Auf 50.000 Euro verdoppelte sich der Wert einer bunt bemalten amorphen Aluminiumskulptur Katharina Grosses aus dem Jahr 2015. Zu nennen ist auch ein fast zweieinhalb Meter breites Gemälde namens „Spandau Ballet“, das Wolfgang Ludwig Cihlarz alias Salomé 1982 mit drei nackten Jünglingen in Posen von Gekreuzigten vor farbenfrohem Hintergrund füllte. Dafür gab es 30.000 Euro etwas über der Schätzung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



16.08.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pierre-Paul Girieud, Portrait d’Émilie Charmy, 1908

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Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 400

Wassily Kandinsky, Kochel – Gebirgslandschaft mit Tannen, 1902

Wassily Kandinsky, Kochel – Gebirgslandschaft mit Tannen, 1902

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 406

Egon Schiele, Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend, 1909

Egon Schiele, Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend, 1909

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 409

Lesser Ury, Kurfürstendamm bei Nacht (am Zoo), 1927

Lesser Ury, Kurfürstendamm bei Nacht (am Zoo), 1927

Taxe: 140.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 412

Georg Kolbe, Sitzende, 1926/40

Georg Kolbe, Sitzende, 1926/40

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 410




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