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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Corona-Krise hat den Umsatz der Impressionisten- und Moderneauktion bei Sotheby’s in New York deutlich schrumpfen lassen. Gesucht war dennoch Kunst aus Südamerika

Surrealistische Frauen auf dem Vormarsch



Als „Kunst zur Krise“ könnte man einen Teil des Angebots der großen Versteigerung impressionistischer und klassisch-moderner Werke bei Sotheby’s in New York bezeichnen. Abgesehen davon, dass die Offerte in der Abendauktion mit nur 26 Losnummern im Gesamtschätzwert von knapp 55 Millionen Dollar recht übersichtlich war, boten sich die häufig surrealen Werke wie eine Flucht angesichts einer in beträchtlichen Teilen lahmgelegten Wirklichkeit an. Vielleicht war es gerade das, was die Ergebnisse dieser Kunstrichtung recht gut ausfallen ließ. Ein wichtiger Grund dürfte allerdings auch darin gelegen haben, dass viele der Gemälde aus derselben Privatsammlung stammten, die die künstlerische Kraft Südamerikas bündelte. Als Hauptwerk war schon im Vorfeld Wifredo Lams annähernd zwei Meter hohe Komposition „Omi Obini“ von 1943 gehandelt worden. Die Waldlandschaft mit einer rätselhaften Figurenpyramide schaffte mit 8,2 Millionen Dollar zumindest den unteren Bereich der ambitionierten Schätzung, aber auch den neuen Rekordpreis für den französischen Surrealisten kubanischer Herkunft.


Aufmerksamkeit und pekuniäres Interesse fand in dieser Sammlung am 29. Juni nicht zuletzt die Damenwelt, so Leonora Carrington mit dem technisch und motivisch altmeisterlich anmutenden Querformat „Tuesday“ von 1946 mit zerfallenen Hütten und Frauen, die Tiere schützen, für 900.000 Dollar (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) oder Leonor Finis an Italiener der Frührenaissance gemahnenden „Personnages sur une terrasse“ von 1938 zum Auktionsrekord von 800.000 Dollar (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Gar von 2 bis 3 Millionen Dollar auf 5,2 Millionen Dollar schoss Remedios Varos „Armonía (Autorretrato sugerente)“ aus dem Jahr 1956. Das Interieur zeigt die Künstlerin selbst an einem Notensystem, das über einem Tisch schwebend erscheint, mit geisterhaft aus der Wand hervorquellenden Frauengestalten. Auch hier ist der neue Spitzenpreis erreicht. Ihr drei Jahre jüngerer „Microcosmos (Determinismo)“ mit einer turmartigen Kapelle vor einem Waldstück und fliegenden Wagenkonstrukten samt Tiermenschen hielt sich an die untere Schätzung von 1,5 Millionen Dollar.

Auch der vielleicht bekannteste Name unter den Künstlerinnen enttäuschte nicht: Frida Kahlos pastoses Kleinformat „Congreso de los pueblos por la paz“ von 1952, das Tag und Nacht mit Sonne und Mond zuseiten eines gedrungenen Obstbaumes gegenüberstellt, erzielte mit 2,2 Millionen Dollar etwa das Vierfache der Schätzung. Rekordansage waren zudem die 410.000 Dollar für Alice Rahons zarte Nachtfantasie „Los cuatro hijos del arco iris“ mit vor smaragdgrünem Hintergrund schwebenden Formen aus dem Jahr 1960 (Taxe 120.000 bis 180.000 USD). Neben Wilfredo Lam fast der einzige Mann in dieser Riege war der Kubaner Mario Carreño, dessen plastisch gemalte, aus einem regelrechten Wirbel von kringeligen Einzelformen aufgebaute „Cortadores de caña“ von 1943 den neuen Spitzenwert von 2,2 Millionen Dollar erlösten (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Als Hauptlos der Auktion ging Pablo Picassos 1934 datierter „Tête de femme endormie“ an den Start, hinter der sich ein Bildnis seiner damaligen Geliebten Marie-Thérèse Walter zwischen bunten Strandkörben verbirgt. Mit 9,6 Millionen Dollar erfüllte das seit fast sechzig Jahren in der David Lloyd Kreeger Foundation beheimatete Bild die bei 9 bis 12 Millionen Dollar fixierten Erwartungen. Die Affäre mit Walter unterhielt Picasso schon seit 1927, dennoch malte er zwei Jahre später noch ein verzerrtes surreales Bildnis seiner ersten Ehefrau Olga Koklowa als „Femme assise“, das jetzt zur unteren Grenze von 4 bis 6 Millionen Dollar wegging. André Lhotes wie aus zusammengenähten bunten Stoffmustern entwickelte, leicht kubistische „Nature morte dans le jardin“ von 1916 überzeugte die Kundschaft bei 400.000 Dollar (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Ansonsten gab es mit René Magrittes Ausschnitt einer nur durch ein seltsames Fragment am oberen Rand gestörten Holzvertäfelung von 1929 für 2,3 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) oder einer stehenden Nackten Edvard Munchs von 1916 für 1,7 Millionen Dollar keine größeren Überraschungen mehr auf der Auktion (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Etwas untertourig fuhren Paul Signacs pointillistische südliche Landschaft „Le Pin de Bertaud“ von 1899/1900 mit 3,2 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), Joan Mirós lustige „Groupe de personnages“ auf einer Leinwand des Jahres 1938 mit 2,1 Millionen Dollar oder zu gleichem Zuschlagswert Barbara Hepworths mit Fäden diagonal verspannte Schwingung „Orpheus (Maquette 2)“ vom Ende der 1950er Jahre (Taxe je 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Bei einer losbezogenen Verkaufsrate von 84,6 Prozent nahm Auktionator Oliver Barker, der die Versteigerung ohne Saalpublikum über acht Bildschirme von seinem Londoner Studio aus dirigierte und Gebote aus dem Internet sowie von Mitarbeitern an Telefonen in London, New York und Hongkong entgegennahm, brutto 62,8 Millionen Dollar ein. Vor einem Jahr war der Vergleichswert ohne Corona-Bedingungen bei 50 verkauften Positionen noch bei knapp 350 Millionen Dollar gelegen. Die zum selben Datum abgehaltene Tagesauktion mit den günstigeren Preisen spülte noch einmal brutto 16,7 Millionen Dollar in die Kassen von Sotheby’s.

Highlight war hier eine in leerer mondbeschienener Tür- und Säulenlandschaft stehende und weiß gekleidete „Impératrice“ von Paul Delvaux aus dem Jahr 1974 bei 950.000 Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Ebenfalls nicht ganz an die mindestens vorgesehenen 700.000 Dollar reichten Rufino Tamayos ebenfalls statuarische „Personajes en rosa“ von 1982 mit 580.000 Dollar heran, während sich seine knapp zwanzig Jahre älteren „Personajes en blanco“ taxgerecht bei 450.000 Dollar platzierten. Jeweils 480.000 Dollar spielten Marc Chagalls späte träumerische Papierarbeit „Rêve d’amour“ mit schwebendem Akt im Blumenstrauß von 1960 (Taxe 350.000 bis 450.000 USD), Tamara de Lempickas neusachliches Stillleben „Plante grasse et fiole“ von 1941 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) und José Clemente Orozcos herbe figurenreiche Tanzszene „La Cantina“ von 1941 ein (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



31.08.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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29.06.2020, Impressionist & Modern Art Day Sale

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29.06.2020, Impressionist & Modern Art Evening Sale

Bei:


Sotheby's

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Surrealismus

Stilrichtung:


Impressionismus

Stilrichtung:


Moderne Kunst







Paul Signac, Le Pin de Bertaud, 1899/1900

Paul Signac, Le Pin de Bertaud, 1899/1900

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 3.200.000,- USD

Losnummer: 1015

Edvard Munch, Stående kvinneakt, 1916

Edvard Munch, Stående kvinneakt, 1916

Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 1.700.000,- USD

Losnummer: 1026




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