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Edi Hila in Wien

in der Ausstellung „Edi Hila. Der Klang der Tuba“

In der Schau „Der Klang der Tuba“ präsentiert die Secession in Wien seit dem Wochenende Werke des albanischen Künstlers Edi Hila. Die rund 20 Gemälde aus unterschiedlichen Serien der letzten Jahre sowie einige Werke aus den späten 1990er Jahren spannen einen zeitlichen und inhaltlichen Bogen, der globale Migrations- und Fluchtbewegungen der Gegenwart, die große Auswanderungswelle nach dem Regimewechsel in Hilas Heimat und politisch motivierte Deportationen in der Frühphase des Kommunismus in Albanien miteinander verknüpft. Kuratorin Bettina Spörr erklärt, dass sich in Hilas Bildern Gegenwart und Vergangenheit gleichwertig gegenüber stehen und zur Reflexion über heutige Verhältnisse einladen.

Edi Hila, 1944 im nordalbanischen Shkodra geboren, erhielt Anfang der 1970er Jahre Berufsverbot. Der Maler, der bis 1967 an der Universität der Künste in Tirana studiert hatte, musste etwa 20 Jahre warten, bis er wieder arbeiten und ausstellen durfte. Der Auslöser war das Bild „Planting of Trees“ von 1972, das eine Gruppe junger Leute beim Pflanzen von Bäumen zeigt. Diese an sich harmlose Darstellung wurde als zu individualistisch und nicht den Idealen des Sozialistischen Realismus entsprechend eingestuft. Zur Umerziehung musste Hila von 1977 bis 1978 in einer Geflügelfabrik arbeiten. Ab 1988 war er externer Professor an der Kunstakademie Tirana. Seine „zweite Laufbahn“ begann 1990 mit dem Zusammenbruch der Sozialistischen Volksrepublik Albanien.

Nach dem Regimewechsel wurde Edi Hila von 1991 bis zur Pensionierung Professor für Malerei an der Kunstakademie Tirana. In seinen Bildern versucht er sich einerseits neu zu erfinden, andererseits, so Spörr, „dokumentieren sie den Transformationsprozess eines ganzen Landes und seiner Menschen“. Hila sei ein feinsinniger Beobachter: Seine Bilder handeln von der Veränderung, von Hoffnung und Frustration, vom Erfindungsreichtum und der Kreativität einfacher Menschen, vom Überlebenskampf, vom Ringen nach Demokratie, gesellschaftlichen Werten und Zielen. Architektur und das urbane Umfeld liefern ihm dafür die Schauplätze. Häufig visualisiert er den gesellschaftlichen Wandel indirekt durch die Spuren im Alltagsleben oder in Gebäuden. Serien ermöglichen ihm, Themen facettenreich wiederzugeben, sowie formale und kompositorische Experimente. Edi Hilas Farbwahl verlagert sich vermehrt auf erdige, harmonisch aufeinander abgestimmte Farbtöne, die ineinander übergehen und die Formen mitunter bis an die Grenze der Abstraktion auflösen.

Die dreiteilige Arbeit „Njerëzit e të ardhmes (Menschen der Zukunft)“ von 1997 mit einem Schiff in unterschiedlichen Ansichten bezieht sich auf die Auswanderungen in den ersten Jahren nach der Wende. Viele Albaner verließen ihre Heimat oft über das Adriatische Meer nach Italien. Die Serie „A Tent on the Roof of a Car“ von 2016 ist von der Flüchtlingskrise des Vorjahres beeinflusst. Mit der Metapher des Zeltes will Edi Hila dazu anregen, über Mobilität, gesellschaftliche Umbrüche und politische Krisen nachzudenken. Das Zelt als mobile, einfache Behausung dient dem Menschen seit Jahrtausenden als Schutz. Gleichzeitig hat es eine ambivalente Funktion: So ist der Schutz begrenzt und eignet sich auch nicht als eine dauerhafte Behausung. Bisher stellte Edi Hila etwa auf der Documenta 14 in Athen, im Musée Georges Pompidou in Paris, im Haus der Kunst in München und im Moderna Museet in Stockholm aus.

Die Ausstellung „Edi Hila. Der Klang der Tuba“ läuft bis zum 8. November. Die Wiener Secession hat dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder unter 10 Jahren ist er frei. Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch für 33 Euro.

Secession
Friedrichstraße 12
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 587 53 07
Telefax: +43 (0)1 – 587 53 07 34


22.09.2020

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


18.09.2020, Edi Hila - Der Klang der Tuba

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in der Ausstellung „Edi Hila. Der Klang der Tuba“
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Edi Hila, aus der Serie „A tent on the roof of a car“, 2017
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in der Ausstellung „Edi Hila. Der Klang der Tuba“
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Künstler:

Edi Hila








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