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Wuppertal erweitert Jankel Adler-Bestand

Jankel Adler, Selbstbildnis, um 1940

Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum konnte ein umfassendes Konvolut von Kunstwerken Jankel Adlers erwerben. 548 Grafiken und vier Gemälde erweitern nun den Bestand des Hauses. Den Ankauf finanzierten die Von der Heydt-Stiftung, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturstiftung der Länder, ergänzt durch eine Spende. Die Neuerwerbungen, überwiegend aus dem Nachlass des polnisch-jüdischen Malers, zeichnen umfassend die gesamte Entwicklung Adlers und seinen Lebenswegs nach: von seinen Arbeiten im Rheinland der 1920er Jahre, über seinen Parisaufenthalt mit Kontakten unter anderem zu Marc Chagall und seine letzte Station in England. „Das Werk Jankel Adlers ist eine wichtige Position für Nordrhein-Westfalen, deren Erforschung neue Erkenntnisse zum Œuvre selbst sowie zu den Netzwerken der Künstlervereinigungen ‚Junges Rheinland‘ und der ‚Kölner Progressiven‘ erwarten lässt“, so Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. Derzeit wird das Konvolut wissenschaftlich untersucht und für weitere Forschungen zugänglich gemacht. Voraussichtlich 2022 sollen die Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mit dem Ankauf erweitert das Von der Heydt-Museum seine Adler-Exponate von bisher fünf Gemälden, einigen Arbeiten auf Papier sowie einem Archiv, das Nina Adler, die Tochter des Künstlers, dem Museum 1991 überließ. Somit konkretisiert und verstärkt das Haus seinen Sammlungsschwerpunkt, der auf der Künstlervereinigung „Junges Rheinland“ liegt. Bekanntschaft schloss der 1895 im damals russischen Tuszyn geborene Adler, der 1916 für sein Studium bei Gustav Wiethüchter an die Barmer Kunstgewerbeschule ging, mit dieser Gruppe, als er 1922 nach Düsseldorf zog und an der Kunstakademie unterrichtete. Bereits 1955, nur sechs Jahre nach Adlers Tod, richtete das Von der Heydt-Museum die erste Präsentation seines Schaffens in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus; ungewöhnlich schnell, wenn man bedenkt, dass unter der Nazi-Diktatur die Werke des jüdischen Künstlers aus allen deutschen Museen verbannt wurden und deshalb zum Teil bis heute verschollen sind.


14.10.2020

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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