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Birgit Brenner in Wolfsburg

Die Städtische Galerie Wolfsburg präsentiert seit diesem Wochenende Arbeiten Birgit Brenners, der diesjährigen Trägerin des Wolfsburger Kunstpreises „Junge Stadt sieht Junge Kunst“. Die 1964 in Ulm geborene Künstlerin ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Installationen, Videos und Zeichnungen. Sie nutzt die Collagetechnik, um auf Themen wie Ungerechtigkeit, Scheitern, Glücksversprechen, Überwachung und Angst sowie auf notwendige Veränderungen in Bezug auf Mensch und Umwelt hinzuweisen. Die Kuratorin Susanne Pfleger wählte für die Schau drei Kurzfilme und eine Installation Brenners aus. Die Arbeiten fertigte die Künstlerin größtenteils während ihres Stipendienaufenthaltes zwischen September 2019 und Juni 2020 in der Villa Massimo in Rom. Für die Filme in Stop-Motion-Technik reihte sie Tuschezeichnungen aneinander und unterlegte sie mit tonschleifenähnlichen Soundtracks.

In ihrem Film „Hundred Seconds to Midnight“ zeigt Birgit Brenner Figuren verschiedener sozialer Gruppen und Generationen, die allein und wie in Trance vor sich hin tanzen. Über an Wangen und Ellbogen befestigte rote Striche scheinen sie wie Marionetten geführt zu werden. Der Titel der Arbeit bezieht sich auf die sogenannte Weltuntergangsuhr, die dieses Jahr erstmals historisch von fünf Minuten vor zwölf auf hundert Sekunden vor zwölf umgestellt wurde. 1947 ins Leben gerufen, will sie vor den Gefahren der Atomenergie für die Menschheit warnen.

Mit „Shifting Baseline“ macht die Künstlerin auf unterschwellige gesellschaftliche Veränderungen aufmerksam und vereint verschiedene Anspielungen auf das kollektive Bildgedächtnis wie Eadweard Muybridges „Galoppierendes Pferd“ von 1887, Marina Abramovic Messer-Performance „Rhythm Ten“ von 1973 oder die Serie „Falling Man“ des Fotografen Richard Drew von 2011. Dieser hielt Suizide nach dem Anschlag auf das World Trade Center fest. Brenner beschreibt ihre filmischen Arbeiten mit den Worten: „Unruhe, Nervosität, Hektik, Zittern, Rennen, in Trance um sich selbst drehend, dazu Licht, stroboskopartig dazwischengeschaltet. Stillstand trotz Mobilität. Ein ewiger Kreislauf von Ereignissen und Handlungen.“

Im dritten Raum der Ausstellung befindet sich die Installation „Promises And Other Lies“ aus Stahl und Kunststoff. Wie ein Filmstill stehen stürzende menschliche Figuren im Raum, teilweise angelehnt an Darstellungen des Jüngsten Gerichts, teilweise verweisen sie auf soziale Unruhen als Reaktion auf die Corona-Pandemie oder rassistische Polizeiübergriffe in den USA. Der Stahlrahmen ist von den Texttafeln des Films „Metropolis“ aus dem Jahr 1927 inspiriert. Die letzte Arbeit ist der 2019 entstandene Film „Sommer, Sonne, Sicherheit“, ein Psychodrama in drei Akten. In Form von Bildern mit beigestellten Textcollagen verhandelt Brenner Themen wie das Bevölkerungswachstum, den Autowahn oder Geschlechterkämpfe.

Die Ausstellung „Birgit Brenner. Promise Me“ läuft bis zum 25. April 2021. Die Städtische Galerie Wolfsburg ist dienstags von 13 bis 20 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10 bis 17 Uhr, freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im Rahmen des Wolfsburger Kunstpreises erscheint zur Ausstellung eine Publikation.

Städtische Galerie Wolfsburg
Schlossstraße 8
D-38448 Wolfsburg

Telefon: +49 (0)5361 – 28 10 12
Telefax: +49 (0)5361 – 28 10 25

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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Zeitgenössische Kunst

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Birgit Brenner








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