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Die Romantik in der Schweiz

Alexandre Calame, Le Grand Eiger au soleil levant (Le matin, vue du Grand Eiger), 1844

Das Kunsthaus Zürich widmet sich seit dem Wochenende der Romantik in der Schweizer Kunst. Mehr als 150 Exponate, darunter Arbeiten von Johann Heinrich Füssli, Charles Gleyre und dem frühen Arnold Böcklin, sollen laut Kurator Jonas Beyer „den eminenten Beitrag der Schweizer Künstler zur Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei vor Augen“ führen. So verfolgt Beyer die Pfade der Künstler zu ausländischen Akademien und die Vernetzung mit weiteren Malerkollegen. Schwärmten die Schweizer an die Akademien in Paris, Dresden oder Wien aus, zogen die Sehenswürdigkeiten der Schweizer Landschaft bereits Ende des 18. Jahrhunderts romantisch gestimmte Künstler aus dem Ausland ab. So beinhaltet die Schau auch Werke vorromantischer Künstler, etwa von Caspar Wolf und Johann Heinrich Wüest. Innerhalb der Romantik lassen sich sowohl gemeinsame Bestrebungen, aber auch lokal bedingte künstlerische Eigenarten ausmachen. Ergänzend präsentiert die Ausstellung auch Arbeiten von ausländischen Vertretern der Romantik wie Caspar David Friedrich, Eugène Delacroix und William Turner. Das Fortleben des Romantischen bis in die Gegenwart illustrieren die Videoarbeiten „Everything is going to be alright“ von Guido van der Werve, „Projection (matin)“ von Rémy Zaugg sowie „Travel“ von David Claerbout.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entfaltete sich die Romantik in Europa. Künstler betonten in ihren Werken das Gefühl und empfanden eine Faszination für das Unerklärliche. Hierin unterschieden sie sich von der nüchternen und rationalen Kunst des vorangegangenen Klassizismus. In der Schweiz avancierte die heimatliche Landschaft zum wichtigsten Bildmotiv, Maler bannten die Bergwelt und das ewige Eis der Gletscher auf die Leinwände. Alexandre Calame tauchte 1844 die Gipfel um „Le Grand Eiger au soleil levant“ in atmosphärisch verklärendes dunstiges Morgenlicht in zarten Pastelltönen. Im Vordergrund ragen kahle braune Felsen empor und stehen im Kontrast zur traumähnlich verklärten Sicht auf den mit Schnee bedeckten Großen Eiger.

Das Drama eines brennenden Dampfschiffs auf wilder See malte Johann Jakob Ulrich 1850/53 mit dicken Rauchschwaden, die von dem vom Untergang geweihten Gefährt hoch aufsteigen. Das Schiff wirkt verloren und klein inmitten der aufgewühlten Wassermassen, die ihrerseits die Überlebenden in einem kleinen Boot bedrohen. Die enge Durchdringung von Literatur und Kunst in der Romantik illustriert der englische Maler Ford Madox Brown. Inspiriert von Lord Byrons Gedicht „Manfred“, ist der gleichnamige Hauptcharakter gerade dabei, sich von der schneebedeckten Spitze der Jungfrau zu stürzen. Die starken erregten Emotionen verdeutlicht Brown durch an den Kopf geführte Hände. Jeden Moment wird Manfred springen, und sein Bergführer, der dessen gerade gewahr wird, blickt erschrocken zu dem in Blutrot gewandeten jungen Mann.

Die Ausstellung „Im Herzen wild. Die Romantik in der Schweiz“ läuft bis zum 14. Februar 2021. Das Kunsthaus Zürich hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie mittwochs und donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 1. Weihnachtsfeiertag geschlossen. Der Eintritt beträgt 23 Franken, reduziert 18 Franken. Der begleitende Katalog kostet im Museum 49 Franken.

Kunsthaus Zürich

Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 253 84 84
Telefax: +41 (0)44 – 253 84 33


16.11.2020

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


13.11.2020, Im Herzen wild. Romantik in der Schweiz

Bei:


Kunsthaus Zürich

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Romantik

Variabilder:

Johann Jakob Ulrich II, Brennendes Dampfschiff auf
 stürmischer See, 1850/53
Johann Jakob Ulrich II, Brennendes Dampfschiff auf stürmischer See, 1850/53

Variabilder:

Joseph Anton Koch, Der Schmadribachfall, 1794
Joseph Anton Koch, Der Schmadribachfall, 1794

Variabilder:

Ford Madox Brown, Manfred auf der Jungfrau, 1841/61
Ford Madox Brown, Manfred auf der Jungfrau, 1841/61

Variabilder:

Arnold Böcklin, Wettertannen, 1849
Arnold Böcklin, Wettertannen, 1849

Variabilder:

Alexandre Calame, Le Grand Eiger au soleil levant (Le matin, vue
 du Grand Eiger), 1844
Alexandre Calame, Le Grand Eiger au soleil levant (Le matin, vue du Grand Eiger), 1844








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