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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Karl & Faber in München stemmen sich mit moderner und zeitgenössischer Kunst erfolgreich gegen die Corona-Folgen. Geholfen hat ihnen dabei auch eine Privatsammlung aus Baden-Württemberg

Trotz Corona das beste Jahr



Wassily Kandinsky, Communiqué, 1936

Wassily Kandinsky, Communiqué, 1936

Wenn eine Auktion in Deutschland mit einer Zuschlagsquote von über 90 Prozent endet, dann war meistens eine geschlossene Privatsammlung das Objekt der Begierde. So zuletzt auch bei Karl & Faber: Unter dem Titel „Tendenzen der Abstraktion“ und mit der runden Auktionsnummer 300 hatte das Münchner Kunstunternehmen Anfang Dezember etwas über siebzig zum Teil hochkarätige Werke aus Ulmer Privatbesitz im Angebot, von denen nur sechs keinen Abnehmer fanden. Allerdings scheint die Devise von vornherein „Unbedingt verkaufen“ gewesen zu sein, wie einige deutliche Untergebote nahelegen. So schaffte Wassily Kandinskys abstrakt verspieltes Tuscheaquarell „Communiqué“ von 1936 statt der anvisierten 200.000 bis 300.000 Euro nur 150.000 Euro, und die gleiche Schätzung verfehlte mit 160.000 Euro auch die zarte minimalistische Ölmalerei „The Estuary from the Drive“ des chinesischstämmigen Briten Richard Lin aus dem Jahr 1971. Mit 60.000 Euro mindestens ein Viertel unterhalb der Taxe blieb Kurt Schwitters’ collagierte Merzzeichnung 465 namens „Abendschönheit“ von 1922.


Tendenzen der Abstraktion

Dennoch waren die „Tendenzen der Abstraktion“ Teil des krönenden Abschlusses eines Jahres, das der Geschäftsführende Gesellschafter Rupert Keim selbst so bilanzierte: „Trotz Corona unser bestes Jahr“. Der hausinterne Rekordjahresumsatz in Höhe von knapp 20 Millionen Euro kann sich in der Tat im nationalen Vergleich sehen lassen: Ketterer beziffert den seinigen mit rund 60 Millionen Euro, Grisebach mit gut 33 Millionen Euro und Van Ham mit knapp 40 Millionen Euro. Und natürlich wartete auch die 300. Auktion bei Karl & Faber mit einigen schönen Steigerungen auf. Auf 133.000 Euro etwa verdoppeln konnte sich beispielsweise ein kleines „Eisenbahnbild“ László Moholy-Nagys mit Entwurfscharakter aus der Zeit um 1919/20 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). In ähnlicher Collagetechnik hielt Friedrich Vordemberge-Gildewart um 1924 ein streng geometrisches „Mechanisches Zwischenspiel“ fest, für das die Bieterschlacht erst bei 46.000 Euro endete (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Für Rupprecht Geigers suggestives rotes Farbfeld „413/65“ mit schmalem blauem Streifen an der Unterkante gab es 95.000 Euro und für ein seit 1969 gesacktes graues Kissenbild Gotthard Graubners 85.000 Euro jeweils leicht über der Schätzung.

Von jeweils 20.000 bis 25.000 Euro kletterten zwei Exemplare aus Markus Prachenskys monumental wirkender Serie „Rot-Tiefblau-Arsenal“ von 1972 auf 36.000 Euro. In ähnlichen Preisregionen über den Erwartungen bewegten sich eine zweiteilige Konzeptzeichnung Marcel Broodthaers’ für 28.000 Euro, Mimmo Rotellas 1961 datierte aggressive Decollage „Quasi un dramma“ für 43.000 Euro und Victor Vasarelys frühes Gemälde „KABIRA“ mit zwei grünen Flächen auf Schwarz von 1953 für 37.000 Euro. Ein pastos mit weißer Farbe aufgetragener „Spiegel“ Fritz Klemms, der als Karlsruher Akademieprofessor eigene Wege abseits der heute bekannten Künstlergruppen und Stilrichtungen ging, konnte seinen Wert auf 35.000 Euro sogar verzehnfachen. Mit taxgerechten 205.000 Euro den höchsten Preis erzielte Günther Ueckers genageltes „Wolkenfeld“ von 1967, das wie viele andere Arbeiten wenige Jahre nach seiner Entstehung nach Ulm in die Sammlung Mutschler wanderte.

Klassische Moderne

Zur klassischen Moderne hatten die Erben des Ulmer Sammlers Erwin Mutschler mit August Mackes mittelgroßem Ölbild „Frau mit Kind an der Gartenmauer“ aus dem Jahr 1913 ebenfalls einen hochkarätigen Beitrag geleistet, der bei 340.000 Euro allerdings nur unter Vorbehalt zugeschlagen werden konnte (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Zur oberen Grenze von 50.000 bis 70.000 Euro ging dagegen sicher eine kleine Meditation Alexej von Jawlenskys mit abstrahiertem Gesicht von 1934 weg. Aus Nordrhein-Westfalen wurde ein Blatt eingeliefert, das Franz Marc um 1913/14 beidseitig mit abstrakten Formen sowie einem rötlichen Pferd gefüllt hatte. Es wanderte zur unteren Erwartung von 350.000 Euro nach Amerika und führt die Zuschlagsliste bei Karl & Faber an. Auf das Gesamtjahr 2020 bezogen landete die Arbeit auf Platz zwei, hinter Max Liebermanns „Allee im Tiergarten“, die das Münchner Auktionshaus im Juli für 410.000 Euro verließ.

190.000 Euro kosteten Wassily Kandinskys 1904 zart in Gouache und Deckweiß auf graubraunes Papier gehauchte „Schiffe“, ruhig liegend vor holländischer Binnenküste (Taxe 220.000 bis 280.000 EUR). Ein buntfarbiges Ölbild seiner zeitweiligen Lebensgefährtin Gabriele Münter, das seit 1914 eine weiß gekleidete Dame im Park der Villa Mariahalde am Bodensee zeigt, reüssierte bei 250.000 Euro (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). 110.000 Euro für ein Blumenaquarell Emil Noldes mit Dahlien, Margeriten und Sonnenhut sowie 135.000 Euro für Hans Hartungs blaues Strichbild „T1963-R34“ lagen innerhalb der jeweiligen Schätzung, 185.000 Euro für Lyonel Feiningers nächtlicher Blick „B-B Town“ auf die Skyline von Manhattan von 1946, von dort auch eingeliefert, leicht darüber. Bei den kleineren Preisen sind zwei schöne Wandteppiche Woty Werners, der Ehefrau des Informel-Malers Theodor Werner, aus den späten 1940er Jahren zu nennen. Sie konnte mit jeweils 17.000 Euro annähernd das Zehnfache der Taxe erreichen. Mit ihren jeweiligen Preisvorstellungen in der unteren Vierstelligkeit gaben sich zudem Lena Gierls Murnauer Landschaft mit Häusern im Stil ihrer Freundin Gabriele Münter bei 9.000 Euro und Robert Michels schwarzweiße Collagezeichnung „Informationsbild Dapolin“ aus den 1920er Jahren bei 8.000 Euro nicht zufrieden.

Zeitgenössische Kunst

Bei der zeitgenössischen Kunst setzte sich Georg Baselitz’ neoexpressiver, um 180 Grad gedrehter blauer Kopf unter dem Titel „Rude“ von 1992/93 zur oberen Grenze von 180.000 Euro an die Spitze der Zuschlagsliste. Dahinter folgten drei Arbeiten für jeweils 110.000 Euro: ein kleiner Concetto Spaziale Lucio Fontanas von 1959 mit eingearbeitetem schwarzem Stein (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR), eine mittelgroße „Marilyn Monroe“ Andy Warhols von 1967 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) und Kiki Smiths großformatige Zeichnung mehrerer Frauen in „Assembly II“ aus dem Jahr 2009 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Die 1954 in Nürnberg geborene Amerikanerin wurde außerdem, und ebenfalls von einem New Yorker Sammler, für ihre fast zweieinhalb Meter breite Bronzeplastik „Fox on the Ground“ aus dem Jahr 2004 mit 100.000 Euro honoriert (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Der mit Baselitz fast gleichaltrige „Junge Wilde“ Karl Horst Hödicke, wie Smith wiederum in Nürnberg geboren, erlöste 54.000 Euro mit seinem neofigurativen Interieur im Berliner Café Stresemann aus dem Jahr 1979 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

„Argento Turchese“ der Italienerin Carla Accardi aus den mittleren 1960er Jahren mit zahlreichen weißen Zeichen in regelmäßig anmutender Anordnung auf hellblauem Grund schaffte 60.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Christos reliefartiger Entwurf für die Verhüllung einer Schaufensterfront aus dem Jahr 1965 und ein in Plastik verpacktes und per Seil verschnürtes Objekt von 1963 gingen für 80.000 Euro und 65.000 Euro an der oberen Schätzpreisgrenze über die Bühne. Günter Fruhtrunk, der mit drei Arbeiten aus den mittleren 1960er Jahren bereits in den „Tendenzen der Abstraktion“ Erfolg hatte, konnte mit seiner schwarz-weißen Komposition „Steigende Reihe“ von 1963/64 für 66.000 Euro jetzt wiederum punkten (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Auch Marcel Broodthaers hatte nochmals einen Auftritt: Seine handtuchartige Stoffbahn „abc“ mit einer stolz aufragenden Palme auf weißem Grund spielte 100.000 Euro ein (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Und auch die Sammlung Mutschler durfte sich ein weiteres Mal über 14.000 Euro für Gerhard Altenbourgs kleinteilig versponnene Zeichnung „Vegetation“ von 1956 freuen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



12.01.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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