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Trauer um Kim Tschang-Yeul

Der koreanische Maler Kim Tschang-Yeul ist gestorben

Kim Tschang-Yeul ist tot. Wie seine Galeristen vor kurzem mitteilten, starb der südkoreanische Künstler am 5. Januar im Alter von 91 Jahren. Bekannt wurde Kim vor allem mit Gemälden, in denen Wassertropfen aus monochromen Leinwänden hervorzustechen scheinen, aber in Wirklichkeit optische Täuschungen sind. Mit diesen Arbeiten aus den frühen 1970er Jahren erforschte der Koreaner neue Wege zwischen Abstraktion und Figuration und entwickelte eine künstlerische Formensprache, die stark vom Zen-Buddhismus inspiriert ist. „Der Akt des Malens von Wassertropfen bedeutet, alle Dinge darin aufzulösen, in einen transparenten Zustand des Nichts zurückzukehren“, so Kim. „Indem wir Ärger, Angst, Furcht und alles andere zur Leere zurückführen, erfahren wir Frieden und Zufriedenheit. Während einige nach der Steigerung des Ichs suchen, strebe ich nach der Auslöschung des Ichs und suche nach der Methode, es auszudrücken.“

Kim Tschang-Yeul wurde 1929 in Maengsan geboren, einem Distrikt, der heute zu Nordkorea gehört. Nach einem Kunststudium in Seoul schloss sich Kim der koreanischen Informel-Bewegung an. Seine Arbeiten wurden 1961 auf der Pariser Biennale ausgestellt. 1965 erhielt Kim ein Stipendium der Rockefeller Foundation und zog nach New York. „Als ich nach New York kam, schien alles, was ich sah, Pop Art zu sein“, sagte Kim 2019 in einem Interview mit dem Ocula Magazine. „Jasper Johns, Rauschenberg, Andy Warhol. Ich mochte Pop Art nicht wirklich, aber im Nachhinein kann ich sehen, dass sie mich beeinflusst hat. In New York fühlte ich mich entfremdet vom Materialismus der Gesellschaft und von der Kunst, die diese Gesellschaft verkörperte.“

1969 kehre Kim New York den Rücken und ging nach Paris, wo er schließlich seinen Durchbruch feiern sollte. Dieser gelang ihm 1970 mit dem Werk „Événement de la nuit“, in dem sich ein großer Wassertropfen vor einem tiefschwarzen Hintergrund abzeichnet. Bald begann Kim, konsequent Wassertropfen in verschiedenen Kompositionen zu malen: Große, die den Blick des Betrachters auf einen einzigen Punkt lenken, kleine Gruppierungen von Tropfen, die die Schönheit eines stillen Moments erzeugen, und Schwindel erregende Abstraktionen mit Dutzenden von Wassertropfen, die die Augen zwingen, auf der Leinwand herumzuhüpfen.

Große Retrospektiven fanden 2004 in der Galerie nationale du Jeu de Paume in Paris, 2006 im National Museum of China in Peking und 2014 im Gwangju Museum of Art in Südkorea statt. Vor einigen Jahren schenkte Kim 220 Werke der Insel Jejudo in der Koreastraße, wo er während des Koreakrieges stationiert war. Dieses Geschenk führte 2016 zur Gründung des Kim Tschang-Yeul Kunstmuseums. Während einer Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung dieses Museums sagte Kim: „Als ich älter wurde, fühlte sich das Leben in einem fremden Land zunehmend wie ein Exil an. Ich wünschte mir immer ein endgültiges Ziel, um mich niederzulassen, und Jeju akzeptierte mich.“

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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