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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht nur Stammkünstler Ernst Ludwig Kirchner warf bei Ketterer in München satte Gewinne ab, auch andere Maler gingen bei der Kunst des 20. Jahrhunderts durch die Decke

Millionen für „Unser Haus“



Ernst Ludwig Kirchner, Unser Haus, 1918/22

Ernst Ludwig Kirchner, Unser Haus, 1918/22

Ein Millionenwert zum Doppelten der Schätzung, eine losbezogene Zuschlagsquote von mehr als neunzig Prozent und mehrere internationale Rekordpreise gehören zu den hervorragenden Ergebnissen, die das Münchner Auktionshaus Ketterer auf seinem letzten „Evening Sale“ moderner und zeitgenössischer Kunst erzielen konnte. Rund 18 Millionen Euro einschließlich der Aufgelder erzielten die 72 versteigerten Werke in der per Livestream übertragenen Veranstaltung mit kleinem Saalpublikum und einer Reihe von Mitarbeitern an den gut frequentierten Telefonen. Insgesamt spülten die Versteigerungen von Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts im zweiten Halbjahr 2020 rund 27 Millionen Euro in die Kassen des Hauses und damit knapp die Hälfte des Jahresgesamtumsatzes von 60 Millionen Euro. Kein anderes deutsches Auktionshaus kann nach eigener Aussage eine höhere Summe vorweisen.


Bei 500.000 bis 700.000 Euro wurde Ernst Ludwig Kirchners farbintensive Ansicht eines Davoser Bauernhofes von 1918/22 schon im Vorfeld als Favorit gehandelt. Im Rennen um „Unser Haus“, das der Künstler kurz zuvor bezogen hatte und das sich bis zuletzt im Besitz seiner Nachfahren befand, konnte sich schließlich ein Bieter aus dem Saal mit 1,35 Millionen Euro gegen starke Konkurrenz vor allem aus Österreich und der Schweiz durchsetzen. Eine „Frau mit Ziege“ aus Kirchners letztem Lebensjahr 1938, unter der erst jüngst mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung „Zwei Tänzerinnen“ von 1927/29 entdeckt wurden, ersteigerte ein Bieter aus Zypern für 380.000 Euro (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Kirchners Papierarbeit, die vorne Emy Frisch als „Sitzende mit Hund“ von 1908 und hinten eine Szene im Atelier mit dem bekannten Modell Fränzi aus dem Jahr 1910 zeigt, ging für 390.000 Euro in die Schweiz (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Und Hauskünstler Ernst Ludwig Kirchner, dessen Nachlass die Ketterer-Familie verwaltet, überzeugte auch in der Tagesauktion am 12. Dezember: Zunächst erlöste sein koloristisch meisterliches Aquarell mit einem Pferdeschlitten im winterlichen Sertigtal bei Davos aus der Mitte der 1920er Jahre gute 165.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), dann sein Ölgemälde mit dem nah an den Betrachter gerückten „Bauernwagen mit Pferd“ von 1922/23 ebenfalls überraschende 470.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Die Gebote für eine doppelseitig mit einer unbekannten Schauspielerin und einem sizilianischen Marktplatz bemalte Leinwand Emil Noldes stoppten an der unteren Schätzgrenze von 400.000 Euro. Das 1919 beziehungsweise 1905 datierte Bild war erst kürzlich vom Düsseldorfer Museum Kunst Palast an die Erben des 1942 emigrierten Geschäftsmanns Curt Schueler restituiert worden. 240.000 Euro schaffte Karl Hofers madonnenhaftes Portrait einer in sich gekehrten „Sybille“ von 1935 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Von 250.000 Euro verbesserte sich Gabriele Münters um 1910 festgehaltener flächiger „Blick aufs Murnauer Moos (Blaue Berge)“ auf 400.000 Euro, ebenso wie ihre farbkräftige „Herbstallee“ von 1931 von 100.000 Euro auf 200.000 Euro. Der um 1910 im Umfeld des Blauen Reiters in München tätige Russe Wladimir Bechtejeff reüssierte mit einer kubistisch inspirierten „Zirkusszene“ bei 310.000 Euro und übertraf damit klar die zuletzt 2007 bei Ketterer gezahlten 254.000 Euro (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR).

Zwei begehrte Firmensammlungen

Bedeutenden Anteil am Erfolg der Versteigerung hatten gut zwei Dutzend Werke aus dem Besitz der Deutschen Bank. Das Unternehmen trennte sich von den überwiegend abstrakten Arbeiten deutscher Meister der ersten Nachkriegszeit, um – wie es heißt – zukünftig Werke jüngerer zeitgenössischer Künstler anzukaufen. Demnächst soll eine weitere Charge bei Ketterer folgen, und bei Christie’s in Paris kam im Oktober schon Wassily Kandinskys „Trüber Aufstieg“ unter den Hammer. Mit 660.000 Euro den Höchst- und zugleich einen neuen Auktionsrekordpreis erreichte diesmal Karl Hofers eindrückliches Zeitdokument von fünf „Arbeitslosen“ mit zwei kahlen Bäumen aus dem Jahr 1932 (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR), gefolgt von Ernst Wilhelm Nays hoffnungsfroh-munteren Farbscheiben „Blau bewegt“ aus dem Jahr 1957 für 600.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Attraktive Schätzungen ließen außerdem Fritz Winters unscharf verschwommene Komposition „Hell einfließend“ aus dem Jahr 1965 auf 155.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), Emil Schumachers erdiges Informelbild „Für Berlin“ von 1957, das zwei Jahre später auf der Kasseler Documenta ausgestellt war, auf rekordträchtige 450.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und ein weißes Rasterbild Otto Pienes aus dem Jahr 1959 von 150.000 Euro auf 260.000 Euro klettern. Zu den Skulpturen mit Deutsche Bank-Provenienz gehörte Renée Sintenis’ „Große Daphne“ von 1930 in einem von rund zehn nachweisbaren Lebzeitgüssen. Für den immerhin 145 Zentimeter hohen Frauenakt, aus dem schon Blätter herauswachsen und die Metamorphose ankündigen, markierten 370.000 Euro einen weltweiten Auktionsrekord (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Aus der Firmensammlung der Investmentholding Haniel stammte ein fast drei Meter breites rotes Schüttbild Hermann Nitschs aus dem Jahr 1961, das – auf nur 60.000 bis 80.000 Euro taxiert – für sagenhafte 480.000 Euro nach Österreich wanderte. Das bedeutete ebenso den neuen Spitzenpreis, wie die 600.000 Euro für Arnulf Rainers „Schwarze Übermalung auf Braun“ von 1955/56, für die sich eine Sammlung aus Nordrhein-Westfalen erfolgreich engagierte (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). In der Tagesauktion erregten aus der Haniel Collection noch Otto Pienes rotes Feuerbild „Blue Vortex“ von 1966/74 für 150.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), jeweils eine gestische Arbeit Adolf Frohners von 1961 für 75.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und des jungen Günter Brus von 1960 für 160.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) sowie Henri Michaux’ kaum halbmeterhohe gelbe Papierarbeit „Peinture mescalinienne“ von 1956 Aufsehen, um die sich mehrere Bieter von 8.000 bis 12.000 Euro aus verbissen auf 330.000 Euro hochkämpften. Für den Franzosen und die beiden Österreicher sind das Rekordwerte.

Noch bei vielen weiteren Preisen im unteren Bereich gab es deutliche Steigerungen, etwa bei Jeanne Mammens aquarellierter Sozialstudie „Ausweg“ am Badestrand von circa 1930 für 160.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Hans Arps amorpher Reliefkomposition „Gurife II“ in Grau und Gelb von 1954 für 200.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) oder einer verrätselten Landschaft im Hochformat ohne Titel von Per Kirkeby für 230.000 Euro (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Zu den jüngsten Arbeiten des Abends gehörte eine mehr als zwei Meter hohe, hochglanzpolierte Edelstahlskulptur Tony Craggs von 2010, deren Konturen am oberen Ende an einen Kopf erinnern. 530.000 Euro von einem süddeutschen Konto bedeuteten annähernd das Doppelte der Schätzung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



22.01.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


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Bei:


Ketterer

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Relief

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst







Karl Hofer, Sibylle, 1935

Karl Hofer, Sibylle, 1935

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 240.000,- EURO

Losnummer: 209

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzende mit großem Hut. Emy Frisch, 1908

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzende mit großem Hut. Emy Frisch, 1908

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 390.000,- EURO

Losnummer: 228

Gabriele Münter, Blick aufs Murnauer Moos (Blaue Berge), um 1910

Gabriele Münter, Blick aufs Murnauer Moos (Blaue Berge), um 1910

Taxe: 250.000 - 350.000 EURO

Zuschlag: 400.000,- EURO

Losnummer: 249

Günter Brus, Von unten nach oben, 1960

Günter Brus, Von unten nach oben, 1960

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 79

Gabriele Münter, Herbstallee, 1931

Gabriele Münter, Herbstallee, 1931

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 225

Ernst Ludwig Kirchner, Sertigtal im Winter, um 1924/25

Ernst Ludwig Kirchner, Sertigtal im Winter, um 1924/25

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 165.000,- EURO

Losnummer: 408

Otto Piene, Ohne Titel (Rasterbild), 1959

Otto Piene, Ohne Titel (Rasterbild), 1959

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 260.000,- EURO

Losnummer: 259

Otto Piene, Blue Vortex, 1966/74

Otto Piene, Blue Vortex, 1966/74

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 36

Jeanne Mammen, Ausweg, um 1930

Jeanne Mammen, Ausweg, um 1930

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 220

Emil Nolde, Schauspielerin, 1919

Emil Nolde, Schauspielerin, 1919

Taxe: 400.000 - 600.000 EURO

Zuschlag: 400.000,- EURO

Losnummer: 208

Arnulf Rainer, Schwarze Übermalung auf Braun, 1955/56

Arnulf Rainer, Schwarze Übermalung auf Braun, 1955/56

Taxe: 120.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 600.000,- EURO

Losnummer: 262

Ernst Ludwig Kirchner, Bauernwagen mit Pferd, 1922/23

Ernst Ludwig Kirchner, Bauernwagen mit Pferd, 1922/23

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 470.000,- EURO

Losnummer: 474




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