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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate bei Grisebach: Die zahlreichen Wiedergänger bei der modernen Kunst kamen nur selten an ihre alten Spitzenpreise heran. Das Publikum konzentrierte sich mehr auf die wundersame Kollektion Calábria

Gewinner und Verlierer



Georg Tappert, Geisha-Revue, 1911/13

Georg Tappert, Geisha-Revue, 1911/13

Kurzfristig betrachtet und gemessen an den in Schätzpreisen formulierten Erwartungen, wird das Jahr 2020 auf dem weltweiten Auktionsmarkt trotz Corona als überwiegend positiv beschrieben; von einer Beeinträchtigung des Geschehens durch die Pandemie ist selten die Rede. Die jüngste Versteigerung ausgewählter Werke bei Grisebach in Berlin zeigte allerdings, dass die Bilanz nicht für jeden so rosig ausfiel. Bei dem Besitzer einer nur ganz allgemein beschriebenen „Privatsammlung, Europa“, hinter der man den griechischen Reeder George Economou vermuten darf, dürfte sich jedenfalls die Begeisterung über Kauf und Verkauf einer Suite deutscher Kunst aus Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und Verismus der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg eher in Grenzen gehalten haben. Kurz vor der Finanzkrise der späten 2000er Jahre, als auch der Kunstmarkt ganz obenauf war, hatte er sich bei Grisebach nach und nach engagiert mit diesen Werken eingedeckt.


Doch schon die jetzigen Schätzpreise ließen ahnen, dass das Niveau von damals nicht wieder erreicht werden würde. Exemplarisch dafür stand Georg Tapperts dynamisches, buntfarbiges, teppichartiges Gemälde „Geisha-Revue“. 2007 hatte die Leinwand netto 610.000 Euro gekostet, mit Aufgeld zahlte der Grieche sogar über 725.000 Euro. Jetzt dagegen lag der Schätzpreis für das Sinnbild des brodelnden Lebens in der vergnügungssüchtigen Metropole Berlin nur noch bei 350.000 bis 450.000 Euro. Schließlich zahlte ein amerikanisches Museum zwar immerhin 709.000 Euro, respektive 570.000 Euro ohne Aufgeld, dennoch bedeutete das im Endeffekt ein klares Minus. Bei Otto Möllers kubistisch zersplittertem, ebenso farbintensivem „Don Quichote I“ von 1921 standen 132.000 Euro im Jahr 2006 diesmal nur 65.000 Euro gegenüber (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Auch Johannes Molzahns kosmische Abstraktion „Pulsender Stern“ von 1919 in satten Farben war mit 60.000 Euro am unteren Schätzrand anstelle der 69.000 Euro aus dem Jahr 2008 eher eine Enttäuschung. Willi Geigers ergreifende Darstellung „Der Blinde“ in einer durchgerüttelten Stadtlandschaft überstieg mit 85.000 Euro zwar die jetzige Erwartung, nicht aber die 102.000 Euro, die Economou im Herbst 2010 für das Ölbild bewilligte. Eine Ausnahme bildete Hans Grundigs „Mädchen mit rosa Hut“ aus dem Jahr 1925. Die Ikone der Dresdner Neuen Sachlichkeit konnte Grisebach 2009, mitten in der Finanz- und Eurokrise, für 105.000 Euro, jetzt aber für satte 270.000 Euro vermitteln (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Auch für Franz Lenks magisch-realistisches „Altes Wehr“ mit abgestorbenem Baum von 1930 wurde der Rekord von 71.000 Euro aus dem Jahr 2010 jetzt mit 80.000 Euro zur unteren Erwartung eingestellt. 220.000 Euro für Albert Birkles „Kreuztragung“, die 1924 Christi Leidensweg in die Gegenwart transponiert, entsprachen annähernd dem Bruttozuschlag im Jahr 2006. Alle drei Gemälde sind nun in amerikanische Sammlungen beheimatet.

Bei den anderen Positionen der „Ausgewählten Werke“ zeigten sich die Kunden diesmal eher wählerisch, nahmen während der Auktion insgesamt nur 65 Prozent mit und steigerten diesen Wert im Nachverkauf noch auf knapp 74 Prozent – Grisebach ist hier mit Quoten über 80 Prozent sonst erfolgsverwöhnt. Das teuerste Los am 3. Dezember stammte aus einer süddeutschen Sammlung. Max Liebermanns stimmungsvolle Sommerimpression „Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“ wohl von 1920 schaffte die obere Grenze von 400.000 bis 600.000 Euro und verbleibt vorerst in deutschem Privatbesitz. Lyonel Feiningers geometrisch vereinfachte Vedute einer Straßenschlucht aus der pommerschen Kleinstadt „Cammin“ von 1934, bei 500.000 bis 700.000 Euro als Favorit gehandelt, blieb hingegen unveräußert. Die untere Taxe von 350.000 Euro erzielte Emil Noldes farbintensives Ölgemälde „Mohn im Wind“ von 1926, das fünf Jahre später als Hochzeitsgeschenk an die Vorfahren der Einlieferer gegangen war.

Erst bei 240.000 Euro ließ sich Georg Kolbes 1916 in Bronze gegossene „Sklavin“ von einem Interessenten aus Nordrhein-Westfalen bitten, die in ihrer Körpertorsion an die antike Laokoon-Gruppe und Michelangelos „Sterbenden Sklaven“ erinnert (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Unerwartete 210.000 Euro kostete Rudolf Schlichters altmeisterliches Portrait seiner Ehefrau „Speedy als Madonna“ mit durchdringendem, auf den Betrachter gerichtetem Blick von 1934 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Ein um 1930 entstandenes Aquarell Jeanne Mammens, auf der sich eine vornehme Abendgesellschaft unter Regenschirmen „Vor der Komödie am Kudamm“ drückt, kletterte von 50.000 Euro auf 90.000 Euro. Otto Dix’ 1923 gezeichnete, aquarellierte und collagierte „Zirkusscene“, bei der die Figuren auf wackeligem Untergrund stehen, gab sich mit der unteren Erwartung von 200.000 Euro zufrieden. Carl Grossbergs aquarellierte Zeichnung einer überhöhten, fast schon lebendigen Stanzmaschine aus dem Jahr 1937 langte mit 22.000 Euro etwas kräftiger zu (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Teuerstes Werk der Nachkriegszeit wurde René Magrittes 1953 datierte surrealistische Gouache „Le domaine enchanté“ mit zwei großen Blättern vor einem roten Vorhang und einer geöffneten Tür am Tagesstrand in die Nacht für 400.000 Euro (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Joseph Beuys’ „Filzanzug“ von 1970 ging für 110.000 Euro nun als teuerster aus einer 110er-Auflage von der Stange (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Unter den lebenden Künstlern erfreute sich der Österreicher Arnulf Rainer auf den deutschen Auktionen am Ende des vergangenen Jahres großen Zuspruchs. Eine unbetitelte rote stürmische Übermalung von 1959 konnte bei Grisebach seine obere Schätzung auf 320.000 Euro verdoppeln. Zur unteren Taxe von 100.000 Euro ging ein monumentaler fotorealistisch gemalter Nudelteller Karin Kneffels weg.

Aus den Auktionen am 4. Dezember, die sich mit Verkaufsraten von 81,5 Prozent für die moderne Kunst und mit 85,5 Prozent für die zeitgenössische Kunst in gewohnt hohen Bahnen bewegten, sind Walter Leistikows spätabendlich beleuchteter „Hafen“ mit Segelbooten nahe einer alten Stadt für 85.000 Euro und Norbert Schwontkowskis karge, ebenso melancholische Landschaft „Im Park“ mit einer jungen Frau samt Kinderwagen von 2007 für 90.000 Euro zu nennen (Taxen zwischen 25.000 und 40.000 EUR). Eine von Per Kirkebys verrätselten grünen Landschaftsabstraktionen aus dem Jahr 2006 hatte sich mit 300.000 bis 400.000 Euro ebenfalls in die Tagesauktion verirrt und erreichte die untere Taxe. Zwei weitere Übermalungen Arnulf Rainers aus den frühen 1960er Jahren erzielten 170.000 Euro und 105.000 Euro weit über den Schätzungen, und für 80.000 Euro verließ Robert Mangolds blaues „Untitled # 5“ von 1986 mit schwarzer Linie in Eiform den Saal (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Außerdem hatte Grisebach eine Sammlung von knapp neunzig überwiegend abstrakten Werken aus dem Besitz des 2012 verstorbenen brasilianischen Diplomaten Mário Calábria im Angebot. Sie wurden bis auf eine Arbeit abgesetzt, oftmals deutlich über der Preisvorstellungen wie ein Strukturbild aus Furnierholz namens „Progressão“ von Abraham Palatnik für 52.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder zwei sauber gerasterte Farbpunktebilder Almir da Silva Mavigniers aus den 1960er Jahren für 80.000 Euro und 62.000 Euro (Taxen zwischen 30.000 und 70.000 EUR). Ein hochformatiges, nur als Fragment überliefertes Zeichenbild A.R. Pencks mit schwarzem Strichmännchen schlug dennoch für 105.000 Euro zu (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Karel Novosad freute sich über 12.000 Euro und 11.000 Euro für seine Linienkonstrukte teils mit Op-Art-Effekten aus den 1970er Jahren (Taxe je 2.000 bis 3.000 EUR), Rudolf Kämmer über 6.000 Euro für sein kleinteig aus Kunststoffstreifen collagiertes „Nr. 14 Klappbild“ von 1967 (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), Jan Kubicek über 22.000 Euro für sein scheinbar aus schwarz-weißen Buchstaben bestehendes „Permutation-System“ von 1975 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und Roland Helmer über 6.500 Euro für titellose Leinwand mit fallend gestaffelten Kuben von 1966 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Mehrere hübsche abstrakte Wandteppiche Woty Werners, der Ehefrau des Informel-Malers Theodor Werner, flogen für bis zu 21.000 Euro an neue Wände (Taxen zwischen 800 und 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



03.02.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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