Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 13.04.2021 117. Auktion: Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Nautiluspokal / Franz von  Stuck

Nautiluspokal / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Tess Jaray in der Wiener Secession

Mehr, als man mit den Augen sehen kann



in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

Eine blassgrüne monochrome Fläche, drei graue vertikale Farbbalken und 17 nebeneinander gereihte kleine weiße Quadrate. Das ist zu sehen auf Tess Jarays 2018 entstandenem Gemälde „Seventeen Small Squares“, das Teil der großen Personale ist, mit der die Secession das Werk der Künstlerin erstmals in ihrer Geburtsstadt präsentiert. Jarays Arbeiten befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, etwa in der Tate, dem British Museum, dem Victoria and Albert Museum, dem Sainsbury Center in Norwich oder dem Szépmüvészeti Muzeum in Budapest. In Österreich jedoch ist die Künstlerin, die seit über 80 Jahren in England lebt, nahezu unbekannt.


1937 wurde Tess Jaray in Wien geboren. Vor dem Anschluss Österreichs 1938 spielten Mitglieder ihrer Großfamilie eine wichtige Rolle in der Wiener Kulturszene, darunter der Schauspieler Hans Jaray oder die Galeristin Lea Bondi-Jaray, die die renommierte Galerie Würthle in Wien leitete, mit Oskar Kokoschka befreundet war und die nach der Emigration der Familie zu einer wichtigen Bezugsperson für die junge Künstlerin wurde. Nur acht Monate war Tess Jaray alt, als sie 1938 mit ihren jüdischen Eltern nach England flüchten musste, wo sie in Worcestershire aufwuchs.

Jarays künstlerischen Einflüsse sind vielfältig und mit ihrer Biografie eng verknüpft: durch ihre Eltern blieb sie mit der österreichischen Kultur in Verbindung. Gustav Klimt, Egon Schiele und Kokoschka waren für die Künstlerin ebenso prägend, wie ihre spätere Auseinandersetzung mit dem deutschen Expressionismus und als Studentin mit dem amerikanischen Expressionismus. Für die Entwicklung ihrer eigenen Bildfindungen waren aber vor allem die Beschäftigung mit der Malerei und Architektur der italienischen Renaissance, allen voran das Werk von Piero della Francesca, und ihr Interesse für islamische Kunst entscheidend, die sie in den 1980er Jahren auf Reisen nach Marokko und später in Syrien und Jordanien erkundete. Diese Einflüsse lassen sich meist nicht unmittelbar im Werk nachvollziehen, sondern werden von Jaray auf intellektueller, emotionaler und intuitiver Ebene transformiert und in ihre charakteristische Formensprache übersetzt.

Seit rund 60 Jahren widmet sich Tess Jaray ihrer gegenstandslosen, formal reduzierten Kunst, die mit geometrischen Grundformen, Mustern, Wiederholung, Serialität, Präzision und Geradlinigkeit die Beziehungen zwischen Malerei, Architektur und Raum, Farbe und Oberfläche, Form und Inhalt, Wahrnehmung und Emotion auslotet. Die Secession zeigt in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna“ insgesamt 35 Arbeiten, darunter fünf Werke aus den 1960er Jahren sowie neue Arbeiten, die in den vergangenen vier Jahren entstanden, und erlaubt damit einen Vergleich von frühem mit aktuellem Schaffen. Ein Ansatz, der durchaus seinen Reiz hat, der jedoch sehr auf formale Stringenz fokussiert, anstatt Jarays intensive Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Vorbildern und Architekturbezügen zu beleuchten.

Denn dass dies ausgesprochen gewinnbringend sein kann, beweist eine zweite Präsentation ihrer Werke, die derzeit im New Art Centre Roche Court, nahe Salisbury, zu sehen ist und unter dem Titel „Tess Jaray: From Piero and other paintings“ rund 30 Bilder vereint, die ihren Ursprung unter anderem im Werk des toskanischen Malers Piero della Francesca haben. Zu einer Zeit, als viele Maler noch damit kämpften, räumliche Distanzen zu artikulieren, war Piero della Francesca in der Lage, komplizierte Perspektiven und feine Kalibrierungen des Lichts zu erzeugen. Das Ergebnis sind Räume, die zugleich ideal und real sind, Szenarien, die sich durch eine ernste Feierlichkeit auszeichnen und die Strenge der Figurenkomposition durch das alles durchflutende Licht mildern.

Kein Wunder, dass Tess Jaray sein Werk wie eine Offenbarung erlebte. Zum ersten Mal sah sie Originale von Piero della Francesca 1960, als sie ein Stipendium gewann, das sie nach Italien führte. Damals war die Absolventin der Slade School of Fine Arts in London Anfang 20. Neben Pieros Gemälden waren die Bauten des Florentiner Architekten Filippo Brunelleschi ein wichtiger Einfluss für die junge Künstlerin und veränderten Jarays Vorstellungen über den Raum und die menschlichen Figuren, die ihn bewohnten, radikal.

Tess Jaray sagt von sich selbst, ihr Ziel sei es zu zeigen, „was übrig bleibt, wenn alles andere weggenommen wird“. Architektonische Details wie die Form eines Daches, Säulen, Giebel und Fenster, die serielle Anordnung eines Bodenmosaiks oder der Widerschein einer Lichtquelle auf einer Wand werden fortan in ihren gezeichneten und gemalten Untersuchungen bildimmanent. Das Bemerkenswerte ihrer abstrakten minimalistischen Malerei ist, dass Jaray das Vorbild auf Licht, Farbe und Linie reduziert, geometrische Grundformen und einfache Muster hervorhebt und Farbfelder harmonisch aufeinander abstimmt. Auch wenn sich ihre Arbeiten als ungegenständlich präsentieren, sind sie stets von gelebten Erfahrungen mit der visuellen Welt geprägt – was die Künstlerin als „Geometrie der menschlichen Beziehungen“ bezeichnet.

Die Wiener Secession ist ein idealer Ort für die Präsentation von Jarays Arbeiten. Für die Schau wurde der große Innenraum mittels zwei frei im Raum stehender Trennwände nach basilikalem Schema in Haupt- und Nebenschiffen unterteilt, ein Konzept, das die vom Architekten Joseph Maria Olbrich ursprünglich entworfene Gliederung in ein erhöhtes Mittelschiff, zwei niedrigere Seitenschiffe und ein abschließendes Querschiff nochmals hervorhebt. Im linken Seitensaal werden die fünf Gemälde aus der Mitte der 1960er Jahre präsentiert. Im Mittelraum stellt Jaray großformatige Werke aus den letzten vier Jahren und im rechten Seitenraum kleinformatige Arbeiten vor, an denen sie seit 2001 arbeitet.

Eine thematische Klammer bilden die Werke auf der Hauptwand des Querschiffs. In der zentralen Bildachse hängen dort unterem anderem mit „Reflection“ und „Now and Then“ Arbeiten aus dem vergangenen Jahr, in denen sich die Künstlerin mit dem Topos des runden Bildes auseinandersetzt. Daneben präsentiert Tess Jaray die minimalistisch reduzierte Version einer Predella. Das gleichnamige Gemälde von 2017 ist ein signifikantes Beispiel ihres Versuchs, die Potentiale von Reduktion und Wiederholung mit dem Ziel zu untersuchen, einen komplexen Raum mit einfachsten Mitteln darzustellen. In ihrer bildnerischen Adaption positionierte Jaray einen horizontalen, leuchtend mittelblauen Farbbalken am unteren Rand des querformatigen Gemäldes, der von einer unergründlichen nachtblauen Fläche umfangen wird. Im Inneren der abstrahierten Predella-Form reihte Jaray elf identische weiße Formen nebeneinander, deren Längsseiten konkav gekrümmt sind und die an den Eckpunkten in spitzen Winkeln zulaufen.

„Predella“ verdeutlicht einmal mehr Jarays Faszination für architektonische Elemente und ornamentale Details, während den Betrachtern die eigentlichen architektonischen Bezugspunkte jedoch vorenthalten bleiben. Gleichzeitig zielt sie auf visuelle Effekte, wie räumliche Illusion, Nachbilder oder optisches Flirren. In diesem Sinne bewegen sich ihre Destillationen der Wirklichkeit an der Schwelle zwischen dem Erkennbaren und dem völlig Abstrakten. „Meine Bilder“, sagte die Künstlerin anlässlich ihrer Eröffnung der Ausstellung in der Secession, „sind Vorschläge, dass da mehr ist, als man mit den Augen sehen kann“. Indem sie das reduziert, was wir von außen sehen, vergrößert Tess Jaray unseren Blick nach innen.

Die Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“ läuft bis zum 18. April. Die Secession hat unter den aktuellen Hygienevorschriften dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch „Thinking on Paper“, das einen umfassenden Einblick in das zwischen 1960 und 2000 entstandene zeichnerische Œuvre von Tess Jaray gibt.

Kontakt:

Secession

Friedrichstraße 12

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 587 53 07

Telefax:+43 (01) 587 53 07 34

E-Mail: office@secession.at



01.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (1)Stilrichtungen (4)Variabilder (8)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


19.02.2021, Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray

Bei:


Secession

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Analytische Malerei

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Variabilder:

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“
in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

Variabilder:

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“
in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“







in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“

in der Ausstellung „Tess Jaray – Return to Vienna: The Paintings of Tess Jaray“




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce