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Das Berliner Georg-Kolbe-Museum widmet sich dem eigenen Haus und stellt den Bildhauer als Ideengeber für seinen Rückzugsort vor

My home is my castle



Georg Kolbes „Sensburg“ im Berliner Westend, 1928

Georg Kolbes „Sensburg“ im Berliner Westend, 1928

Die Lage des Hauses scheint geradezu ideal. Zwischen der Berliner Messe und dem Olympiastadion bietet der ruhige Ort an der Sensburger Allee im Westend der deutschen Hauptstadt Anlass, fernab aufreibenden sportlichen Treibens oder nervigen Kunstbetriebs in besinnliche Sphären abzutauchen. Doch es war die Nähe zum Grab seiner im Februar 1927 verstorbenen Frau Benjamine, die den Bildhauer Georg Kolbe veranlasste, hier sein letztes Domizil zu errichten. Nahe dem Waldfriedhof und dem Bahnhof Heerstraße erwarb er am 21. Mai 1928 das nötige Grundstück. Im Jahr 1904 aus Sachsen nach Berlin übergesiedelt, um Anschluss an die internationale Kunstwelt zu finden, nahm Georg Kolbe zunächst in Schöneberg und später im Bezirk Tiergarten Quartier. Der Umzug trug Früchte: In Berlin stieg der Bilderhauer zum Gipfelpunkt seines Schaffens auf, konnte sich in Künstler- und Architektenkreisen bestens vernetzen, und seine Galeristen Alfred Flechtheim und Paul Cassirer vertrieben sein Werke weltweit.


Ernst Rentsch, ein aus Basel stammender Architekt und Schüler Paul Wallots mit Büro in Berlin, erhielt den Planungsauftrag für ein neues Wohn- und Atelierhaus auf dem großen Waldgrundstück an der stumpfen Biegung der Sensburger Allee. Als Vertreter einer gemäßigten Moderne erarbeitete Rentsch mehrfach korrigierte, formal reduzierte Entwürfe im Stil des Neuen Bauens, die letztendlich in einem mehrteiligen Ensemble mündeten. Nach der Bauabnahme im Januar 1929 konnte Kolbe das Wohn- und Atelierhaus beziehen. In dem zweiten, ursprünglich als Wohnhaus für den Künstler konzipierten, halb so großen Gebäude lebte dann ab Mai 1929 die Familie seiner Tochter. Im Jahr 1930 konnte Kolbe dann einen westlich angrenzenden Grundstücksstreifen erwerben, um ein Atelier für Arbeiten mit Ton anzufügen. Entnervt über Kostenstreitigkeiten kehrte Ernst Rentsch im Frühjahr 1931 in seine Schweizer Heimat zurück, und Kolbe beauftragte den Bauhaus- und Gropius-Schüler Paul Linder mit der Ausführung des Tonateliers samt Terrasse und gläsernem Verbindungsgang mit dem Haupthaus. Lindner realisierte 1935 auch den die beiden Häuser verbindenden ummauerten Skulpturenhof sowie einen halbrunden, die Strenge mildernden Balkonanbau am Haus der Tochter.

Vor 70 Jahren wurde das Gebäude als erstes neu gegründetes Museum nach dem Krieg in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute ist es unverändert erhalten; lediglich der Anbau des schlichten Tonateliers wurde 1990 durch einen modernen Museumsflügel ersetzt. Zwischen 2015 und 2020 wurde das Ensemble grundlegend restauriert und technisch modernisiert. Als Kolbes Enkelin Maria von Tiesenhausen im Jahr 2019 verstarb, wurde ihr Nachlass aus Kanada in den Museumsfundus überführt. Bei dessen Erschließung ergaben sich neue Aspekte zu Kolbes Werkschaffen und der Geschichte seiner „Sensburg“. Sie mündeten nun in eine Ausstellung über die Geschichte des Hauses.

Erste Entwurfszeichnungen datieren schon in die Mitte des Jahres 1927 und zeigen eine repräsentative Künstlervilla mit Werkstatt. Eine Reihe von Korrekturen belegt das Ringen um die definitive Gestaltung mit der Trennung in zwei blockhaft geschlossene Einheiten. Viele Zeitdokumente und Fotografien dokumentieren neben Etappen der Ausführung das private Lebensumfeld des Künstlers sowie dessen Einfluss auf das Baugeschehen. Georg Kolbe war kein einfacher Bauherr. Das Wichtigste war für ihn das Zusammenspiel von Raum und Skulptur. Hier spielt der Skulpturenhof mit seinen Blickachsen eine bedeutende Rolle, konnte er doch die Wirkung von Plastiken simulieren, die Kolbe zumeist für öffentliche Plätze oder Parkanlagen schuf.

Zum Garten ist der Skulpturenhof durch Pfeiler geöffnet, verbindet straßenseitig beide Häuser mit der Ziegelmauer und trägt zusammen mit den umgebenden Mauern nebst Drahtgeflechtgitterzäunen zur festungsartig abgeschotteten Charakteristik der Gebäudegruppe bei. Bemerkenswert ist dabei die raffinierte Staffelung der Häuser auf dem leicht abfallenden Grundstück. Beider Dächer schließen in gleicher Höhe ab und betonen damit ausdrücklich die Geschlossenheit der Gebäudegruppe. Die schmucklosen Ziegelverkleidungen der Flachdachkuben verstärken diesen Eindruck noch. Unruhe evozieren lediglich die ungeordnet in die Fronten eingeschnittenen und teils vergitterten Doppelkastenfenster mit Stahlrahmen.

Herzstück der geometrisch zugeschnittenen Räume ist das über die gesamte Gebäudehöhe geführte Atelier mit hohen Fenstern zum Garten und heller Milchglasscheibendecke. Teile der Hebe- und Zugvorrichtungen, Kräne und Rollbahnen inmitten des im Fischgrätmuster verlegten Eichenparketts haben sich erhalten. Deutlich signalisiert der Raum Anregungen von Wilhelm Kreis’ 1927 im Münchener Glaspalast ausgeführtem Ausstellungssaal.

Kolbes bescheidene Wohnräume umgeben die Produktions- und Präsentationsstätte und beanspruchen – ausstaffiert mit klassischen wie auch modernen Wohnaccessoires – nur ein Drittel der Fläche. Technisch war das Anwesen auf dem modernsten Stand: Bäder, Elektrifizierung, Telefonanschlüsse und in allen Räumen eine Heizanlage mit neuen Radiatoren. Der Garten mit seinen hoch gewachsenen, ein lichtes Schattenspiel auf die Hausfronten werdenden Kiefern bot zudem ideale Bedingungen für Experimente und Inszenierungen. Person, Werkschaffen und Refugium bilden in der „Sensburg“ eine mustergültige Symbiose und sind Ergebnisse von Kolbes Bemühungen, abgeschottet von der Außenwelt Figur und Raum zu verschränken, die Gleichrangigkeit von Plastik und Architektur in einem Zusammenspiel mit der Natur zu erlangen.

Die Ausstellung „Moderne und Refugium – Georg Kolbes Sensburg als Architekturdenkmal der 1920er-Jahre“ ist ab der Wiedereröffnung am 13. März bis zum 11. April zu sehen. Das Georg-Kolbe-Museum hat nach vorheriger Anmeldung per Telefon oder Email täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen, das neben fundierten Aufsätzen zum Entwurfs- und Bauprozess sowie zur Stellung des Baus im allgemeinen Architekturkontext aktuelle Fotografien der Berliner Fotografin Friederike von Rauch abbildet. Es kostet 21 Euro.

Kontakt:

Georg-Kolbe-Museum

Sensburger Allee 25

DE-14055 Berlin

Telefon:+49 (030) 30 42 144

Telefax:+49 (030) 30 47 041

E-Mail: info@georg-kolbe-museum.de



20.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


13.09.2020, Moderne und Refugium – Georg Kolbes Sensburg als Architekturdenkmal der 1920er-Jahre

Bei:


Georg Kolbe Museum

Kunstsparte:


Architektur

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Bauhaus

Bericht:


Moderne menschliche Tiefe

Bericht:


Die Kraft harter Realitäten

Bericht:


Plastische Fotografien







Gartenansicht des Georg-Kolbe-Museum in Berlin, 2016

Gartenansicht des Georg-Kolbe-Museum in Berlin, 2016

Ansicht des Skulpturenhofes in Kolbes Sensburg, 1935

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Wohnatelier Georg Kolbes in der Sensburg, um 1930

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Georg Kolbe mit seiner Enkelin Maria von Tiesenhausen, um 1932

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im großen Atelier von Georg Kolbe in Berlin, 1929/35

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Das heutige Georg-Kolbe-Museum in Berlin, 2016

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Georg Kolbe und Architekt Paul Linder beim Bau des Skulpturenhofs, 1935

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Der Skulpturenhof in Georg Kolbes Wohn- und Atelierhaus, 1936/46

Der Skulpturenhof in Georg Kolbes Wohn- und Atelierhaus, 1936/46

in der Ausstellung „Moderne und Refugium – Georg Kolbes Sensburg als Architekturdenkmal der 1920er-Jahre“

in der Ausstellung „Moderne und Refugium – Georg Kolbes Sensburg als Architekturdenkmal der 1920er-Jahre“

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Wohn- und Atelierhaus Georg Kolbes in Berlin, vor 1935

Wohn- und Atelierhaus Georg Kolbes in Berlin, vor 1935




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