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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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ohne Titel / Günther Uecker

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Züricher Auktionshaus Koller hofft bei seinen Gemälden Alter Meister auf Millionenwerte. Das 19. Jahrhundert beindruckt auch bei günstigeren Preisen mit schöner Ware

Von Dyck zu Rubens zu Koller



Anthonis van Dyck,  Der heilige Hieronymus in der Wildnis

Anthonis van Dyck, Der heilige Hieronymus in der Wildnis

Wenn man den Kunstwissenschaftlern Glauben schenken darf, nannte kein Geringerer als Peter Paul Rubens einst einen heiligen Hieronymus seines Kollegen Anthonis van Dyck sein Eigen. Später soll die annähernd halbmeterhohe Holztafel mit der Darstellung des bärtigen Kardinals an Rubens’ Mitarbeiter Jan Wildens gegangen sein, der sie wiederum seinem Sohn Jeremias Wildens vererbte. Über eine Vielzahl weiterer Stationen gelangte sie schließlich 2012 in das Auktionshaus Christie’s in Amsterdam – als „Umkreis van Dyck“ mit einer Schätzung von 20.000 bis 30.000 Euro und einem Nettoergebnis von überschaubaren 18.000 Euro. Doch die eindrucksvolle Malerei des Büßers in der Wüste, der gegen seine inneren Triebe ankämpft, ist wohl doch ein eigenhändiges Werk des Meisters, als solches im RKD in Den Haag archiviert und darum weitaus mehr wert: Bei Koller in Zürich wird die mittelformatige Tafel jetzt im Rahmen der Versteigerung Alter und Neuerer Meister erneut angeboten, versehen mit einer Schätzung im oberen sechsstelligen Bereich.


Alte Meister

Etwas weniger eindrucksvoll als beim van Dyck ist die Provenienz beim Portrait eines eleganten bärtigen Edelmannes im Dreiviertelprofil mit Handschuhen, das Tiziano Vecellio zugeschrieben wird, besser bekannt unter dem Namen Tizian. Die Liste der Vorbesitzer beginnt auch erst im frühen 20. Jahrhundert bei einem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, später befand sich die um 1550 datierte Leinwand in Schwarz- und Brauntönen einige Zeit lang in Italien. Eine Verbindung zu Rubens und Van Dyck gibt es übrigens ebenfalls, soll das Bildnis doch beide Künstler für ihre Selbstportraits inspiriert haben. Auf dem Etikett bei Koller stehen nun 800.000 bis 1,2 Millionen Franken. Hieronymus und der Edelmann sind die beiden Schwergewichte der Züricher Auktion vom 26. März. Mit unteren sechsstelligen Schätzpreisen gesellen sich Luca Giordanos antikisch anmutendes, affektbetontes Portrait eines Gelehrten, dessen heruntergekommene Kleidung die Brust fast ganz frei lässt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), und Jacob Jordaens’ zwei Meter hohe Mythologieszene „Venus und Adonis“ mit seinen typisch in die Länge gezogenen Figurendarstellungen für 100.000 bis 150.000 Franken hinzu.

Dem 1573 in Augsburg geborenen und später bis zu seinem Tod 1613 am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag tätigen Daniel Fröschl wird eine kleine Kupfertafel zugeschrieben, die ebenfalls Venus und Adonis vor seinem Aufbruch zur Jagd samt Amor in einer flämischen Landschaft verbildlicht (Taxe 75.000 bis 100.000 SFR). Für bis zu 160.000 Franken werden zwei Stadtansichten Jan van Goyens offeriert, von denen die eine um 1639 als Nijmegen mit dem Valkhof identifizierbar, die andere aus dem Jahr 1651 ganz in Brauntönen gehalten ist. Roelant Savery zeigt uns derweil auf einem Tondo das Hinterteil einer im Wald lagernden Kuh, die ihren Blick auch noch keck zum Betrachter wendet (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Die Gattung Stillleben bedienen zudem Jan Breughel d.J. mit einem stimmungsvoll gemalten Blumenstrauß in einer blauen Porzellanvase samt mehreren Insekten (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und der weniger bekannte Haarlemer Maler Hans Bollongier, der 1637 einen Früchtekorb um einige Blüten und eine Heuschrecke bereichert hat (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Mehr Leben gibt es bei Abraham Teniers und seiner ausgelassenen Gesellschaft, die im Bauerndorf ein Fest feiert (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Wieder ist es Koller gelungen, auch einige mittelalterliche Maler aus Italien zu akquirieren, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, darunter aus zwei verschiedenen Sammlungen ein dreiteiliges Altärchen des Florentiner Meisters Battista di Biagio Sanguigni. Die unten etwas beschnittene Mitteltafel mit der Madonna stammt aus deutschem Privatbesitz und wird für 40.000 bis 70.000 Franken angeboten, die beiden Flügel mit Heilgenfiguren befanden sich bislang in der Schweiz und sollen zusammen 120.000 bis 160.000 Franken kosten. Die Näher zur östlichen Ikonenmalerei offenbart noch ein verträumt wirkender heiliger Jakobus mit Pilgerstab, den der Meister der Tempere Francescane um 1355/60 in Neapel auf punziertem Goldgrund gemalt hat (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Ebenso viel sollen eine anmutige Madonna mit der heiligen Margarethe und dem heiligen Sebastian von Guidoccio di Giovanni Cozzarelli, um 1500 ebenfalls noch auf Goldgrund dargeboten, sowie die hochbarocke alttestamentliche Erzählung „Lot und seine Töchter“ von Sebastiano Mazzoni mit viel Sfumato kosten. Zu den jüngsten Werken der Altmeisterabteilung gehört ein heiliger Paulus von Giovanni Battista Piazzetta wohl aus den 1730er Jahren, der nachdenklich seine Hand im weißen Rauschebart vergräbt (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Schon in den beruhigten Klassizismus weist Anne Vallayer-Costers Arrangement aus Pfirsichen, Pflaumen in einem Weidekorb, einem aufgeschnittenen Schinken, Tonkrug und Glas auf einer einfachen Holzplatte um 1763/65 (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Neuere Meister und Arbeiten auf Papier

Für die Neueren Meister hat Koller nur in zwei Fällen Schätzpreise im sechsstelligen Bereich veranschlagt. Der eine mit 100.000 bis 150.000 Franken geht an Carl Gustav Carus’ rundbogig geschlossene Dichterfantasie „Dante, an der ‚Vita Nuova‘ arbeitend, mit Blick auf Florenz im Hintergrund“ samt Engelserscheinung, wohl Dantes früh verstorbene Jugendliebe Beatrice. Das Ölgemälde ist vermutlich ein Spätwerk des Arztes und Malers und erinnert nur noch wenig an sein Dresdner Vorbild Caspar David Friedrich. 150.000 bis 250.000 Franken soll Ferdinand Georg Waldmüllers 1848 datierter „Liebesbrief“ erlösen, über den sich zwei halbentblößte junge Damen bei nächtlichem Kerzenschein beugen. Außerdem ist Waldmüller mit zwei biedermeierlichen Naturschilderungen vertreten: einer 1837 entstandenen Ansicht des Watzmanns in der Ramsau von seiner Rückseite (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR) und einer sommerlichen Partie aus dem Prater von 1833 mit einem mächtigen Baum im Zentrum für 40.000 bis 60.000 Franken.

Auch sonst gibt es einige große Namen des 19. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum wie Arnold Böcklin mit dem tränenverschmierten Gesicht einer büßenden Maria Magdalena von 1895 oder Carl Spitzweg mit einem aus groben Pinselstrichen gehauenen Orientalen im Basar aus den frühen 1850er Jahren (Taxe je 30.000 bis 40.000 SFR). Für das Wiener Biedermeier steht dann noch Josef Danhausers anrührende Schilderung eines Kindes von 1841, das sich im Atelier des Malers zwischen zahlreichen Requisiten auf einer Trommel niedergelassen hat, für günstige 3.000 bis 5.000 Franken. Nur wenige Jahre jünger ist Michael Nehers Vedute einer teils mittelalterlichen Stadt mit Kindern beim Spielen und einem belauschten Liebespaar am Brunnen von 1848 (Taxe 16.000 bis 20.000 SFR). Für den Realismus stehen Federico del Campos Straßenszene nach einem mittäglichen Konzert von 1877 (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR) und Edouard Dufeus schmackhaftes Stillleben mit Austern, Zitronen und einer Champagnerflasche (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Mit flotten Pinselstrichen hat Nikolaus Gysis das Gesicht eines etwas mürrischen Mädchens ausdrucksstark charakterisiert (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR).

Aus dem französischen Impressionismus gesellt sich Eugène Boudins späte ruhige Flusslandschaft „La Touques à Saint-Arnoult“ von 1893 hinzu, die erst vor gut einem Jahr bei Christie’s in New York 50.000 Dollar eingespielt hat und jetzt mit 50.000 bis 70.000 Franken etwa gleichwertig gehandelt wird. Etwas mehr Farbe wendet Victor Vignon um 1875 bei seinem ebenso unprätentiösen „Chemin de la Plaine à Fontenelle“ unter bewölktem Himmel auf (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Einer schon pointillistischen Tupfenmalerei neigt Emile Gustave Cavallo-Peduzzi um 1888 bei seiner Vorfrühlingslandschaft mit den titelgebenden „Lavandières“ in kräftiger Farbpalette zu (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Freunde russischer Künstler werden sich vielleicht an Konstantin Ivanovich Gorbatovs Ansicht von Capri halten, deren schillernde Buntheit an die heimische Cloisonné-Technik erinnert (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Bei den Arbeiten auf Papier werden vielleicht Entdecker fündig; die Schätzpreise lassen jedoch vorerst keine großen Zuschläge erwarten. 3.500 bis 5.000 Franken sollen es für eine aquarellierte winterliche Dorflandschaft mit Schlitten und Eisläufern von dem gebürtigen Hamburger Jacob Cats aus dem Jahr 1798 sein, 9.000 bis 13.000 Franken für einen stimmungsvollen Sommermorgen in Split, den der Wiener Rudolf von Alt im Jahr 1840 festhielt. Léon Augustin Lhermittes dichtes Kohleblatt einer stillen abendlichen Flusslandschaft mit zwei Männern im Boot schlägt mit 5.000 bis 7.000 Franken zu Buche. Unter den Drucken ist vielleicht ein unter vollen Segeln fahrendes Kriegsschiff am eindrucksvollsten, das Pieter Bruegel d.Ä. zeichnete und Hieronymus Cock 1565 in Kupfer stach (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Für James Ensors Radierung „La Cathédral“ von 1886 mit einem unüberschaubaren Menschenmeer vor dem mächtigen gotischen Gebäude werden voraussichtlich 1.800 bis 2.500 Franken fällig.

Die Auktion beginnt am 26. März um 10 Uhr. Eine Vorbesichtigung ist unter den geltenden Hygiene- und Einreiseregeln zwischen dem 18. und 23. März täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.kollerauctions.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



12.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.03.2021, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts – Zeichnungen und Alte Grafik

Bei:


Koller Auktionen AG

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Kunstsparte:


Zeichnung

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Grafik

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Malerei

Stilrichtung:


Pointillismus

Stilrichtung:


Impressionismus

Stilrichtung:


Realismus







Josef Danhauser,  Das Kind auf der Trommel, 1841

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Taxe: 3.000 - 5.000 SFR

Zuschlag: 14.000,- SFR

Losnummer: 3107

Ferdinand Georg Waldmüller,  Der Watzmann in der Ramsau von seiner Rückseite, 1837

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Taxe: 70.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 58.000,- SFR

Losnummer: 3143

Hieronymus Cock,  Kriegsschiff mit vollen Segeln und weiteres kleines Schiff, 1565

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Taxe: 5.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 6.000,- SFR

Losnummer: 3637

Ferdinand Georg Waldmüller,  Der Liebesbrief, 1848

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Liebesbrief, 1848

Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 190.000,- SFR

Losnummer: 3141

Battista di Biagio Sanguigni,  Madonna mit Kind, Egeln und Stifterfamilie

Battista di Biagio Sanguigni, Madonna mit Kind, Egeln und Stifterfamilie

Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 3007

Meister der Tempere Francescane,  Heiliger Jakobus, um 1355/60

Meister der Tempere Francescane, Heiliger Jakobus, um 1355/60

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Losnummer: 3001

Arnold Böcklin,  Büßende Maria Magdalena, 1895

Arnold Böcklin, Büßende Maria Magdalena, 1895

Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Zuschlag: 80.000,- SFR

Losnummer: 3109

Roelant Savery,  Liegende Kuh in einer Landschaft, 1604

Roelant Savery, Liegende Kuh in einer Landschaft, 1604

Taxe: 35.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 105.000,- SFR

Losnummer: 3022

Michael Neher,  Mittelalterliche Stadtansicht mit Alltagsgeschehen, 1848

Michael Neher, Mittelalterliche Stadtansicht mit Alltagsgeschehen, 1848

Taxe: 16.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 3103

Abraham Teniers,  Weite Dorflandschaft mit Bauernfest

Abraham Teniers, Weite Dorflandschaft mit Bauernfest

Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 3065

Anne Vallayer-Coster,  Stillleben mit Pfirsichen und Pflaumen in einem Weidekorb und einem Schinken, um 1763/65

Anne Vallayer-Coster, Stillleben mit Pfirsichen und Pflaumen in einem Weidekorb und einem Schinken, um 1763/65

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 16.000,- SFR

Losnummer: 3069

Eugène Boudin,  La Touques à Saint-Arnoult, 1893

Eugène Boudin, La Touques à Saint-Arnoult, 1893

Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 85.000,- SFR

Losnummer: 3135




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