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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Venator & Hanstein warten in ihrer Frühjahrsauktion wieder mit einer ergiebigen Auswahl an Büchern, Grafiken und Editionen auf, darunter auch mit Arbeiten aus der Sammlung Pachen

Wie werde ich ein guter Seefahrer?



Willem Jansz Blaeu, Le Flambeau de la Navigation monstrant la description & delineation de toutes les costes & havres de la mer occidentale, septentrionale & orientale, 1620

Willem Jansz Blaeu, Le Flambeau de la Navigation monstrant la description & delineation de toutes les costes & havres de la mer occidentale, septentrionale & orientale, 1620

Die Männer sitzen über zwei Globen gebeugt, haben Zirkel und Landkarten in den Händen und arbeiten mit nautischen Geräten. So stellte sich Willem Jansz Blaeu im frühen 17. Jahrhundert den Unterricht in der Kunst der Navigation vor. 1608 gab der niederländische Kartograf und Verleger dafür sein Handbuch „Het Licht der Zee-vaert“ heraus und beschrieb darin für die große Seefahrernation die damals gültige Nautik sowie auf mehreren Karten die Küstenabschnitte in Europa und Nordafrika. Das Privileg für Blaeus niederländische Ausgabe lief im Jahr 1618 ab. Schon zwei Jahr später druckte Johannes Janssonius eine französische Ausgabe nach und erstellte dafür eigene Kupferplatten, die er nach der Blaeuschen Vorlage mit einigen geringen Abweichungen vermutlich von Pieter van der Keere nachstechen ließ. Mit einer Schätzung von 50.000 Euro ist Janssonius’ Lotsenbuch „Le Flambeau de la Navigation monstrant la description & delineation de toutes les costes & havres de la mer occidentale, septentrionale & orientale“ mit 42 großformatigen Kupferkarten nun eines der Highlights bei Venator & Hanstein.


Bücher und Grafiken Alter Meister

Der Kölner Versteigerer startet am kommenden Wochenende in sein neues Auktionsjahr und hat dafür gut 900 Bücher, Grafiken und Auflagenkunst zusammengetragen, die einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart spannen. Los geht es am 19. März unter anderen mit romanischer Buchmalerei und der ausgeschnittenen Initiale F, in der ein unbekannter Künstler wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts die Salbung Davids durch Samuel gemalt hat. Die Experten konnten für das Blatt bis jetzt keine Parallele in einer bekannten Handschrift auftun und lokalisieren es am ehesten in den süddeutschen Raum (Taxe 20.000 EUR). Schon im gotischen Maßwerk spielt sich die Aussendung der Apostel durch Christus auf der Initiale M ab, die aus einem Pariser Choralbuch des letzten Viertels des 13. Jahrhunderts entnommen wurde und in den engen Umkreis des Maître Honoré weist (Taxe 6.000 EUR).

Als seltene Inkunabel tritt ein Sammelwerk von 1473 an, das mit den Dialogen Gregors I. in der Übersetzung Johannes von Speyers beginnt und fünf weitere religiöse Schriften in deutscher Sprache enthält (Taxe 24.000 EUR). Mehrere Bände gehörten vormals zur berühmten Bibliothek des 2000 verstorbenen Schweinfurter Industriellen und Buchliebhabers Otto Schäfer, darunter die mit zahlreichen Textholzschnitten versehene Lebensgeschichte der heiligen Hedwig des Breslauer Druckers Konrad Baumgarten von 1504 (Taxe 15.000 EUR) oder die seltene niederdeutsche Ausgabe der Legendensammlung „Der Heiligen Leben“ von Steffen Arndes aus Lübeck von 1507 (Taxe 18.000 EUR). Dieser Wert steht gleichfalls auf dem Etikett von Ulrich Pinders „Speculum passionis domini nostri Ihesu christi“ von 1507, für den die Dürer-Mitarbeiter Hans Schäufelein, Hans Baldung Grien und Hans Süß von Kulmbach insgesamt 77 Holzschnittillustrationen lieferten. Von besonderem Reiz ist ein Band mit fünf Ornamentstichfolgen, der wohl der Inspiration für Goldschmiede oder andere Kunsthandwerker dienen sollte. Zu den 41 manieristischen Kupferstichen um 1600 haben Abraham de Bruyn, Heinrich Ulrich und Jacob Beytler ihre Ideen beigesteuert. Später wurden auf den weißen beigebundenen Blättern genealogische Angaben zu einer wohl in Oberschwaben ansässigen Familie Leonhard eingetragen (Taxe 25.000 EUR).

Auch Heinrich Aldegrever schuf in der Mitte des 16. Jahrhunderts fantasievolle Ornamentblätter, etwa eines mit bärtiger Maske und Adler zwischen zwei Faunen oder eines mit zentraler Fledermaus, Waffen, weiteren Tieren und Hermenwesen (Taxe je 200 EUR). Insgesamt steuert der 1502 in Paderborn geborene Kupferstecher 18 Katalognummern zu den freien Grafiken Alter Meister bei, darunter sein Selbstbildnis als große Büste nach links gedreht im Alter von 35 Jahren (Taxe 1.500 EUR) oder seinen Entwurf für zwei Löffel und eine Hundepfeife in körperhafter Anmutung von 1539 (Taxe 400 EUR). Preislich führen Albrecht Dürer und Rembrandt für je 5.000 Euro diese Abteilung an, der Nürnberger mit seinem markanten Kupferstich „Der Dudelsackpfeifer“ von 1514, der Amsterdamer mit seinem einfühlsamen „Selbstbildnis am Fenster zeichnend“ von 1648.

Nur skurril kann man die drei Radierungen mit je zwei sich gegenüberstehenden, deformierten Köpfen nennen, die Wenzel Hollar 1645 für die Reihe „Variae Figuræ et Probæ“ nach Leonardo da Vinci anfertigte (Taxe je 500 EUR). Über Henri de Toulouse-Lautrecs Farblithografie „Bartet et Mounet-Sully, dans Antigone“ von 1893 für 1.500 Euro geht es zu einer Plakatsammlung, die ebenfalls hauptsächlich französische Werke aus dem Fin de Siècle versammelt. Zu den 55 Positionen zählen Georges de Feures „Paris Almanach“ von 1894 (Taxe 250 EUR), Jules Chérets gleichaltrige Lampenwerbung „Saxoleine. Petrole de Surete“ (Taxe 300 EUR) oder Eugène Carrières charakteristische brauntönige Reklame für die Tageszeitung „L’Aurore“ von 1897 (Taxe 400 EUR).

Moderne und zeitgenössische Kunst

Zahlenmäßig der umfangreichere Teil der Offerte entfällt mit knapp 560 Losnummern auf die Grafiken, Bücher und Auflagenkunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert, die bei Venator & Hanstein am 20. März auf dem Programm stehen. Einige wichtige Stücke stammen dabei auf die Sammlung des Ehepaars Heinz und Helene Pachen, die bis vor kurzem im gleichnamigen Museum in Rockenhausen im Nordpfälzer Bergland beheimatet war. Doch nach einem jahrelangen Rechtstreit zwischen den Erben Pachens und der Stadt, die keinen gültigen Schenkungsvertrag vorweisen konnte, wird die Sammlung seit letztem Jahr aufgelöst und verkauft. Die Herbstauktionen von Lempertz waren mit einigen Hochkarätern bestückt, Venator & Hanstein ziehen nun mit knapp hundert Arbeiten auf unterem Preisniveau nach. Dazu gehören etwa die beiden späten Farblithografie „Hemmenhofen“ und „Hofkirche in Dresden“ von Otto Dix aus der Mitte der 1950er Jahre für 5.000 Euro respektive 4.000 Euro, zwei Aquarelle mit Liniengeflechten von Hermann Glöckner aus dem Jahr 1958 für jeweils 2.000 Euro oder Bernhard Heiligers kleine, schon weitgehend abstrahierte Sitzfigur von 1949 für 3.000 Euro.

Dass die Pachens eine Vorliebe für Kleinplastiken hatten, machen auch Richard Scheibes Terrakotta eines hockenden Orang-Utans von 1948/52 (Taxe 2.000 EUR) und zwei goldbraune Bronzen mit Kopf- und Büstenabstraktionen von Wilhelm Loth aus dem Jahr 1957 deutlich (Taxe 3.000 bzw. 2.000 EUR). Dazu gesellen sich die Pflanzenformen, die Emil Cimiotti zu Beginn der 1960er Jahren in eine „Kleine Blume“ (Taxe 4.000 EUR) und sein „Vegetatives Motiv III“ verwandelte (Taxe 5.000 EUR), oder Otto Herbert Hajeks aus Holz geschichtetes, geometrisches und farblich kraftvoll gefasstes „Eckzeichen 1983/I A“ von 1983 (Taxe 1.200 EUR). Malerisch reichte das Interesse des Sammlerpaars von den figurativer Kunst, wie Josef Hegenbarths Tierbild „Laufendes Huhn“ um 1950 (Taxe 2.000 EUR), bis zu den informellen Farbwelten „Mithras“ und „Morgendlich“ von Heinz Kreutz aus dem Jahr 1959 (Taxe je 3.000 EUR) und streifte mit Mac Zimmermanns „Figuren mit Sprungseil“ von 1983/84 auch den Surrealismus (Taxe 2.000 EUR).

Über das Pachen-Konvolut hinaus machen einige Künstler des Minimalismus und der Konzeptkunst auf sich aufmerksam, unter anderem Sol LeWitt, der 1967 lediglich einen Bogen 5 Cent-Briefmarken hergenommen, ihn unterschrieben und Barry Flanagan gewidmet hat (Taxe 5.000 EUR). Genauso lapidar sind die drei Kartonboxen, in denen Robert Filliou zu Beginn der 1970er Jahre seine Sicht auf die eigene Kunst und das Leben dargelegt hat (Taxen 4.000 und 5.000 EUR). Auch Hans-Peter Feldmann beschäftigte sich damals mit dem Kunstmachen an sich, legte in seiner Serie „Bilder“ Offsetreproduktionen in 24 kartonierten Heften und einer 1.000er Auflage vor (Taxe 6.000 EUR) oder kolorierte fünf Fotokopien von „Kinderfotos“ samt Hunden und präsentierte sie in versilberten Künstlerrahmen (Taxe 5.000 EUR). Die Portugiesin Helena Almeida fotografierte sich 1976 selbst und scheint mit der Hand einen blauen Farbstrich zwischen ihrer Figur und dem Betrachter zu malen (Taxe 3.000 EUR). Der Erlös einiger Werke kommt dem Verein der Düsseldorfer Volksbühne zugute, darunter Otto Dix’ veristische Kaltnadelradierung „Artisten“ von 1922 (Taxe 8.000 EUR), Werner Heusers Gemälde einer menschenleeren Straßenflucht „In der toten Stadt“ ebenfalls von 1922 (Taxe 1.500 EUR) oder Joan Mirós bunte und frohe Farblithografie „La femme au miroir“ von 1956 (Taxe 12.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 19. März um 14:30 mit den Büchern und Grafiken aus der alten Abteilung, am 20. März folgen ab 10:30 Uhr die modernen und zeitgenössischen Künstler. Eine Vorbesichtigung ist nach Terminabsprache bis zum 18. März tätlich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.venator-hanstein.de.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



15.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Arbeiten auf Papier

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Hans Schäufelein, Ulrich Pinder, Speculum passionis domini nostri Ihesu christi, Nürnberg 1507

Hans Schäufelein, Ulrich Pinder, Speculum passionis domini nostri Ihesu christi, Nürnberg 1507

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 240

Jules Chéret, Saxoleine. Pétrole de Surete, 1892

Jules Chéret, Saxoleine. Pétrole de Surete, 1892

Taxe: 300,- EURO

Zuschlag: 700,- EURO

Losnummer: 77

Hedwigslegende – Alhy hebet sich an dy grosse legeda der hailigsten frawen Sandt hedwigis, Konrad Baumgarten, Breslau 1504

Hedwigslegende – Alhy hebet sich an dy grosse legeda der hailigsten frawen Sandt hedwigis, Konrad Baumgarten, Breslau 1504

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 228

Umkreis Maître Honoré, Initiale M mit Entsendung der Apostel durch Christus, Paris, letztes Viertel 13. Jahrhundert

Umkreis Maître Honoré, Initiale M mit Entsendung der Apostel durch Christus, Paris, letztes Viertel 13. Jahrhundert

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 248

Michael von Aitzing, De Leone Belgico, 1583

Michael von Aitzing, De Leone Belgico, 1583

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1

Georges de Feure, Paris Almanach. Edité par Sagot, 1894

Georges de Feure, Paris Almanach. Edité par Sagot, 1894

Taxe: 250,- EURO

Zuschlag: 1.000,- EURO

Losnummer: 61

Wenzel Hollar, Zwei deformierte Köpfe, 1645

Wenzel Hollar, Zwei deformierte Köpfe, 1645

Taxe: 500,- EURO

Losnummer: 194

Albrecht Dürer, Der Dudelsackpfeifer, 1514

Albrecht Dürer, Der Dudelsackpfeifer, 1514

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 186

Rembrandt, Selbstbildnis am Fenster zeichnend, 1648

Rembrandt, Selbstbildnis am Fenster zeichnend, 1648

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 204

Heinrich Aldegrever, Selbstbildnis im Alter von 35 Jahren, 1537

Heinrich Aldegrever, Selbstbildnis im Alter von 35 Jahren, 1537

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 1.800,- EURO

Losnummer: 167

Heinrich Aldegrever, Ornament mit Fledermaus in der Mitte, 1550

Heinrich Aldegrever, Ornament mit Fledermaus in der Mitte, 1550

Taxe: 200,- EURO

Zuschlag: 420,- EURO

Losnummer: 173

Initiale F mit Salbung Davids durch Samuel, wohl Südwestdeutschland, Mitte 12. Jahrhunderts

Initiale F mit Salbung Davids durch Samuel, wohl Südwestdeutschland, Mitte 12. Jahrhunderts

Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 39.000,- EURO

Losnummer: 247

Henri de Toulouse-Lautrec, Bartet et Mounet-Sully dans Antigone, 1893

Henri de Toulouse-Lautrec, Bartet et Mounet-Sully dans Antigone, 1893

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 217




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