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Journal

In Berlin startet das Gallery Weekend – wegen der Corona-Pandemie ohne ausländische Sammler, mit verminderter Besucherzahl und vermehrt digitalen Angeboten. Über die aktuelle Situation im Lockdown hat Jacqueline Rugo mit Werner Tammen, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Berliner Galerien, ein Interview geführt

Hoffen auf den Herbst



Trotz der Corona-Krise zeigt sich der Berliner Galerist Werner Tammen zuversichtlich

Trotz der Corona-Krise zeigt sich der Berliner Galerist Werner Tammen zuversichtlich

Die Berliner Kunstinstitutionen und Galerien sind abermals im Lockdown. Im Augenblick ist nicht absehbar, wann wieder geöffnet werden darf. Wie geht es Dir, den KünstlerInnen und KollegInnen? Wie ist die Stimmung?

Ich glaube so langsam sind viele mürbe. Die nun inzwischen über ein Jahr andauernde Corona-Krise zerrt an den Nerven, der Wegfall analoger Kunsterlebnisse, fehlende Kontakte zu den Künstlern und Künstlerinnen, den Sammlern und Sammlerinnen tut niemandem gut. Die politische Performance ist leider auch partiell sehr unbefriedigend, viele PolitikerInnen haben sich nicht mit Ruhm bekleckert und alle hoffen auf eine zügige Durchimpfung der Nation. Dort liegt der Schlüssel für die Rückkehr zu einigermaßen „normalen“ Verhältnissen.


Dass die Krise kommerziell nicht komplett auf die Kunstbranche durchschlagen konnte, liegt vor allem an den Verhandlungen, die ein kleiner Kreis von Berliner GaleristInnen (Esther Schipper, Monika Sprüth, Jochen Meyer von Meyer Riegger, Thomas Schulte und ich) mit dem eingeholten Mandat des Bundesverbandes Deutscher Galerien (BVDG) und des Landesverbandes Berliner Galerien (lvbg) im vergangenen Herbst im Kanzleramt bei der Kulturstaatsministern Monika Grütters mit Erfolg geführt hat. Ergebnis war eine 16 Millionen Euro starke Förderung (11 Millionen Ausstellungsförderung und 5 Millionen Digitalförderung), die praktisch die deutsche Galerienbranche bis in den Spätherbst hinein zwei Mal mit Beträgen zwischen 5.000 und 35.000 Euro unterstützt hat und unter der Flagge von „Neustart Kultur“ öffentlich geworden ist. Dies ist insgesamt eine nicht zu unterschätzende Hilfe für die unmittelbare Not, die sich aus dem Wegfall von Verkaufsmöglichkeiten in den Geschäftsfeldern wie Ausstellungen und Messen ergibt.

Die Corona-Krise zwingt viele Galerien zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, der Handel ist digitaler geworden: Galerien werben in Podcasts und eigenen Kunstmagazinen. Es entsteht schon jetzt eine neue Infrastruktur, die nicht unbedingt demokratischer ist. Wie schätzt Du diese Entwicklung ein?

Es ist richtig: diese Krise führt zu einer sehr starken Aufrüstung im Bereich der digitalen Kunstvermittlung. Eine Entwicklung, die nach unserer Auffassung aber überfällig war. Berlin und Deutschland hängen da der internationalen Entwicklung inzwischen sehr hinterher. Die doch immer sehr strapazierte These des „analogen Kunsterlebnisses“ ist und bleibt ja nicht falsch, wurde oft aber auch zur Vermeidung innovativer Bemühungen unbegründet instrumentalisiert.

Die neuen digitalen Plattformen erweitern die Möglichkeit des potenziellen Kundenkontakts enorm, aber auch da wird sich perspektivisch vor allem Qualität durchsetzen. Nach Beendigung der unmittelbaren Krise wird sich aber der „Hunger nach Kunst“, die Sehnsucht nach analogen Erlebnissen doch wieder durchsetzen und ungeahnte Blüten treiben.

In Zeiten der Direktvermarktung fragt man sich tatsächlich, was die Galerie als Handel noch leisten kann. Was erwartest Du Dir für dieses Jahr? Wie könnte die Galerienszene zusätzlich unterstützt werden?

Die Galerienszene ist und muss auch weiterhin kreativ bleiben, die erwähnten deutschen Galerieförderungen helfen da besonders. Wir hoffen auf ein wieder beginnendes Kunstmessengeschehen im Herbst, hier in Berlin mit der Positions-Kunstmesse und der Berlin Art Week, ähnliches gilt ja für Basel und Köln.

Darüber hinaus halten wir es für absolut notwendig, den nationalen Kunstmessen wieder mit einem dezidierten Messeförderprogramm auf die Beine zu helfen (die internationalen werden es möglicherweise schwerer haben wieder zu starten). Dies wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: die Messen, die GaleristInnen und die KünstlerInnen. Persönlich bin ich aufgrund eines geplanten starken Ausstellungsprogramms doch ganz optimistisch.

Der persönliche Kontakt zu SammlerInnen und KünstlerInnen war dir schon immer ein großes Anliegen. Konntest Du diese Verbundenheit in den letzten Monaten aufrechterhalten?

Im Prinzip tatsächlich eingeschränkter, was die persönlichen Kontakte betrifft. Ich war noch einmal ganz anders gefordert, mit Sonderaktionen wie Ausstellungsfilmen und gezielten Mailings auf unser laufendes Programm aufmerksam zu machen. Partiell versuche ich gezielt einzelne Verabredungen zu treffen.

Bedingt durch die Absage der Kunstmessen im In- und Ausland kündigten einige GaleristInnen bereits an, ihre Messeteilnahmen in Zukunft auf wenige Beteiligungen zu reduzieren? Durch die Erfahrung der vergangenen Monate hätten sie gemerkt, dass sie auf die großen Messen gar nicht in dem Maße angewiesen wären, wie bisher angenommen. Wie schätzt Du als langjähriger Vorsitzender des Landesverbands Berliner Galerien diese Entwicklung für den Standort Berlin ein?

Grundsätzlich ist da wahrscheinlich etwas dran, dass die KollegInnen insgesamt kritischer auf ihr bisheriges Messeprogramm schauen; vereinzelt sind ja Berliner GaleristInnen auf bis zu dreizehn internationalen Messen unterwegs gewesen. Salopp formuliert war Berlin nur noch die „Klamottenwechselstelle“ auf dem Weg von Messe A nach Messe B.

Die Kostensituation auf den internationalen Messen wird sich möglicherweise auch noch mal verschlechtern. Andererseits wird der erwähnte „Hunger nach analogen Kunstereignissen“ vielleicht doch nur kurz den partiellen Stillstand des immer globalisierter auftretenden Kunstmarktes aufhalten. Berlin selbst ist sicherlich in einer besonderen Situation. Die Geschichte der Kunstmessen in dieser Stadt ist nicht ruhmreich, an deren unrühmlichem Ende in unterschiedlicher Konstellation auch oft GaleristInnen beteiligt waren. Aktuell hat das sogenannte „Gallery Weekend“ sicherlich die größte internationale Strahlkraft und die Stadt generell als Kultur- und Kunst- und KünstlerInnen-Standort nicht an Bedeutung verloren.

Diskutiert werden hier jedoch im Moment keine neuen Messeformate, sondern eher KünstlerInnen basierte Sonderereignisse, die den großen künstlerischen Humus dieser Stadt deutlich machen. Eine aktuelle Draufsicht, die sich aber auch schnell wieder ändern kann, denn „Berlin ist immer im Werden“.

Macht die Arbeit als Galerist noch Spaß? Und was steht auf Deiner To-Do-Liste, wenn das „Normale“ wieder in den Mittelpunkt rückt?

Ja, auch wenn das Sich-Selbst-Motivieren manchmal etwas schwerer fällt. Aber wie die ernsthaften Künstlerinnen und Künstler, die morgens immer wieder ins Atelier müssen, ist man auch als ernst zu nehmender Galerist ein Mensch, der für die Vermittlungsarbeit von morgens bis abends brennt. Die vielen auch wunderbaren Erlebnisse mit den KünstlerInnen danken es einem. To-Do-Liste: Hoffentlich ein schöner Urlaub an Portugals Südküste.

Werner Tammen
Galerist und Vorsitzender des Landesverbandes Berliner Galerien (lvbg)

PS: Eine interessante Entwicklung der Corona-Krise im vergangenen Herbst war übrigens, dass all die wichtigen international agierenden GaleristInnen, die plötzlich zum Stillstand gezwungen wurden, die Notwendigkeit politischer Lobbyarbeit am heimatlichen Standort erkannt haben und der Landesverband Berliner Galerien innerhalb kürzester Zeit über 30 renommierte Neumitglieder in den eigenen Reihen begrüßen konnte, womit sich die Schlagkraft des Verbandes auch aufgrund der jüngsten Erfolge erhöht hat und sich sehen lassen kann. Dies verstehe ich als Hinweis auch auf die positiven Entwicklungen, die einer Krise innewohnen können.

Kontakt:

Galerie Tammen

Hedemannstraße 14

DE-10969 Berlin

Telefon:+49 (030) 225 027 910



29.04.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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