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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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ohne Titel / Günther Uecker

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bei Bassenge ist vor allem die Grafik der klassischen Moderne stark. Dazu gesellen sich einige junge Positionen, qualitätvolle Skulpturen sowie eine Berliner Privatsammlung, die Entdeckungen mit weniger bekannten Künstlern erlaubt

Die Liebe im Mondschein



Edvard Munch, Edvard Munch, Mondschein II, 1902

Edvard Munch, Edvard Munch, Mondschein II, 1902

Häufig ist es die Liebe, die Künstler inspiriert, so auch im Fall Edvard Munchs, der seine erste große Angebetete, die drei Jahre ältere Schauspielerin Milly Thaulow, expressiv in Holz schnitt. Die Anekdote, sie zeigte sich dem Künstler aufgrund ihres Alters gerne im Mondschein, ist wohl Verklärung. Aber dennoch entspricht diese Darstellung Munchs Hang zum Kühlen, Klaren und Gespenstischen, der auch seinen Farbholzschnitt „Mondschein II“ charakterisiert. Bereits Mitte der 1890er Jahre setzte der Norweger das Ziel seiner nicht erwiderten Liebe zweimal auf Leinwand um. Danach folgten zwei Holzschnittvarianten von Milly Thaulow. Bei Bassenge ist nun eine besonders experimentelle Version zu haben. Das helle Gesicht der Frau steht im Zentrum des dunklen Zimmers mit einem Vorhang und einem Fenster auf der linken Seite. Die andersfarbige Platte für den Hintergrund drehte Munch noch einmal, sodass ein Schatten des Fensters unten rechts nochmal erscheint und dem Interieur eine zusätzliche Mystik verleiht. Sein Material verbarg er dabei nicht: Durch die Farbe drücken sich immer wieder die groben Holzstrukturen ab. Das Berliner Auktionshaus setzt für die Arbeit von 1902 nun 80.000 Euro an.


Expressive Frauen

Munch steht am 12. Juni in qualitätvoller Konkurrenz vieler weiterer Expressiver der Moderne. Das Frauenmotiv zieht sich dabei wie ein rotes Band durch ihre Kunstwerke. Unter den älteren Blättern ist Erich Heckels Lithografie „Fränzi (Liegendes Kind)“ aus dem 1909 mit von der Partie, die in wenigen Linien gestisch dargestellt ist und beinahe mit ihrer Umgebung zu verschmelzen scheint (Taxe 15.000 EUR). Mehr Farbe zum gleichen Preis gibt es bei Heckels Stillleben „Papageientulpen“ als braun- und rotlastiges Aquarell von 1922. Ebenso wie Munch in der Technik des Holzschnitts, aber monochrom und deutlich linienbetonter holte Ernst Ludwig Kirchner 1912 seine Geliebte Erna Schilling ins Bild. Die Tänzerin, betitelt als „Frau, Schuh zuknöpfend“, in einem reich ausgestalteten Zimmer, lässt auf 28.000 Euro hoffen. Ähnlich ausdrucksstark hat Kirchner die Charaktere der „Arbeitenden Frauen auf Balkon“ von 1919 gestaltet, die für 12.000 Euro ihrer Handarbeit nachgehen. Mehr um ihr Äußeres bedacht ist die 1923 in Holz geschnittene Dame von Max Beckmann, die eben ihre Frisur bei der „Toilette“ vor einem Spiegel richtet (Taxe 10.000 EUR). Mit dem scharfen Blick des Veristen führte ein Jahr später Otto Dix seine „Liegende“ aus. Das Aquarell mit durchscheinender Bleistiftzeichnung schont das nach vorn gerichtete füllige Gesicht seiner Protagonistin wenig (Taxe 20.000 EUR).

Ins Karikierende mutiert bei seinem Geistesgenossen George Grosz die mit Tuschfeder gezeichnete Clownsszene „Vaudeville“ von 1917, die als spitze Kritik auf die gesellschaftliche Realitätsferne seiner Zeit gelesen werden kann (Taxe 25.000 EUR). Ähnlich spielt Max Ernsts „Schnabelpaar“ von 1953 mit Doppeldeutigkeiten. Das Mappenwerk aus zwei Doppelblättern mit dem Gedicht sowie acht Radierungen mit Farbaquatinta thematisiert die mythische Verbindung von Mensch und Vogel, die in Ernsts Schaffen immer wieder auftaucht und unter anderem als Alter Ego des Künstlers gedeutet wird (Taxe 10.000 EUR). Zu niedrigen Preisen treten etwa Georg Tapperts zeichnerischer Akt im Profil als gezierte „Salomé“ von 1906 und Kurt Weinholds Bleistiftskizze einer toten Frau zu seinem „Lustmord“ für jeweils 1.000 Euro, Gustav Wunderwalds ebenfalls neusachliche Kohle- und Pastellarbeit menschenleerer Fabrikgebäude für 2.000 Euro oder Lou Albert-Lasards fernöstliches Ölgemälde „Junges Mädchen und zwei Jungen in Indochina“ um 1938 für 1.800 Euro an.

Vielfältige Blicke auf die Umgebung

Unter den älteren Stücken sticht Lesser Urys Pastell „Märkische Seelenlandschaft“ von 1889 als verwunschen leuchtend und verwaschen wirkend hervor (Taxe 10.000 EUR). Gleiche Effekte wandte er noch Jahrzehnte später für den „Grunewaldsee“ an (Taxe 15.000 EUR). Viel bunter und freundlicher ist da Max Kaus’ Ölgemälde mit dem „Stillleben mit Ananas“ auf einem Tischchen mit blauweißer Decke und Obstkorb vor einem bequemen Holzstuhl, das um 1928 entstand (Taxe 15.000 EUR). Georg Muche hat 1954 das Naturtraumbild einer Gärtnerin in Öl auf Leinwand heraufbeschworen (Taxe 3.000 EUR). Unter den jüngeren Positionen leuchtet den Betrachtern wörtlich Kuno Gonschiors Halbkugel „Vibr. Rot-Grün-Vio“ von 1968 entgegen, die wie eine grün gepunktete orangerote Sonne vor schwarzem Samt zu schweben scheint (Taxe 14.000 EUR). Ruhigere Töne schlug ein Jahr später Georg Baselitz an, als er die nadeligen „Büsche“ rechts auf einem Blatt schnell mit Bleistift skizzierte (Taxe 20.000 EUR). Beim italienischen Informellen Piero Dorazio ordnen sich die bunten Striche 1981 dann in Querstreifen auf blauem Acrylgrund (Taxe 9.000 EUR).

Die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksweisen und Handschriften fällt dann nochmal bei einer besonderen Position auf: 66 individuell von verschiedenen internationalen Nachkriegskreativen gestaltete Schecks aus der Sammlung von Benjamin Katz stehen als Konvolut für 60.000 Euro zum Verkauf. Zwischen 1980 und 1992 bat der Fotograf und ehemalige Galerist die Künstler, die inzwischen überkommenen Bankvordrucke individuell zu kommentieren und die Symbiose von Kunst und Geld zu deuten. Beiträge lieferten unter anderem Joseph Beuys, James Lee Byars, Günther Förg, Gilbert & George, Peter Herkenrath, Allen Jones, Martin Kippenberger, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Nam June Paik, Gerhard Richter, Rosemarie Trockel und Andy Warhol. Gleich einem Archäologen legte Pierre Huyghe 2014 für seine Retrospektive im Kölner Museum Ludwig die Farbschichten der Ausstellungswände frei. Das Ergebnis übertrug er dann subtil auf Papier und zeichnete für „Timekeeper“ bunte kritzlige Farbkreise, die an Jahresringe von Bäumen erinnern (Taxe 8.000 EUR). Traumlandschaften malte der im vergangenen Jahr verstorbene Berliner Fritz Kreidt, als Utopie 2006 etwa in dem Hochformat „In den Bergen von Guangxi“ in jugendstiligem Linienschwung oder als Dystopie um 1990 in der „Großen Industrielandschaft“ mit zerfallenden und von der Natur schon überwucherten Brachen (Taxe 4.000 EUR).

Klassiker der Bildhauerei um die Mitte des 20. Jahrhunderts

Stark vertreten ist in Berlin diesmal auch die Plastik. Zeitlich am Beginn steht der Kölner Bildhauer Josef Moest, der sich 1906 von der legendären Gestalt der Lady Godiva inspirieren ließ und sie nackt auf dem Pferd in dunkler Bronze mit glatter Oberfläche zwischen Jugendstil und Symbolismus stilisierte (Taxe 3.500 EUR). Käthe Kollwitz steuert etwa das 1938/41 geschaffene Selbstbildnis „Die Klage (Zum Gedenken Ernst Barlachs)“ als flaches Relief ihres Gesichts, verdeckt von Händen, bei (Taxe 12.000 EUR). Weniger düster sind Renée Sintenis’ kleine, bronzene „Zwei spielende Hunde“ von 1937 (Taxe 14.000 EUR); schmächtig kommt ihr „Pferdejunge“ zu Ross von 1934 daher, der noch die Strukturen der Tonmodellierung aufweist (Taxe 15.000 EUR). Motorisiert ist dagegen Dieter Roths berühmtes ironisierendes Multiple „Motorradfahrer“ von 1969, ein Blechspielzeug, dem der dicke blaue Acrylüberguss sämtliche zu erwartende Dynamik nimmt (Taxe 6.000 EUR).

Als Minimalist tritt dann Sol LeWitt in Erscheinung, der 1968 eine Version seiner bekannten, geometrisch strengen „Cubes“ schuf. Die weiße emaillierte Kombination „2/2 Two two part pieces using a cube with opposite sides removed“ soll heute 8.000 Euro in die Waagschale werfen. Preislich führt mit 24.000 Euro die Rubrik Herbert Strässer an, der selbst in späteren Arbeiten zu klassischeren Formen der Bildhauerei zurückfand. Abstrahiert und kaum erkenntlich ist sein bronzener „Kopf im Gitter“ von 1975, der mit seinem geistigen Gefängnis geradezu verschmilzt. Unmissverständlich in seiner Bildsprache ist Maurizio Cattelan, wenn er für sein in Beton gegossenes Multiple „L.O.V.E.“ von 2015 dem Betrachter den Stinkefinger entgegenstreckt (Taxe 1.200 EUR).

Eine Privatsammlung für den guten Zweck

Zum regulären Angebot an moderner Kunst bietet Bassenge eine Kollektion feil, die ein Berliner Kunstsammler der Neuhland Hilfe in Krisen gGmbH gespendet hat. Der Lehrer, der die Werke zusammentrug und beruflich engen Kontakt zu gefährdeten Kindern und Jugendlichen hatte, will diese nun der Organisation zugutekommen lassen, die sich um vernachlässigte, verletzte und verstörte Kinder kümmert. Eine friedliche Naturansicht schuf Bruno Krauskopf vor 1920 mit seinem expressiven von Tiefenlinien geprägten Ölgemälde „Frühlingsbeet“, das eben zwei Männer herrichten (Taxe 6.000 EUR). Heinrich Ehmsen verfolgte eine weniger starke Abstraktion, setzte allerdings den „Puerto de la Cruz“ um 1930 mit gekonntem Pinsel und trotz dunkler Palette farbkräftig in Szene (Taxe 1.800 EUR). Gleich hoch angesetzt ist die noch realistischere und kältere „Winterliche Flusslandschaft“, die Max Clarenbach stimmungsvoll ruhig auf Malpappe bannte. Eine ähnlich gedeckte Palette nutzte der Bauhaus-Schüler Werner Drewes beim Porträt seiner Frau von 1922, die hochmodern mit schwarz-weißen Karos in lebendigem Kontrast zur gelben Bakelit-Perlenkette gekleidet ist (Taxe 2.000 EUR).

Doch nicht nur figürliche Entdeckungen zeichnen die Sammlung für den guten Zweck aus. Eine frühe ungegenständliche geometrische Komposition mit Tusche der Zeit um 1920 stammt von dem Norweger Thorvald Hellesen (Taxe 1.800 EUR). Die vorder- und rückseitige Darstellung in Relieftechnik auf braunem Karton von Hans Jaenisch aus dem Jahr 1947 vereinfacht Landschaft, Tier und Mensch weitestgehend und stilisierend nach den Schrecken des Krieges (Taxe 2.400 EUR). Zu den bekannteren Abstrakten gehört Julius Bissier, der diese 1969 mit zwei kalligrafisch gesetzten Strichen um zwei Tuschpunkte weit vorantrieb (Taxe 1.800 EUR). Der Münchner Akademieprofessor Franz Xaver Fuhr blieb hingegen dem Figürlichen stärker verhaftet. 1964/68 malte er seinen „Brückenheiligen“, der sowohl an kubistische Geometrien, als auch am expressionistischen Bildaufbau partizipiert (Taxe 4.500 EUR).

Bassenge versteigert die Berliner Privatsammlung am 12. Juni ab 11 Uhr. Der erste Teil der modernen Kunst folgt darauf ab 14 Uhr. Eine Vorbesichtigung in Berlin ist nur mit Anmeldung bis zum 10. Juni von 10 bis 18 Uhr möglich. Alle Lose stehen zudem unter www.bassenge.com zur Ansicht bereit.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com

Startseite: www.bassenge.com



08.06.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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Bruno Krauskopf, Frühlingsbeet, vor 1920

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