Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.09.2021 29.09.2021: Auktion moderne und zeitgenössische Kunst

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

Anzeige

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Ein buntes Programm führt im Dorotheum durch die europäische Kunst der Moderne, eine Fährte direkt nach Prag

Für heiße Sommertage



Das Bild verspricht Abkühlung. Zwar steht auch bei Alfons Waldes Tiroler Bergwelt kein Wölkchen am tiefblauen Himmel, und die Sonne prangt über der alpinen Landschaft, doch es ist Winter. Drei überraschend nur mit kurzärmeligen Hemden bekleidete Skifahrer steigen eben zum Gipfel auf, um ihre Abfahrt zu beginnen. Mit solchen sonnendurchdrängten Gemälden von den dick verschneiten Alpen rund um Kitzbühel fing Walde in den 1920er Jahren den Zauber der Winterwunderwelt ein. Das Skifahren wurde damals zum Modesport, und Käufer ließen sich von Waldes Erhabenheit der Berge in der kalten Jahreszeit gerne begeistern. Auch heute noch faszinieren seine Winterbilder und Milieuschilderungen aus den Tiroler Alpen die Käufer. Dabei hat Walde seine Motive häufig wiederholt und leicht variiert. Der „Aufstieg der Schifahrer“ zählt zu seinen teuersten Sujets. Eine der hochformatigen Versionen mit dem Fokus auf dem vordersten Sportler führt mit 610.000 Euro das Ranking des Malers an. Beim Dorotheum liegt nun das Querformat mit den drei hintereinander gestaffelten Skifahrern und dem Panorama der Bergkette für marktgerechte 320.000 bis 500.000 Euro vor.


Waldes „Aufstieg“ ist nicht das teuerste Werk der Moderne-Suite des Wiener Auktionators. Die Offerte führt Albin Egger-Lienz mit seinem bekannten Gemälde „Totentanz 1809“ an. Der aus Osttirol stammende Künstler, der seine Sujets ebenfalls häufiger auf die Leinwand gebannt hat, lässt vier Männer in bäuerlich-alpenländischer Kleidung mit einfachen Waffen in einer kargen Landschaft aufmarschieren. Sie folgen im rhythmischen Gleichklang einem Skelett mit Spaten. Egger-Lienz’ Gemäldeserie über den Tiroler Freiheitskampf des Jahres 1809, entstanden aus Anlass des 60. Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I., gerät nicht zum Heldentaumel; vielmehr schildert er die negativen Folgen des Kampfes. Das beim Dorotheum vorliegende Exemplar aus dem Jahr 1916 gehörte einst der berühmten deutschen Operndiva Elisabeth Rethberg, die sich in den 1920er Jahren in New York niedergelassen hatte. Ihr stattliches Haus kauften europäische Emigranten mitsamt dem Inventar. Seither verblieb der Totentanz in den USA und strebt mit einer Schätzung von 500.000 bis 800.000 Euro einen der vorderen Plätze in der Preisliste für Albin Egger-Lienz an.

Den zum Betrachter gewandten Kopf des zweiten Bauern aus dem „Totentanz“ hat Egger-Lienz häufiger extrahiert. Er liegt im Dorotheum für 70.000 bis 100.000 Euro vor. Ein eher untypisches Bild des Künstlers ist die weitgehend abstrahierte, spartanische Landschaft „Kalvarienberg bei Bozen“ von 1922/23 aus Farbflächen in verschiedenen Braunschattierungen, die für 130.000 bis 240.000 Euro ins Rennen geht. Die österreichische Moderne hat noch weitere Highlights zu bieten, etwa Franz Sedlaceks unheimliche Landschaft „Der Flüchtling“ von 1928 zwischen Neuer Sachlichkeit und schwarzer Romantik. In tiefdunkler Nacht, die unwirklich von einigen Lichtquellen partiell erleuchtet wird, springt ein Mann in auffälligem rotem Hemd eben über ein Gatter (Taxe 130.000 bis 240.000 EUR). Dämonisches spricht auch aus Alfred Kubins aquarellierter Zeichnung „Seltsame Fahrt“, die eine nackte Hexe mit einer Krähe auf der Schulter in einem wesenlosen Raum angetreten habt (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR).

Sein Porträt von Margaret Stonborough-Wittgenstein, das heute in der Neuen Pinakothek in München hängt, bereitete Gustav Klimt 1904/05 mit einer einfühlsamen Bleistiftstudie in noch nicht endgültiger Haltung vor, die nun für 40.000 bis 60.000 Euro zu haben ist. Als Zeichnung hat auch Paul Delvaux 1946 seine „Baigneuses“ angelegt und die beiden nackten Frauen in eine neoklassizistische, von der Antike inspirierte Tempelanlage ohne Wasserteich drapiert (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR). Von der Müdigkeit übermannt, fing Werner Berg 1978 eine „Schlafende in der Bahn“ in typischem grün-violettem Kolorit ein, die sich mit ihren geschlossenen Augen und dem leicht geöffneten Mund im Fenster des Abteils spiegelt (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR).

Der Weiblichkeit huldigen zudem Edward Cucuel mit seinen drei elegant gekleideten Damen beim spätsommerlichen „Frühstück im Wald“ von 1912 (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR), Carl Holsøe mit seinem intimen abendlichen Interieur „Nähende Frau“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) und Auguste Rodin mit seiner Bronzefigur „Faunesse debout – version au rocher simple“ von 1884. Der posthume Guss der etwas angestrengt stehenden Nackten aus dem Musée Rodin von 1960 soll 60.000 bis 80.000 Euro einspielen. Der russische Maler Boris Grigoriev, der auch in Paris studierte, viel in Europa herumkam und 1939 im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer starb, hatte viel für die weibliche Erotik über. Sie spricht deutlich aus seinem über zwei Meter hohen Hochformat „Russisches Kabarett“ von 1916, das zwei leicht bekleidete, eng aneinander geschmiegte Lebedamen vor rot gemustertem Vorhang komplett ausfüllen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Aus dem französischen Kulturkreis gruppieren sich darum Pierre-Auguste Renoirs charmantes kleines Stillleben „Courgettes, tomates et aubergine“ von 1915 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), Camille Pissarros zart aquarellierte Straßenszene aus dem Dorf Valhermeil bei Pontoise um 1880 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Henri Matisses Scherenschnitt einer abstrahierten Taube auf rotem Grund von 1946 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Genauso flächig hat Pablo Picasso 1959 seinen heiteren farbigen Linolschnitt „Bacchanale à l’Acrobate“ gestaltetet (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Nach Rom zog es 1949 Salvador Dalí, der mit Tusche und Aquarell ein surreales Capriccio aus Versatzstücken der Ewigen Stadt mit der Engelsburg in der Mitte und zwei Engelsgestalten im Vordergrund baute (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Aus Italien beteiligen sich unter anderem Giorgio de Chirico mit seinem neobarocken überladenen Gemälde „Cavalli sbandati dopo la battaglia“ aus der Mitte der 1950er Jahre (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und einige Futuristen, darunter Roberto Marcello Baldessari mit seiner prismatisch zerlegten nächtlichen Stadtlandschaft „Fanali futuristi (strada + notte II)“ von 1918/19 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Ein kleiner Auktionsschwerpunkt ist einer tschechischen Privatsammlung geschuldet, die fünf Stillleben Prager Künstler aus der Zwischenkriegszeit zur Verfügung stellt. An erster Position rangiert hier Jan Zrzavý, der 1928 seine Arrangements aus einer Vase mit drei Äpfeln sowie zwei Vasen mit drei Äpfeln in einer reduzierten, fast primitivistischen Formensprache ausgeführt hat (Taxen zwischen 130.000 bis 200.000 EUR). Noch mehr dem Analytischen Kubismus französischer Prägung sind Emil Fillas „Stillleben mit Trauben“ von 1928 und „Stillleben mit Vinylschallplatten“ von 1931 verpflichtet, aber auch von einem expressiven Pinselduktus durchzogen (Taxe je 60.000 bis 80.000 EUR), der auch Václav Špálas „Stillleben mit Birnen und Äpfeln“ von 1942 bestimmt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Aus Deutschland gesellen sich etwa George Grosz’ Antikriegszeichnung „Blinder Krüppel“ von 1923 (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR), Ernst Ludwig Kirchners charakteristisches, flott angelegtes Farbblatt „Zwei stehende weibliche Akte“ von 1924 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR) oder Walter Dexels harmonisch ausgewogene Farbbalkenabstraktion „Figuration rot-rosa-blau“ von 1923 hinzu (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Mit einigen Werken greift die Auktion weit in die Nachkriegsepoche aus, etwa mit Arik Brauers farbgesättigter fantastischer Weltlandschaft „Notre-Dame…“ um 1966 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder der in kleine geometrische Farbflächen zerstückelten Figurenabstraktion des gebürtigen Guatemalteken Carlos Mérida von 1975 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Das jüngste Objekt liegt sogar auf der Schwelle zum neuen Jahrtausend: Im Jahr 2000 goss Fernando Botero seine bis zum Bersten voluminöse „Femme Nue Allongée“ als beinahe lebensgroße Bronze in sechs Exemplaren (Taxe 380.000 bis 480.000 EUR).

Die Auktion, zu der eine beschränkte Teilnehmerzahl im Saal mit Voranmeldung zugelassen ist, beginnt am 22. Juni um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



21.06.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 17

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (4)Stilrichtungen (1)Berichte (1)Kunstwerke (9)

Veranstaltung vom:


22.06.2021, Moderne

Bei:


Dorotheum

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Die toten Augen

Kunstwerk:

Gustav Klimt, Margaret
 Stonborough-Wittgenstein sitzend von vorne mit großem Dekolleté und Umhang, 1904/05
Gustav Klimt, Margaret Stonborough-Wittgenstein sitzend von vorne mit großem Dekolleté und Umhang, 1904/05







Gustav Klimt, Margaret Stonborough-Wittgenstein sitzend von vorne mit großem Dekolleté und Umhang, 1904/05

Gustav Klimt, Margaret Stonborough-Wittgenstein sitzend von vorne mit großem Dekolleté und Umhang, 1904/05

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 11

Boris Grigoriev, Russisches Kabarett, 1916

Boris Grigoriev, Russisches Kabarett, 1916

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 600.000,- EURO

Losnummer: 20

Franz Sedlacek, Der Flüchtling, 1928

Franz Sedlacek, Der Flüchtling, 1928

Taxe: 130.000 - 240.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 6

Carl Holsøe, Nähende Frau

Carl Holsøe, Nähende Frau

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 9

Auguste Rodin, Faunesse debout – version au rocher simple, 1884

Auguste Rodin, Faunesse debout – version au rocher simple, 1884

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 13

Albin Egger-Lienz, Kopf des zweiten Bauern aus dem Gemälde „Totentanz 1809“, um 1920

Albin Egger-Lienz, Kopf des zweiten Bauern aus dem Gemälde „Totentanz 1809“, um 1920

Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 4

Edward Cucuel, Frühstück im Wald, um 1912

Edward Cucuel, Frühstück im Wald, um 1912

Taxe: 60.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 85.000,- EURO

Losnummer: 18

Albin Egger-Lienz, Totentanz 1809, 1916

Albin Egger-Lienz, Totentanz 1809, 1916

Taxe: 500.000 - 800.000 EURO

Zuschlag: 840.000,- EURO

Losnummer: 3

Pierre-Auguste Renoir, Courgettes, tomates et aubergine, 1915

Pierre-Auguste Renoir, Courgettes, tomates et aubergine, 1915

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 17




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce