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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vom alten Kunsthandwerk bis zu den Zeitgenossen: Die Sommerauktion bei Neumeister in München. Ein Rubens ist auch dabei

Schlichte Trauer



Peter Paul Rubens und Werkstatt, Damenbildnis, 1606/07

Peter Paul Rubens und Werkstatt, Damenbildnis, 1606/07

Ein jugendliches Gesicht mit zart geröteten Wangen und ein leicht lächelnder Mund blicken den Betrachtern aus Peter Paul Rubens’ Bildnis einer vornehmen Dame entgegen. Die Frau, datiert auf die 1606/07 Jahre, ist schlicht schwarz, aber äußerst edel gekleidet. Erst verschiedene Untersuchungen mit naturwissenschaftlichen Methoden ergaben, dass der flämische Meister ihre Halskrause verkleinert hat – und das wohl noch am frischen Bild im Atelier. Als Grund für diese Überarbeitung geht die Forschung vom Todesfall des Mannes der Dargestellten aus: Die vorher zu prächtige, höfische Kleidung wurde für eine junge Witwe als nicht angemessen erachtet. Das Porträt des berühmten Barockmalers und seiner Werkstatt steht nun bei Neumeister in München zum Verkauf. Als Prunkstück der Sommerauktion soll es immerhin 200.000 bis 300.000 Euro einspielen.


Die altmeisterlichen Gemälde decken allerdings nur eine Sparte der groß angelegten Auktion ab. Im Bereich des Kunsthandwerks sticht insbesondere das Trio „Persischer Vasen“ hervor, das Karl Friedrich Schinkel 1823 modellierte und das KPM zwischen 1837 und 1844 mit „fleurs en terrasse“-Dekor herstellte. Schinkel gestaltete die Vasen im Nachgang eines Festes am preußischen Hof, das die 1817 von Thomas Moore veröffentlichte orientalische Romanze „Lalla Rookh“ zum Motto hatte. Für den in Preußen vorherrschenden Klassizismus handelt es sich bei diesen Vasen um eklektizistische Varianten, die nicht zuletzt wegen dieses Seltenheitswertes auf 140.000 bis 160.000 Euro hoffen lassen.

Große Stoffe in der alten Kunst

Die Highlights der Versteigerung stellt Neumeister seit vergangenen Jahr in einer journalhaften Publikation anstelle eines vollständigen gedruckten Kataloges vor und spart dabei nicht an bildgewaltigen Doppelseiten, so etwa bei der in einer dunklen Ruinenarchitektur angesiedelten, personenreichen „Anbetung der Könige“ von Benjamin Gerritsz Cuyp, der sich hier an seinem Vorbild Rembrandt orientierte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Ihm gegenüber steht, ebenso im braunlastigen Kolorit, der „Traum des Paris“, der Jacob Adriaensz Backer zugeschrieben wird. Im Schlaf buhlen die Göttinnen um den Titel der Schönsten im Olymp, bevor er seine folgenreiche Entscheidung trifft. Amor als Begleiter der Venus schießt schon seinen Pfeil auf Paris ab (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Etwas mehr Dramatik spricht aus der antiken Historie „Der Tod der Sophonisbe“, die zum Instrument der Heiratspolitik ihres Vaters, des karthagischen Feldherrn Hasdrubal, wird und sich aus unglücklicher Liebe und drohender Gefangenschaft selbst den Giftbecher reicht. Ottmar Elliger d.J. hat die letzten Momente ihres Lebens virtuos im Stil des frühen Rokoko eingefangen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Selbstbewusst und dennoch lässig steht der junge Mann mit langer Allongeperücke im Mantel des Ritterordens der heiligen Mauritius und Lazarus da, dessen Barockbildnis aus dem Umkreis Salomon Adlers stammt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Auffällig ist zudem das rote Gewand der schönen „Badenden Römerin“ von 1840, das ihr bei August Heinrich Riedel bereits von den Schultern rutscht, während sie den ersten Fuß in Richtung des Wassers streckt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Italien war für die Künstler des 19. Jahrhunderts ein besonderer Sehnsuchtsort. Dies beweist unter anderem die „Sizilianische Landschaft mit Blick auf die Bucht von Palermo“ des Ungarn Antal Ligeti aus dem Jahr 1864, die die Stadt weit an den Horizont drängt, um der vermeintlich unberührten Natur im Vordergrund mit lediglich einigen Ruinen Platz einzuräumen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ähnlich ruhig, aber näher fokussiert, geht es bei Heinrich von Zügels „Rast im Wald“ von 1883 zu, auf der drei Schafe und deren Hüterin pausieren (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Stärker inszeniert und mystischer wird es dann wieder bei Josef Wopfner und seinem „Ave Maria auf dem Chiemsee“, das zwei Nonnen auf einem Boot als Abendandacht beten. Maurice Utrillos postimpressionistisches Gemälde „Le pont de la gare“ mit der Straße zum Bahnhof in Caen von 1898 ist dagegen sachlich kühl und personenarm (Taxe je 20.000 bis 30.000 EUR).

Prunkstücke der Zeitgenossen aus einer Firmensammlung

In der Nachkriegskunst und bei den Zeitgenossen hebt Neumeister insbesondere Stücke einer Firmensammlung hervor. Allen voran steht dabei schon preislich Rupprecht Geigers gelbe Farbflächenkomposition „864/93“ von 1993, die oben zentral von einem hellgrauen Rechteck durchbrochen wird, das die Leuchtkraft des Gelbs zusätzlich betont (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Fred Thielers unwetterartige türkisblaue Wolken in „Moonlight I“ aus dem Jahr 1973 trumpfen da auf andere Weise mit Farbgewalt auf (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Eine blaue eisige Landschaft begegnet den Betrachtern noch bei den elf Leuchtkästen von Stephan Huber, die unter dem Titel „5. Expedition Huber“ unter den jüngsten Stücken hervorstechen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Eine starke Leidenschaft entwickelte der Firmensammler für die surrealen, teils comichaft humorvoll ausformulierten Arbeiten von Andreas Schulze, die zahlreich vertreten und günstig taxiert sind. Ein gestürztes Auto „ohne Titel (Haus)“ als Gouache von 2006 soll 3.000 bis 5.000 Euro kosten; die wie Kegel stehenden, in geometrische Aufbauten eingeklemmten Bierflaschen auf einer Leinwand von 1987 sind mit 10.000 bis 15.000 Euro veranschlagt, die beiden über vier Meter breiten „Liegenden“, die sich durch ein Rohr unterhalten, auf 15.000 bis 20.000 Euro. Die Firmenkollektion flankieren die gesondert vorgestellten Arbeiten von Hélène de Beauvoir, unter denen die abstrakte, links infernal rote und rechts stärker strukturierte Naturerinnerung „La Fleur Interdite“ von 1971 am auffälligsten ist (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). A.R. Penck gesellt sich mit seinem typischen zeichenhaft bemalten Blatt „Das Auge Gottes (Angriff und Abwehr)“ mit zwei Strichmännern beim rituellen Kampf für 15.000 bis 20.000 Euro hinzu.

Ausgewähltes Kunsthandwerk

Die Rubrik des Kunsthandwerks ist, wie erfreulich typisch bei Neumeister, durch ihre vielfältige, auf Qualität bedachte Auswahl gekennzeichnet. Dies zeigt unter den Fayencen die von chinesischer blauer Porzellanmalerei geprägte Delfter Doppelkürbisvase aus der Zeit um 1680 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Viele Lose sind dann im anschließenden 18. Jahrhundert zu verorten, wie ein süddeutscher Schrank mit bewegt gesprengtem Giebel, in dessen Mitte ein prachtvoller Stern gesetzt ist (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Verspielter, aber elegant ist das Paar zweiflammiger, verschlungener Pariser Girandolen aus vergoldeter Bronze (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Das Paar norddeutscher oder dänischer, golden gefasster, spätbarocker Spiegel ist in seiner Formensprache zurückgenommener (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

Noch beruhigter, aber durch den reichen Glasbehang auftrumpfend ist der achtflammige Kronleuchter, den die Berliner Bronzewarenfabrik Werner & Mieth zwischen 1800 und 1810 produziert haben soll (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR). Knapp ein Jahrhundert später fand der Münchner Jugendstil-Designer Richard Riemerschmid zu einer ähnlich klassischen Eleganz. Vertreten ist er prominent mit einem Schreibtisch aus edlem Mahagoni in einfachen profilierten Kastenformen, den die Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst in Hellerau 1907 herstellten (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Sechs Südwein-Gläser mit Goldrändern, die Riemerschmid um 1901 entwarf und die bei Benedikt von Poschinger geblasen wurden, sollen 1.000 bis 1.200 Euro kosten.

Neumeister versteigert am 23. Juni ab 15 Uhr das Kunsthandwerk und die Antiquitäten sowie ab 17 Uhr den Schmuck. Am Folgetag kommen ab 15 Uhr die Graphik und Gemälde des 15. bis 20. Jahrhunderts sowie ab 17 Uhr die Nachkriegskunst und die Zeitgenossen zum Aufruf. Alle Lose sind online unter www.neumeister.com abrufbar.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



22.06.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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Doppelkürbisvase, Delft, um 1680
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Peter Paul Rubens und Werkstatt, Damenbildnis, 1606/07
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Kronleuchter, achtflammig, Berlin, um 1800-1810

Kronleuchter, achtflammig, Berlin, um 1800-1810

Taxe: 22.000 - 24.000 

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Antal Ligeti, Sizilianische Landschaft mit Blick auf die Bucht von Palermo

Antal Ligeti, Sizilianische Landschaft mit Blick auf die Bucht von Palermo

Taxe: 20.000 - 30.000 

Ottmar Elliger, Der Tod der Sophonisbe

Ottmar Elliger, Der Tod der Sophonisbe

Taxe: 10.000 - 15.000 

Losnummer: 374

Salomon Adler,  Umkreis, Bildnis eines Mitglieds des Ritterordens der Hl. Mauritius und Lazarus

Salomon Adler, Umkreis, Bildnis eines Mitglieds des Ritterordens der Hl. Mauritius und Lazarus

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

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Heinrich von Zügel, Rast im Wald

Heinrich von Zügel, Rast im Wald

Taxe: 12.000 - 15.000 

Losnummer: 436

A.R. Penck (eigentlich Ralf Winkler), Auge Gottes (Angriff und Abwehr)

A.R. Penck (eigentlich Ralf Winkler), Auge Gottes (Angriff und Abwehr)

Taxe: 15.000 - 20.000 

Losnummer: 531

Andreas Schulze, o.T. (Liegende), 1986

Andreas Schulze, o.T. (Liegende), 1986

Taxe: 15.000 - 20.000 

Losnummer: 552

Maurice Utrillo, Le pont de la gare (Straße zum Bahnhof in Caen), 1898

Maurice Utrillo, Le pont de la gare (Straße zum Bahnhof in Caen), 1898

Taxe: 20.000 - 30.000 

Losnummer: 500

Rupprecht Geiger, 864/93, 1993

Rupprecht Geiger, 864/93, 1993

Taxe: 40.000 - 60.000 

Losnummer: 538

August Riedel, Badende Römerin

August Riedel, Badende Römerin

Taxe: 10.000 - 15.000 

Losnummer: 389

Dreiteiliger

Dreiteiliger 'Persischer' Vasensatz mit 'fleurs en terrasse'-Dekor, KPM 1823

Taxe: 140.000 - 160.000 

Losnummer: 8

Doppelkürbisvase, Delft, um 1680

Doppelkürbisvase, Delft, um 1680

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 3

Jacob Adriaensz. Backer, Der Traum des Paris

Jacob Adriaensz. Backer, Der Traum des Paris

Taxe: 20.000 - 30.000 

Losnummer: 330




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