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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Schweizer Kunst bei Koller in Zürich: die Granden Anker, Hodler, Amiet und Giacometti geben sich ein Stelldichein

Maria ohne Tiefenwirkung



Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, 1911

Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, 1911

Seine Landschaften sind schon faszinierend. Indem Ferdinand Hodler sekundäre Elemente auf ein Minimum reduzierte, die Gelände- und Wolkenformationen stark rhythmisierte, ein werkimmanentes System aus zahlreichen Bezugnahmen konstruierte und das Zusammenspiel zwischen Farbe und Linie auslotete, schuf er an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert äußerst moderne Kompositionen, die immer etwas mehr sein wollen, als die reine Abbildung des Gesehenen. So wohnt auch seinen Naturschilderungen ein gewisser symbolistischer Zug inne, etwa auch in seiner erhabenen Landschaft „Genfersee von Chexbres aus“. Das Gemälde von 1911 gilt als Hodlers letzte und radikalste Schöpfung aus der Reihe der Chexbres-Bilder. Kein Gebäude, kaum ein Baum oder Strauch stören den Rhythmus der Uferlinie, die das Grün des schmalen Landschaftsstreifens vom Blaugrau des Genfersees und des Himmels scheidet. Hodler öffnet hier den Blick auf das Atmosphärische und Unendliche und kommt damit der Abstraktion recht nahe.


Der „Genfersee von Chexbres aus“ ist nun das Spitzenwerk in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Koller in Zürich. Am 2. Juli soll es für 1,5 bis 2,5 Millionen Franken einen Käufer finden. Ferdinand Hodler ist mit fünfzehn Arbeiten in der Versteigerung vertreten, oft mit Studienblättern wie der Öl- und Bleistiftskizze eines alten Mannes zur „Eurhythmie“ von 1895 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR), einem kraftvoll stehenden Mäher mit Sense auf der Weide von 1909 (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR) oder dem Kopf der kranken Valentine Godé-Darel von 1914 (Taxe 7.000 bis 10.000 SFR). Es gibt aber noch einiges Malerische von Hodler. Zur Vorbereitung für das Wandgemälde „Einmütigkeit“ im neuen Ratssaal von Hannover legte er 1912/13 mehrere kleine und größere Studien der einzelnen Figuren in verschiedenen Techniken an. Koller kann den zentralen Redner in einer frühen Version in Öl präsentierten, die mit über 125 Zentimetern Höhe schon den Charakter eines eigenständigen Kunstwerks einnimmt und seit bald hundert Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen war (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Von außerordentlicher Präsenz lebt Hodlers Brustbildnis seiner Schülerin und zugleich seines Modells Clara Pasche-Battié auf orangefarbenem Hintergrund von 1914 (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR). Und mit dem weiteren Landschaftsbild „Thunersee von Breitlauenen aus“, in dem Hodler 1906 mit den Grundfarben Gelb und Blau, ihrer Mischung zu Grün und dem Komplementärkontrast Violett spielte, kratzt Koller bei einer Bewertung von 800.000 bis 1.200.000 Franken nochmal an der Siebenstelligkeit.

Dieser Wert ist zudem für Albert Ankers „Strickendes Mädchen am Fenster“ von 1885 vorgesehen, das in der einfachen Stube konzentriert seiner Tätigkeit nachgeht. Das bäuerliche Leben seiner Heimat Ins bei Bern war für den Realisten eine der wichtigsten Inspirationsquellen. Davon zeugen mehrere Aquarelle, unter anderem mit weiteren jungen Frauen bei der Handarbeit für Schätzungen bis 45.000 Franken, oder auch die virtuose Kohlezeichnung mit der herzlichen „Älteren Schwester“ von 1889, die Koller im Juni 2011 schon einmal für 120.000 Franken verkauft hat, jetzt aber nur auf 35.000 bis 50.000 Franken taxiert. Einer gehobenen bürgerlichen Gesellschaftsschicht hat sich Anker 1883 in dem Portrait eines anmutigen kleinen Mädchens mit wachen Augen zugewandt (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Unter den Künstlern des 19. Jahrhunderts gibt es ansonsten viel Landschaftliches, etwa François Didays erbaulichen Blick auf „Well- und Wetterhorn von der Rosenlaui aus“ von 1849 (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) oder Alexandre Calames heitere abendliche Küstenstimmung aus Südfrankreich um 1858/60 (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Cuno Amiet war ein Vielmaler. Er allein entsendet 22 Werke in die Auktion. Es geht los mit einer frühen, noch symbolistischen Darstellung des Paradiesgartens aus dem Jahr 1900, die Amiet an der vertikalen Mittelachse ausgerichtet und dort den Apfelbaum positioniert hat. Links davon kniet Adam, von rechts reicht ihm Eva den Apfel. Allein die Schlange fehlt. Platz für den Sündenfall scheint es in Amiets Paradiesvorstellung nicht zu geben (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Bäume spielen auch in den meisten anderen Gemälden Amiets eine Rolle: Sie säumen seinen „Garten“ von 1929 (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR) und seinen „Blumengarten“ von 1945 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), sind noch kahl und unbelaubt in seiner Vorfrühlingslandschaft von 1994 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) oder stehen in seinem bunten Frühlingsbild von 1957 gerade in der Blüte (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) und sind der Gegenpol zu dem Portrait einer Japanerin aus dem Jahr 1933 (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

1901 ließ auch Félix Vallotton Zweige eines „Pommier“ mit roten Früchten in seine sommerliche Landschaft beim Dorf Equemauville in der Normandie hereinragen, die wegen ihres Bildausschnittes fast wie ein fotografischer Schnappschuss wirkt (Taxe 90.000 bis 150.000 SFR). Eher nach malerischen Prinzipien hat Vallotton 1910 die Küstenszene „Falaise à Vasouy“ bei Honfleur (Taxe 280.000 bis 380.000 SFR) und zehn Jahr später seine ebenfalls neusachliche „Vue d’Avignon“ komponiert (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Bei Giovanni Giacometti geht es zunächst in den Herbst, der sich an den braunen Blättern eines mächtigen Nussbaums von 1916 ablesen lässt (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Dem Vorfrühling hat er dann gleichfalls in gesteigerter Farbigkeit seine „Wiesen bei Stampa mit Kindern und weidendem Vieh“ gewidmet (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Eine Bergschlucht hat Giacometti um 1918 in einem Meer aus Farbe fast bis zur Unkenntlichkeit aufgelöst (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Ähnlich agiert sein Vetter Augusto Giacometti 1911 bei seinem Stillleben „Blaue Blumen“; auch hier dominiert die Farbe über der Form (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR).

Deutlich und klar tritt dann der „Wasserfall“ bei Niklaus Stoecklin 1938 zutage, der in einer Schlucht die Felsen hinabrauscht und dabei einen Regenbogen wirft (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Für die Neue Sachlichkeit in der Schweiz steht zudem Adolf Dietrich, der neben seinen bekannten Landschaften und Stillleben noch zwei ungewöhnliche Motive beisteuert: die „Dorfstrasse in Berlingen“, seinem Heimatort am Bodensee, mit drei kleinen Bewohnern von 1925 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und die ebenso naiv wirkenden Menschen vor den Löwen- und Tigerkäfigen der „Menagerie Knie“ von 1927 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). In die Bergwelt des Engadins geht es mit Gottardo Segantini und seinem klaren Sommertag der Alp Grevasalvas mit den Bauernhäusern und dem Piz Lagrev im Hintergrund von 1938 im pointillistischen Stil (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Den Schweizer Alpen konnte der 1900 in Zürich geborene Willy Guggenheim, alias Varlin, nichts abgewinnen. Seine Sache war vielmehr das städtische Leben, das er etwa 1942/44 mit der Sicht auf die Außengastronomie des Café Jorat und einigen wuselnden Garçon (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) oder auf die Fassade des mondänen Belle Époque-Hotels Montreux Palace am Genfersee an einem grauen Regentag einfing (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Mit expressiv aufgewühltem Pinselstrich legte er 1955 gleichfalls seinen Queen’s Guard in London mit der typischen Paradeuniform aus rotem Jackett und hoher schwarzer Bärenfellmütze an (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Mit kräftigen Farben und nervös abstrahierender Malweise entwickelte Max Gubler 1954 seine „Grosse Nachtlandschaft“ (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Aus ebenen nebeneinander gesetzten großen Flächen in kräftigen Farben hat Ferdinand Gehr 1970 sein Fresko „Maria mit Kind“ gestaltet und damit die traditionelle Ikonografie weit in die Ungegenständlichkeit gerückt.

Die Auktion beginnt am 2. Juli um 14 Uhr. Für eine persönliche Teilnahme ist einer Reservierung erforderlich. Die Besichtigung ist bis zum 28. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr, am 29. Juni von 10 bis 16 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet alle Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



25.06.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

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Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1885

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 SFR

Zuschlag: 1.200.000,- SFR

Losnummer: 3012

Ferdinand Hodler, Thunersee von Breitlauenen aus, 1906

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 SFR

Zuschlag: 970.000,- SFR

Losnummer: 3029

Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Zuschlag: 16.000,- SFR

Losnummer: 3027

Félix Vallotton, Falaise à Vasouy, 1910

Félix Vallotton, Falaise à Vasouy, 1910

Taxe: 280.000 - 380.000 SFR

Zuschlag: 460.000,- SFR

Losnummer: 3044

Ferdinand Hodler, Bildnis Clara Pasche-Battié, 1914

Ferdinand Hodler, Bildnis Clara Pasche-Battié, 1914

Taxe: 350.000 - 500.000 SFR

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Giovanni Giacometti, Wiesen bei Stampa mit Kindern und weidendem Vieh, 1927

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

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Alexandre Calame, Marine (Südfrankreich), um 1858/60

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Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

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Losnummer: 3016

Giovanni Giacometti, Il noce (Der Nussbaum), 1916

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Losnummer: 3069

Ferdinand Hodler, Schwörender zur „Einmütigkeit“, 1913

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Taxe: 130.000 - 200.000 SFR

Zuschlag: 240.000,- SFR

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Félix Vallotton, Pommier. Equemauville, 1901

Félix Vallotton, Pommier. Equemauville, 1901

Taxe: 90.000 - 150.000 SFR

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Albert Anker, Die ältere Schwester, 1889

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